Zusammenführung Freigänger. Probleme mit den scheuen Mädels

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Jonika

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Hallo liebe Foris,

ich brauch mal euren Rat. Sorry, wird wohl etwas länger:oops:

Also. Wir leben recht ländlich auf einem Hof mit jetzt 10 Katzen. Hier geht es jetzt um den letzten Neuzugang: Bobby, 3 Jahre alt.
Damit ihr eine Vorstellung von unserer Katzengruppe habt, hier mal eine Kurzvorstellung:

Tommy und Jerry, beides Mädchen (die Namen haben sie von unseren ehemaligen Nachbarn bekommen, die die 2 als Kitten auf der Müllkippe gefunden haben), beide 15 Jahre alt, beide sehr sozial und unkompliziert. Die 2 haben keine Probleme mit Bobby. Wenn er zu aufdringlich ist, wird er angefaucht und geht.

Lilly, ca 10, auch unkompliziert und souverän. Lilly hat auch keine Probleme mit Bobby. Auch bei ihr akzeptiert er die Grenzen, die sie setzt.

Bonny, Kater, 5 oder 6, wird von Bobby absolut respektiert. Bonny muß gar nix machen, weil Bobby bei ihm einfach gar nicht aufdringlich wird.

Marie, 4 Jahre alt, zugelaufen, eine ganz winzige Katze, hat auch keine probleme mit Bobby, ist aber im Sommer sowieso dauernd unterwegs.

Nun kommen die Probleme:oops:

Paulinchen und Charlotte, 2 Jahre alt, als Kitten im Maisfeld gefunden, offensichtlich ausgesetzt:(. Charlotte ist recht selbstsicher. Vor ein paar Tagen dachte, ich, nun spielt sie bald mit Bobby. Heute Morgen hat er sie hier ziemlich übel durch die Gegend gejagt. Sie hat geschrien und er hat überhaupt nicht nachgelassen:(.
Pauli war seit 2 Tagen weg, ist grad vorhin wieder aufgetaucht. Pauli ist seit ihrem Unfall letztes Jahr, eher unsicher. Wenn Bobby auf sie zu kommt, rennt sie weg - und er dann hinterher, weil er spielen will...

Bruno und Sally sind jetzt 1 Jahr alt, kommen von der Straße und sind seit Januar bei uns. Bobby sollte der Spielkumpel für Bruno werden, weil Bruno, seit sein Bruder überfahren wurde, die Mädels überfordert hat.
Bruno faucht Bobby nur an:( und Sally hat Angst vor Bobby, läuft also auch eher weg.

Bobby ist seit genau einem Monat bei uns. Anfangs haben wir ihn separiert, die erste Woche komplett, dann durfte er erstmal die Wohnung erkunden, da das ohne Freigang etwas schwierig ist (wir haben 2 Klappen und im Moment ohnehin dauern alles offen), er auch dringend raus wollte, durfte er dann nach 3 Tagen auch raus. Das ging an sich auch gut, aber am zweiten Tag hatte Bruno Streit mit irgendwem. Ob das Bobby war, oder einer von den Streunern, die ich hier in der Scheune fütter, weiß ich nicht. Jedenfalls war Bruno angeschlagen und mußte zum TA und Bobby mußte nochmal drinnen bleiben. Nach ein paar Tagen, war Bobbys Bein (war dick) wieder okay und Bobby durfte wieder raus.

Nun war er also seit dem 12.7. nicht mehr eingesperrt. Zwischendurch sieht es immer mal ganz gut aus und dann kommt wieder sowas, wie heute, daß er irgendwen von den unsicheren Katzen ägert. Pauli war, wie gesagt 2 Tage weg, Sally hab ich auch seit Freitag nicht gesehen, da mach ich mir natürlich Sorgen, daß Bobby hier irgendwen ganz vertreibt.

Es ist nun nicht mal so, daß Bobby besonders aggressiv wäre. Er will offenbar nur spielen, hat dabei aber eine so rüpelige Art, daß die Anderen da nix mit zu tun haben wollen. Würden die ihm einfach mal klar sagen, was Sache ist, gäbe es gar kein Problem. Problematisch wird es immer erst dann, wenn jemand weg rennt:(.

Was wir noch gemacht haben: in Bobby´s Zimmer steckt ein Feliway-Stecker. Bringt aber wohl grad im Moment nicht so viel, weil wir zu viel lüften. Bobby und die 4 unsicheren Katzen haben eine Weile Zylkene bekommen.

Meine Befürchtungen sind nun, daß sich das Verhalten auf beiden Seiten verfestigen kann, oder sich schon so verfestigt hat. Und daß Bobby irgendwen vertreibt.
Bobby´s Verhalten ist sicher nicht böse gemeint. Er will spielen und keiner spielt mit ihm, keiner versteht ihn. Auf mich wirkt er grad sehr frustriert


Die Möglichkeiten, die ich jetzt sehe:

- nochmal von vorne anfangen, also Bobby seperat, die Anderen vielleihct mal einzeln dazu. Die Nachteile liegen auf der Hand: Bobby kennt und liebt Freigang. Sicher möchte er nicht noch wochenlang extra wohnen. Er wäre dann ja auch überwiegend alleine:(. Wird er dann nicht noch frustriereter?

- natürlich kann ich ihn wieder zurück bringen. Das ist aber an sich keine Lösung. Bei den Vorbesitzern war er tagsüber eingesperrt, nachts hatte er Fraigang. Am Tage war er mit einem alten Kater zusammen in einem Raum in der Scheune. Grund dafür: katzenfressende Hunde und eine Allergie. Die Hunde waren wohl die eigentlichen Gründe für das Scheunendasein.
Bobby ist sehr verschmust und möchte Anschluß an seine Menschen...

- die dritte Möglichkeit, die mir einfällt: Ich vermittel ihn weiter. Das müßte ich natürlich mit den Vorbesitzern absprechen und es ist natürlich fraglich, ob, bzw wie schnell das klappt. Eigentlich müßte das einfach sein: Bobby ist ein hübscher, rotweißer Kater, der gern kuschelt und mit normal selbstbewußten Katzen super zurecht kommt. Mit Hunden geht es jetzt auch. Aber Katzenvermittlung ist ja nie einfach.

Ich tendiere im Moment zu Möglichkeit 1 und 3 zeitgleich.
Vielleicht sollte ich mal Ina anschreiben?
Aktuell hab ich Bobby nach dem Gejage heut Morgen wieder eingesperrt und werde nun erstmal warten, bis Sally auch wieder auftaucht

Was meint ihr? Vielleicht seh ich das auch alles zu dramatisch und sollte sie lieber alle machen lassen. Aber ich will ja nicht, daß hier irgendwer vertrieben wird...:reallysad:

Ich hoffe auf ein paar Denkanstöße! Danke, daß ihr euch das alles durch gelesen habt!
Wenn noch Fragen sind, immer her damit!
LG
 
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mrs.filch

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Schwierige Sache, und leider häufig die Situation, wenn die Gruppe zu groß wird...

dann ist es kaum noch möglich, ein Tier zu finden, das zu allen passt :(
und auch, wenn zuvor die Gruppe gleich groß war, ist der Neuling dann u.U. der Fremdkörper, der alles aus dem Gleichgewicht reißt...

ja, schreib mal Ina an - ansonsten würde ich es einfach weiter versuchen, würde die unsicheren Katzen hervorheben und stärken und auch mal den Neuling deutlich zurechtweisen.

und zudem mit Bobby spielen, was das Zeug hält - natürlich auch mit allen Anderen, die mitmachen wollen, aber vor allem ihn auspowern, so gut es geht.
 
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Starfairy

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Ich denke nicht, das es an der Größe der Gruppe liegt. Auch als meine Gruppe noch kleiner war, hatte ich immer wieder mal dieses Problem mit dem einen oder anderen Kater.

Bei erwachsenen Katern, die ich in die Gruppe nehme, bin ich echt sehr vorsichtig. Klar, die Mädels müßten sich nur mal wehren. Nur, das können schüchterne Katzen eben einfach nicht.
Und einen neuen Kater in die große Gruppe muß man so aussuchen, das er zu den schwächeren Mitgliedern der Gruppe paßt.

Das große Problem ist - dieses jagen macht den Katern offensichtlich ziemlichen Spaß. Und deshalb wird das gerne zu einem Ritual, das bei jeder sich bietenden Gelegenheit wiederholt wird.

Ich habe ich noch nie geschafft, einen Kater, der dieses Verhalten gezeigt hat, dauerhaft davon abzubringen.
Ein Kater, der hier einzieht und damit anfängt, geht bei mir mittlerweile sofort zurück. Ohne weiteren Versuch.

Es geht nicht um spielerisches Fangen/Jagen. Aber ein Kater, der von einer schreienden Katze nicht abläßt, dem fehlt irgendwo ein wichtiger Teil der Sozialisierung.
Der kann in einer anderen Konstellation wohl durchaus gut mit anderen Katzen auskommen.
Aber so ein Kater paßt nicht zu deinen Mädels.
Vor allem, das er dieses Verhalten so schnell nach seinem Einzug zeigt, ist eigentlich durchaus ein Zeichen dafür, das er das nicht zum ersten Mal macht und durchaus ganz schnell unterscheiden kann, bei wem das geht und wo nicht.
Ich befürchte, der will gar nicht mit einem anderen Kater spielen. Der ist längst dahinter gekommen, das jagen mehr Spaß macht. Und man selber nichts dabei einstecken muß.
In eine große Gruppe passen leider als Neuzugänge wirklich nur sehr, sehr soziale Tiere. Oder eben Jungtiere, die genau das dann in der großen Gruppe lernen.

Falls du einen Weg findest, sag mir Bescheid. Aber ich glaube da echt nicht daran.
 
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Jonika

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Hallo und danke für die hilfreichen Antworten:)!

Sally ist zum Glück gestern wieder gekommen, tat sich aber recht schwer, rein zu kommen:(. Irgendwann ging es dann. Als sie Bobby hinter der Gittertür gesehen hat, hat sie gefaucht und ist schnell weg gegangen. Sah mir schon sehr danach aus, daß sie mit ihm ein größeres Problem hat.
Das ist schon alles ganz schön doof, grad auch, weil es zwischendurch so aussah, als würde es besser werden.

Nun bin ich für eue Einschätzung sehr dankbar, weil mein Mann sehr dagegen ist, Bobby wieder weg zu geben. Er meint, die Katzen müssen das eben unter sich aus machen. Na ja, hat er ja wenigstens teilweise Recht, aber das darf nict so weit gehen, daß irgendwer verjagt wird.

Was ich jetzt versuche ist dies: ich hab vor 2 Jahren mal einen Tierkommunikationskurs gemacht. Für solche komplexen Probleme bin ich da definitiv nicht fit genug, aber ich hab nun meiner damaligen Lehrerin eine Mail geschrieben und hoffe, daß sie da irgendwie helfen kann. Mal sehen.
Bis ich eine Antwort habe, bleibt Bobby seperat. Das ist für ihn natürlich blöd, aber mir ist das einfach sicherer. Dann kann ich wenigstens aktuell davon ausgehen, daß niemand wegen ihm weg ist.
Das ist ja leider auch nicht so einfach zu beurteilen, im Moment sind sie sowieso alle viel unterwegs. Bei dem Wetter macht stromern ja offenbar ne Menge Spaß.
Der Vorbesitzerin werde ich heute auch noch mailen.

Ich werde berichten, wie es weiter geht und bin natürlich weiterhin dankbar für Antworten:)

LG
 

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