Zusammenarbeit mit Kommunen - wie ist das bei euch geregelt?

elenayasmin

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Da hier auch viele aus dem Tierschutz unterwegs sind, hoffe ich, ein paar Infos zu bekommen, wie das bei euch gehandhabt wird.

Ich bin inzwischen 2. Vorsitzende eines kleinen, lokalen Tierschutzvereins. Wir kümmern uns hauptsächlich (aber nicht ausschließlich) um Katzen, die uns aus den umliegenden Dörfern von Anwohnern gemeldet werden, weil sie krank aussehen, anscheinend kein Zuhause haben etc.

Die Samtgemeinde hat den Vertrag mit dem Tierheim des Landkreises gekündigt. Sie mussten jährlich einen Betrag zahlen, damit das Tierheim Fundtiere, herrenlose Tiere und Abgabetiere aus der Samtgemeinde aufnimmt. Sprich, die Leute aus der Samtgemeinde, die - aus welchen Gründen auch immer - ihr Tier abgeben müssen, können dies jetzt nicht im Tierheim des Landkreises machen, weil das Tierheim dafür von der Gemeinde kein Geld bekommt. Wir sind aber lediglich eine Auffangstation, kein Tierheim. Wir leisten Vermittlungshilfe, wo es geht.

Die Samtgemeinde deklariert jetzt jede Katze, die gemeldet wird als herrenlos und sieht sich damit nicht in der Verantwortung. Dass diese Tiere natürlich meist in katastrophalem gesundheitlichem Zustand sind, nicht kastriert etc muss ich wahrscheinlich nicht erwähnen. Sie gefährden damit andere Freigänger und müssen dringend tierärztlich versorgt werden.

Für Fundtiere übernehmen sie die Kastrationskosten in der Hoffnung, diese später an die Besitzer weiter berechnen zu können. Streuner aber sind für sie praktisch nicht existent und liegen nicht in ihrem Interesse. Ich könnte platzen, wenn ich das höre. Wie wird das bei euch geregelt? Bei jeder Katze diese Diskussion, was es nun ist, zermürbt uns...
 
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minna e

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bei mir ist es ja schon lange her, aber ich bin doch darüber gestolpert, dass die gemeinde vorher auch für abgabetiere was bezahlt haben soll.

kann ich mir tatsächlich kaum vorstellen, zumal man im TH bei Abgabe was zahlt, je nach impfstatus etc. klar, es wurden auch mal katzen genommen ohne gebühr, eben abhängig von der situation der leute.

gemeinden zahlen für fundtiere, und ja, es ist ne elendige diskussion gewesen. bei jeder katze. so nach dem motto: "kein halsband, gleich kein fundtier"

irgendwann hat mal jemand vom verein zu einem termin nen satz halbwüchsiger mitgenommen & die übergabe an die gemeinde in aussicht gestellt ^^ ok. das war frech, hat aber zu einer einigung geführt. nach auflistung der kosten über den zuständigen TA und zig vorheriger termine.

je nach gemeinde gab es unterschiedliche verträge, pauschale oder einzelabrechnung. fundtieranzeige pro katze mit angabe ort / finder / umstände. je nach vereinbarung unterschiedlichr abrechnungszeitraum.

richtig scheue oder extrem verlotterte werden auch hier nicht anerkannt.

oft kann man über landesverbände gelder erhalten für kastra -aktionen ; oder über den tierschutzbund. wenn man mitglied ist, denke ich.

ist alles mühsam & langwierig.
 
Mascha04

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Wo werden die Fundtiere denn jetzt untergebracht?
 
elenayasmin

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bei mir ist es ja schon lange her, aber ich bin doch darüber gestolpert, dass die gemeinde vorher auch für abgabetiere was bezahlt haben soll.

kann ich mir tatsächlich kaum vorstellen, zumal man im TH bei Abgabe was zahlt, je nach impfstatus etc. klar, es wurden auch mal katzen genommen ohne gebühr, eben abhängig von der situation der leute.

gemeinden zahlen für fundtiere, und ja, es ist ne elendige diskussion gewesen. bei jeder katze. so nach dem motto: "kein halsband, gleich kein fundtier"

irgendwann hat mal jemand vom verein zu einem termin nen satz halbwüchsiger mitgenommen & die übergabe an die gemeinde in aussicht gestellt ^^ ok. das war frech, hat aber zu einer einigung geführt. nach auflistung der kosten über den zuständigen TA und zig vorheriger termine.

je nach gemeinde gab es unterschiedliche verträge, pauschale oder einzelabrechnung. fundtieranzeige pro katze mit angabe ort / finder / umstände. je nach vereinbarung unterschiedlichr abrechnungszeitraum.

richtig scheue oder extrem verlotterte werden auch hier nicht anerkannt.

oft kann man über landesverbände gelder erhalten für kastra -aktionen ; oder über den tierschutzbund. wenn man mitglied ist, denke ich.

ist alles mühsam & langwierig.
Das war vielleicht von mir etwas knapp erklärt, natürlich zahlen die Halter, die ein Tier abgeben, eine Gebühr ans Tierheim. Aber das Tierheim nimmt sie gar nicht erst an, weil sie eben diesen "Grundbetrag" nicht von unserer Samtgemeinde bekommen und daher die komplette Samtgemeinde (die nicht gerade klein ist) von dem "Service" ausgenommen hat. Auch wenn jemand ein gefundenes verunfalltes Tier in die Klinik bringt und die Klinik will es dann nach Behandlung ans Tierheim weiter geben, weigert sich das Tierheim, wenn es hört, dass es aus unserer Samtgemeinde kommt. Wir sind da also praktisch auf uns allein gestellt.

Inzwischen haben ja zum Glück kaum noch Katzen Halsbänder um (auch hier gibt es eine Kastrations- und Kennzeichnungspflicht, wird aber auch nicht konsequent durchgesetzt von der Samtgemeinde). Wir sind Mitglied im Deutschen Tierschutzbund, da muss ich mich nochmal genau informieren, wie das funktioniert mit den Fördergeldern. Aber diese ewigen Diskussionen sind echt mühsam...
 
Mascha04

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Das ist ja schon mal etwas. Müsst ihr dafür Pacht an die Gemeinde zahlen und wie sieht das mit Strom, Heizung, Wasser und Müllabfuhr aus? Wir haben hier auch so eine kleine Auffangstation und der Verein bekommt jährlich eine kleine Summe von der Stadt für Fundtiere.
 
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coinean

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Wo kommen denn die Fundhunde hin, wenn die Gemeinde den Vertrag mit dem Tierheim gekündigt hat?
 
elenayasmin

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Das ist ja schon mal etwas. Müsst ihr dafür Pacht an die Gemeinde zahlen und wie sieht das mit Strom, Heizung, Wasser und Müllabfuhr aus? Wir haben hier auch so eine kleine Auffangstation und der Verein bekommt jährlich eine kleine Summe von der Stadt für Fundtiere.

Nein, Pacht zahlen wir nicht. Bis zu einer gewissen Summe übernehmen sie auch Strom- und Wasserkosten, danach wird hälftig geteilt (Heizung läuft leider auch über Strom und ist daher sehr teuer). Müll zahlt die Stadt. Zusätzlich was für Fundtiere gibt es nicht, halt die Kastrationskosten oder Tierarztkosten bei verletzten Tieren. Aber halt auch diese Unterscheidung zwischen Fundtieren und freilebenden Katzen, die mir sauer aufstößt. Da sind wir immer auf Spenden angewiesen, ebenso für Futter.

Ich habe heute meinen Mann mal gebeten, mir die Katzenverordnung zu schicken aus der Stadt, wo er arbeitet (er arbeitet dort in der Verwaltung). Ein Unterschied wie Tag und Nacht! Dort ist klar geregelt, dass die Stadt auch für die freilebenden Katzen zuständig ist (Kastration, Tierarzt, chippen) im Rahmen der Gefahrenabwehr und damit die Population nicht explodiert. Sowas würde ich mir für hier auch wünschen.

Wo kommen denn die Fundhunde hin, wenn die Gemeinde den Vertrag mit dem Tierheim gekündigt hat?

Wir haben in der Auffangstation ein Gehege, wo wir übergangsweise Hunde unterbringen können, wenn sie von Polizei oder Feuerwehr aufgegriffen werden. Aber über längere Zeit sehen wir immer zu, dass wir sie in Pflegestellen unterbringen können. Wir wohnen hier sehr ländlich, daher kommt das nicht so oft vor und zum Glück sind es nicht viele Hunde. Würde das mehr werden, könnten wir das auf Dauer auch nicht leisten. Ich weiß nicht, wie die Samtgemeinde sich das vorstellt. Wenn jemand seinen Hund abgeben muss, leisten wir natürlich Vermittlungshilfe, teilen ihn in den sozialen Medien in allen möglichen Gruppen etc. Bisher hat das ganz gut geklappt. Der Hauptteil liegt bei Katzen, die wir im Haus gut unter bekommen. Fütterung etc. machen wir mit ca. 15 Ehrenamtlichen, die 3x täglich zum füttern, reinigen und bespaßen kommen. Wir haben trotzdem ein paar Pflegestellen für Katzen mit besonderem Pflegebedarf, Kitten ohne Mutter, scheue Katzen etc.
 

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