Zahnfleischentzündung und Bindehautentzündung, Zusammenhang?

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
S

Sabrinili

Erfahrener Benutzer
Mitglied seit
4 Dezember 2016
Beiträge
219
  • #21
so es gibt einiges zu schreiben. Vielleicht liest es mittlerweile noch jemand weiteres und kann was sagen?!

Ich war an besagtem Tag in der 2. TK. Dorthin die Fahrt war eine reine Tortur und es war keine halbe Stunde. Der Kater hat regelrecht Panik beim Autofahren. :( Er jault und kratzt an der Transportbox und das Maunzen die ganze Autofahrt. Sobald man steht ist er still.

Dort hat sich dann der s.g. Augenspezialist der Kater angeguckt. Der Typ ist seltsam. Ich habe alles geschildert. Es wurde Temp. gemessen, abgehört und nun in beide Augen Fluoreszenz. Nochmal zur Erinnerung, er kniff bis dahin nur das li Auge. Nun hat aber das re Auge eine HORNHAUTLÄSION. Ich habe mir die Medikamente rausgeschrieben aus dem Link von Fr. Freitag (
http://www.tieraugen.at/tieraerzte-herpes.htm) hab ihm gesagt, ob er mir die Medis verschreiben kann. Er meinte aber, es wäre noch nicht so, dass er das verschreiben möchte. Das Isopto-Max (Cortison) war falsch und auch der Trichter hat nur Stress verursacht. Er meinte, ich soll JEGLICHEN Stress vermeiden. Die Virustatika bekommt man in Dtl. nicht und auch in der Auslandsapotheke lt. ihm nicht (Fr. Freitag schrieb in einem Beitrag man könne die Stuttgarter Auslandsapotheke anschreiben, die können das bestellen, das war allerdings kein aktueller Beitrag.) Ich habe 1 Stunde mit dem TA "diskutiert" und er hat mir dann gesagt, nichts machen, nur L-Lysin Paste kann ich geben.
Zur Hornhautläsion meinte er es wäre nicht "Herpestypisch", er würde auf Chlamydien tippen. Abstrich ging ja nicht wg der Cortisontropfen.

Also sind wir wieder heim gefahren.

2 Tage später kniff auch die Kätzin ein Auge zu. Heute war ein Eiterstippchen am Auge :'(

Ich habe die ganze Woche probiert einen THP Termin zu bekommen, hab einige Telefonate geführt und viel geweint, weil ich nicht weiß, wie ich weiter verfahren soll, weil es so viele Probleme gibt. Ich möchte sie nochmal aufzählen:

- ich gehe selbst in eine Klinik (vielleicht 8 Wochen), in der Zeit werden die Katzen erst von der Nachbarin versorgt, danach von meiner Mutter (Umzug!)

- Keiner der beiden könnte den Katzen mehr als 3 x tägl etwas verabreichen

- Der Kater kann nicht noch paar Mal Autofahren, weil das die Entzündung pusht und falls er FORL hat (wurde jetzt schon 2 x erwähnt) würde das auch gefördert durch den MASSIVEN Stress

- Man kann nur zu ZWEIT den beiden eine SALBE ins Auge schmieren und das ist schon gar nicht gegeben

Jetzt habe ich ja die Telefonate geführt und eine Empfehlung von einer AugenTÄ bekommen, die EINE STUNDE entfernt ist. Ich habe dort heulend angerufen wegen eines Termins. Die hat mich netterweise dann persönlich zurückgerufen, weil ich nochmal gefragt habe, ob sie denkt, dass diese Panik den Zustand verschlechtern kann und ob das notwendig ist. Bzw wie sie das sieht. Sie meinte ich soll Feliway in die Transportbox sprühen. Dabei habe ich das bei ihrem Umzug schon und er hat trotzdem gejault. Ich werde Ihnen ab morgen bis Montag Bachblüten geben und das Feliway sprühen. Die Frage kam schon oft im Forum, aber vielleicht kennt jm die Situation mit dem Fahren und hat einen Erfahrungswert. Ich möchte mir morgen die Geschirre zum Autofahren ansehen.

Wie groß schätzt ihr das Risiko ein, dass diese Reise das ganze verschlechtert und noch was ausbricht?!
 
Lirumlarum

Lirumlarum

Forenprofi
Mitglied seit
22 Mai 2017
Beiträge
4.027
Ort
Alpenrand
  • #22
Zu der Augengeschichte kann ich nichts hilfreiches schreiben, da kenne ich mich zuwenig aus.

Bezüglich alleine Medi's in die Katze bekommen, hilft dir vielleicht die Handtuch-Methode:
https://www.tierklinik-hofheim.de/fileadmin/user_upload/Downloads_Tieraerzte/Merkblaetter_neu/TK_CatFriendly_Handtuchwickeltechnik_11pt.pdf

Meine Lisa war, was TA anbelangt auch immer sehr in Panik. Geholfen hat die Transportbox mit einem Handtuch/Decke abzudecken. Dazu bekam ich mal ein Schnurrkissen empfohlen, was nun nicht den riesen Durchbruch brachte, aber sie dennoch zuätzlich ein wenig beruhigt hat.
 
S

Sabrinili

Erfahrener Benutzer
Mitglied seit
4 Dezember 2016
Beiträge
219
  • #23
@lirumlarum: Danke für den Link. Das ist eine gute Beschreibung. Doch was, wenn die Katze davonläuft sobald man auf sie zugeht? Und wie sieht es aus mit ständig wecken? Ich habe schon an einen Käscher gedacht, den ich dan den betreuern gebe. Das ist halt sehr stressig :(

Achso und dann war noch der Tipp mit Zistrosentee.
Tja, die Kätzin schlotzt es mit Leberwurst oder Milkies, aber der Kater nicht. Der würde das mit dem Stäbchen auch nicht machen. Also aus einem See fischen. (Kannst du das nochmal erklären?) Anfangs schleckte er noch die Leberpaste, aber mittlerweile nimmt er sie nicht mit Tee.
 
Werbung:
Lirumlarum

Lirumlarum

Forenprofi
Mitglied seit
22 Mai 2017
Beiträge
4.027
Ort
Alpenrand
  • #24
Es gibt noch die Variante der Wickeltechnik, ÜBER die Katze ein Handtuch/Decke zu legen, dann schnell Handtuch und Katze am Krawattel packen und zügig einwickeln.

In diesem Link die Methode2:
https://de.wikihow.com/Eine-Katze-einwickeln

Die Handtuchmethode (natürlich für jetzt nicht mehr zu schaffen) kann man aber gut mit Katzen üben. Dann kannst du das für spätere Medizin-Aktions super einfach anweden.

Ich habe anfänglich ein Handtuch auf den Boden gelegt und die Katzen das erstmal so erkunden lassen.
Dann gab es Handtuch und wenn sie sich drauf gesetzt haben Lob und Leckerli.
Dann habe ich einfach mal eine Seite über eine Katez geschlagen und wieder Lob und Leckerli...und so weiter.
Ich habe das einfach immer wieder gemacht und so haben sie gelernt, sich zu Sushi-Rollen machen zu lassen, ohne Angst oder Stress.
Dieses eingewickelt sein, beruhigt zudem die Katzen sehr gut. Sie fühlen sich da warm, flauschig und sicher.
 
N

Nicht registriert

Gast
  • #25
Huhu!

Ohne Augenabstrich ist eine Behandlung recht schwer, befürchte ich. Eitrige Augen können einige Ursachen haben. Ab wann würde denn ein Abstrich wieder Sinn machen nachdem Cortison?

Meine beiden hatten auch eitrige Augen als Kitten. Wir haben damit ziemlich lang rum gemacht.

Beim ersten Besuch wurde das Auge mit diesem Flour untersucht und anschließend ein Abstrich von Auge und Rachen genommen. Dieser war dann auf Chlamydien positiv. Darauf hin bekamen wir eine Antibiotikumsalbe. Die Salbe sollten wir vier bis fünf mal am Tag auf beide Augen auftragen. Das schlug auch schnell an, allerdings flammte es bei Bailey immer wieder auf sobald wir die Salbe abgesetzt haben.
Nach einem Monat Salben und wieder kommen hatten wir einen Termin beim Augenspezialisten. Der gab uns dann dieselbe Salbe noch mal (für zwei Wochen), eine Immunkur über zwei Wochen und ein weiteres Antibiotikum für einen Monat mit. Danach war es zum Glück weg.

Luna hatte nun letzten Monat auch noch mal was mit dem Auge. Da gab es dann Tropfen mit AB. Das wirkte gleich gut.

Ich finde, Tropfen gehen besser als Salbe. Vielleicht gibt's dein Medikament auch als Tropfen?

Liebe Grüße
 
S

Sabrinili

Erfahrener Benutzer
Mitglied seit
4 Dezember 2016
Beiträge
219
  • #26
Es gibt noch die Variante der Wickeltechnik, ÜBER die Katze ein Handtuch/Decke zu legen, dann schnell Handtuch und Katze am Krawattel packen und zügig einwickeln.

In diesem Link die Methode2:
https://de.wikihow.com/Eine-Katze-einwickeln

Die Handtuchmethode (natürlich für jetzt nicht mehr zu schaffen) kann man aber gut mit Katzen üben. Dann kannst du das für spätere Medizin-Aktions super einfach anweden.

Ich habe anfänglich ein Handtuch auf den Boden gelegt und die Katzen das erstmal so erkunden lassen.
Dann gab es Handtuch und wenn sie sich drauf gesetzt haben Lob und Leckerli.
Dann habe ich einfach mal eine Seite über eine Katez geschlagen und wieder Lob und Leckerli...und so weiter.
Ich habe das einfach immer wieder gemacht und so haben sie gelernt, sich zu Sushi-Rollen machen zu lassen, ohne Angst oder Stress.
Dieses eingewickelt sein, beruhigt zudem die Katzen sehr gut. Sie fühlen sich da warm, flauschig und sicher.
Das stimmt. Das kann man üben. Aber ich meine jetzt. Weil sie können das ja noch nicht. Und wenn ich sie jetzt einfangen muss? :stumm: Doch dann iwann der Käscher?
 
S

Sabrinili

Erfahrener Benutzer
Mitglied seit
4 Dezember 2016
Beiträge
219
  • #27
Huhu!

Ohne Augenabstrich ist eine Behandlung recht schwer, befürchte ich. Eitrige Augen können einige Ursachen haben. Ab wann würde denn ein Abstrich wieder Sinn machen nachdem Cortison?

Meine beiden hatten auch eitrige Augen als Kitten. Wir haben damit ziemlich lang rum gemacht.

Beim ersten Besuch wurde das Auge mit diesem Flour untersucht und anschließend ein Abstrich von Auge und Rachen genommen. Dieser war dann auf Chlamydien positiv. Darauf hin bekamen wir eine Antibiotikumsalbe. Die Salbe sollten wir vier bis fünf mal am Tag auf beide Augen auftragen. Das schlug auch schnell an, allerdings flammte es bei Bailey immer wieder auf sobald wir die Salbe abgesetzt haben.
Nach einem Monat Salben und wieder kommen hatten wir einen Termin beim Augenspezialisten. Der gab uns dann dieselbe Salbe noch mal (für zwei Wochen), eine Immunkur über zwei Wochen und ein weiteres Antibiotikum für einen Monat mit. Danach war es zum Glück weg.

Luna hatte nun letzten Monat auch noch mal was mit dem Auge. Da gab es dann Tropfen mit AB. Das wirkte gleich gut.

Ich finde, Tropfen gehen besser als Salbe. Vielleicht gibt's dein Medikament auch als Tropfen?

Liebe Grüße
So oft Salben geht nicht hier, wenn ich in der Klinik bin! :'(

Das mit der Salbe ging aber nur zu zweit?
Sind sie nicht immer abgehauen?
Wie hast du sie eingefangen zum Salben?
Waren es bei beiden Chlamydien?
Wie wurde ein herpesvirus ausgeschlossen (gibt beim Abstrich auch flasch negativ)?
 
N

Nicht registriert

Gast
  • #28
So oft Salben geht nicht hier, wenn ich in der Klinik bin! :'(

Das mit der Salbe ging aber nur zu zweit?
Sind sie nicht immer abgehauen?
Wie hast du sie eingefangen zum Salben?
Waren es bei beiden Chlamydien?
Wie wurde ein herpesvirus ausgeschlossen (gibt beim Abstrich auch flasch negativ)?
Die Salbe haben wir immer zu zweit gemacht. Deswegen hab ich ja das mit den Tropfen gesagt. Die haben wir auch schnell alleine ins Auge getropft bekommen. Da haben wir uns auf den Boden gekniet, die Beine hinten zugemacht und die Katze zwischen die Beine, vorne versucht festzuhalten, das Auge zu öffnen und mit der anderen Hand getropft.
Und direkt danach halt gleich ein Leckerli zu Belohnung, damit sie nicht ganz so sauer ist

Unsere lassen sich problemlos hochheben und da konnten wir sie immer gut bekommen..

Ja, bei beiden wurde es durch den Abstrich festgestellt. Herpes wurde aufgrund des Abstrichs und durch das Krankheitsbild ausgeschlossen. Die Symptomatik sprach damals dagegen (Gott sei Dank). Also war Herpes dadurch kein Thema
 
nicker

nicker

Forenprofi
Mitglied seit
28 Dezember 2013
Beiträge
15.184
Ort
Klein-Sibirien
  • #29
Das Wichtigste ist jetzt erstmal ein vernünftiger Abstrich, sobald sich wieder Symptome zeigen. Denn ohne "Material" machen Abstriche keinen Sinn.

Das Herpesvirus geht bekanntermaßen eher aufs Auge als in den Rachenraum; im Rachen residiert eher das Calicivirus. Das Thema hatte ich mit meinem Sternchen Nine Katharine.

Mit Abstrichen aus Augen, Nase und Rachen kann man dann ein großes Schnupfenprofil machen und die Erreger genau bestimmen. Herpes versteckt sich allerdings auch beim Abstrich häufig so gut, dass der Test falsch negativ ist (= der Test zeigt an: "kein Herpes", aber es ist doch eine Herpesinfektion vorhanden). :grummel:

Bei meinem Kater Moody (der mit dem Matschauge) waren es insgesamt etwa vier Tests mit falsch negativ, bevor sich das Virus dann zu erkennen gab. :stumm:

Dass bei deinem Kater sich eine potentielle Infektion auch am zuvor nicht betroffenen Auge zeigte, kann daran liegen, dass du - wie du oben schreibst - die vorhandenen Augentropfen (?) auch für das zweite Auge verwendet hattest. Tropfen sind zwar keine Salbe, aber auf diesem Wege besteht, soweit ich weiß, ebenfalls die Gefahr, dass man Keime von dem kranken auf das gesunde Auge überträgt. Daher soll man eine angebrochene Flasche etc. nie für das zweite Auge verwenden, sondern für jedes Auge eine eigene Flasche.

Eine Verletzung der Hornhaut (Läsion) muss nicht zwingend auf Viren beruhen; es gibt auch mechanische Reize, die die Hornhaut verletzen können. Beispielsweise bei einem Rolllid, d. h. wenn die Wimpern mechanisch auf der Hornhaut reiben und diese reizen. Ein Rolllid (Entropium) kann man operieren; es gibt auch andere operable Reizungen.

Eine fiese Nebenwirkung der viralen Augeninfektion kann der Blepharospasmus sein; das ist ein unwillkürliches krampfhaftes Zukneifen des betroffenen Auges. Auch hier liegen oft gleichzeitig Läsionen oder Ulzerationen der Hornhaut vor.

Aus dem Kopf kann ich dir nicht mehr sagen, welche Augentropfen Moody genau bekam; das müsste ich nachsehen. Auf jeden Fall waren es reichlich, ich habe drei oder vier verschiedene Mittel in Erinnerung, und alle mussten mehrmals am Tag gesalbt oder getropft werden.
Moody, der an sich ein absoluter Traumkater ist und keine Kralle hebt, war bei der Augenbehandlung ausgesprochen unwillig. Ich hatte auch keine Ahnung, wie ich die Tropfen und Salben in den Kater kriegen sollte, aber glücklicherweise sagten sie mir in der TK, dass ich ruhig vorbeikommen sollte, wenn ich es nicht allein schaffe.
So zog ich dann über einen längeren Zeitraum regelmäßig mehrmals am Tag mit dem Kennel in die TK um, mit einem lautstark singenden Siamkater im Gepäck, der aller Welt sein Leid klagte, und den die Schwestern bereits auf dem Parkplatz als ihren Augenpatienten erkannten. :D

Bis Moody kapiert hatte, dass das Tropfen iund Salben zuhause mit weniger Aufwand verbunden war als die Odyssee zum Tierarzt. *hust*

Ich setzte Moody meist auf die Natural Paradise Tonne, die wir im Wohnzimmer stehen hatten; die hatte eine gute Größe mit ihren ca. 1,10 m Höhe. Moody saß mit dem Rücken zu mir, ich beugte mich so über ihn, dass ich ihn mit meinem Bauch gewissermaßen platt drückte (also sein Hinterteil ;)), und oben nahm ich seinen Kiefer mit einer Hand und hatte in der anderen Hand die Tropfflasche, drückte den Kiefer hoch, dass die Augen waagerecht waren, und hielt iwie (das kriege ich im Moment nicht mehr richtig zusammen) die Augenlider auseinander, so dass da eine Lücke war, in die ich tropfen bzw. salben konnte. Dann Auge zudrücken, damit die Medis drin bleiben, und den Kater danach wieder auf die Erde setzen.

Wie gesagt, nach dem TK-Marathon war Moody ein sehr kooperativer Patient! Das ließ mit der Zeit aber auch wieder nach, und heute könnte ich ihn wahrscheinlich erstmal auch wieder nicht tropfen oder salben ohne Gegenwehr.

Moody hatte ein anderes Virostatikum als das von FrauFreitag empfohlene. Meines wurde von seiner Augenärztin verschrieben, einer spezialisierten und zertifizierten Ophthalmologin. Frau Eule ist die Lehrstuhlinhaberin für Augensachen an der Kleintierklinik der FU, und ich war mit Moody auch in der Sprechstunde Allgoewer, die ähnlich hoch qualifiziert ist.



Es wurde vieles schon gesagt, was die Behandlung deines Katers angeht:
Cortison war in seinem Fall absolut nicht angebracht, und es hätte das Ergebnis eines Augenabstrichs und Schnupfenprofils verfälscht. Cortison wirkt immunsuppressiv, und gerade die Viren freuen sich über ein runtergefahrenes Immunsystem, können sie sich dadurch doch noch besser vermehren als sonst schon.
Durch ein Virostatikum kann man die Viren natürlich nicht komplett beseitigen, aber (wie der Name schon sagt) im günstigsten Fall mengenmäßig stabil halten, bis das Immunsystem richtig auf Trab kommt und den Schub beendet. Das Virus zieht sich dann wieder zurück und verharrt sozusagen im Exil, bis ein geschwächtes Immunsystem einen neuen Schub ermöglicht.
Das Feline Herpesvirus zieht sich tief in den Körper zurück, so dass es wirklich nur im akuten Schub (wenn) nachweisbar ist. Insofern muss ärztlicherseits abgewogen werden, ob auch auf Verdacht virostatisch behandelt wird. Diese Entscheidung wird immer absolut einzelfallbezogen sein, und bei schweren Schnupfenschüben würde ich da auch versuchen, den Arzt zu überzeugen, bei einem negativen Herpestest ein Virostatikum zu geben.

Unterstützend kann meiner Kenntnis nach die orale Gabe von L-Lysin (unters Futter gemischt) wirken. Und natürlich die typischen Immunpusher.
Bei Nines Calicischüben haben uns regelmäßige - zuletzt tägliche - Zylexisinjektionen s. c. sehr geholfen, bis es dann leider nicht mehr ging. Aber insgesamt waren es über zwei Jahre, die ihr mit Zylexis noch geschenkt wurden. :)

Moodys Herpeskrams habe ich hier im Forum in einem eigenen Thread beschrieben seinerzeit, ich gehe mal auf die Suche, und verlinke ihn hier dann; da findet sich die genaue Medikation und auch, meine ich, eine Beschreibung, wie ich ihn gehalten habe, wenn ich ihm die Augentropfen eintrichterte.


edit:
Moodys Matschauge: Herpes, Rolllid und Hornhautläsionen

Die Vorgeschichte ist im ersten Beitrag verlinkt. ;)
 
Zuletzt bearbeitet:
S

Sabrinili

Erfahrener Benutzer
Mitglied seit
4 Dezember 2016
Beiträge
219
  • #30
Das Wichtigste ist jetzt erstmal ein vernünftiger Abstrich, sobald sich wieder Symptome zeigen. Denn ohne "Material" machen Abstriche keinen Sinn.

Das Herpesvirus geht bekanntermaßen eher aufs Auge als in den Rachenraum; im Rachen residiert eher das Calicivirus. Das Thema hatte ich mit meinem Sternchen Nine Katharine.

Mit Abstrichen aus Augen, Nase und Rachen kann man dann ein großes Schnupfenprofil machen und die Erreger genau bestimmen. Herpes versteckt sich allerdings auch beim Abstrich häufig so gut, dass der Test falsch negativ ist (= der Test zeigt an: "kein Herpes", aber es ist doch eine Herpesinfektion vorhanden). :grummel:
Seine Symptome sind das Zukneifen, die Rötung, Kopfschütteln und wenn er sich nach dem Fressen putzt das vermehrte Jucken an den Augen. Ausfluss hatte er BISHER nicht.
Da ich in die Klinik gehe und die Kätzin heute ein Eiterstippchen am Auge hatte habe ich wieder einige Telefonate geführt und mir wurde die oben erwähnte, 1 STUNDE entfernte, Ophtalmologin empfohlen, die sich dann beider annimmt. Ich habe für diese am Montag Vormittag einen Termin. Ich habe heute wie gesagt mit ihr gesprochen und ihr meine großen Bedenken zwecks des KRASSEN STRESS und der Panik geäußert. Sie sagte, aufgrund der Hornhautläsion, die der Kater hat und dem Eiter der Kätzin möchte sie sich beide anschauen am Montag. Auch die Kätzin kneift das Auge (wie der Kater) PRIMÄR nach dem Schlafen vermehrt zu.

Du meinst, wenn sie keinen Ausfluss haben, gibt es einen falsch negativen Abstrich? Aber die Bakterien sind doch auch in der "Augenflüssigkeit"?!

Dass bei deinem Kater sich eine potentielle Infektion auch am zuvor nicht betroffenen Auge zeigte, kann daran liegen, dass du - wie du oben schreibst - die vorhandenen Augentropfen (?) auch für das zweite Auge verwendet hattest. Tropfen sind zwar keine Salbe, aber auf diesem Wege besteht, soweit ich weiß, ebenfalls die Gefahr, dass man Keime von dem kranken auf das gesunde Auge überträgt. Daher soll man eine angebrochene Flasche etc. nie für das zweite Auge verwenden, sondern für jedes Auge eine eigene Flasche.
Die Augentropfen wurden am Samstag letzte Woche verabreicht und am Sonntag sah man die Hornhautläsion rechts (das Auge wurde am Sa nicht angeschaut, nur das linke). Aber ja, das ist mir bekannt mit der Verwendung.

Eine Verletzung der Hornhaut (Läsion) muss nicht zwingend auf Viren beruhen; es gibt auch mechanische Reize, die die Hornhaut verletzen können. Beispielsweise bei einem Rolllid, d. h. wenn die Wimpern mechanisch auf der Hornhaut reiben und diese reizen. Ein Rolllid (Entropium) kann man operieren; es gibt auch andere operable Reizungen.
Der s.g. Augenspezialist von der 2. TK meinte, die Hornhautläsion sieht nicht nach Herpes aus, sondern er tippt auf Chlamydien.

Eine fiese Nebenwirkung der viralen Augeninfektion kann der Blepharospasmus sein; das ist ein unwillkürliches krampfhaftes Zukneifen des betroffenen Auges. Auch hier liegen oft gleichzeitig Läsionen oder Ulzerationen der Hornhaut vor
Und diesen gibt es nur bei VIRALEN Infektionen?

Das Virus zieht sich dann wieder zurück und verharrt sozusagen im Exil, bis ein geschwächtes Immunsystem einen neuen Schub ermöglicht.
Und das kann durch den Stress durchs Autofahren der Fall sein :'( Deshalb habe ich ja so die riesigen Bedenken, was ich machen soll. Aber wenn verstärkte Symptome während meines Klinikaufenthaltes auftreten, kann ich nicht sofort und gleich zu dieser Ophtalmologin fahren.
 
nicker

nicker

Forenprofi
Mitglied seit
28 Dezember 2013
Beiträge
15.184
Ort
Klein-Sibirien
  • #31
Ohne eine gründliche Augenuntersuchung durch die Ophthalmologin wirst du letztlich nicht weiterkommen, Sabrinili. Daher würde ich an deiner Stelle den Termin am Montag auf jeden Fall wahrnehmen!
Hast du das mit dem Feliway im Kennel schon ausprobiert und hast du mit deinen Katzen Kenneltraining gemacht? Das hilft ungemein, dass sie den Kennel und auch den Transport im Auto nicht mehr als so bedrohlich wahrnehmen.
Deine eigene Nervosität führt ja auch dazu, dass die Miezen Angst auf der Fahrt haben. Vielleicht probierst du selbst auch mal Rescue Remedy; für dich die menschliche Variante, für die Miezen die für Tiere (alkoholfrei). ;)

So, wie die Lage im Moment aussieht, drehst du dich im Kreis. Den solltest du versuchen zu durchbrechen, und der Weg am Montag in die Augensprechstunde ist ein erster guter Schritt dafür. Ophthalmologen sind ja speziell und langjährig ausgebildete Ärzte, und im Fall einer Virenbeteiligung wirst du mit Tierheilpraktik nicht dauerhaft weiterkommen. (Ich persönlich habe so gar keinen Draht zu Heilpraktikern, muss ich sagen. Aber es gibt Leute, die daran glauben und denen es insofern auch hilft; oke.)

Bei Chlamydophila felis ist Doxycyclin das Mittel der Wahl; das muss als Tablette mehrere Wochen lang und mit großer Sorgfalt verabreicht werden (es geht sehr auf den Magen, und wenn die Katz vorher nicht genug gefressen hat, kann es schnell zum Speien kommen); auch bei Bordetellen und Mykoplasmen wendet man Doxy an.

Herpes soll - so das Lehrbuch von Hartmann/Hein, aus dem ich hier im Forum schon öfter zitiert hatte - vorrangig mit Valazyklovir, Idoxudirin, Trifluridin und Vidarabin behandelt werden. Es wird sicherlich inzwischen auch aktuellere Hinweise geben (der Hartmann/Hein ist von 2008, gehört aber nach wie vor zu den aktuelleren wissenschaftlichen Veröffentlichungen zum Thema Infektionskrankheiten der Katze); dazu habe ich allerdings keine aktuellen Quellen.

Auch Feliserin und Interferon werden als wirksam erachtet, soweit mir bekannt ist. Bei Moody gab es diesbezüglich meiner Erinnerung nach allerdings keine Unterschiede.

Übrigens war Moodys schwerer Schub 2015 wirklich der letzte, mit dem er echte Probleme hatte. Ansonsten hat er wegen des verstopften Tränenkanals weiterhin Krusten am linken Auge, die ich ihm regelmäßig wegmache, soweit er sie nicht selbst wegwaschen kann. Von richtigem Katzenschnupfen und Triefauge ist er aber seitdem wirklich verschont geblieben *aufholzklopf*! :)

Keiner Katze gefällt es, wenn sie ewig und drei Tage zum TA geschleppt wird! Aber es bringt wirklich keinen Vorteil sich durch Geschrei und Gerödel selbst verrückt machen zu lassen und dann als zitterndes Wrack mit einem zitternden Wrack im Kennel beim TA aufzuschlagen.

Deine beiden sind doch keine Ex-Scheuchen, oder? Ich denke, da ist die Blockade dann mehr in deinem Kopf als in dem der Katzen. Sie spiegeln unsere Ängste und Nervosität, das ist ganz normal.
Es ist auch nicht leicht, Ruhe zu bewahren, wenn man so einen gefühlten Berg vor sich hat; ich kenne das selbst, bei den Miezen, aber auch bei anderen Themen, wo ich am liebsten weglaufen würde. ;)
Nur.... die Vermeidungsstrategie ist in diesen Fällen einfach kontraproduktiv.

Man könnte die Dinge bis zu einem gewissen Grad auch laufen lassen; Katzen kommen (wie Moody auch) als Piraten wunderbar klar, sogar als Blindchen. Meine Nine erblindete im jungen Erwachsenenalter, ohne dass wir es bemerkten. Sie schaffte es sogar, die Ärzte zu täuschen, so sicher bewegte sie sich im Raum!
Aber letztlich hilft das auch niemandem und kann das Herpesvirus auch in ungünstigen Fällen auf andere Katzen übertragen werden. Schon deswegen ist es sinnvoll, einen Schnupfenschub auch wirklich durch den Abstrich untersuchen und die Erreger identifizieren und gezielt behandeln zu lassen.

Für Chlamydien gilt das selbstverständlich ebenfalls! ;)

Den Stress, den die Fahrt zum TA verursacht (in diesem Fall zum Augenarzt) sehe ich persönlich als zu vernachlässigen gegenüber der Chance, den Dingen durch den Arztbesuch nun wirklich auf den Grund gehen zu können und nicht mehr nur auf Verdacht herumzudoktern, sondern wirklich gezielt gegen die Erreger vorzugehen und Kater und Katze dann wirksam behandeln zu können.

Die Behandlung einer Katze mit Augentropfen ist für keinen von uns ein Strandspaziergang! Sonst wäre ich beispielsweise auch nicht mit Moody viermal am Tag zum TA gefahren, nur für die zwei Minuten, die die Schwestern brauchten, um ihm mit geübten Griffen die Medis zu verabreichen! Katzen haben Ausdauer, und bei mir half die penetrante Fahrerei für die Medis wirklich gut, dass Moody am Ende kapitulierte und mich machen ließ! Ansonsten wäre ich da als Alleindosine ebenfalls gescheitert. :rolleyes:

Für ein Kenneltraining ist es heuer wohl zu knapp mit der Zeit, aber das würde ich mir an deiner Stelle als entsprechendes Spiel für beide Miezen vornehmen, wenn ihr aus dieser Augengeschichte erstmal wieder etwas raus seid; vielleicht kannst du auch zwischendrin die Zeit aufbringen und mit beiden üben und clickern?

Herpes tötet im Regelfall keine Katze, aber beim Calicivirus sieht das schon anders aus. Deswegen möchte ich dir nochmal ans Herz legen, dass Katzenschnupfen wirklich eine ernsthafte und schwere Krankheit der Katze ist, auch wenn der Name der Krankheit sich nach einer leichten Infektion wie bei der "Rüsselpest" des Menschen anhört.

Meine Nine verstarb letztlich infolge ihrer schweren und langen Calicischübe; das Virus wütete in ihrem Mäulchen und in ihrem schwachen mageren Körperchen umso mehr, je weniger sie fressen mochte. Wegen der schweren Schmerzen, die die Läsionen der Maulschleimhaut verursachten. Wie bei einer schlimmen Mandelentzündung beim Menschen. Oder wie die Nebenwirkungen einer Chemotherapie bei Krebs. Es gab Zeiten, da konnte Nine erst fressen, wenn ich ihr Lidocain, ein örtliches Betäubungsmittel, ins Mäulchen gab, damit der Hals etwas betäubt war.

Nine wusste, dass ihr die Injektionen, die ich ihr irgendwann täglich verabreichte (Zylexis), halfen, und so hat sie kooperiert; sie fraß so gut wie alle Medis (Tabletten, wo es möglich war, zermörsert im Futter), sie fraß später sogar ihre Verdauungsenzyme, sie ließ sich Antibiotika, Zylexis und andere Medis subkutan spritzen, ohne mit der Wimper zu zucken, und auch das Lidocain ging gut rein.... ich bin sicher, dass auch dein Katerchen über kurz oder lang verstehen wird, dass ihm die Augentropfen helfen und dass er dann auch kooperieren wird. :)

Und je mehr du selbst daran glaubst, desto besser wird es gelingen, weil - siehe oben ;) - sich die Miezen ja auch von deiner Haltung und deiner Stimmung beeinflussen lassen. :)

Bitte fahre Montag zur Ophthalmologin und gib deinen Süßen die Chance, sich von einer Fachfrau gründlich untersuchen zu lassen!
 
Werbung:
S

Sabrinili

Erfahrener Benutzer
Mitglied seit
4 Dezember 2016
Beiträge
219
  • #32
Ich heul ständig, weil ich nicht weiß, was ich machen soll. Ich hab kein Geld (und doch das hab ich mir vorher überlegt, da hatte ich aber eine Arbeit), muss in die Klinik und die ganzen Probleme :'( Bald muss ich sie wohl abgeben.
 
N

Nicht registriert

Gast
  • #33
Ich heul ständig, weil ich nicht weiß, was ich machen soll. Ich hab kein Geld (und doch das hab ich mir vorher überlegt, da hatte ich aber eine Arbeit), muss in die Klinik und die ganzen Probleme :'( Bald muss ich sie wohl abgeben.
Bei uns nimmt das Tierheim auch Tiere in Pension, wenn die Besitzer ins Krankenhaus müssen. Da würden sie auf jeden Fall auch ihre Medikamente bekommen und versorgt sein.. aber was ein Tierheim dafür nimmt, weiß ich nicht.. aber ich würde da einfach mal nachfragen. =) Gerade wenn sie so krank sind und so viele Medikamente benötigen, wäre es vermutlich besser, Fachkräfte zu haben, die sich damit auskennen.

Geld kostet eine Behandlung leider viel.. Wir sind in den ersten sechs Monaten (Impfung, Wurmkur, Giardien, Chlamydien, Kastration) ca. 1.800,00 € nur an den Tierarzt losgeworden. Zusätzlich zu den Kosten für Futter, Spielzeug und Co..

Ich hoffe, es geht bergauf für dich!
 
tiha

tiha

Forenprofi
Mitglied seit
30 November 2010
Beiträge
12.116
Ort
Düsseldorf
  • #34
Ich heul ständig, weil ich nicht weiß, was ich machen soll. Ich hab kein Geld (und doch das hab ich mir vorher überlegt, da hatte ich aber eine Arbeit), muss in die Klinik und die ganzen Probleme :'( Bald muss ich sie wohl abgeben.
Es tut mir sehr sehr leid :(
Ich wünsch dir von Herzen, dass du doch noch eine Lösung für euch beide findest!
 
A

avelino

Neuer Benutzer
Mitglied seit
27 Juli 2019
Beiträge
1
  • #35
Vitamin C bei Zahnfleisch Entzündungen

Hallo !
ich bin seit heute ganz neu in diesem Forum. Vielleicht kann mir ein erfahrener Katzenbesitzer weiter helfen. Meine drei Jahre alte, Norwegische Waldkatze hat scheinbar eine chronische zahnfleisch entzündung (Gingivitis) ... Der TA will direkt unter Vollnarkose die betroffenen Zähne ziehen..
Mir geht das eindeutig zu schnell. Hab im Netz mehrere Artikel gelesen das hohe Gaben von Vitamin C helfen könnten das Problem so zu beheben. Doch ich finde nicht das richtige Vitamin c Präperat.
Kennt jemand Vitamin C Produkte für Katzen, mit 250mg Vit. C ??

wäre sehr dankbar wenn uns jemand weiter helfen kann!
 
NicoCurlySue

NicoCurlySue

Forenprofi
Mitglied seit
5 August 2016
Beiträge
4.888
  • #36
Hallo,

es ist besser, Du eröffnest einen eigenen Thread dazu.

Außerdem lies Dir bitte einmal die Threads zu FORL durch. Grund für die Gingivitis könnten Zahnprobleme sein, die nicht von außen zu sehen sind.

Ich habe selbst viel Erfahrung mit Gingivitis und würde direkt zu einem speziellen Zahn-TA gehen oder in eine Klinik mit solchen Spezialisten. Dann steht ein Einzel-Zahn-Röntgen an und bei Bedarf direkt die Entfernung betroffener Zähne.

All dies würde ich zuerst genau untersuchen lassen, bevor ich versuche, mit anderen Mitteln zu helfen.

Ich spreche aus eigener leidvoller negativer Erfahrung, da ich mit meiner ersten FORL-Katze leider viel zu lange gewartet habe und sie sicher unnötig leiden musste.
 
NicoCurlySue

NicoCurlySue

Forenprofi
Mitglied seit
5 August 2016
Beiträge
4.888
  • #37
@sabrinili: wie geht es Euch denn?
 
Werbung:
Werbung: Wandkalender Miau 2021
Werbung:
Lucky Kitty Pets Nature

Über uns

Seit 2006 stehen dir in unserem großen Katzenforum erfahrene Katzenhalter bei Notfällen, Fragen oder Problemen mit deinem Tier zur Verfügung und unterstützen dich mit ihrem umfangreichen Wissen und wertvollen Ratschlägen.
Oben