"Zu wenig Zeit, um den Katzen gerecht zu werden" - wie erkenne ich das?

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Miss_Katie

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Ich habe vor einiger Zeit "Tiere suchen ein Zuhause" o.ä. gesehen. Dort wurde ein Katzenpärchen vorgestellt, das abgegeben worden war, weil die Besitzer zu wenig Zeit hatten, um den Katzen wirklich gerecht zu werden. Die Tierpflegerin, die die Katzen vorstellte, sagte, dass das bei diesen Besitzern wohl tatsächlich so gewesen sei, keine Ausrede.

Diese Aussage hat mir zu denken gegeben.

Ich arbeite ja auch viel, bin unter der Woche manchmal bis zu 13 Stunden am Tag (i.d.R- 10 Stunden, es kann aber leider auch mehr werden) außer Haus und muss oft auch am Wochenende arbeiten. In dieser Zeit sind die Katzen allein (wenn ich 24-Stunden-Dienste habe, kommt ein Katzensitter, der zumindest füttert und die Klos saubermacht).

Woran erkenne ich, dass ich zu wenig Zeit habe, um den Katzen gerecht zu werden, oder dass sie zu viel allein sind? Gibt es da eine Definition, Hinweise, dass die Katzen unglücklich sind?

Bitte nicht missverstehen, ich möchte die Katzen auf keinen Fall loswerden. Ich möchte, dass sie glücklich bei mir leben bis an ihr Lebensende.


Wieviel "allein" ist zu viel? Außerdem würde mich interessieren, wie andere Leute, die ebenfalls viel arbeiten, das Problem gelöst haben.
 
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Das kommt wahrscheinlich in erster Linie auf die Katzengruppe an, die man zu Hause hat.

Bei den "Enkelkatern" Schnucki und Wuschel ist es so, dass sie glücklich und zufrieden sind, wenn sie einander haben. Die Beiden sind die unproblematischsten Kater, die ich kenne. Allerdings leben sie auch in einer sehr großen, katzengerecht eingerichteten Wohnung. Die zwei freuen sich, wenn sie ein Leckerchen bekommen, gehen aber relativ schnell wieder ihren eigenen Geschäften nach.

Die "Ladenkater" Baloo und Bagheera hängen zwar auch sehr aneinander, aber die Beiden brauchen ihre Menschen genauso. Bei den "Ladenkatern" braucht es wirklich viel Mensch zum Glücklichsein. Die Zwei werden total ungehalten, wenn ihre Dosis nicht pünktlich von der Arbeit nach Hause kommen. Da sind sogar meine Schwiegertochter und ich kein Ersatz.
Wobei Baloo und Bagheera sogar Freigang haben.

Pauschal kann man sicher nicht sagen, wieviel Zeitaufwand seitens der Menschen genau den Katzen gerecht wird.
 
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Ich glaube das hängt auch stark davon ab, wie man die Zeit Zuhause nutzt. Wird intensiv mit den Tieren gespielt? Werden sie gefordert (z.B. Clickertraining), bleibt genug Zeit für Knuddeln und Streicheln? Dürfen die Katzen während der Anwesenheit des Menschen ständig in dessen Nähe sein oder werden sie z.B. nachts aus dem Schlafzimmer ausgesperrt?

Wie vertragen sich die Tiere untereinander, wie sehr beschäftigen sie sich mit sich selbst?

Das sind für mich alles Punkte die es zu berücksichtigen gilt. Ich bin täglich ca. 9-10h arbeiten (5 Tage die Woche, 7 Wochen Urlaub pro Jahr), bin dafür aber abends fast immer daheim, gehe nur selten weg und beschäftige mich dafür viel mit den Katzen. Wenn ich mal einen Tag z.B. Kopfschmerzen habe und nicht wirklich zum Spielen komme, dann habe ich sofort ein schlechtes Gewissen.

Ich denke, wer seine Katzen kennt der merkt, wenn sie unglücklich sind. Und dann muss sich was ändern.
 
Miss_Katie

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Ich denke, speziell für Indigo wäre es besser, wenn ich mehr Zeit für sie hätte. Sie wirkt im Moment oft etwas angespannt (z.B. fängt sie beim Schmusen nach wenigen Sekunden an, mit dem Schwanz zu schlagen), ist für wenig zu begeistern und schläft viel.

Das wird tierärztlich abgeklärt, auch mit Blutentnahme, wenn ich den nächsten Termin mit Snow habe, d.h. in 2-3 Wochen.

Die Katzen mögen sich, spielen auch zusammen (Rennspiele, Raufen), aber ihr Spielverhalten geht manchmal etwas aneinander vorbei. Snow ist sehr intelligent, mit ihr übe ich z.B. Kunststücke, Indigo dagegen kann sich nicht lange auf die gleiche Sache konzentrieren, bringt aber Höchstleistungen bei Herauforderungen wie dem Fliegenfangen und rauft gerne, was Snow manchmal etwas zu viel wird.

Ich bin gerade dabei, herauszufinden, was Indigo besonders viel Spaß macht und womit ich speziell sie fördern und herausfordern kann (nicht leistungsmäßig, aber so, dass sie ausgelastet wird und sich nicht langweilt).

Ich spiele morgens, bevor ich zur Arbeit gehe, intensiv mit den Katzen, mal 20, mal auch nur 15 Minuten. Abends nochmal 20 Minuten. Ich möchte aber versuchen, noch eine dritte Spieleinheit direkt nach dem Nachhausekommen einzuplanen.

Zudem versuche ich gerade, in meinen Alltag "quality time" mit den Katzen einzubauen. Mich auf eine Schmuseeinheit einlassen und für ein paar Minuten alles vergessen, was ich sonst noch machen wollte. Indigo zwischendurch mal kurz kraulen (das könnte ich, wenn es nach ihr geht, den ganzen Tag machen). Selber runterkommen und versuchen, nicht gestresst zu sein.

Ich denke, dass es ich es zumindest die nächsten Monate schaffen kann, nicht übermäßig viele Überstunden anzuhäufen (und früher zu Hause zu sein), wenn ich bewusst drauf achte, schnell und effizient zu arbeiten, und mir bewusst mache, dass nicht nur meine Patienten, sondern auch meine Katzen mich brauchen und dass die Patienten von einer zufriedenen, ausgeruhten Ärztin mehr profitieren als von einer, die einerseits bereit ist, das gleiche Thema mehrfach zu diskutieren, andererseits aber überlastet und genervt ist.

Bei Indigo wird noch abgeklärt, ob ihr Schlafbedürfnis und ihre Anspannung eine körperliche Ursache haben. Ich denke aber, dass sie so oder so davon profitiert, wenn ich mehr auf sie eingehe. Sie ist halt ein Birmchen und damit eine "Menschenkatze", die liebevolle Zuwendung durch Menschen einfach braucht.

Edit: die Katzen dürfen jederzeit überall hin, und ich freue mich, wenn sie bei mir im Bett schlafen. Allerdings dürfen sie im Moment nachts auf den Balkon (da dürfen sie nur hin, wenn ich zu Hause bin) und sind nachts lieber dort.
 
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