Zusammenführung will auch nach Wochen nicht gelingen

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in.memoriam.jeanot

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Hallo, liebe Foren-Profis, ich habe Schwierigkeiten mit der Zusammenführung meines Erstkaters (ca.5, Tier aus der Tierrettung, sehr auf mich bezogen) mit Zweitkatzen. Katzen sind in Wohnungshaltung, viel Platz, großer Balkon.
Der 1. Versuch schlug völlig fehl - die neue Zweitkatze war extrem dominant; meiner, der seinen Freund vor ca 9 Monaten verloren hat, versteckte
sich nur noch (die kleine, sehr intelligente Zweitkatze entwischte 2x aus dem gittergesicherten Raum); sie gerieten hart aneinander, Angstpinkeln bei meinem Kater. Besserte sich auch nach Wochen nicht, passte nicht, musste die Neue in die Pflegestelle zurückgeben.

Der neue Kater (1 Jahre alt) scheu, Vermeider, hat nun seinerseits große Angst vor dem Erstkater. Wenn der hinterm Gitter sitzt, versteckt sich der Neue
- also umgekehrtes Bild. Ans Gitter kommen, Fressen am Gitter, sich beschnuppern - nicht möglich. So geht es seit 2 1/2 (!) Wochen. Ich habe den Erstkater nach ca 2 Wochen - unter meiner strengen Aufsicht - ins Zimmer gelassen. Während sich der Neue mucksmäuschenstill versteckt, inspiziert der "Alte" angespannt, aber ruhig das Zimmer und zieht sich dann zurück. Das tut er, weil der Neue sich nicht aus seinem versteck bewegt. Ich habe bisher verhindert, dass er dem Neuen sehr nahe kommt. 2x gab es nämlich auch hier ein Gemenge, da sich der Alte - von mir unbemerkt - Zugang verschafft hat. Schlimmes Kampf-Geschrei selbst nach dieser Zeit ! Ich habe gelesen, dass man die Katzen " machen lassen soll", ohne einzugreifen, halte das aber nicht aus. Habe sie im Kampf getrennt. Ich glaube, dem jungen und recht zarten Zweitkater ist schon klar, dass er in der Rangordnung nicht über dem ( massiven) Älteren stehen wird; er ist sehr sanft, gut sozialisiert.
Er wirkt , als möchte er die große Nähe des Anderen nicht, brauchte bisher viel Zeit, bis er sich traute, die Wohnung zu erkunden . Ich halte den Erstkater dann entfernt, um den Jungen nicht zu stressen. Er soll ja auch "Fluchtwege " kennen lernen. . .

Wie lange kann es denn bei diesen Beiden wohl dauern, bis Ruhe einkehrt ??? Ich habe den Zweitkater für den Alten aufgenommen, da er nie ohne Gefährten war. Aber vielleicht war er nach dem Tod seines Freundes (mit dem er sich sehr gut verstand) zu lange allein (9 Monate) ? Nach einer
sehr passiven, depressiven (Trauer-) Phase hat er sich an das Einzelkater-Dasein wohl gewöhnt.

Wie soll ich weiter vorgehen ? Ich fühle mich ziemlich zermürbt und entmutigt.
 
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Schnitte76

Schnitte76

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Hallo!
Also erstmal schön, dass du dich um Gesellschaft für deinen Kater kümmerst 👍
Zweitens: schick ich dir eine große Portion Geduld und Nerven!

Unsere Zusammenführung vor 8 Wochen ging recht schnell, 5 Tage komplett geschlossene Tür, eine Woche Arbeit an der Gittertür, nach dem Öffnen und Zusammenlassen 1 Woche noch Gejage und Gefauche.
ABER: unsere zwei Damen waren auch erst 11 Monate und 7 Monate alt!
Also sind bei dir 2 1/2 Wochen noch nicht viel Zeit!

Wichtig ist bei dir bestimmt:
Schau, dass die Gittertür ausbruchsicher ist
Hat der Zweitkatze also ein Zimmer für sich?
Versuche, positive Situationen in der Nähe der Gittertür zu schaffen (reicht auch ein paar m entfernt zu Beginn).
Spiel da mit dem Erstkater, reiche Leckerlis usw.
Ich weiß, unsere Erstkatze war oft so von der anderen Seite der Gittertür abgelenkt, dass sie gar nicht spielen wollte, sie ist dann auch mal gegen das Gitter gesprungen.
Aber irgendwann ging es auch!
Gibt es ein absolutes Lieblings Essen deines Erstkaters? Dann füttere ihm das konsequent nur in der Nähe des Gitters.

Wir haben außerdem regelmäßig Düfte ausgetauscht. Also z. B. Liegedecken jeweils getauscht, oder auch eine Socke über die Hand Streifen, eine Katze streicheln, dann die Socke der anderen Katze geben. Ebenso mit der anderen Katze verfahren.
Dann hab ich auch die Bürste genommen, erst eine Katze damit gebürstet, später die andere, dann wieder die erste usw., um einen Gruppengeruch zu erzeugen.

Ich drück dir die Daumen, dass es wird!

Hast du Fotos von den beiden?
 
MaGi-LuLa

MaGi-LuLa

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Unsere Zusammenführung vor 8 Wochen ging recht schnell, 5 Tage komplett geschlossene Tür, eine Woche Arbeit an der Gittertür, nach dem Öffnen und Zusammenlassen 1 Woche noch Gejage und Gefauche.
Hab ich in deinem Faden mitverfolgt. Ging wirklich fix bei euch und freut mich riesig, wie gut die beiden sich jetzt verstehen :)

So geht es seit 2 1/2 (!) Wochen.
Das ist ja noch keine Zeit.
Ich bin nun seit 5 Wochen in einer Zusammenführung und @Motzfussel schon gefühlt ewig.

Mach die Tür erstmal komplett dicht. Wenn der neue Kater sich bei dir eingelebt hat und nicht mehr so unsicher ist, dann kannst du anfangen mit der Gittertür zu arbeiten. Und dann wirklich langsam. Die Katzen bestimmen das Tempo, nicht du! Es ist wahnsinnig wichtig, dass die beiden sich in der Zeit nicht ausversehen ohne Gitter begegnen.
Ansonsten stimm ich @Schnitte76 da zu: Schaff an der Gittertür positive Momente, dass muss auch anfangs nicht Nase an Nase sein, hauptsache man sieht sich und auch ganz wichtig Düfte untereinander austauschen. Aber lass bitte den neuen Kater erstmal vernünftig ankommen und Vertrauen aufbauen.
 
M

Motzfussel

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2,5 Wochen sind wirklich gar nichts. Ja, es gibt sie, die schnellen, wunderbar funktionierenden Zusammenführungen. Aber dass es lange oder länger dauert, ist absolut nicht ungewöhnlich. Und ihr seid von lange noch meilenweit entfernt. ;)
Du bist zu schnell. Im Moment entscheidest du: Kater soll mal ins andere Zimmer, Zweitkater. Mach das nicht, du hast gerade bzgl. der Frage, wer wann wo hinkann, nix zu melden ;)

Wie ist der Neuzugang denn dir gegenüber? Wie bewegt er sich in seinem Zimmer, wenn der Erstkater nicht zu sehen ist? Verhält er sich da auch unsicher, würde ich die Tür komplett schließen und ihn erstmal ankommen und in seinem Raum Sicherheit gewinnen lassen. Klappt das eh schon, kann man in meinen Augen auch das Gitter drin lassen. SOFERN keiner auf den anderen aggressiv reagiert bei Sichtkontakt (kreischend ins Gitter springen und dergleichen) Dann bist du gefragt und verteilst beim geringsten Sichtkontakt (auch auf 7 Meter ;) ) Leckerchen. Und von da arbeitet ihr euch vor.

Achso, und wie ist deine Gittertür konstruiert? Da scheint es ja ne Schwachstelle zu geben.


Achja... Wir sind seit 5,5 Monaten dabei. Entspann dich :ROFLMAO: 🥴
 
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Daannem

Daannem

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Bei uns hat es rund 2 1/2 Monate gedauert, bis wir die Gittertür geöffnet haben. Selbst dann war nicht alles tutti, das hat noch weitere 3-4 Monate gedauert, jetzt bin ich so langsam mal an dem Punkt, an dem ich sie als gutes Team bezeichnen würde.
Lasst euch Zeit!

Wie schon gesagt wurde, schau, dass die Gittertür dicht ist und versuche dann positive Erlebnisse mit beiden zu schaffen.

Viel Erfolg 🍀
 
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in.memoriam.jeanot

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Danke für eure Tipps und Infos. Hätte ich nie gedacht, dass es so lange dauern kann. Tröstet mich, das zu erfahren.
Und ja, die Gittertür ist nicht sicher (Marke Eigenbau) : Der moppelige Erstkater zwängt sich (fakirmässig...) durch
engen Spalt oder wirft sich gegen das Gitter Habt ihr Tipps für fertige, ausbruchsichere Gittertüren ?

Meine Zuwendungen teile ich jeden Tag auf - mal beim einen Kater im Zimmer, mal beim anderen. Nervig nur, dass
der Erstkater, wenn ich beim Neuen bin, laut und anhaltend miaut, so lange ich im Zimmer des Zweitkaters bin.
Meine Nächte teile ich auf : Schläft der Neue bei mir im Schlafzimmer (er soll ja auch mal kuscheln können), herrscht
zunächst Ruhe. Mitten in der Nacht fängt der Erstkater aber wieder an, Radau zu machen... Ich wechsle dann zu ihm rüber und Ruhe kehrt ein. (Erinnert mich an Nächte mit Baby...)

Muss ich das laute Miauen aushalten ? Ich bewundere im übrigen eure Geduld !
 
S

Selin

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Selbst dann war nicht alles tutti, das hat noch weitere 3-4 Monate gedauert, jetzt bin ich so langsam mal an dem Punkt, an dem ich sie als gutes Team bezeichnen würde.
Handelt es sich dabei um Freigänger? Ich frage deshalb, weil ich eine Streunerin gezähmt und vermittelt habe und beim neuen Besitzer sitzt nun schon 5 Wochen in zwei kleinen Zimmern, weil die Stammkatze sie an der Gittertür anfaucht. Ich habe bereits ein schlechtes Gewissen, dass ich sie ihrer Freiheit beraubt habe.
 

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