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Tierschutz - Allgemein Alles rund um den Schutz unserer Lieblinge

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Alt 17.07.2016, 21:32   #1
RheKro
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Ausrufezeichen Rund um die Wildkatze - aus aktuellem Anlass

Ihr Lieben. Aus aktuellem und traurigen Anlass will ich euch allgemeine Informationen und Hintergrundwissen zur Wildkatze vermitteln

Mein Beitrag gliedert sich wie folgt:
1. Anlass der mich hierzu bewegt
2. Was ist eine Wildkatze? Wie lebt Sie?
3. Wie erkenne ich Sie?
4. Was ist zu tun wenn man Kitten im Wald entdeckt?
5. Das passiert mit den "ach so armen" Wildkätzchen
5. diverse Videolinks zum Stöbern

In dem Beitrag befinden sich keine verstörenden Bilder.

____________________________________


1. Anlass der mich hierzu bewegt

Ich habe auf Facebook einen erschreckenden Eintrag von ganz neuer Dimension gefunden in Bezug auf Wildkatzen. Man bietet bei Kleinanzeigen gefundene Wildkatzenkitten als teure Bengalen an. Sei mal dahin gestellt, ob die Finder wussten, dass sie da womöglich Wildkatzen eingesammelt haben. Bei den zukünftigen Besitzern zeigen die Kätzchen aggressives Verhalten und leiden unter extremen Durchfall, weil das normale Nassfutter für die Tiere vollkommen unbekömmlich ist. Sind die Tiere dann krank genug, wenden die neuen Besitzer sich hilfesuchend an den Tierarzt, welcher das Dilemma aufdeckt. [Edit: ich will nicht den Eindruck vermtteln, dass gezielt Wildkatzen gesammelt werden um sie teuer zu verticken. Das hier ist einfach ein aktueller hoffentlich Einzelfall von Profitgier]


Urheber: Kleintierpraxis Frau Dr. Saxler, Facebook



2. Was ist eine Wildkatze? Wie lebt die Katze?


Bei der Wildkatze handelt es sich um eine eigene Art, nämlich die „felis silvestris“. Man darf sie nicht mit einer wilden also streunenden Katze verwechseln. Sie lebt in unseren heimischen Laub- und Mischwäldern. Dabei bevorzugt sie Waldgebiete mit viel Totholz oder Felsformationen, da diese Orte als Versteck und zur Aufzucht der Kitten dienen. Verbreitungsgebiete sind die Eifel, der Hunsrück, der Pfälzerwald, der Harz und Nordthüringen.
Die Wildkatze frisst neben Nagetieren wie Kaninchen, Hasen, Siebenschläfern auch Fische, Insekten und Vögel.
Sie hat eine Lebenserwartung von 7-10 Jahren.
Die jungen Kätzchen kommen zwischen März und September zur Welt. Die meisten Würfe finden im April statt. Dabei gebärt das Muttertier 2-4 Kitten.
Sie hat keine natürlichen Fressfeinde. Lediglich der Fuchs kann den Jungtieren gefährlich werden.
Die Wildkatze steht unter Artenschutz und darf nicht bejagt werden. In Deutschland wird ihr Bestand auf 5000 bis 7000 Tiere geschätzt.
Die Wildkatze ist nicht domestizierbar. Ihr Genom weist diverse Unterschiede zu dem der Hauskatze auf. Die Hauskatze hat sich durch Jahrtausend langes Zusammenleben mit dem Menschen verändert, ihre Verhaltensweisen angepasst, was sich auch in ihren Genen niedergeschlagen hat. So sind Hauskatzen gut sozialisierte Tiere, die auch untereinander Ihresgleichen suchen. Die Wildkatze hingegen ist ein Einzelgänger (außer zur Paarung) und verfügt über ein gering ausgeprägtes Sozialverhalten. Aufgrunddessen ist sie nicht zähmbar.
Ausnahme bilden hier die Jungtiere der Wildkatze. Diese entwickeln die Scheu vorm Menschen erst in den ersten Lebenswochen, weshalb sie zunächst auch für Hauskatzen-Kitten gehalten werden können. Aber auch ein Wildkitten, welches durch Menschenhand aufgezogen wird, ist nicht zähmbar und wird ein Wildtier bleiben!

Quelle Genom: http://www.welt.de/wissenschaft/arti...der-Katze.html


3. Wie erkenne ich Sie?



Verhalten:
- extrem scheu, aggressiv, spucken und beißen bei Annäherung
Fell:
- Farbe cremegelb-ockerfarbener Grundton mit grau-schwarzer Tigerung
- bei älteren Tieren auch ticked-Optik möglich
- weißer Kehlfleck
- schwarzer Aalstrich über den Rücken
Jungtiere:
- meist grau getigert. Ockerfarbener Grundton bildet sich später heraus
- die Kitten desselben Wurfes sehen nahezu identisch aus.
Schwanz:
- kräftig, stumpfe Spitze(rund), mehrere schwarze Kringel, Spitze schwarz (bei Kitten spitz)
Pfoten:
groß und prankenartig, breiter und kürzer als die einer Hauskatze
Kopf:
- kräftig, deutlich erkennbares Tabbymuster im Gesicht aber max. 6 längstreifen im Stirnbereich,
- Nasenspiegel immer fleischfarben,
- große Ohren im Verhältnis zum Kopf
- helle Schnurrhaare
Körper:
- größer und kräftiger gebaut als Hauskatze, wirkt untersetzt.

!!Verwechslungsgefahr mit schwarz/braun getigerten Hauskatzen besteht dennoch!!



Hier die offizielle PDF des Ministerium RLP für Umwelt, Landwirtschaft…
http://www.wildkatze-rlp.de/fileadmi...e_Internet.pdf

Anbei auch ein Video zur Erkennung.
http://www.swr.de/natuerlich/archiv/...dpr/index.html

Fotoquellen: Wikipedia




4. Was ist zu tun wenn man Kitten im Wald entdeckt?


- bei grau/schwarz/braun getigerten Kitten
- FINGER WEG! Die Kitten in jedem Fall liegen lassen
- Fundort merken und entfernen
- Verständigung eines Jägers, Förster oder des Naturschutzbundes. Wahlweise können auch Tierärzte und Tierschutzvereine weiterhelfen und vermitteln.
Diese werden die Tiere beobachten und eingreifen, wenn das Muttertier sich nach einem Tag nicht mehr annähert.
Auf dieser Seite findet ihr auch eine Notfallnummer, über die weitere Hilfe bezogen werden kann. Auch könnt ihr dort zwecks Bestimmung Fotos von den Fundtieren per Mail einschicken.


Weitere Quelle:
http://www.wildfreigehege-wildenburg...katze-gefunden



5. Das passiert mit den eingesammelten „ach so armen“ Wildkätzchen

„Wir haben geglaubt, es habe jemand die armen Kätzchen böswillig ausgesetzt“
„Die Mutter hat die hilflosen Tiere verlassen – bestimmt ist sie tot“
So oder so ähnlich fangen die meisten Geschichten unserer Findelkatzen an. Die armen ach so süßen Katzenbabys mit ihren blauen Augen, die beim Waldbesuch entdeckt werden, erwecken das Helfersyndrom.
Schnell werden die kleinen Kätzchen mit nach Hause genommen. Liebevoll wird Katzenfutter besorgt und die kleinen Kätzchen gefüttert. Die Kätzchen bekommen Durchfall und landen im Tierheim, bei Tierärzten oder Menschen, die sich um verwilderte Katzen kümmern.
Die Kätzchen fauchen, spucken, schlagen mit den Pfoten und knurren drohend. Nun kommt der Verdacht auf, es könnte sich um Wildkatzen handeln.
Nachdem einige Tage vergangen sind, wird das Wildkatzenzentrum informiert. Leider ist es zu spät um die Tiere an den Fundort zur Mutter zurückzubringen. Sie hat die Suche aufgegeben.
Nun schnell die Waisenkinder in Quarantäne bei unserer Tierärztin Frau Dr. Saxler unterbringen. Die Ernährung wird umgestellt. Der Durchfall ist weg. Es folgen Untersuchungen, Impfungen und die Kleinen werden geschippt. Es werden Proben entnommen um per Gentest festzustellen, ob es sich um echte Wildkatzen handelt.

Danach kommen sie in die Auffangstation ins Wildfreigehege. Nach der zweiten Impfung geht es in die Auswilderungsgehege. Nach mehreren Monaten, wenn sie alt genug sind und selbständig Beute greifen können, erfolgt die Auswilderung.
Hätten sich die Waldbesucher richtig verhalten, wäre den Kätzchen unnötiger Streß und Gefangenschaft erspart geblieben. Sie hätten viel von ihrer Mutter für das Überleben in der Wildnis lernen können. Das Team des Wildkatzenzentrums hätte viel Arbeit gespart. Außerdem sind je Tier zwischen 3.000 und 5.000 Euro an Kosten entstanden.

Quelle:http://www.wildfreigehege-wildenburg...dkatzenzentrum



6. Diverse Videolinks zum Stöbern

Europas heimliche Jäger- Wildkatze- DOKU

Wildkatzenparadies im Trierer Meulenwald

Wildkatzen sind für den Winter gestärkt - SWR Landesschau

Wildkatzen on Tour - SWR

Vielen Dank fürs Lesen!
LG Bibi
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Geändert von RheKro (18.07.2016 um 21:54 Uhr)
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Alt 17.07.2016, 22:04   #2
Starfairy
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Wo gibt es denn so viele Wildkatzenbabys, die man einfach einsammeln kann?

Und irgendwie werde ich aus deinem Beitrag nicht schlau. Erst schreibst du, das Leute gezielt junge Wildkatzen fangen, um sie zu verkaufen (kann ich mir nicht wirklich vorstellen, und schon gar nicht im großen Stil), dann werden sie mitgenommen, weil sie für ausgesetzte Hauskätzchen gehalten werden.
Das kann ich mir vorstellen, aber das wird man kaum verhindern können.

Worauf also willst du jetzt raus?
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Alt 17.07.2016, 22:11   #3
RheKro
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Ich war erschrocken, dass man Kätzchen aus dem Wald mitnimmt und diese aus Profitgier anschließend als reinrassige Bengalen über Kleinanzeigen vertickt. Natürlich läuft keiner durch den Wald mit dem Willen "ich sammel jetzt Wildkatzen und vertickt die", aber was um Himmels Willen denkt man sich, solche Fundkätzchen zu verticken.
Und da leider viele von privat über Kleinanzeigen Kitten erwerben, dachte ich mir ich kläre über diese neue Ebay-Vermehrer-Geschmacklosigkeit auf und wecke das Bewusstsein für die Wildkatzen-Fund-Problematik.
Das war meine Intuition dahinter

Verhindern kann man es nicht, wenn Menschen aus falscher Fürsorge und Mitleid Babykätzchen mitnehmen.

Ps. Vielleicht ändere ich Punkt 1. damit nicht der Eindruck entsteht, dass es eine neue Masche ist.
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Geändert von RheKro (17.07.2016 um 22:21 Uhr)
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Alt 17.07.2016, 23:46   #4
neko
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Was da noch hinzuzufügen wäre:

Wildkatzenjunge sind vielleicht nicht ganz scheu, wenn sie jünger sind, aber das ändert sich. Je älter sie werden, desto Menschenscheuer werden sie.
Wildkatzen sind nicht zähmbar, egal in welchem Alter.
Ihnen fehlt die genetische Grundlage der Jahrtausende langen Domestizierung der Hauskatze vollends.

Es sollte also keiner auf die Idee kommen, bewusst solche Tiere im Wald einzusammeln und zähmen zu wollen... keine Chance.
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Tierleid-/quälerei melden - So gehts!

Ich gestatte dem Forenbetreiber KEINERLEI Verlinkungen in meinen Posts, die ich nicht selbst gesetzt habe!
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Alt 18.07.2016, 05:05   #5
Starfairy
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Zitat:
Zitat von neko Beitrag anzeigen
Was da noch hinzuzufügen wäre:

Wildkatzenjunge sind vielleicht nicht ganz scheu, wenn sie jünger sind, aber das ändert sich. Je älter sie werden, desto Menschenscheuer werden sie.
Wildkatzen sind nicht zähmbar, egal in welchem Alter.
Ihnen fehlt die genetische Grundlage der Jahrtausende langen Domestizierung der Hauskatze vollends.

Es sollte also keiner auf die Idee kommen, bewusst solche Tiere im Wald einzusammeln und zähmen zu wollen... keine Chance.
Nein, denen fehlt nicht die "genetische Grundlage der jahrtausend langen Domestizierung", sonden die Fähigkeit, soziale Bindungen zu Artgenossen aufzubauen.

Echte Wildkatzen sind von Natur aus Einzelgänger. Im Gegensatz zur Falbkatze.
Nur Tiere, die genetisch überhaupt die Anlage zum sozialen Umgang mit Artgenossen tragen, und die zumindest zeitweise als erwachsene Tiere mit Artgenossen zusammenleben, eignen sich überhaupt zur Domestizierung durch den Menschen.
Starfairy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.07.2016, 06:09   #6
Jaboticaba
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Jaboticaba
 
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Ich finde es gut und wichtig, dass du diese Info weitergeleitet hast. Nach gezähmten Flughörnchen, gezähmten Igeln etc. sind "gezähmte" Wildkatzen die nächste Geschmacklosigkeit, die Mensch auf Lager hat. Wo hört das auf?
__________________
LG

Hanne mit José, Max und Maika



Freddy (31.08.2013 - 29.10.2016), mein Augenstern, du bleibst unvergessen.

Rúbio, du warst meine erste grosse Katzenliebe.
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Alt 18.07.2016, 07:39   #7
Eliza-Nelson
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Zitat:
Zitat von neko Beitrag anzeigen
Was da noch hinzuzufügen wäre:

Wildkatzenjunge sind vielleicht nicht ganz scheu, wenn sie jünger sind, aber das ändert sich. Je älter sie werden, desto Menschenscheuer werden sie.
Wildkatzen sind nicht zähmbar, egal in welchem Alter.
Ihnen fehlt die genetische Grundlage der Jahrtausende langen Domestizierung der Hauskatze vollends.

.
Das möchte ich ausdrücklich unterschreiben.
Meine Mutter hatte, als ich klein war, ein Wildkatzen Mix (Mutter Angora Katze ) ins Haus geholt, diese war ab Teenie Alter nicht mehr wirklich Handelbar. (Füttern, Toiletten Management, und ansonsten so gut es ging ignorieren. Ignorieren war nicht immer einfach, da Daisy öfter aus dem Hinterhalt Angriff, und keiner möchte die Krallen einer ausgewachsenen Wildkatze im Bein spüren, selbst wenn diese nur ein Mix ist)
Eliza-Nelson ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.07.2016, 09:03   #8
Kanoute
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Zitat:
Zitat von Eliza-Nelson Beitrag anzeigen
Das möchte ich ausdrücklich unterschreiben.
Meine Mutter hatte, als ich klein war, ein Wildkatzen Mix (Mutter Angora Katze ) ins Haus geholt, diese war ab Teenie Alter nicht mehr wirklich Handelbar. (Füttern, Toiletten Management, und ansonsten so gut es ging ignorieren. Ignorieren war nicht immer einfach, da Daisy öfter aus dem Hinterhalt Angriff, und keiner möchte die Krallen einer ausgewachsenen Wildkatze im Bein spüren, selbst wenn diese nur ein Mix ist)
Sorry das glaub ich nicht............Nicht das die katze wild war....sondern das ein Elternteil eine Wildkatze war....

Zum eingangspost wollen wir nicht auf die genetische Bestätigung warten?

Zum anderen es gibt 5000-7000 Wildkatzen lt nabu....Ich kann mir das nicht vorstellen.

Ausserdem hat doch ein bengale Punkte und keine Streifen...

Geändert von Kanoute (18.07.2016 um 09:15 Uhr)
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Alt 18.07.2016, 10:02   #9
supernicky
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Was kannst du dir nicht vorstellen?

Ich persönlich hatte auch schon mal die Ehre, der Zwerg aus der Eifel wurde zu mir als Pflegestelle überstellt, weil die Tierpflegerinnen im Tierheim dachten, es wäre einfach eine normale Hauskatze mit einem erheblichen psychische Problem . Zum Glück konnte er erfolgreich ausgewildert werden und ein Film über sein Leben hat sogar einen Preis gewonnen.

http://www.ramsiundfreunde.de/sid.htm

Geändert von supernicky (18.07.2016 um 10:07 Uhr)
supernicky ist offline   Mit Zitat antworten

Alt 18.07.2016, 10:42   #10
RheKro
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@neko, @starfairy

Den Hinweis auf nicht mögliche Domestizierung und die anfangs teilszahmen Kitten werde ich einarbeiten. Danke hierfür


@ Eliza-Nelson

Wie Kanoute schreibt. Es ist nahezu ausgeschlossen, dass ihr da tatsächlich einen Wildkatzen-Hauskatzen-Hybriden hattet. Durch wissenschaftliche Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass bei 7% der Wildkatzen eine Vermischung des Genpools mit Hauskatzen stattgefunden hat. Allerdings sind die Hybride extremst selten, da eine Wildkatze den Kontakt zur Hauskatze vermeidet. Das Problem entsteht dort, wo die Wildkatze in ihre biologische Nische getrieben wird und die Lebensbedingungen zu einer Revierüberschneidung mit domestizierten Hauskatzen führt. Diese sogenannten Blendlinge bleiben allerdings wild. Sie weisen immer noch das Verhalten einer Wildkatze auf und wären ebenfalls nicht zu zähmen.
Quellen: www.wildkatze.info/index.php?id=18
www.pfotenhieb.de/2012/01/29/wildkatzenhybride-in-der-natur/


@Kanoute
Zitat:
Zitat von Kanoute Beitrag anzeigen
Sorry das glaub ich nicht............Nicht das die katze wild war....sondern das ein Elternteil eine Wildkatze war....

Zum eingangspost wollen wir nicht auf die genetische Bestätigung warten?

Zum anderen es gibt 5000-7000 Wildkatzen lt nabu....Ich kann mir das nicht vorstellen.

Ausserdem hat doch ein bengale Punkte und keine Streifen...
Punkt 1 stimme ich zu
Punkt 2 Ich halte euch natürlich auf dem Laufenden, was die Genuntersuchung ergibt. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Tierärztin sich nicht irrt. Sie betreut bereits seit Jahren das Wildkatzenzentrum des Wildfreigeheges Kempfeld.
Punkt 3 Die Zahlen zum Bestand werden seit dem Jahr 2012 so angegeben. Teilweise finden sich Quellen, die diesen Bestand alleine für Rheinland-Pfalz deklarieren. Siehe:
www.bund.net/themen_und_projekte/rettungsnetz_wildkatze/europaeische_wildkatze/verbreitung/
www.3sat.de/page/?source=/nano/umwelt/160947/index.html

Punkt 4 Sag das den Käufern bei Kleinanzeigen. Die glauben doch bei jeder besonders intensiv getigerten Katze, dass es sicher ein Bengale ist. Man ist einfach nicht informiert, man ist gutgläubig und man wittert einen tollen Schnaper


@supernicky

Die Geschichte von Sid ist das typische Beispiel was mit einem solchen Wildkätzchen passiert. Danke für deine Bemühungen um Sid und danke für den tollen Beitrag.
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Geändert von RheKro (18.07.2016 um 10:49 Uhr)
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Alt 18.07.2016, 13:02   #11
Eliza-Nelson
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Zitat:
Zitat von Kanoute Beitrag anzeigen
Sorry das glaub ich nicht............Nicht das die katze wild war....sondern das ein Elternteil eine Wildkatze war....
Zitat:
Zitat von RheKro Beitrag anzeigen
@neko, @starfairy


@ Eliza-Nelson

Wie Kanoute schreibt. Es ist nahezu ausgeschlossen, dass ihr da tatsächlich einen Wildkatzen-Hauskatzen-Hybriden hattet.......
Das kann ich sehr gut verstehen, dass es nicht gerade glaubhaft klingt.
Ich muss auch gestehen, dass ich mich mit dieser Behauptung keineswegs zu weit aus dem Fenster lehnen möchte, und zu 100% darauf beharre, dass wir einen Wildkatzen Mix hatten

Zum einen war ich damals noch sehr jung (zwischen 4 und 8 Jahre alt), als Daisy bei uns lebte, und muss mich deshalb ein bisschen auf die Aussage meiner Eltern verlassen. Ich weiß also nicht einmal, ob Daisys Mutter tatsächlich eine Angora Katze war, da ich selbst diese nicht gesehen habe, bzw. mich zumindest nicht mehr an sie erinnere. Aber selbst wenn, war diese sowieso allerhöchstens ein Angora Mix
Mikesch, der "angebliche" Wildkater lebte als Freigänger bei damaligen Freunden meiner Eltern. Ich kann mich aber nicht daran erinnern, ihn jemals in voller Pracht gesehen zu haben. Ich werde aber mal deren Töchter anschreiben, ob es von damals nicht eventuell Bilder gibt.

Die einzigen Merkmale, die mich persönlich vermuten lassen, dass in Daisy zumindest Wildkatzen Blut vorhanden war (sein könnte.....), waren die dicke und länge ihrer Krallen, die dicke der Pfoten, und ihr Schwanz (besonders die Spitze), der auch im normal Zustand immer so aussah, wie bei anderen Katze, wenn sie die Flaschenbürste bekommen.

Aus dem einzigen Foto als erwachsene Katze schaut sie aber (abgesehen von der Schwanzspitze) allerdings wirklich aus, wie ein ganz gewöhnlicher Lastrami.

http://static.twoday.net/finn93/images/Daisy1.jpg
Eliza-Nelson ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.07.2016, 20:28   #12
Barbarossa
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Zitat:
Zitat von Kanoute Beitrag anzeigen
Zum anderen es gibt 5000-7000 Wildkatzen lt nabu....Ich kann mir das nicht vorstellen.
Das halte ich auch für reine Spekulation. Hier kann nur anhand Fotofallen und Trittsiegeln grob eingeschätzt werden, ob es im Gebiet xy überhaupt Vorkommen gibt. Ob die dann dort nach einem Zufallsfund überhaupt ansässig sind, ist noch mal ein anderes Kapitel = Mehrfachzählung.
__________________
Viele Grüße
von meinen Sternchen Matzi 01.05.98-05.05.14 und Moritz 01.05.98-25.11.16, von Tinka und von mir


Im Garten der Zeit wächst die Blume des Trostes (rumänisches Sprichwort)
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Alt 18.07.2016, 20:48   #13
Cat'sChild
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Eliza, ich glaube auch nicht, dass ihr da nen Wildkatzen-Mix hattet.

War die Katze Einzeltier?
Das würde die "Angriffe" erklären
Cat'sChild ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.07.2016, 21:55   #14
Eliza-Nelson
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Zitat:
Zitat von Cat'sChild Beitrag anzeigen
Eliza, ich glaube auch nicht, dass ihr da nen Wildkatzen-Mix hattet.

War die Katze Einzeltier?
Das würde die "Angriffe" erklären
Ich muss gestehen, je mehr ich hier lese, und auch durch die Zeit (42Jahre), die inzwischen vergangen ist, fange ich auch an zu Zweifeln.

Ja, Daisy lebte leider alleine bei uns, und mit heutigem Wissen bin ich sicher, das dies mit ein Grund für ihr Verhalten war.

Kann denn so ein extrem kräftiger Schwanz (zumindest die Spitze ist ja auf dem Foto erkennbar) tatsächlich auch bei "normalen" Hauskatzen vorkommen?

Hochnehmen (wenn es in seltenen Fällen nötig war), könnte mein Vater sie nur mit dicken Gartenhandschuhen, und selbst dadurch waren ihre Krallen zu spüren.

Ich weiß auch noch, dass damals alle in direkter Nachbarschaft, die Mikesch kannten, von ihm stets von "Der Wildkater" sprachen. Hmmmm, eventuell meinten sie damit einfach nur "Der wilde Kater"

Möglicherweise war Daisy wirklich nur eine sehr kräftige, zwar geliebte, aber leider suboptimal gehaltene Katzendame.

Ich hoffe, ich komme noch an Infos von Mikesch.
Eliza-Nelson ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.07.2016, 22:03   #15
RheKro
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Zitat:
Zitat von Barbarossa Beitrag anzeigen
Das halte ich auch für reine Spekulation. Hier kann nur anhand Fotofallen und Trittsiegeln grob eingeschätzt werden, ob es im Gebiet xy überhaupt Vorkommen gibt. Ob die dann dort nach einem Zufallsfund überhaupt ansässig sind, ist noch mal ein anderes Kapitel = Mehrfachzählung.
Ich denke die meisten Populationserhebungen (unabhängig von der Wildkatze) erfolgen durch Zufallsfunde, Beobachtungen und Schätzungen. Die wenigsten Tierarten werden tatsächlich zählbar sein.
Eigentlich ist es ja auch wurscht, ob es nun 1000 Tiere mehr oder weniger sind.
__________________

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