Wann Freigang für scheuen Kater?

Loeckchen

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Hallo zusammen,

unser scheuer Neuzugang fordert zunehmend Freigang, aber ich bin nicht sicher, ob wir ihn schon rauslassen können. Daher würden mich eure Erfahrungen und Einschätzungen zum Thema Freigang für scheue Katzen interessieren.

Paul ist ca. 3 Jahre alt, kastriert und seit knapp fünf Wochen bei uns. Er kommt ursprünglich aus schlechter Haltung und hat dort draußen gelebt (er durfte nicht ins Haus). Bevor er zu uns kam, war er ein paar Monate auf einer Pflegestelle und hatte dort zum ersten Mal richtigen Menschenkontakt. Er ist dort auch soweit aufgetaut, dass er Köpfchen gegeben hat und sich ein wenig streicheln lies.

Bei uns hat Paul die ersten drei Wochen unter dem Sofa gelebt. Seit etwas mehr als einer Woche zeigt er sich nun, spielt mit uns mit Federpuscheln oder -angeln, hält sich mit Abstand, aber recht entspannt in unserer Gegenwart auf und wir dürfen auch langsam an ihm vorbei laufen und mit wenig Abstand an ihn ran. Leckerlies nimmt er aus der Hand. Er bewegt sich recht sicher durch das Haus, nur bei zu viel Bewegung taucht er unter dem Sofa ab, kommt aber auch schnell wieder heraus. Er kann auch mit dem Rücken zu uns auf dem Kratzbaum liegen. Ein Ansatz von Vertrauen scheint mir da zu sein.

Er hat von Anfang an (damals nur nachts) viel gerufen. In der Anfangszeit schien mir das eher ein Vermissen seiner gewohnten Katzenkumpel zu sein. Er hat auch immer gerufen, sobald er unseren Erstkater (ebenfalls Freigänger, derzeit fast nur draußen) gesehen/gehört hat.
Mittlerweile steht er allerdings rufend/maunzend an der Terrassentür, läuft rufend/maunzend die Fenster ab. Wenn wir unseren Erstkater rein lassen, stellt er sich vor die Tür und maunzt, gleiches beim rausgehen. Man kann ihn eine Zeit lang mit Spielen ablenken, dann geht es wieder los. Die Botschaft finde ich eindeutig: er will raus.

Ich weiß nicht, ob es einen Zusammenhang gibt, aber gestern Abend hat er ins unser Bett gemacht (Kot und Urin), trotz zweier Katzenklos in Reichweite (diese waren sauber, er hat sie später auch benutzt). Ist das auch ein Zeichen, dass er raus möchte? Ich kann es mir anders nicht erklären...

Meint ihr, wir können den Freigang wagen? Ich habe Sorgen, dass er nicht zurück kommt, wo er doch erst seit kurzer Zeit zutraulicher ist.

Lieben Dank für eure Hilfe.
 
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seven

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Hallo Lockchen,

hm, das ist echt eine schwierige Frage. Meine zwei waren auch sehr scheu als sie aus dem Tierheim zu uns gekommen sind. Vor allem meine Fee hat sich bis dahin noch gar nicht von Menschen streicheln lassen. Ich habe sie nach 2 Monaten rausgelassen. Da hat sie sich zwar noch nicht streicheln lassen, ist uns aber wenn wir nach Hause gekommen sind, schon um die Beine gestrichen. Nachdem sie raus durfte ist sie auch ziemlich schnell weiter aufgetaut und hat sich zum Schmusetiger entwickelt. Ihr hat die Freiheit sicher gut getan.

Dein Kater ist erst 5 Wochen da und normal würde ich sagen, warte nochmal zwei bis drei Wochen. Aber da er so massiv nach draußen drängt, würde ich ihn vielleicht doch etwas früher rauslassen und mich dann aber sehr um ihn bemühen. Vielleicht erstmal kurze Ausflüge unternehmen lassen und ihn dann mit Leckerchen wieder reinlocken und drinnen gut beschäftigen und viel mit ihm spielen. Das Wetter soll ja auch langsam schlechter werden. Vielleicht lässt du ihn beim ersten Mal bei etwas ungemütlicheren Wetter raus, dann hat er eine Motivationshilfe um wieder reinzukommen.

Viel Glück für Euch und berichte doch mal, wie du es gemacht hast.

Grüße
seven
 
Amalie

Amalie

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Meine ersten drei scheue Kätzinnen habe ich nach 5 Wochen rausgelassen. Zwei waren schon sehr anhänglich, Timida war viel scheuer. Aber als sich dann auch Timida streicheln ließ, habe ich alle drei freigelassen und es hat gut geklappt.

Normalerweise lasse ich jetzt Neuzugänge im Schnitt nach 1 Woche raus.

Ich bin mir sicher, dass es in deinem Fall gut klappt. Aber ich würde auch eine Zeit wählen, an dem du das beobachten kannst.
 
Taskali

Taskali

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Bei scheuen Katzen rate ich imme dazu vor dem ersten Freigang ein Zeichen zu erarbeiten, auf das die Mietz zuverlässig ankommt. Das kann das rascheln mit den geliebten Leckerlies sein, oder ein bestimmter Ruf oder Laut, aber den sollte es geben, denn wenn Mietz draußen ist, hat man ansonsten keine Möglichkeit mehr an die Mietz heran zu kommen.
Zusätzlich fördert ein derartiges erarbeiten die Bindung zwischen Mensch und Tier - sprich: hört die Mietz auf den Ruf/Lauf, dann ist auch die Bindung fest genug, um sicher zu sein, daß sie wieder kommt, selbst, wenn sie sich sonst nicht anfassen läßt oder ähnliches.
 
Loeckchen

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Vielen Dank für eure Berichte, Einschätzungen und Tipps!

Ich hatte im Vorfeld gedacht, Paul kommt erst raus, wenn er uns um die Beine streicht und sich streicheln lässt. Das war ohne Erfahrung mit einer scheuen Katze, mittlerweile habe ich gemerkt, dass das unter Umständen sehr lange dauern kann und der Kerl uns bis dahin die Wände hochgeht.

Wir haben am Donnerstag die zweite Dosis der Grundimmunisierung vor uns (und ich bin gespannt, wie ich Paul in die Transportbox bekomme, aber das ist ein anderes Thema), wenn ihn das nicht zu sehr mitnimmt, könnten wir den Freigang am Wochenende wohl wagen. Da werde ich jetzt schon nervös :oops:

Am späteren Samstag Nachmittag scheint mir ideal, da ist es noch hell und das Abendessen steht noch aus. Wenn es gut läuft, kann er dann am Sonntag direkt nochmal raus. So richtig schlechtes Wetter wird leider am Wochenende nicht sein, mit viel Glück regnet es etwas.

Bis dahin übe ich mit Paul, dass er bei Rascheln der Leckerlie-Box zu mir kommt.

Drückt mir die Daumen ;)
 
romanticscarlett

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Hallo,

ich kann dein Problem und deine Angst sehr gut nachvollziehen. Am 14. März kam Candy zu mir, eine sehr scheue und ängstliche Katze, die sich nicht anfassen ließ und am Anfang auch nur versteckte. Sie taute seeehr langsam auf und kam auch irgendwann, wenn ich sie gerufen habe oder wenn es Futter gab. Aber anfassen war immer noch nicht.

Irgendwann, nach einigen Wochen merkte ich, dass Candy ihre neue Familie als Zuhause ansah. Auch mit meinem Kater Micky, der Freigänger ist, verstand sie sich sehr gut. Ich habe dann irgendwann auch gemerkt, dass ihre Sehnsucht nach draußen immer größer wird. Aber sie war immer noch weit davon entfernt, sich von mir anfassen zu lassen. Ich habe dann letztendlich auf mein Bauchgefühl gehört und das sagte mir, dass Candy raus möchte, aber sich hier bei mir zuhause fühlt und nicht abhauen will.

Also habe ich den Schritt am 12. Mai gewagt und die Terrassentür einfach aufgemacht. Du kannst dir nicht vorstellen, wie mein Herz vor Aufregung pochte. Candy lief vorsichtig hinaus, schaute sich um und schnüffelte ein wenig an meinen Blumen. Es lief sehr ruhig ab. Nach ca. einer Viertel Stunde ging ich in die Wohnung, rief sie und raschelte mit Trofu. Da kam sie sofort angerannt!

Sie ist seitdem jeden Tag draußen und ihr Vertrauen zu mir wuchs langsam, aber stetig weiter. Ach so, am Anfang, wenn sie draußen war, habe ich auch immer die Terrassentür aufgelassen, damit sie sofort reinrennen kann, wenn sie etwas erschreckt.

Streicheln darf ich sie übrigens erst seit ca. zwei Wochen, trotzdem hat sich das Draußensein sehr gut eingespielt und klappt einwandfrei.

Ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass bei Paul auch alles gut klappt.:smile: Ich denke, es ist vielleicht sogar ein Vorteil, dass jetzt der Herbst kommt. Da wollen die Freigänger ja oft nicht mehr so lange wie im Sommer draußen bleiben.

Bin auf jeden Fall gespannt, wie es bei euch weiter geht und klappt.
 
SchaPu

SchaPu

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Ich habe die Scheuesten genommen, die das Tierheim hatte. Man durfte nicht mal in die Nähe der Miezen ohne Gefauche, Geknurre und Hause.

Habe jeden Tag bei ihnen gesessen, vorgelesen, mein Mann und ich haben auf dem Boden Würfelspiele gemacht.... so laaaaangsam kamen sie dann raus (als sie dachten, wir merkens nicht).

Insgesamt waren sie dann 6 Wochen in der Wohnung, dann ließ ich sie raus und es hat super geklappt. Sie brauchen aber eine sichere Möglichkeit bei Angst (Geräusche, Klappern usw.) sofort rein rennen zu können.

Am besten war Emmi (5 Jahre Tierheimknast): Sie geriet irgendwie am 2. Tag Freigang, hinter Nachbars Maschendrahtzaun. Ich hörte sie verzweifeltes, lautes Miauen und sie lief, eilig am Zaun hin und her und wusste nicht, wie sie wieder rüber kommen sollte. Da dort niemand zu Hause war, kletterte ich übers Gartentor und zeigte meiner Emmi, dass ganz unten eine kleine Lücke im Zaun ist. Seitdem geht sie dort durch.

Normalerweise wissen Katzen, wie sie dorthin gelangen und auch wieder zurückkommen. Was ich sagen will: Sie haben anfangs ziemlich Angst vor allem Ungewohnten und deshalb vielleicht dabei bleiben und Rückzug offen lassen.
 
Loeckchen

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Wir haben Paul mittlerweile vier Mal raus gelassen, und es hat sehr gut geklappt. Beim ersten Mal gestern war er mutiger, als ich dachte: er hat eine Runde durch den kompletten Garten gedreht, war im Nachbarsgarten und hinter dem Grundstück, dann kam er zurück. Zwischendurch hat er immer mal den Weg zurück zur Terrassentür ausprobiert. Ungefähr eine halbe Stunde war er draußen.

Heute Morgen hat er ungefähr die gleiche Strecke zurückgelegt, kam dann aber rein gerannt, weil er sich vor einem Radfahrer erschreckt hatte. Heute Nachmittag hat er sich eher auf der Terrasse aufgehalten und nur kurze Streifzüge gemacht. Heute Abend kam er schnell wieder, weil er sich vor einem Hund erschreckt hatte. Nach dem aufregenden Tag schläft er jetzt tief und fest ;)

Wir haben die Terrassentür bisher immer komplett offen gelassen, damit Paul schnell rein kann. Auf Dauer wird das aber ein bisschen kalt im Haus. Wie habt ihr eure Katzen daran gewöhnt, dass die Tür nicht immer offen ist und sie kurz warten müssen, bis man öffnet?
 
romanticscarlett

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Toll, dass das Rausgehen von Paul so super klappt! Und dass er bei Gefahr reingerannt kommt, zeigt ja, dass er sich bei euch sehr wohl und sicher fühlt. Aber euch hat sicher auch das Herz gepocht, als er das erste Mal raus ist...

Das mit dem Offenlassen der Terrassentür ist jetzt wo der Herbst kommt, wirklich ein Problem. Candy konnte ich ja schon im Mai rauslassen, da konnte sie sehr lange ihr Revier kennenlernen. Irgendwann habe ich dann mal einfach die Türe zugemacht, aber das war schon sehr komisch für mich. Ich habe es dann einfach immer länger werden lassen. Aber ich lasse sie (und auch Micky) nie raus, wenn ich nicht zuhause bin.

Ich würde versuchen, die Türe nur einen Spalt offen zu lassen und mit einem Türstopper oder ähnlichem sichern, dass sie nicht plötzlich zufallen kann, oder gar Paul einklemmt. Da kommt dann schon nicht mehr ganz so viel kalte Luft rein.

Kennst du Klingelmatten? Das sind Matten, die ähnlich wie eine Funktürklingel, einen Klingelton abgeben, wenn die Katze drauf sitzt. Das wäre vielleicht hilfreich, damit Paul lernt, dass ihm gleich aufgemacht wird, wenn er vor der Türe sitzt. Oder habt ihr die Möglichkeit, eine Katzenklappe einzubauen? Das wäre natürlich perfekt.

Bei mir auf der Terrasse steht an der Hauswand eine Gartenbank und eng davor geschoben mein Gartentisch. Die Tischplatte ist also wie ein kleines Dach über der Bank. Da drunter sitzen Micky und Candy sehr gerne. Vielleicht könnt ihr Paul auch einen etwas erhöhten und geschützten Platz anbieten, wo er erstmal hinflüchten kann, wenn die Tür nicht offen ist.
 
Loeckchen

Loeckchen

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  • #10
Vielen Dank für die Tipps!

Ich habe die Tür im Moment nicht ganz offen, sondern nur noch ca. halb. Da schaute Paul eben schon komisch, als er rein kam (und ich friere ;)). Ich werde versuchen, den Türspalt jedes Mal ein wenig zu verkleinern und hoffe, das funktioniert.

Wir haben eine Katzenklappe, die steht im Moment aber auf "nur rein", damit unser zweiter Kater nachts rein kommen kann, wenn er möchte. Problem ist, dass die Katzenklappe im Kellerfenster angebracht ist und durch den Lichtschacht führt. Paul hat seinen Rückzugsort im Wohnzimmer und kommt bei Freigang ungefähr alle zehn Minuten dorthin. Wenn er das mit der Katzenklappe machen müsste, wäre das ein sehr weiter Weg. Daher traue ich ihm das noch nicht wirklich zu. Oder meint ihr, ich sollte ihn direkt dran gewöhnen?

Ein geschützter Platz auf der Terrasse ist eine gute Idee. Wir wollten sowieso für unseren zweiten Kater einen Unterschlupf bauen, da er seit Monaten lieber permanent draußen wohnt und auch bei kalten Temperaturen lieber auf der Terrasse schläft als rein zu kommen. Das könnten dann beide nutzen.
 
seven

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  • #11
Schön, dass es bisher so gut klappt. Ich denke, das wird sich bestimmt bald einregeln mit der Tür. Bei meinen war es am Anfang auch so, dass sie bei lauten Geräuschen schnell rein sind. Beim ersten mal sind sie als die Nachbarin den Rolladen hoch gemacht hat, rein gerannt, die Treppe hoch ins Schlafzimmer und unters Bett. :D

Es dauerte nicht lange bis sie nicht mehr gleich rein sind, sondern sich draußen versteckt haben, so ein Unterschlupf auf der Terrasse ist da schon gut. ICh denke, das ist dann der Moment, dass du die Türe zu machen kannst. BIs dahin musst du wohl frieren. ;)
Am besten, du gewöhnst ihn bald an die Klappe.
 
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  • #12
Dass du die Terrassentür immer ein wenig weiter zumachst, bis nur noch ein Spalt offen ist, finde ich gut. Und das mit dem Irritiertsein kenne ich auch von Candy. Bei ihr hatte ich die Tür am Anfang ganz auf und auch noch den Vorhand zur Seite geschoben, da ist sie dann immer voll Stoff reingerannt gekommen. Als dann die Schiebevorhänge im Weg waren, war sie schon sehr irritiert und hat auch nicht kapiert, dass sie zwischen den Stoffbahnen durchschlupfen kann. Als dann auch noch die Tür immer weiter "zuging" guckte sie schon manchmal etwas doof aus der Wäsche.

Mir ist grade noch ne Idee wegen der Kälte gekommen. Du könntest ja für die Übergangszeit, in der es für Paul noch wichtig ist, dass die Türe offen ist, einen dicken Vorhang hinhängen. Du hast bestimmt innen über der Terrassentüre einen Vorhang mit Gardinenstange. Da könntest du ja für eine Weile den Vorhang austauschen und so einen dicken Chenillevorhang o.ä. hinhängen. Das würde schon einiges von der Kühle nehmen.
 
Dixxl

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  • #13
Ich würde Paul jetzt schnell + gleichzeitig mit der noch halboffenen Tür an die Klappe gewöhnen: Je länger er "nur Tür" als Ausgang kennt, desto schwieriger wird es mit der Klappe (Tür mit Öffner-Dienern ist ja immer bevorzugt ;-).
Die meisten Katzen stelln sich ja nur "klappendumm", weil die Tür bequemer ist.

Ich hab das mit Dickie damals schnell geschafft, am besten mit 2 Personen: Dem Kater wird der Weg zur Klappe gezeigt, dann lockt der eine lockt vor der Klappe mit Leckerlies, der andere dahinter. Wenn du die Klappe ein paarmal ganz offen lässt (offen festklebst) und sie danach beim Katerdurchlauf händisch immer weiter runter lässt, so dass er sich an das Ding auf seinem Rücken gewöhnt, geht es ziemlich fix.
Wenn er das Durchgehen gut schafft, bleibt die Tür eine Weile zu...

Inzwischen hat Dickie keine Klappe mehr - und er hat sich recht schnell an die neuen Umstände gewöhnt: Natürlich muss ich auch in der kalten Jahreszeit die Tür zumachen (im Sommer bleibt sie offen, wenn ich da bin). Dickie weiß inzwischen, dass wenn ich länger weggehe (die Frau hat dann die Tasche dabei ;-) + er draußen ist, das bedeutet, dass er auch draußen bleiben muss, bis ich wiederkomme (oder bei Regen eben drinnen).

Er hat für alle Fälle drin ein Katzenklo + draußen Unterschlupf mit warmer Katzenhöhle (auf Styroporplatte) im trockenen Schuppen - den nutzt er selbst im kältesten Winter sehr gerne.

Nach dem Umzug (weit weg, völlig andere Verhältnisse für ihn) habe ich ihn übrigens nach 2 Wochen raus gelassen - als hardcore-Freigänger wäre er keine Sekunde länger drin geblieben.
Zu Beginn ging er gern mit mir zusammen spazieren - vielleicht probierst du das mit Paul auch mal aus?

LG,
Marion.
 
Loeckchen

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  • #14
Ihr habt vollkommen Recht, ich muss Paul wirklich so schnell wie möglich an die Katzenklappe gewöhnen. Gestern Abend war er bis Viertel vor zwölf unterwegs, das heisst die Tür stand ungefähr drei Stunden offen (allerdings nur noch ca. ein Viertel offen). Bei uns ist es abends sehr ruhig, das hat Paul wohl genossen. Ich war schon halb in Panik, weil er auf unser antrainiertes Signal nicht kam, auch nicht auf Rufen etc. Natürlich kam er um Viertel vor zwölf seelenruhig anspaziert, immer das gleiche mit den Freigängern :rolleyes: Abgesehen von der Kälte können wir nicht immer ewig warten, bis er nach Hause kommt, daher wird jetzt fleißig mit der Klappe trainiert.

Unser Erstkater muss dann auch wieder durch die Klappe raus und ist hoffentlich Vorbild für Paul. Mit zwei Personen üben funktioniert bei uns leider nicht wirklich, weil Paul vor meinem Freund doch noch recht viel Respekt hat, da würde er sich nicht locken lassen. Ich hoffe daher, dass Paul sich das Rausgehen durch Locken von mir und Abschauen bei unserem Erstkater angewöhnt. Dass es auch rein geht, muss er von selbst merken, durch die Lichtschacht-Konstruktion können wir ihm das von Außen nicht zeigen. Unser Erstkater hat das von alleine verstanden (die Klappe war anfangs mithilfe von Wäscheklammern immer einen Spalt offen, das machen wir jetzt auch wieder).

Wir werden heute außerdem alles für eine Höhle besorgen (Styroporbox und Heu). Zur Not kann er sich darin verstecken.

Das mit dem dicken Vorhang ist eigentlich eine gute Idee, nur haben wir leider keine Gardinenstange. Unser Wohnzimmer ist drumherum so gut bepflanzt, dass niemand reinschauen kann, und da wir Sprossenfenster haben, sieht das ohne Vorhang gut aus ;)
 
Loeckchen

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  • #16
Ich schnalze mit der Zunge, sage "Paul" und danach klappert die Leckerlie-Box. Normalerweise kommt er dann in Erwartung von Leckerlies an. Anscheinend war es draußen aber spannender (oder er hat es nicht gehört).
 
Loeckchen

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  • #17
@ Dixxl: sorry, ich hab's eben übersehen: wie machst du das mit dem Spazierengehen? Einfach vorgehen und Katz läuft hinterher?
 
Dixxl

Dixxl

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  • #18
Re. Spazierengehen: Der Kater entscheidet, wann er gehen will (wie gesagt, jetzt, wo er schon länger hier ist, gehen wir nicht mehr so oft zu zweit).
Manchmal gehe ich auch los (bevorzugt, wenn es nicht heiß ist) + locke, oft kommt er dann nach.

Ich bin schon in der alten Heimat immer mal mit ihm zusammen ums Karree; eine Übung für einen Ernstfall: Er sollte begreifen, dass er mit mir immer sicher ist. (Kleiner positiver Nebeneffekt war, dass ich herausfand, wo er gern hinging, wer ihn kannte + fütterte, etc.). Nach dem Ausgang bekam er zur Belohnung immer ein Stück seines Lieblingsschinkens - das ist bis heute so ;-).

Nach dem Umzug, bei seinem ersten Ausgang (hat eine ganze Nacht gedauert), hatte Dickie nen herben Kulturschock ;-): Hier gab es VIEL mehr Katzen als in seinem alten Zuhause - und natürlich hat er sich auch gleich prügeln müssen; er war fix & foxi nach der Rückkehr... Zudem kannte er keine engen Dorfstraßen (+ fetten Traktoren...), Hoftore, etc. GsD ist er ein eher instinktiv vorsichtiger + wenig zutraulicher Kater.

Danach ist er es lange lieber mit mir zusammen angegangen.
Aber wir sind ganz schön viele verschiedene, auch längere Strecken gelaufen. Er hat viele Katzen kennengelernt - und ich viel Katzenbesitzer ;-) - was natürlich immer ein Vorteil ist, wenn deine Katze rundherum bekannt ist: Einer bekannte verletzten Katze z.B. wird meist eher geholfen als einer unbekannten...

Natürlich ist das ein langsameres Spazierengehen; oft verschwindet er in einer Hecke, um da gründlicher nachzusehen - aber er taucht immer wieder auf. Manchmal muss ich auch alleine wieder heim, wenn er einen Lieblingskumpel getroffen hat.

Jetzt, nachdem er hier gut zuhause ist + alles kennt, traut er sich meist alleine.
Übrigens: Wenn ich auf dem Spaziergang mit ihm jemanden treffe + ein Pläuschchen halte, setzt/ legt er sich daneben wie ein Hund. Dauert es ihm zu lange, steh er auf + maunzt mich laut an: "Geht's jetzt mal weiter, oder was?!" :)). Wenn er draußen ist, holt er mich auch vom kleinen Autoparkplatz um die Ecke ab, wenn ich zurückkomme (vielleicht hab ich ja schinken gekauft)....

LG,
Marion.
 

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