Wilde Katze nach OP bändigen

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mikasso

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Hallo liebe Katzenfreunde,

ich bin neu hier im Forum und nach 5 schlafenlosen Nächten am Rande der Verzweiflung.

Unsere Katze Maya - 3 Jahre, British Longhair,bis dato vollkommen gesund, Freigängerin seit 6 Monaten - kam nach einem Spaziergang Abends nicht mehr nach Hause. Noch in der Nacht haben wir sie mit Leckerlies gesucht, kein Erfolg. Am nächsten Morgen der nächste Versuch und mit sehr viel Glück fanden wir sie dann unter einem Auto kauernd, bewegungsunfähig und mit blutverschmiertem Mund und Pfoten. Also ab in die Klinik mit der Diagnose: Lebensbedrohlicher Schock, starke Unterkühlung (es hatte 3 Grad unter Null in der Nacht), dreifache Beckenfraktur, wahrscheinlich bedingt durch einen Autounfall. Ich hab geweint wie ein kleines Kind!

Die kleine Kämpferin wurde die ersten Tage stabilisiert, daraufhin operiert, das Becken mit einer Schiene fixiert, hat alles überlebt und ist seit dem Wochenende wieder bei uns, allerdings unter der strikten Auflage, dass sie keinesfalls springen darf, und das für die nächsten 6 Wochen. Das leuchtet mir auch ein, ich möchte um jeden Preis vermeiden, dass durch einen Sprung entweder die noch instabile Fixierung des Knochens aufbricht oder starke Verknorpelung an der Metallschiene zu Problemem führen.

Die leitende Ärztin hatte uns zur Ruhigstellung einen Baby-Laufstall empfohlen, auf den Kopf gedreht, mit einer Möglichkeit zum Kuscheln, einer Katzentoilette, Wasser und Futter. Und das für die nächsten 6 Wochen. Laufen darf sie, um Muskelschwund zu vermeiden, nur eben auf keinen Fall springen oder toben.

Ich hatte viel gelesen, auch dass sie wahrscheinlich die ersten 1-2 Wochen eh wenig Lust auf Laufen oder Springen haben wird aufgrund der Schmerzen und es erst danach "anstrengend" wird. Aber das alles trifft nicht auf unsere Maya zu. Selbst jetzt, wo sie keine Schmerzmittel mehr bekommt, ist sie aktiver denn je.

Nachdem wir sie in ihren Babylaufstall gesetzt hatten, war die erste Amtshandlung: Ein Ausbruchsversuch! Und das mehr oder weniger erfolgreich. Das Köpfchen ein wenig schief gestellt und schon war sie mit dem Kopf durch die Latten durch. In der Not hab ich den Stall dann mit Klebeband eingewickelt, nur um mir für die nächsten paar Stunden eine Lösung zu überlegen - natürlich hab ich aufgepasst, dass sie da nichts annagt.

Bei meiner Recherche ist mir aufgefallen, dass viele auch einen Hasenkäfig für diesen Zweck verwenden. Ich habe das extra große Modell dann gleich für unser Wohnzimmer bestellt.

Als Zwischenlösung haben wir dann alles aus dem Flur geräumt, was irgendwie auf Sprunghöhe ist, und dort verbringt sie gerade ihren Tag, läuft ein wenig, schläft auch viel, ABER ist sehr aktiv und kratzt wie eine Verrückte an der Tür, wenn wir uns nicht auch im Flur befinden. Selbst nach Nichtbeachtung: Sie hört für 1-2 Minuten auf, aber scharrt danach wieder weiter, als hätte sie nie etwas anderes gemacht.

Seit gestern ist auch der Hasenstall bei uns im Wohnzimmer. Ich habe eine kleine Höhle reingebaut, einen Katzentunnel, eine Klo- und Fressstation. Im Verhältnis zum Baby-Laufstall ein Äußerst geräumiges Teil. Sie hat dort einige Stunden geschlafen und soweit gut akzeptiert, ich war schon froh und halbwegs beruhigt. Dann fing es aber in der Nacht an: Sie maunzte wie verrückt, biss in die Gitterstäbe und zog sich an den Querstreben hoch. Ich habe Angst, dass sie sich dabei verletzt, weshalb ich immer nach ihr sehe, was sie dann vermutlich auch noch bekräftigt, dass Quängeln und Radau machen zum Erfolg führt. Seitdem sie sich so aufgeführt hat, liegt sie wieder im Flur und hält dort ein Nickerchen im vertrauten Katzenklo - das ich immer penibel reinige, aber das ist wohl der einzige vertraut riechende Ort für sie. Das hat sie davor auch nie gemacht.

Habt Ihr Erfahrungswerte? Kann sie sich beim Ausbruchsversuch aus dem Hasenstall verletzen? Wenn ich sie im weiterhin im Flur stationiere, wird sie irgendwann auf die glorreiche Idee kommen, sich an die Klinken zu hängen? Sie schaut zumindest schon immer so neugierig in die Luft.

Was ich schon probiert habe:
1. Kuschelstunden zur gleichen Zeit auf der Couch --> Katze bricht aus, weil sie bisher immer selbst bestimmt hat, wann Zeit zum Kuscheln ist und aktuell wohl wenig Lust drauf hat. Sie schnurrt aktuell auch nicht, weil sie sich so unwohl fühlt.
2. Mit Leckerlies belohnen, wenn sie sich nach dem Reinsetzen in den Stall ruhig verhalten hat.
3. Ignorieren, zumindest für etwa 15 Minuten --> Hier habe ich allerdings sehr große Angst vor Verletzungen, weshalb ich dann doch immer nachgebe.

Ich weiß nicht, was ich mit unserer kleinen Maus tun soll. Natürlich möchte ich hart bleiben, aber ich habe Angst davor, dass sie sich irgendwie verletzen könnte, wenn ich mal nicht daheim bin. Als Selbstständige kann ich glücklicherweise relativ gut planen und mich mit meinem Mann abwechseln, wann wer von Zuhause arbeitet. Hut ab für all diejenigen, die eine solche Situation in Vollzeitbeschäftigung meistern müssen.

Ich würde mich sehr über Ratschläge und Meinungen freuen und wünsche einen guten Start ins Wochenende.

Viele Grüße
Michaela
 
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Eva

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Hallo Michaela,

der Käfig muss auf jeden Fall oben zu sein.
Ich habe auch gerade eine Pflegekatze, die nach einem komplizierte Beckenbruch operiert wurde und Käfigruhe halten musste.

Ich habe so eine Welpenbox (die Größte)
https://www.zooplus.de/shop/hunde/hundehuette_hundetuer/welpenauslauf/welpenauslauf_freilaufgehege/140540
Die kann man oben abdecken, da kommen sie nicht raus.
Alternativ geht auch so ein Zimmerkäfig https://www.zooplus.de/shop/hunde/hundehuette_hundetuer/welpenauslauf/zimmerkaefig/3491
Auch da kann nichts passieren.
Im Wohnzimmer hatte ich einen Babylaufstall, den habe ich eingenetzt, damit sie nicht raus konnte.

Ich drücke Euch ganz fest die Daumen, dass die Zeit schnell rum geht.
 
mikasso

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Liebe Eva,

Vielen Dank für deine Tipps und Links.

Unser Käfig ist oben geschlossen und ich habe ihn mit einem festen Stoff von innen abgedeckt, sodass sie zumindest oben nicht raussehen kann..leider hindert sie das nicht daran, sich regelrecht gegen die Wände des Käfigs zu schmeissen und sich mit ihren Pfötchen an den Stäben hochzudrücken. Was passieren kann ist, dass sie dabei irgendwie abrutscht und blöd auf die operierte Stelle fällt oder sie sich die Pfoten einzwickt.

Das Netz für den Babylaufstall habe ich ebenfalls schon gekauft - aber nachdem sie so gut durch die Stäbe passt denke ich, sie würde sich dann irgendwie darin verheddern und dann zwischen Netz und Gitter liegen.

Wahrscheinlich ist der gesicherte Flur gerade die einzige Möglichkeit in Kombination mit ein paar Stunden Käfig, wenn ich sauber machen muss, sie halbwegs zu bändigen. Und dann müssen die nächsten fünf Wochen nur noch schnell rumgehen..

Ich wünsche dir ebenfalls viel Kraft für die Pflege und eine schnell vergehende Zeit ;)

Liebe Grüße
Michaela
 
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Eva

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Ja, gesicherter Flur ist gut.
Wir haben die 6 Wochen zum Glück gerade hinter uns :) . Ich bin heilfroh und die kleine Maus auch. Sie ist noch recht jung (höchstens 1 Jahr alt) und hatte auch so gar keine Lust auf Käfig.
 
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Myma

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Ich hatte für meinen Kater mit Beinbruch ein Kaninchengehege (2x1m). Er hat darin gewütet. Er hat geheult, ist ständig am Gitter rumgeturnt und hat daran gerüttelt. Wenn ich ihn rausgelassen habe, hat er im Rest des Hauses gewütet. An der Katzenklappe gerüttelt, an den Türen gekratzt, an den Vorhängen hochgeklettert, um irgendwo rauszukommen.
Kurzum, er war wütend. Und ich verzweifelt.

Einen guten Rat kann ich dir also leider nicht geben, aber ich wünsche euch von Herzen gute Nerven und viel Geduld!

Er hat damals übrigens starke Schmerzmittel bekommen, die haben ihn müde gemacht. Ich habe ihm die dann immer spätabends gegeben, so habe ich zumindest 3 Stunden Schlaf bekommen. Es war jedenfalls eine grauenvolle Zeit, ich glaube nicht, dass ich das nochmal durchhalten würde. :dead:
 
NaMa

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Hallo Michaela,

einer meiner Kater hatte ein Oberschenkelbruch, wurde operiert und musste zur Ruhigstellung auch 5 Wochen im Käfig fristen. Ich hatte auch einen größeren Käfig (ich glaube, das war ein größerer Hundeauslauf), wo das Katzenklo und eine Kuscheldecke reingepasst haben. Wir haben den Käfig im Wohnzimmer stehen gehabt, wo er aus seinem Käfig heraus am Leben teilnehmen konnte, wenn wir zu Hause waren. Zu dem Zeitpunkt war ich froh über meine Vollzeit-Berufstätigkeit, da somit tagsüber das schlechte Gewissen über den eingesperrten Racker nicht so präsent war. Er hat auch gelegentlich versucht, aus dem Käfig heraus zu kommen, hat sich aber dabei nie verletzt und meistens seinem „Schicksal ergeben“.

Wenn du die Möglichkeit hast, dass sie bei dir im Flur nicht springen kann, dann lass sie dort. Ansonsten muss sie wohl oder übel im Käfig bleiben und du dich in Geduld üben bzw. sie vielleicht etwas mehr ignorieren, wenn sie Radau macht. Wenn sie sich so gar nicht damit abfinden will, würde ich mit meinem Tierarzt über Mittelchen zur Beruhigung (Tropfen, Tabletten o.ä.) sprechen, ob es da eine Möglichkeit gibt.

Alles Gute für deine Maus.
 
mikasso

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Ich hatte für meinen Kater mit Beinbruch ein Kaninchengehege (2x1m). Er hat darin gewütet. Er hat geheult, ist ständig am Gitter rumgeturnt und hat daran gerüttelt. Wenn ich ihn rausgelassen habe, hat er im Rest des Hauses gewütet. An der Katzenklappe gerüttelt, an den Türen gekratzt, an den Vorhängen hochgeklettert, um irgendwo rauszukommen.
Kurzum, er war wütend. Und ich verzweifelt.

Einen guten Rat kann ich dir also leider nicht geben, aber ich wünsche euch von Herzen gute Nerven und viel Geduld!

Er hat damals übrigens starke Schmerzmittel bekommen, die haben ihn müde gemacht. Ich habe ihm die dann immer spätabends gegeben, so habe ich zumindest 3 Stunden Schlaf bekommen. Es war jedenfalls eine grauenvolle Zeit, ich glaube nicht, dass ich das nochmal durchhalten würde. :dead:


Hi Myma,
danke für Deine Einschätzung, und ich hatte es befürchtet, dass hier nur gute Nerven helfen. Das Bild deines Katers sieht übrigens genauso aus wie mein Kater, und der hat eine ähnliche Persönlichkeit. Da ist Maya, unsere Patientin, ZUM GLÜCK, verhältnismäßig ruhig dagegen. Aber dennoch ein echter Wirbelwind.

Alles Gute für Dich und danke!
Michaela
 
mikasso

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Hallo Michaela,

einer meiner Kater hatte ein Oberschenkelbruch, wurde operiert und musste zur Ruhigstellung auch 5 Wochen im Käfig fristen. Ich hatte auch einen größeren Käfig (ich glaube, das war ein größerer Hundeauslauf), wo das Katzenklo und eine Kuscheldecke reingepasst haben. Wir haben den Käfig im Wohnzimmer stehen gehabt, wo er aus seinem Käfig heraus am Leben teilnehmen konnte, wenn wir zu Hause waren. Zu dem Zeitpunkt war ich froh über meine Vollzeit-Berufstätigkeit, da somit tagsüber das schlechte Gewissen über den eingesperrten Racker nicht so präsent war. Er hat auch gelegentlich versucht, aus dem Käfig heraus zu kommen, hat sich aber dabei nie verletzt und meistens seinem „Schicksal ergeben“.

Wenn du die Möglichkeit hast, dass sie bei dir im Flur nicht springen kann, dann lass sie dort. Ansonsten muss sie wohl oder übel im Käfig bleiben und du dich in Geduld üben bzw. sie vielleicht etwas mehr ignorieren, wenn sie Radau macht. Wenn sie sich so gar nicht damit abfinden will, würde ich mit meinem Tierarzt über Mittelchen zur Beruhigung (Tropfen, Tabletten o.ä.) sprechen, ob es da eine Möglichkeit gibt.

Alles Gute für deine Maus.

Hi NaMa,

danke für Deine Antwort. Und ich hab grad versucht, beim Tierarzt anzurufen, 1. wegen dem Fäden ziehen und 2. würde ich ihn dann fragen, ob er mir auch gut verträgliche Beruhigungsmittel empfehlen kann - eine gute Idee. Und zwar nicht primär für mich, dass ich meine Ruhe hab, sondern vor allem dass die Katze stressfreier durch den Tag kommt.

Maya lag gestern ebenfalls für ein paar Stunden relativ ruhig in ihrem Käfig, wahrscheinlich weil wir auch da waren. Nachts ging es dann aber los mit der Unruhe - ich hab mich sogar neben sie aufs Sofa gelegt mitsamt Bettzeug, in der Hoffnung, dass sie das beruhigt, aber dem war leider nicht so (was macht man nicht alles).

Ich werde versuchen ein bisschen härter zu sein und nicht so schnell diesem leidigen Maunzen nachzugeben und hoffe, dass sie dann eher "aufgibt". Aber mentale Schäden wird sie ja nach "nur" 6 Wochen nicht davontragen oder? Ich hoffe nur, dass sie mit Autos vorsichtiger wird und sich ihre süße, spielfreudige Art beibehält.

Danke und alles Gute für dich,
Michaela
 
tiedsche

tiedsche

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Ort
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Auch noch ein Erfahrungswert von mir
Meine Katze mußte auch mehrere Wochen wegen angerissener Sehne in den Käfig.
Ich hatte das Glück, dass sie es nach kurzer Zeit gut ertragen hat.
Problem war eher Verstopfung wegen fehlender Bewegung (da würde ich ein Auge drauf haben und eher schon vorsorglich was geben in Absprache mit dem Arzt)
Was hier auch gut geholfen hat: Der Standort.
Den Käfig habe ich auf einem Tisch über der Heizung mit Ausblick am Fenster platziert- warm und Ablenkung. Das war so gemütlich, dass die anderen regelmäßig randaliert haben um auch in den Käfig zu dürfen:p
kfighaltungiwfry.jpg
 

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