Zwei neue Katzen zu zwei älteren?

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sMuaterl

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Hallo,
ich bin neu hier und eigentlich hätte ich nie gedacht, dass ich Beratung in Sachen "Katze" brauche, weil ich mich eigentlich nach 23 Jahren mit Katzen und bis zu sieben gleichzeitig für einen "Experten" gehalten habe - aber bei Katzen ist man halt nie Experte :confused:


Damit zu meinen Problem, bei dem ich Beratung bräuchte:
Bisher sind meine Katzen (stellvertretend für Kater) alle vom Bauernhof nebenan herüber gewandert und haben uns als neue Mitbewohner auserkoren. Nur einmal haben wir uns eine junge Katze von einem Bauernhof aus dem Nachbardorf geholt und nach sehr viel Ruhe und allmählichen Spielen in einem separierten Raum ist sie zutraulich und sehr lieb geworden. Insofern hat das schon mal geklappt, aber die Katze war auch nur ein halbes Jahr alt.
Nun ist der Stand so, dass unser ältester Kater mit 16 Jahren im März gestorben ist und wir derzeit "nur" noch zwei nicht mehr ganz junge Kater haben (Mokie, 9 und Klaus, 10 Jahre). Diese beiden Kater haben immer mit all unseren anderen Katzen zusammen gelebt und sind sehr sozial. Wenn sich mal eine fremde Katze durch unsere Katzenklappe ins Haus verirrt hat, wurde sie höchstens neugierig beschnuppert - fauchen oder Aggression habe ich da noch nie erlebt.

Nach langem Überlegen haben wir uns jetzt entschieden, noch eine oder zwei Kätzinnen dazu zu holen. Einfach weil wir Platz und alles haben, um eine Katze vom Tierschutz zu adoptieren und ein Heim zu geben. Heute Nachmittag war ich bei einer Pflegestation von Vox Animalis und habe mir die 1,5jährige Katze, die ich per Inserat gefunden habe, angeschaut. Winky ist ganz bezaubernd, überhaupt nicht scheu und noch sehr verspielt. Nach Platzkontrolle usw. darf sie dann zu uns. Also, so ca. in 1-2 Wochen. Eigentlich hatte ich vor, eine weitere Katze von der Pflegestation dort ebenfalls dazu zu nehmen, damit sich zwei vertraute Katzen bei uns gemeinsam einleben können. Aber leider klappt das nicht, weil die anderen zwei Katzen, die mit Winky zusammen waren, Probleme mit Katern haben. Allerdings hat uns die Dame von Vox Animalis empfohlen, schon eine weitere, gleichaltrige Katze dazu zu nehmen, damit Winky jemanden zum Spielen hat. Und das würden wir auch wirklich gerne machen - allerdings ist die zweite Katze, die in Frage käme, sehr scheu. Und sie kennt Winky nicht.

Nun zu meinem Problem:
Soll ich wirklich zwei neue Katzen, die sich nicht kennen, gleichzeitig nehmen? Ist das nicht ein bisschen viel für meine beiden Oldies (o.k., das hätte ich mir vorher überlegen müssen, aber bisher hatte ich das Gefühl, dass das gehen sollte, aber mein Mann und mein Sohn raten mir gerade ab)? Und auch für die beiden neuen? Oder ist es ganz gut, wenn ich die schüchterne Katze gleich mit der zutraulichen zusammen lasse? Sozusagen als moralische Stütze - sofern eine total fremde Katze eine "moralische Stütze" sein kann? Andererseits sind es die Katzen von den Auffangstationen ja gewohnt, dass immer wieder neue Katzen dazu kommen.

Oder soll jetzt erst Mal Winky in Ruhe einziehen und sich etablieren und erst dann nimmt man die Schüchterne dazu? Dann wäre Winky am Anfang halt ohne Spielkameraden. Oder nehme ich die Schüchterne gleich zu mir und versuche sie bis zu dem Zeitpunkt, an dem Winky kommt, einzugewöhnen?

Sorry, ich glaube, das klingt jetzt alles etwas wirr, aber vielleicht versteht ihr es ja und könnt mir einen Rat geben.

Vielen Dank!
Almut
 
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GroCha

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Hallo und herzlich willkommen bei den "Wir lernen nie aus, ich dachte es geht nur mir so"-Katzenbekloppten 😁

Eure Katzen werden/sind alles Freigänger?
Das macht ja für die Auslastung nen großen Unterschied.
Eure "Oldies" (coole Namen, ich kannte bisher keinen Kater namens Klaus 👍) hören sich ja nach zwei sehr sozialen Vertretern der Katzingers an. Ich denke, dass die da das kleinere Problem bei ner Vergesellschaftung sind.

Natürlich sind zwei Katzen im etwa gleichen Alter der Idealfall. Und dazu würde ich Euch eigentlich auch raten.
Nur, wenn schon zwei Kater da sind, eine Dritte einziehen soll, und die möglichst mit ner Vierten vergesellschaftet werden soll, habt Ihr dafür die räumlichen Kapazitäten?
Du klingst mir (bitte korrigieren, falls ich falsch liege) als hätte es bei Euch (weil alle Katzen immer sehr sozial waren) nicht danach, als hättet Ihr jemals ne wirklich schwierigere Vergesellschaftung gehabt.
Im schlimmsten (und jetzt wirklich nur im schlimmsten Fall) müssten alle drei Parteien (die Uris, also Eure beiden Oldies), die zukünftige Dritte und die noch ungeplante Vierte, für längere Zeit räumlich getrennt werden, bis die Vergesellschaftung durch is. Am Anfang sollten alle erst mal getrennt sein, allein, damit jeder in Ruhe ankommen und sich eingewöhnen kann.
Und dann müsste man eben schauen, wer, wann, wo, mit wem am besten klar kommt.
Wenn alle Katzen super sozial sind und mit neuer Umgebung und neuen Kumpels auf Anhieb zurecht kommen, wäre das ja kein Ding, aber es gibt eben auch - wie bei uns z.B. - den Fall, dass sich nicht alle Mitbewohner grün sind. Das kann man vorher leider nie wirklich sagen.

Sprich: Eure Oldies werden wahrscheinlich nicht das Problem sein, nur ob die geplanten Kätzinnen da so mitspielen ist einfach nicht gesagt.
Die beiden werden erst mal ein höheres Aktivitätenlevel haben. Das wird sich wahrscheinlich (ich gehe immer noch von Freigang aus) damit regulieren, dass sie später raus dürfen. Aber, ob nun ein oder zwei Neuzugänge, ja auch nicht sofort. Sie müssen also alle anfangs damit klar kommen zusammen unter einem Dach zu sein.
Und es is halt nicht gesagt, dass die beiden Neuzugänge sich postwendend verstehen, ob das ne Weile dauert, bzw. ob sie überhaupt zueinander passen.

Ja, bringt Dich jetzt auch net wirklich weiter, aber ich denke, da werden sich noch paar andere Leute melden und ihre Erfahrungen teilen und dann kannst Du Dir ein Bild davon machen, was ich mit meinem Wirrwarr anregen wollte 🙂
 
basco09

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Ich schließe mich da ganz GroCha an, dann hast Du im Zweifel drei Parteien, die Du mit Gittertüren trennen können musst und deren Zusammenführung Du moderieren musst. Das kann viel Geduld und Nerven brauchen.

Wieso versucht ihr es nicht mit einem weiteren sozialen Kater, der auch älter ist? Oder einem weiteren Doppelgespann, das aber bitte schon ein eingespieltes Team ist. Bitte schaut Euch doch vielleicht noch etwas weiter um.
 
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sMuaterl

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Hallo,
vielen Dank für eure Ratschläge.
Stimmt, das habe ich vergessen: es sind (bzw. werden - die kleinen müssen noch eine Zeitlang drinnen bleiben) Freigänger. UNd unsere beiden Kater sind eigentlich den ganzen Tag draußen.
Schwierige Vergesellschaftung hatten wir bisher glücklicherweise nur einmal. Aber das war ein ein extremer Fall - eine einjährige unsichere Katze (Gonnie), die gerade ihren selbstbewussten Bruder verloren hatte und wir dachten, es würde ihr nichts ausmachen, wenn wir ein 12-wöchiges Kitten (Gandalf) dazu geben. Ich glaube, wir haben damals alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Aber da war es wirklich so, dass sie schon gefaucht hat, wenn sie ein Tuch gerochen hat, auf dem Gandalf drauf gelegen ist.
Ich hatte gestern beim Kennenlernen von Winky zwei Tücher dabei, mit denen ich Klaus (ja, der Name ist eigentlich nicht von uns, aber wir haben ihn gelassen) und Mockie kurz zuvor abgerieben hatte. Fand Winky zwar interessant, aber sie hat nur ausgiebig geschnüffelt. Das Tuch, mit dem ich Winky abgerieben habe, bevor ich gegangen bin, hat Mockie und Klaus kein bisschen interessiert.

Kater wollen wir eigentlich nicht mehr. Das Ziel ist ja eigentlich, etwas mehr Gleichgewicht bei den Geschlechtern herzustellen. Ich weiß, das ist ein "Menschengedanke", aber auch wenn alle kastriert sind gefällt es mir nicht, dass es bei uns so "männlich" ist.
Und das mit dem weiteren Doppelgespann war ja eigentlich die Planung. Nur ging das ja nicht, weil die weitere Katze sich nicht mit Katern verträgt. Ich hatte zwar in meiner "Vorstellungsmail" geschrieben, dass ich schon zwei ältere Kater habe, aber das scheint unter gegangen zu sein. Nach dem Kennenlernen finde aber Winky so toll, dass ich sie schon gerne nehmen würde.

Platz im Haus haben wir genug, zur Not müssten wir wirklich zwei "Eingewöhnungszimmer" bereit stellen. Das Ganze ist dann eher eine Frage der "menschlichen Kapazitäten"...

Ich habe heute mit der Dame gesprochen, die die scheue Katze (Iskra) auf ihrer Pflegestation hat. Sie meinte, dass es das beste wäre, die beiden neuen Katzen am gleichen Tag zu holen und dann zusammen zu lassen. Mit dem gemeinsamen Einzug würde verhindert, dass eine schon mal "territoriale Ansprüche" hat. Und meine beiden Oldies hätten nur einmal den Schock, dass da Neue sind.
Wobei es ja so ist, dass diese beiden alten Kater zu 3-4 "bestehenden" Katzen dazu gekommen sind, als sie entschieden haben, bei uns einziehen zu wollen. Und bis März war ja noch Arnie da, der eigentlich Mockies Bezugskater war und um den er schon getrauert hat. Klaus ist jetzt nicht unbedingt sein Buddy. Insofern sind sie es gewohnt, dass da noch andere sind.
Nach Angabe der Betreuerin von Iskra war diese in Moskau nicht so scheu und sie ist nach dieser langen und anstrengenden Fahrt von Moskau hierher erst eine Woche da. Und beide Katzen sind ihren Artgenossen gegenüber sehr sozial eingestellt.

Das heißt jetzt also: Wir probieren es mal und hoffen, dass es gut geht. Wir holen Winky und Iskra an einem Tag und schauen, ob sie sich vertragen. Wenn nicht kommt der anstrengende Teil, dass wir zwei separierte Katzen haben, einer davon das Vertrauen zu den Menschen geben müssen und unsere beiden Kater überzeugen müssen, dass sie unsere Lieblinge bleiben. Klingt einfach :LOL:
 
GroCha

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Lasst die beiden Damen aber bitte nicht sofort zusammen.
Gebt beiden die Zeit erst mal anzukommen.
Die Sache mit dem „noch kein Territorium“ ist zwar korrekt, aber noch lange keine Garantie dafür, dass man zwei sich fremde Katzen einfach so zusammen lassen kann, nur weil beide neu im Revier sind.
Hier mal die Links zur Langsamen Zusammenführung und zum Umgang mit sehr scheuen Katzen.
 
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sMuaterl

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Vielen Dank für die Links - das ist wunderbar erklärt und bringt mich sehr weiter :)
Ja, das mit der sofortigen Zusammenführung kam mir auch etwas "brutal" vor. Aber nachdem sie ja Betreuerin einer Pflegestation ist, dachte ich, dass sie schon Erfahrung haben wird.
Ich glaube, ich bringe erst mal jede in "ihr" Zimmer und sobald Iskra etwas aufgetaut ist, versuche ich es mit dem Austausch der Gegenstände und dann bringe ich sie in einem dritten Zimmer zusammen. Dort haben sie erst Mal beide kein Territorium.
Und wenn diese Hürde dann genommen ist, kommt die Zusammenführung mit unseren Katern. Ich sehe schon, das wird ein sehr langer Prozess....
 
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Ich sehe schon, das wird ein sehr langer Prozess....
Nicht zwingend. Bei sehr sozialen Tieren kann das mitunter recht zügig gehen.
Aber das weiß man vorher halt nicht.

Es is nur so, dass es weit schwieriger ist, etwas, das durch zu schnelles Vorgehen schief gelaufen ist, zu kitten, als zu Beginn einfach lieber langsam vorzugehen.
Die Tür aufmachen und sie laufen lassen, kann man immer. Einen negativ behafteten Vorfall wieder auszubügeln, dauert.

Unsere letzt Zusammenführung ist z.B. nach drei Tagen durch gewesen und seit dem läuft unsere Kleine einfach ganz normal mit. Da hats nicht mal ne Gittertür gebraucht. Anschnuppern, mag Dich, fertig.
Die Vergesellschaftung davor ist praktisch noch immer nicht abgeschlossen, weil unser anderes Mädel einfach nicht so wirklich scharf auf kätzische Gesellschaft ist.

Es gibt Blitzzusammenführungen und welche die mit gutem Moderieren auf längere Zeit funktionieren. Und natürlich die, die scheitern.

Meiner Erfahrung nach sind die leichtesten Zusammenführungen die, bei denen die Katzen gut sozialisiert sind.
Die schnellste Zusammenführung, die ich bisher erlebt hab, hat nicht mal nen halben Tag gedauert: Katze mittags gebracht, abends lagen sie zusammen kuschelnd im Körbchen.
Aber wie bei uns Menschen ist es eben auch mal so, dass bestimmte Charaktere einfach nicht zusammen passen oder man ne Weile braucht, um miteinander warm zu werden. Da muss dann gar nicht irgendwer - Mensch oder Tier - was falsch gemacht haben. Man mag einfach nicht jeden. Muss man - und katz - ja auch nicht.
 
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Ich glaube, der Vergesellschaftung macht mir gar nicht so viel Sorgen, aber ich werde sie sicherlich langsam angehen.
Mehr Probleme macht mir die "Vertrauensbildung" von Iskra. Die Tierschutz-Betreuerin meinte halt, dass es gut ist, wenn eine scheue Katze mit einer menschenbezogenen zusammen kommt, weil sie so ihre Schau verliert. Das wäre jetzt der Grund gewesen, die beiden so bald wie möglich zusammen zu lassen.
Aber es stimmt, ein Fehler kann ewige Folgen haben: Zusätzlich zu Klaus und Mockie haben wir ja noch einen Streuner, der immer durch die Katzenklappe rein kommt und hier frisst und schläft. Der war schon so weit, dass ich ihn streicheln, auf den Schoß heben und am Bauch kraulen durfte.
Und dann kam er eines Tages humpelnd mit einer furchtbar dicken Tatze. Keine Ahnung, was er gemacht hat und was ihm passiert ist. Ich habe versucht, ihn mit einer Lebendfalle vom Tierheim zu fangen, damit ich ihn zum Tierarzt bringen kann - aber keine Chance. Seitdem darf ich nicht näher als einen Meter an ihn ran gehen. Man sieht ihm an, dass er gerne Kontakt aufbauen würde, aber er schafft es nicht, über seinen Schatten zu springen.
Was ich da alles schon versucht habe (auch weil ich ihn endlich kastrieren lassen will :cautious: )... . Und das ist ungefähr zwei Jahre her.

Insofern stimmt es schon - lieber alles langsam und vorsichtig machen. Mit Rückschlägen dauert es viel länger bzw. klappt gar nicht mehr.
 
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Die Tierschutz-Betreuerin meinte halt, dass es gut ist, wenn eine scheue Katze mit einer menschenbezogenen zusammen kommt, weil sie so ihre Schau verliert.
Das kann ich bestätigen.
Wir haben eine extrem scheue Katze vor 3,5 Jahren aufgenommen. Das ist die, die keinen Wert auf andere Katzen legt. Und trotzdem hat sie sich von unserem Oberschmusekater vieles abgeschaut, was den Umgang mit uns Menschen angeht.
Irmi ist eine Taskali-Katze. Taskali ist eine Forine, die fast ausschließlich verwilderte Katzen einfängt, anzähmt und dann vermittelt. Davon tummeln sich hier um Forum einige.
Das Pflegis by Taskali ist ihr Faden, falls Du bissle quer lesen magst. Und das 1. KC Taskaliländ ist ein Faden, wo wir Taskali-Katzen-Halter immer mal die Highlights posten. Es gibt hier wirklich sehr viele Scheuchen, die mit genug Geduld und Liebe zu richtigen Schmusebacken geworden sind.

Irmi hat sich die ersten 20 Monate gar nicht anfassen lassen. Heute is auch sie eine ganz fürchterliche Schmusekatze 🥰
 
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  • #10
Das Wichtigste ist glaube ich, den Tieren klar zu machen, dass man ihnen nichts Böses will und manchmal sogar Vorteile bringt ;-) Die eine unserer Katzen, die nicht vom Bauernhof nebenan gekommen ist, war am Anfang auch furchtbar scheu. Und es war so schön, als sie dann Vertrauen gewonnen hat und sich gefreut hat, wenn sie uns gesehen hat. Das war all die Stunden mit dem Spielzeug auf den Boden mit ihr wert.
Jetzt bin ich gespannt, wie lange es bei Iskra dauert. Natürlich ist die neuerliche Übersiedlung jetzt nicht gerade förderlich. Ich hoffe, dass man das alles wieder kitten kann.
Euere Beiträge haben mir sehr geholfen, auch wenn ich meine Pläne zig Mal umgeworfen habe:
Ich werde schauen, dass Iskra möglichst bald zu uns kommt und Winky eher etwas später. Die beiden kommen dann erst mal in separierte "Eingewöhnungszimmer". Sobald Iskra ein wenig aufgetaut ist und nicht mehr ganz so scheu, werde ich die beiden nochmal in ein "Gesellschaftszimmer", das für beide neu ist, umziehen. Parallel werde ich durch Austausch von Gegenständen und "Geruchsträger" versuchen, alle miteinander vertraut zu machen.
Und wenn sich die beiden Neuen (hoffentlich) einigermaßen verstehen, versuche ich meine beiden Oldies mit den Eindringlingen bekannt zu machen.
 
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  • #11
Das Wichtigste ist glaube ich, den Tieren klar zu machen, dass man ihnen nichts Böses will und manchmal sogar Vorteile bringt ;-)

Und das funktioniert ganz wunderbar über feste Rituale.
Am ehesten fassen Katzen vertrauen, wenn sie wissen, was passieren wird und wir für sie berechenbar sind.

Beispiel: Wenn ich Irmi frisches Futter gebracht habe - und das war und ist nie zu festen Zeiten, wir füttern ayce und füllen die Näpfe einfach immer auf, wenn sie leer sind - dann habe ich das einfach mit immer denselben Worten begleitet. Sprich, sie wusste nach ner Weile, dass wenn ich zu ihr komm und sage "Schau Mal, kleine Maus, frisches Futter", dass ich dann nur den Napf hinstelle und wieder gehe. Das hat dazu geführt, dass sie nach kurzer Zeit nicht mehr geflüchtet ist, wenn sie beispielsweise aufm Fensterbrett lag, weil sie wusste, dass ich bis zum Fensterbrett gar nicht gehen werde, sondern eben nur bis zu ihrem Futterplatz.
So konnte sie mich und meine Handlungen einschätzen und ich war weniger gruselig, weil sie nicht permanent auf Habacht sein musste.

Ähnliches Vorgehen bei Säuberung des Katzenklos. Da hat man noch den Vorteil, dass man auch wirklich Uhrzeiten einhalten kann, was zusätzlich Routine fürs Katzi rein bringt.
 
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  • #12
ich würde bei der PS aber nochmal genauer nachhören. inwieweit da vielleicht "zuviele" katzen sind. dann wäre ich nämlich mit der einschätzung, dass die anderen mädels kater nicht mögen, eher vorsichtig. anders gesagt, ich würde die einschätzung relativieren. bzw wenn da noch andere recht junge rabaukige kater sind, finden mädels das natürlich oft blöd.

EDITH sagt, ich bin etwas in zeitlichen ablauf zurück, sorry.
 
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  • #13
EDITH sagt, ich bin etwas in zeitlichen ablauf zurück, sorry.
Es is ja noch niemand eingezogen, von daher 😀

anders gesagt, ich würde die einschätzung relativieren. bzw wenn da noch andere recht junge rabaukige kater sind, finden mädels das natürlich oft blöd.
Das ist guter Hinweis.
Natürlich isses ein großer Unterschied, ob ich zwei super soziale, chillige, ruhige "wir kommen mit jedem klar" Oldie-Kater Zuhause hab oder ob auf der PS raufige, stänkernde, nicht tot zu kriegende "ich muss die Welt unterwerfen" Dauerquälgeist-Kater im besten Rüpelalter toben.
 
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sMuaterl

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  • #15
Eigentlich glaube ich der PS schon - aber natürlich kommt es immer auf deren Erfahrungen an. Die andere Katze, die bei Winky dabei war und die uns auch gefallen hätte, hatte halt schon Kitten. Nach Rücksprache mit ihrer Tochter meinte die Betreuerin, dass diese Katze nicht gut mit Katern auskommt, weil sie eben schon gedeckt wurde. Und dass sie eher mäkelig mit anderen Katzen wäre. Sie hat anscheinend einfach überlesen, dass wir ja noch zwei Kater haben. Ich habe da aber auch gesagt, dass unsere Kater nicht mehr die jüngsten sind und sehr sozial-verträglich.
Nachdem für diese Katze schon ewig ein Platz gesucht wird, glaube ich, dass sie sie uns überlassen hätte, wenn sie es hätten vertreten können. Ist natürlich schwierig für so eine Pflegestelle - sie wollen dem Tier nicht den zusätzlichen Stress zumuten, dass es wieder zurück gegeben wird.
Und wenn Winky nicht genau die Katze gewesen wäre, die wir uns vorgestellt haben, hätte ich es mir auch nochmal überlegt.
Ich war mir auch Zwischendrin nicht sicher, ob ich es bei Winky als zusätzliche Katze belassen soll. Aber nachdem Winky noch so eine verspielte Katze ist, habe ich mich dann doch für eine zusätzliche Gleichaltrige entschieden. So fit sind meine Oldies dann auch nicht mehr ;-)
Zum Wochenende kommen die beiden. Das wird dann eine anstrengende Zeit - glücklicherweise bin ich im Homeoffice und mein Mann ist auch da. Ich habe jetzt nochmal ganz viel gelesen und mich informiert - ich hoffe das klappt alles und keiner wird unglücklich dabei
 
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  • #16
Bitte berichte weiter.
 
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  • #17
Auf alle Fälle. Momentan schwanke ich zwischen den Gefühl, dass ich alles falsch gemacht habe und vier Katzen unglücklich werden und Freude, über die beiden Neuzugänge. Ich berichte dann Freitag bzw. Samstag, wie die ersten Schritte waren...
 
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  • #18
Ich habe jetzt nicht alles gelesen, kann Dir aber ein wenig von uns erzählen: Ich hatte "ursprünglich" drei Katzen und habe dann zeitgleich vier weitere Katzen aus dem Tierschutz dazu geholt, drei Kitten und eine geschätzt zweijährige, sehr scheue Katze, Sophia. Ich hatte alle "Parteien" in drei verschiedenen Bereichen mit geschlossenen Türen dazwischen. Die scheue Sophia saß also zunächst alleine und da es mein Arbeitszimmer war, saß ich immer wieder bei ihr drinnen. In der ersten Zeit hat sie sich gar nicht gezeigt und nach und nach hat sie ein wenig Kontakt zu mir aufgebaut. Da die anderen noch separiert waren, konnten sie sie nicht "mitziehen", es hat sich aber trotzdem etwas bewegt. Da ich damals die schlauen Bücher noch nicht kannte, habe ich nach Gefühl gehandelt und meine Ur-Einwohner zunächst einzeln zu den Neuen gelassen bzw. hin und her gewechselt, auch zwischen den Kitten und Sophia. Das hat Geduld erfordert, aber letztendlich gut geklappt. Ich würde es also wagen, wenn Du genügend Bereiche hast und Geduld.
 
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  • #19
Ups, Du hast sie ja schon. Das wird! (y)
 
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  • #20
@NicoCurlySue : Ganz vielen Dank, das hat mir jetzt wieder etwas Mut gegeben. Nein, von den Neuen ist noch keines da. Das erste (Iskra - die Scheue) hole ich am Freitag. Davor habe ich am meisten Bammel und ich hoffe, ich schaffe es, ihr das Vertrauen in die Menschen wieder zu geben.
Erst mal werde ich sie wohl ein bisschen aufpäppeln. Die Betreuerin in der Pflegestation versucht nämlich die Katzen an die Menschen zu gewöhnen, indem sie ihnen Essen hinstellt, dieses aber weg nimmt, wenn sie den Raum verlässt. Die Lehre heißt wohl Mensch = Essen --> Mensch ist gut. Als ich sie jetzt gefragt habe, was Iskra so isst, hat sie gemeint, dass sie noch gar nicht so viel gegessen hat, weil sie sich nicht zum Napf traut, wenn die Betreuerin da ist. Und auch sonst wird sie wegen ihrer Schüchternheit wohl von den anderen weg gedrängt. Ich bin froh, dass sie jetzt zu uns kommt und da erst Mal ungestört fressen kann.
Am Samstag kommt dann Winky. Die hatte auf der Pflegestation keine Schau vor Menschen. Sobald sich Iskra ein wenig eingewöhnt hat, probiere ich mal, ob ich die beiden zusammen lassen kann. Und dann schaue ich, was meine beiden Oldies zu den Neuzugängen sagen. Aber ich glaube, ich stelle die Mädels meinen Katern erst Mal einzeln vor...
Das mit den Arbeitszimmer werde ich auch so machen. Allerdings kommt da erst mal Winky rein. Denn auch wenn die auf der PS keinerlei Scheu hatte ist die Situation jetzt ganz neu für sie und sie braucht bestimmt auch ein bisschen, um anzukommen

Und das funktioniert ganz wunderbar über feste Rituale.
Am ehesten fassen Katzen vertrauen, wenn sie wissen, was passieren wird und wir für sie berechenbar sind.

Beispiel: Wenn ich Irmi frisches Futter gebracht habe - und das war und ist nie zu festen Zeiten, wir füttern ayce und füllen die Näpfe einfach immer auf, wenn sie leer sind - dann habe ich das einfach mit immer denselben Worten begleitet. Sprich, sie wusste nach ner Weile, dass wenn ich zu ihr komm und sage "Schau Mal, kleine Maus, frisches Futter", dass ich dann nur den Napf hinstelle und wieder gehe. Das hat dazu geführt, dass sie nach kurzer Zeit nicht mehr geflüchtet ist, wenn sie beispielsweise aufm Fensterbrett lag, weil sie wusste, dass ich bis zum Fensterbrett gar nicht gehen werde, sondern eben nur bis zu ihrem Futterplatz.
So konnte sie mich und meine Handlungen einschätzen und ich war weniger gruselig, weil sie nicht permanent auf Habacht sein musste.

Ähnliches Vorgehen bei Säuberung des Katzenklos. Da hat man noch den Vorteil, dass man auch wirklich Uhrzeiten einhalten kann, was zusätzlich Routine fürs Katzi rein bringt.
Puh, das ist ist ein sehr guter Tipp. Ich dachte, bei den Ritualen geht es immer um feste Uhrzeiten. Das ist für mich nämlich ein kleines Problem, da ich als Langschläfer am Wochenende anders aufstehe, als unter der Woche. Wobei ich für die beiden Neuen die ersten Wochenenden auch früh aufstehen und sie füttern werde.
Aber das mit dem Ansagetext ist super. Ich meine, ja, ich habe auch schon gemerkt, dass Mockie, auch wenn er gerade noch wie eine Klette an mir gehangen ist, plötzlich unter dem Sofa verschwindet, wenn ich den Kühlschrank aufmache, seine Medizin raus nehme (er hat einen Herzklappenfehler und bekommt Prillium) und er das Knacken der Kindersicherung hört. Weil er es halt nicht so mag, die Medizin eingeflößt zu bekommen. Aber ich wäre nie auf die Idee gekommen, das in der beschriebenen Art anzuwenden.... Vielen Dank für den Tipp.
 
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