Zugelaufene Katze wurde mit FIV diagnostiziert - Abgabe als Wohnungskatze? Viele Fragen - Hilfe!

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Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
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kamikatzee

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Hallo liebe Forenmitglieder,

ich könnte jetzt eine lange Vorgeschichte schreiben, wie wir zu unserer süßen Charlie kamen, aber ich komme gleich zum Punkt: Wir haben seit 1 1/2 Jahren eine Streunerin (Besitzer bekannt - interessiert sich nicht für sie) auf der Terrasse in einem Katzenhäuschen, wollten sie jetzt zum Tierarzt bringen und dann ins Haus lassen, doch leider hat sie FIV. Unsere andere Katze ist FIV negativ (war sie zumindest, als sie vor 2 Jahren aus dem Tierheim kam) und ist eifersüchtig auf Charlie. Charlie selbst ist schüchtern, faucht und läuft weg, wenn Sora sie auf dem Kieker hat, aber wir können nicht ausschließen, dass sie sich mal gegen Sora mit den Zähnen wehren wird, deshalb kann sie leider nicht zu uns.

Wir haben so ziemlich das gesamte Internet durchgelesen und auch dieses Forum durchstöbert, was die Krankheit betrifft. Mittlerweile sind wir beruhigt, da Charlie wohl normal alt werden kann, aber wir fühlen uns vom Tierschutz und Tierarzt alleine gelassen. Ihr wisst ja sicherlich, dass Tierärzte bei FIVis zur Wohnungshaltung raten, während der Tierschutz uns gesagt hat, wir sollen mal weniger aufgeregt sein, Charlie solle als schüchterne, kastrierte Freigängerin normal draußen weiter leben, Sora könnte das FIV auch von den anderen Katzen draußen bekommen - wegen FIV würden sie keine Katze aufnehmen in ihrer Katzenhilfe, da die keine Hilfe bräuchte. Richtige Hilfe bekommen wir also von keiner Seite, deshalb suchen wir gerade privat händeringend nach einem Platz für sie.

Zur Zeit muss Charlie eine Zahnfleischentzündung auskurieren und musste etwas Fell rasiert bekommen, weshalb wir den Kompromiss gemacht haben, dass sie nachts drin ist (wir haben leider kein Zimmer, das geeignet ist und kein Durchgangszimmer für die Katzenklappe ist. Somit muss Sora nachts draußen bleiben und ich schlafe mit Charlie im Katzenzimmer, damit ich Sora höre und sie dann am Balkon reinlassen kann - das ist eine Tortur, aber Sora soll sich nicht zurückgesetzt fühlen). Tagsüber schläft sie weiterhin an ihrem Häuschen auf der Terrasse. Natürlich haben wir Schuldgefühle, eine "infektiöse" Katze weiter raus zu lassen, aber es geht momentan einfach nicht anders, da wir ja auch mal schlafen müssen - zum Glück haben wir zufällig den FIV Test gemacht, sonst wüssten wir gar nicht, dass sie was hat.

Jetzt komme ich aber zu meinen Fragen:
  1. Wo denkt ihr, gibt es die größte Chance, schnell Hilfe zu finden, wo Charlie hin kann? Der Zustand, wie er heute ist, mit dem rein- und rauslassen, ist für uns alle inklusive Katzen sehr stressig und kann nicht lange so weiter gehen. Sora ist eifersüchtig und wird dadurch aggressiver gegenüber Charlie. Wir sind nun permanent besorgt, dass die 2 sich streiten, waschen uns wie die Irren die Hände, wenn wir bei Charlie waren, müssen jeden Tag das Zimmer desinfizieren etc. Kennt ihr gute und vorallem zuverlässige FIV - Katzenhilfen oder Tierheime, an die man sich wenden könnte, wo man Hilfe bekommen kann (Wir wohnen im Kreis Neuwied)? Ich bin tagelang am heulen, weil ich Angst habe, dass mein Tierchen in schlechte Hände kommt, und eBay Kleinanzeigen etc. erscheint mir dafür zu unseriös.
  2. Wäre es möglich, aus ihr eine reine Wohnungskatze zu machen? Wie war das bei euch? Bei unserer Sora wäre es ausgeschlossen, weil die mit ihrer Energie die gesamte Bude auseinander nehmen würde und gerne draußen ist, aber Charlie schläft eigentlich von morgens bis abends auf der Terrasse, geht dann mal 1, 2 Stündchen eine Runde und sitzt sonst auf ihrem Häuschen und schaut sich um. Sie ist auch nervös, sobald sie draußen ist, was vll aber auch daher kommt, dass sie jetzt lange nur draußen war. Im Zimmer, wo sie nun nachts schläft, rollt sie sich genüsslich auf den Rücken und lässt sich stundenlang kraulen. Vielleicht würde eine große Wohnung reichen? Wie hat das bei euch geklappt, falls ihr umgestellt habt auf Wohnungshaltung? Wir hätten schon jmd gefunden, der in seiner 70qm Wohnung das Tier aufnehmen würde, jedoch sind wir extrem unsicher, ob das geht, weil diese Wohnung keinen Balkon hat - man müsste so eine Katzenloggia einbauen. Sonst sieht es sehr mau aus, aber wir brauchen wirklich kurzfristig die Alternative, da wie oben beschrieben keine Möglichkeit besteht, unsere 2 Katzen zu trennen.
Viele Grüße und sorry für den langen Text, wir sind wirklich verzweifelt.
 
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merteuille

merteuille

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Uiuiui ...

mal vorweg ...

FIV ist dem menschlichen HIV gleichzusetzen.
Also es gibt eine Ansteckung nur über Speichel zu Blut (sprich Bisse) oder durch den Geschlechtsakt.
Also Hände und Zimmer desinfizieren ist komplett unnötig!!!

Wichtig wäre es aber, dass Charlie kastriert ist.
Eine schüchterne, kastrierte FIV-Katze stellt auch im Freigang für andere wenig Gefahr dar.
Und solange sie eure Sora nicht heftig beißt, ist auch die nicht in Gefahr.

Eine spezielle FIV-Katzenhilfe gibt es meines Wissens nicht. Im Gegenteil sind Tierheime und Tierschutz-Orgas verzweifelt bemüht, ihre FIV-Katzen bei Adoptanten unterzubringen.

Charlie ist jetzt seit 1,5 Jahren bei euch auf der Terrasse.
Wenn da noch nix passiert ist, wird wohl auch weiter nix passieren.

Soweit ich das verstehe, ist die einzige Änderung nun, dass ihr jetzt wisst, dass sie FIV hat.
Hatte sie aber auch schon die 1,5 Jahre davor.

Also erstmal die Nerven bewahren!
 
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Max Hase

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Sehe ich auch so: Nerven bewahren und am Machbaren orientieren.

Optimal wäre, alle FIV-KAtzen in passende Hände mit beschütztem Freigang zu vermitteln.
Optimal wäre aber erst mal, alle Wildlinge zu kastrieren.

Optimal wäre gut, geht aber oft nicht.

Unsere Stallkatzen werden gefüttert, geimpft, kastriert. Nicht getestet. Denn was dann?
Einschläfern wegen FIV? Adoptanten suchen?
Eine Box umbauen, statt Pferd eine Katze reinstellen?
Wäre für meine Stallbesitzer nicht kostendeckend.

Ich habe "ausrangierte" Stallkatzen zuhause. Nicht getestet. Und getestete Tierheimkatzen.
Die Stallkatzen hätte ich so und so mitgenommen, ein Testergebnis hätte nichts geändert.

Ob eine FIV hat / hatte, weiß ich nicht. Gestorben sind sie im hohen Alter von 16 / 17 / 18 / 21 Jahren.
Oder an anderen Erkrankungen, die mit FIV nichts zu tun hatten.
 
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ferufe

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Hallo,

habe hier zwei FIVer und beide gehen raus, beide sind ruhige Tiere und beide sind so geicht, dass sie in unmittelbarer Nähe des Hauses sind bleiben.
Beide leben schon mehrere Jahre hier und von den anderen hat sich keins ansteckt bzw. wurde nicht angesteckt - obwohl alle mal käbbeln. Ich bin inzwischen der Meinung, die wenigsten Tiere mit FIV sterben auch daran, die Erkrankung wird in ihrer Problematik sehr überbewertet. Wichtig dabei natürlich: Kastration und immer ein Auge auf die Gesundheit der Tiere. Aber dies ist ja bei euch gegeben.
Ich hätte auch kein Problem wieder ein FIVinfiziertes Tier zu nehmen, aber ich bin voll.
VG
 
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merteuille

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Ich schließe mich Ferufe an. Ich hätte wenig Probleme, eine freundliche, soziale FIV-positive Katze aufzunehmen. Denn gebissen wird hier nicht.

Es geht (bei kastrierten Katzen) weniger darum, die gesunden Tiere zu schützen, sondern mehr darum, die FIV-positive Katze zu schützen. Denn ihr Immunsystem ist nun mal geschwächt.
Ein Umfeld mit möglichst wenigen (für Gesunde harmlosen) Krankheitserregern ist daher wichtig.

Ich würde an eurer Stelle eine echte Vergesellschaftung von Charlie und Sora probieren und hätte wenig Bedenken dabei!
 
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kamikatzee

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Wichtig wäre es aber, dass Charlie kastriert ist.
Eine schüchterne, kastrierte FIV-Katze stellt auch im Freigang für andere wenig Gefahr dar.
Und solange sie eure Sora nicht heftig beißt, ist auch die nicht in Gefahr.

Charlie ist jetzt seit 1,5 Jahren bei euch auf der Terrasse.
Wenn da noch nix passiert ist, wird wohl auch weiter nix passieren.

Soweit ich das verstehe, ist die einzige Änderung nun, dass ihr wisst, dass sie FIV hat.

Hallo merteuille, danke für deine schnelle Anwort und die Versicherung, dass das Virus sich nicht leicht übertragen lässt. Meine Mami und ich sind beide Menschen, die sich gern reinsteigern, aber wir haben jetzt einfach Angst, es noch schlimmer zu machen, falls es nicht schon zu spät ist. Starren immer nervös auf den Balkon, dass Sora bloß nicht kommt, wenn Charlie da ist etc.

Charlie ist sicher kastriert (war in den 1 1/2 Jahren nie rollig, hat nie Kätzchen gebracht, hat ein "Kastrationsbäuchlein"), wobei der Vorbesitzer es nicht mal nötig hielt, uns sowas mitzuteilen. Sie würde nie angreifen, aber sicherlich wird sie sich wehren, wenn Sora auf sie drauf springen sollte (oder ein Nachbarschaftskater). Und dann scheint ja die Übertragungswahrscheinlichkeit fast 100% zu sein laut Recherche.

Ich verstehe ja, dass das für die Tierheime eine sehr schwierige Sache ist, solche Tiere zu vermitteln. Morgen werde ich noch im Tierheim meiner Stadt (100km entfernt) anrufen, dort bin ich Mitglied, Streichler und da kommt auch Sora her. Ich hoffe so sehr, dass die uns ernst nehmen und mit viel viel Glück einen Platz für Charlie haben, oder zumindest sagen können, dass bald etwas frei wird - wobei ich jetzt schon den ganzen Tag am heulen bin, weil ich meine geliebte Charlie nicht abgeben möchte, da ich seit einem Jahr dafür kämpfe, dass sie zu uns ziehen kann.

Ob eine FIV hat / hatte, weiß ich nicht. Gestorben sind sie im hohen Alter von 16 / 17 / 18 / 21 Jahren.
Oder an anderen Erkrankungen, die mit FIV nichts zu tun hatten.

Hallo, Max Hase, danke auch für deinen Post. Du hast so recht. Wir haben auch nur pro forma diesen Test gemacht und sind dann aus allen Wolken gefallen. Dann im Internet abwechselnd Horrostories und hoffnungsvolle Geschichten lesen, bis man gar nicht mehr weiß, was man glauben soll. Vermutlich ist es ja wirklich so, dass in der Nachbarschaft das FIV schon lange umgeht, vielleicht hatte es unsere Minka ja auch? Getestet wurde sie nie, sie starb mit 16, nachdem sie nicht mehr auf Klo gehen konnte.

Trotzdem könnten wir uns nicht verzeihen, wenn Sora sich durch Charlie ansteckt, und Charlie hätte, wenn sie eine eigene Familie findet, eh besser dran. Wegen der Allergie meines Bruders könnte Charlie nicht ins ganze Haus, sondern nur in ein Zimmer, und sie hat wirklich eine Familie verdient, die sich 100% auf sie einlassen kann.

Beide leben schon mehrere Jahre hier und von den anderen hat sich keins ansteckt bzw. wurde nicht angesteckt - obwohl alle mal käbbeln. Ich bin inzwischen der Meinung, die wenigsten Tiere mit FIV sterben auch daran, die Erkrankung wird in ihrer Problematik sehr überbewertet.
Hallo ferufe und auch dir danke für deine Antwort. Was genau meinst du denn mit käbbeln? Also bei Sora und Charlie ist es dann wirklich schon so, dass die sich anschreien und Pfotenhiebe austauschen - freundlich ist das leider nicht. Wir haben halt Angst, dass was passiert, obwohl wir das mit dem FIV wußten, und könnten uns das nicht verzeihen. Es macht natürlich Mut, zu hören, dass du aus Erfahrung sagen kannst, dass die Erkrankung überbewertet ist.
Schade, dass du keinen Platz hast, aber das wäre ja auch ein großer Zufall, wenn gerade jetzt und hier jemand mitliest.
 
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kamikatzee

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Ich würde an eurer Stelle eine echte Vergesellschaftung von Charlie und Sora probieren und hätte wenig Bedenken dabei!

Ich bin schon seit einem Jahr dran, die 2 aneinander zu gewöhnen. Die Fronten sind momentan wirklich verhärtet, Sora braucht nur in die Nähe von Charlie zu kommen, dann kauert die sich ängstlich zusammen und brummt und knurrt. Sora findet das natürlich klasse und lässt dann die starke Katze raushängen. Realistisch gesehen müssten wir Charlie dann auch in Soras Kernrevier (im Haus) lassen, was der sicherlich gar nicht schmecken wird. Dabei sind dann Bisse wirklich nicht mehr auszuschließen. Auffällig ist, dass Sora auch normal an Charlie vorbeispaziert, aber sobald Charlie Aufmerksamkeit bekommt, wird sie neidisch und versucht sie zu vertreiben.

Wären die 2 sich nicht so spinnefeind, würde ich es eventuell in Erwägung ziehen, aber so geht es leider nicht.
 
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