Verzweiflung bei Zusammenführung! Altkater mobbt Neukatze

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drakoniafabula

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Hallo, aus einer Verzweiflungstat heraus habe ich mich hier im Namen meines Freundes und meiner Wenigkeit angemeldet, weil wir nicht weiter wissen.

1. Informationen zu den Katzen

  • Charly (Altkater)
  • geb. Mai 2010
  • 2 Jahre als Einzelkatze bei einer alten Dame gelebt, danach 4 Jahre im Tierheim und seit dem 08.12.2016 bei uns
  • Charakter: als er zu uns kam sehr scheu, aber neugierig, mittlerweile sehr anhänglich, sensibel verschmust und redselig
  • Macke: mag keine geschlossenen Türen (bis auf Wohnungstür)
  • Gesundheit: chronischer Durchfall (auf Grund einer Nichtbehandlung im Tierheim), vermutlich Allergieauslöser, wir sind in Behandlung
    .
  • Alma (Neukatze)
  • geb. Mai 2010
  • 2 Jahre als Zweitkatze bei einer alten Dame gelebt, danach 4 Jahre im Tierheim und seit dem 23.07.2017 bei uns
  • Charakter: sehr scheu und ängstlich (bessert sich), öffnet sich uns Menschen gegenüber langsam, sehr verschmust und liebevoll beim Streicheln und Annähern, entdeckt langsam Spielzeug für sich
  • Gesundheit: gesund

2. Informationen zu unserer Wohnsituation

  • 65qm Maisonettewohnung
  • komplett offen - unsere einzigen Türen: Schlafzimmer und kleines Badezimmer
  • da mitten in der Innenstadt: kein Freigang, reine Wohnungshaltung

3. Was war vor dem Einzug der Neukatze?

  • Charly fühlt sich sehr wohl bei uns. Allerdings wirkte er oft unausgeglichen. Er rannte die Treppe hoch und runter und miaute sehr viel dabei. Wenn er draußen den Nachbarskater im Innenhof erspähte, dann beobachtete er ihn immer sehr neugierig. Da ich kein Freund von Einzelhaltung bin hatte ich die Überlegung, dass er vielleicht eine Zweitkatze vermisst, mit der er kommunizieren kann.

4. Was geschah nach dem Einzug der Neukatze?

  • Zunächst möchte ich einen wichtigen Fakt wiederholen: nur unser Schlafzimmer (nebst Bad) hat eine Tür. Charly hasst geschlossene Türen (schreit dann sehr viel rum und stresst sich) und verbringt jede Nacht mit uns im Bett. Sie zu schließen wäre sehr tragisch für ihn.
    .
  • Alma kam am 23.07. zu uns. Wir entschieden uns für die Hauruck-Methode der Zusammenführung und gegen eine langsame Zusammenführung. Warum? Siehe Auflistung zuvor: es ist einfach schier unmöglich, da wir nur einen potentiell möglichen Raum dafür hätten, und dieser für Charly ungemein wichtig ist. Die ersten 2-3 Tage versteckte Alma sich im Schlafzimmer. Dann begann sie langsam etwas agiler zu werden, wobei agil in diesem Fall kein großartiges, angstfreies Herumlaufen bedeutet, sondern eher ein schnelles Erkunden von Ecke zu Ecke. Nach und nach wurde es aber besser, sodass ich sie sogar einmal von der Couch aus dabei beobachten konnte, wie sie den oberen Bereich der Wohnung in aller Ruhe erkundete. Sogar unser Altkater Charly beobachtete sie dabei in aller Ruhe. Meist verschlief er ihr umherstromern oder ignorierte es. Das waren Momente in denen wir uns dachten: "Das wird! Wie toll." Charly ließ sie also am Anfang sehr in Ruhe und Alma, zwar sehr scheu und wegrennend wenn man ihr zu nah kam, erkundete alles in ihrem Tempo. Doch leider, wir können gar nicht sagen wann genau es anfing, begann Charly irgendwann ihr Erkunden nicht mehr richtig zu dulden. Das muss etwa so 9 Tage nach ihrer Ankunft begonnen haben.
    .
  • 2 Verstecke nennt sie die ihren: zum einen liegt sie häufig unter der Küche (ist unten offen) bzw. hinter dem Geschirrspüler (er ist freistehend und nur von einer Seite zugänglich), zum anderen liegt sie die meiste Zeit unter dem Esstisch auf den weichen Stühlen. Beide Verstecke trennen nur 2 Meter etwa. Charlys Attacken Alma gegenüber haben sich gehäuft und sie, scheu wie sie ist, hat nicht den Schneid sich zu wehren. Sie lässt sich von ihm in die Ecke drängen oder verjagen. Wobei Jagen das falsche Wort ist. Eher trappelt er hinterher, faucht (nicht immer) und bleibt vor ihr stehen (auch nicht immer). Manchmal geht er auch bewusst zu ihrem Versteck und belästigt sie dort, indem er faucht. Ein Kampf als solcher fand meines Wissens nach bisher nicht statt, eher immer ein feiges "von hinten ankommen und einmal zurecht stutzen". Dies führt nun alles dazu, dass Alma aufgehört hat alles zu erkunden (wahrscheinlich weil er immer gleich zur Stelle war und sie davon genervt ist). Es war irgendwann halt auch soweit, dass er sie nicht mehr auf die Toilette ließ, obwohl sie vorher immer nach unten auf die Toilette ging und "gehen durfte", und sie infolgedessen in der Not auf die Couch kotete und urinierte. Seitdem ist sie nur noch in der oberen Etage und traut sich nicht mehr runter geschweigedenn sich frei zu bewegen. Sie pendelt nur noch zwischen ihren zwei Verstecken hin und her. Wir haben nun zwei Toiletten unten und eine oben in der Ecke hinter dem Esstisch, damit sie dort schnell hinkommt. Doch wenn Charly nur hört, dass sie im Klo schabt, will er sofort zu ihr hin. Auch Fressen tut sie nur im Versteck. Ein Vorteil: Ihrer Zutraulichkeit zu uns tut es keinen Abbruch, wenn auch nur vom Versteck aus, d.h. wenn sie sich draußen frei bewegen würde und wir würden aufstehen oder so, dann würde sie schnell wegrennen. Aber wenn sie auf ihren Stühlen liegt und ich mich zu ihr setze und unter den Tisch krabbel, dann verbringen wir die schönsten Schmuse- und Spieleinheiten.

5. Was haben wir seitdem schon alles versucht und wie ist der Stand der Dinge?

  • Folgendes versuchen wir aktuell zur Unterstützung:
    .
  • seit 4 Wochen auf beiden Etagen Feliway Classic (untere Etage) bzw. Friends (obere Etage)
  • seit 3 Wochen einmal am Tag Zylkene für Charly
  • seit 2 Wochen zweimal am Tag "Edis Pets Bio Bachblüten für Katzen" mit der Mixtur für Charly "Feindschaft" (u.a. für Katzen die mobben) und für Alma "Verstecken" (u.a. für Katzen die gemobbt werden)
    .
  • Folge nach Bachblüten für Alma: Sie wurde offener, traute sich sogar, als ich in der Küche essen zubereitete, mal vom Stuhl und kam auf uns zu. Auch für Leckerlies sprang sie sogar mal vom Stuhl oder aß halb aus dem Küchenversteck herausguckend in 50cm Abstand zu Charly.
  • Folge nach Bachblüten für Charly: Sein Gemüt wurde wahrlich gnädiger. Er mobbte sie nicht mehr weg und duldete es, wenn sie kurz unterwegs war, um mal nicht von Versteck zu Versteck zu hetzen, sondern gemütlich zu schlendern. Es gab sogar einen kurzen Nase-an-Nase-Kuss, als er unter den Küchenschrank schaute und Alma hervorluckste.
    .
  • Doch leider hat sich dies in den letzten paar Tagen wieder geändert. Charly bekommt aktuell für 4 Wochen Prednisolon. (Leider. Ich mag es nicht. Wir haben aber am 08.09. einen Termin bei einer anderen Tierärztin für eine Zweitmeinung seiner Gesundheitslage.) Seitdem, wie es bei Cortison bekannt ist, hat er enorm Hunger und ich habe das Gefühl, dass die Wirkung der homöopathischen Mittel darunter leidet. (Kann die Vermutung jemand bestätigen oder widerlegen?) Der Mehr-Hunger führt nun dazu, dass er Alma wieder auf die Nerven geht. Er will an ihr Essen, sie lässt es nicht zu (faucht auch mal ordentlich zurück). Das passt ihm nicht, deswegen ist er gnaddelig. Folge: Es ist wieder wie vor den homöopatischen Mitteln. Sie kann sich nicht frei bewegen und traut sich auch nicht mehr es weiter zu versuchen.

6. Unsere aktuellen Pläne

  • Im Grunde sind wir schier am verzweifeln. Wir haben Alma so sehr ins Herz geschlossen, wohlwissend dass der aktuelle Zustand einfach keine große Lebensqualität für sie bedeutet. Mit dem Tierheim haben wir einen Vertrag, dass sie im ersten Jahr wieder zurück ins Tierheim gebracht werden muss, wenn es nicht klappt. Doch bis dahin möchten wir alles versuchen, weil sie mit ihrer schüchternen Art im Tierheim stets übersehen wird.
  • Am 08.09. haben wir wie gesagt einen Termin mit Charly in einer neuen Tierarztpraxis, die wohl auch mit Homöopathie arbeitet (steht zumindest unter den Leistungen auf deren Internetseite). Dort werden wir auch versuchen Tipps einzuholen.
  • Ansonsten haben wir überlegt ein hohes Laufgitter o.ä. zu besorgen, um den Bereich des Esstisches und den Küchenbereich damit abzutrennen, sodass Charly dort nicht mehr hinkommt und Alma sich dort theoretisch frei bewegen könnte. (Wobei solch Gitter für Kaninchen, Welpen o.ä. ja leider meist nicht allzu hoch sind.) Dieser Bereich könnte dann mehr und mehr erweitert werden, bis man es mal ohne versucht. Allerdings ist das wahrlich ein Laiengedanke um einen "separaten Raum" hinter Gitter zuschaffen, der aus unserer Verzweiflung heraus wächst. Es könnte natürlich auch erst richtig zu Missgunst und zur Bildung von einem "künstlichen Reviergebiet" führen. Wir wissen es nicht. Wir wissen gefühlt nichts. Zur Zeit sind unsere Köpfe so leer und unsere Herzen so schwer.

7. Welche Erfahrungsberichte und / oder Tipps habt ihr für uns?

  • Gibt es jemanden unter euch, der einen genauso oder ähnlich schwierigen Fall hatte? Wie ging es bei euch aus? Ich habe unzählige Berichte gelesen, doch selten vergleichbares.
  • Habt ihr eventuell noch weitere Tipps für uns unter Berücksichtigung der Tatsache, dass wir leider keinen separaten Raum direkt stellen können, ohne dass Charly sehr darunter leiden würde?
  • Welche Gedanken habt ihr für uns, die ihr mit uns teilen würdet? Gebt uns Anregungen, Kritik, Hinweise, alles. Wir würden uns über jeden Funken an Brainstorming freuen.

Liebe Grüße,
Steffi und Flori nebst (siehe Bild) Alma und Charly
 

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curie

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Hallo und willkommen. :)

Erst mal Anerkennung und Respekt für den Schreibaufwand und die durchdachte Darstellung.

Man kann sich damit schon mal gut vorstellen, wie viel Gedanken ihr euch schon gemacht und wie viel Zeit und Kraft ihr investiert habt.

Auch die entsprechende Erschöpfung kommt deutlich rüber. Kopf leer, Herz schwer trifft es sehr gut.

Deshalb als allererstes:

Tut auch euch mal was Gutes, im ganzen Kampf-Krampf zugunsten der Katzen.

Zum eigentlichen Problem:

Bei den Voraussetzungen, insbesondere weil Charly lange Einzelkater war (im TH auch Einzelraum oder Gruppe?), war die Hauruck-Methode absehbar nicht zu empfehlen. Und eine Vergesellschaftung auf insgesamt ziemlich beschränkter Fläche, noch dazu alles offen bei solcher Ausgangslage echt riskant.

Ihr habt euch also die Sache nicht gerade leicht gemacht.
Mal abgesehen davon, dass einem die Tiere ans Herz wachsen ist es also kein Versagen, wenn es letztlich nicht zu schaffen ist.

Bei kleiner Fläche wäre ein eingespieltes Team besser - das hilft dir natürlich jetzt erst mal nichts.

Letztlich wird es bei diesen beiden wenn überhaupt nur mit der langsamen Methode gehen, und dazu gehört Trennungsmöglichkeit, über Wochen und Monate wenn nötig.

Wenn das bei euch nicht geht, könnt ihr diese beiden nicht vergesellschaften.
Das ist eine harte Realität.
Mir ist klar, wie viel Kummer dahinter steht und es tut mir auch sehr leid.

Aber was nicht geht, geht nicht.
Wenn langsam nicht geht, dann eben Hauruck-Methode, so habt ihr entschieden.

Meiner Ansicht nach: Diesen Kater kann man nur langsam vergesellschaften, also nicht in dieser Wohnsituation.
Würde bedeuten allein lassen oder in eine geeignetere Wohnsituation bringen. Umzug oder Neu-Zuhause.

Alles keine schönen Alternativen.
Vielleicht bekommt ihr eure Wohnung doch geteilt...

Schön ist anders.
 
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drakoniafabula

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Hallo Curie,

vielen Dank, dass du dir unseren ganzen Text durchgelesen hast. Charly und Alma saßen beide in verschiedenen Tierheimen in einer großen Katzengruppe. Wir teilen deine Gedanken mittlerweile komplett, weshalb wir wirklich am Überlegen sind ein paar Spannstangen und ein Katzennetz zu kaufen und in der oberen Etage erstmal ein Bereich für sie abzugrenzen, in dem wir das Netz in die Stangen spannen und diese zwischen Boden und Decke festklemmen. Allerdings wäre dies weiterhin blickdurchlässig. Fraglich, ob das helfen würde.

Viele Grüße,
Steffi
 
tiedsche

tiedsche

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Gibt es jemanden unter euch, der einen genauso oder ähnlich schwierigen Fall hatte? Wie ging es bei euch aus? Ich habe unzählige Berichte gelesen, doch selten vergleichbares.
Ihr habt eine durchschnittlich erwartbare Vergesellschaftungssituation und nix besonders kompliziertes;) Das mal zur Beruhigung?:)

Charly ließ sie also am Anfang sehr in Ruhe und Alma, zwar sehr scheu und wegrennend wenn man ihr zu nah kam, erkundete alles in ihrem Tempo. Doch leider, wir können gar nicht sagen wann genau es anfing, begann Charly irgendwann ihr Erkunden nicht mehr richtig zu dulden. Das muss etwa so 9 Tage nach ihrer Ankunft begonnen haben.
Auch daqs ist erwartbar.
Katzen taxieren sich erst und handeln dann...da passiert oft nach 1-2 Wochen.

Ihr habt viel probiert, euch viel Mühe gegeben, aber ohne Trennungsmöglichkeit mit Gittertür über einen "längeren Zeitraum" gibt es wenig Möglichkeiten.....
Die Katzen sind tagsüber wohl allein und es werden sich Mobbingroutinen einspielen. Die Kätzin kann scheinbar nicht dagegen halten...

Ohne euch eine Möglichkeit eure Wohnung in 2 Bereiche zu trennen zu überlegen kann ich euch nicht viel raten.
Wenn immer Jemand daheim wäre, würde es vielleicht auch eine Taktik geben, aber zumindest bei Abwesenheit muß man die Katzen trennen. Die Kätzin muß ein wirkliches Sicherheitsgefühl aufbauen können ,

weshalb wir wirklich am Überlegen sind ein paar Spannstangen und ein Katzennetz zu kaufen und in der oberen Etage erstmal ein Bereich für sie abzugrenzen, in dem wir das Netz in die Stangen spannen und diese zwischen Boden und Decke festklemmen. Allerdings wäre dies weiterhin blickdurchlässig. Fraglich, ob das helfen würde.
Wunderbar, tut das.
Und natürlich können und sollen sich die Katzen sehen.
Wenn das fertig ist laßt die Katzen erstmal zur Ruhe kommen und dann kanns weiter gehen .....Tipps und Tricks gibt's dann hier genug ;)
 
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drakoniafabula

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Hallo tiedsche,

auch dir ein großes Danke! In der Tat ist die meiste Zeit jemand Zuhause, da mein Freund im Schichtsystem arbeitet und ich Studentin mit einem kleinen Nebenjob bin. Es kommt selten vor, dass wir beide zeitgleich über einen längeren Zeitraum weg sind. Meist so 2-3h, wenn man mal Erledigungen machen muss oder jemanden besucht. Und dennoch gelingt es Charly immer mal wieder sie anzugehen. :(

Viele Grüße,
Steffi
 
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curie

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Blickdurchlässig ist gut!

Und dass beide in Gruppen gelebt haben ist auch gut!

Meine Hoffnung steigt ;)

Dann hat Charly schon mal gelernt, sich notfalls zu arrangieren.

Hier will er natürlich sein alleiniges Revier fremdkatzenfrei behalten, wie es vorher war.

Es muss praktisch jetzt über einen langen Zeitraum lernen, dass das andere Katzentier nicht verschwinden wird und dass er sie nicht vertreiben kann. Deshalb die stabile Trennung.

Irgendwann wird er das akzeptieren, wenn er es nicht ändern kann. Das schätze ich so ein, weil er es im TH auch musste.

Allerdings hatte er jetzt erst ein Alleinrevier und anschließend Erfolg im Vertreiben und Einschüchtern. Deshalb braucht ihr den längeren Atem und eine lange Gittertrennphase.

Wirklich nicht schön für das eigene Menschenleben.
Aber was tut man nicht alles...

Ich muss nochmal nachlesen, was genau ihr bauen wollt.
 
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tiedsche

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Es kommt selten vor, dass wir beide zeitgleich über einen längeren Zeitraum weg sind. Meist so 2-3h, wenn man mal Erledigungen machen muss oder jemanden besucht. Und dennoch gelingt es Charly immer mal wieder sie anzugehen.
Dann geht nur Gittertrennung. Das nimmt euch und den Katzen ne Menge Stress.
 
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drakoniafabula

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@curie & @tiedsche:

Was haltet ihr von dem Plan mit den Spannstangen und dem Netz? Ihr müsst euch das so vorstellen: man kommt die Treppe hoch, rechter Hand befindet sich die Küche und der Essbereich, linkerhand der Wohnbereich. Wir würden es sozusagen wie auf einer Balkonbrüstung festspannen. Direkt rechts am Treppenaufgang die erste Stange und 3 Meter geradezu an der Wand (dort trennt sich Essbereich und Wohnwand) die zweite. Dazwischen ein Netz gespannt und man hätte etwa 8qm nur für sie. Allerdings wäre es halt alles blickdurchlässig.
 
tiedsche

tiedsche

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Das klingt abenteuerlich.....Ein Käfig mitten im Raum stell ich mir für die Kätzin nicht gemütlich vor und eine Balkonbrüstungshöhe reicht auch nicht.
Kannst du mal nen Wohnungsgrundriss skizzieren und vielleicht auch diese Idee. Dann kann man vielleicht eine brauchbare Idee austüfteln.
(Ich würde ja das Schlafzimmer zum Abtrennen nehmen, wenn alles offen ist und er aufs Bett besteht, und solange im Wohnzimmer schlafen:cool: )

Davon abgesehen muß der Kater lernen auch mal mit geschlossenen Türen zu leben. Auch bei Krankheit muß es später möglich sein die Katzen mal kurzfristig zu separieren und dazu brauchts geschlossene Türen.
 
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drakoniafabula

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  • #10
Wir würden es dann deckenhoch machen. :) Es klemmt dann zwischen Boden und Decke. Aber du beschreibst eben genau das, was ich am Anfang auch meinte: "Ein Käfig im Raum stell ich mir nicht gemütlich vor." Das denke ich mir auf der anderen Seite eben auch. Ich habe mal eine Skizze der Wohnung gemacht (siehe Anhang). Unten grob, oben etwas genauer. Die rote Linie wäre dann das deckenhohe Netz. Der Bereich Küche und Esstisch ist eh der einzige in dem sie sich momentan bewegt und etwas sicherer fühlt.

Im Wohnzimmer zu schlafen ist für uns leider nicht möglich, vor allem nicht bei dem Schichtsystem meines Freundes. Da braucht er seinen Schlaf im Schlafzimmer, wenn ich mich im Rest der Wohnung bewege und er 1 Uhr oder so raus muss.

Charly kommt mit der geschlossenen Tür schon mal klar, aber eben nicht wenn wir beide uns darin aufhalten. Und wenn wir darin schlafen würden ohne ihn (wie gesagt: er schläft seit fast Anfang an jede Nacht bei uns, genauer gesagt im Arm meines Freundes) stelle ich mir das für ihn auch sehr hart vor. Er würde die Welt wahrscheinlich nicht mehr verstehen.
 

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aminas

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  • #11
Könntet ihr eine zeit getreennt schlafen? Jemand im wohnzimmer beim kater,der andere im schlafzimmer bei der katze?
 
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drakoniafabula

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  • #12
Die Option würde im äußerst letzten Fall bestehen, allerdings sehr schwierig sein mit dem Schichtsystem meines Freundes. Aber an sich: Ja, unter einigen Unannehmlichkeiten für uns würde diese Option an sich bestehen und wäre wahrscheinlich die einzige Lösung, dass Schlafzimmer womöglich als "Grenzraum" zu nutzen.
 
Mikkaela

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  • #13
Wir würden es dann deckenhoch machen. :) Es klemmt dann zwischen Boden und Decke. Aber du beschreibst eben genau das, was ich am Anfang auch meinte: "Ein Käfig im Raum stell ich mir nicht gemütlich vor." Das denke ich mir auf der anderen Seite eben auch. Ich habe mal eine Skizze der Wohnung gemacht (siehe Anhang). Unten grob, oben etwas genauer. Die rote Linie wäre dann das deckenhohe Netz. Der Bereich Küche und Esstisch ist eh der einzige in dem sie sich momentan bewegt und etwas sicherer fühlt.

Im Wohnzimmer zu schlafen ist für uns leider nicht möglich, vor allem nicht bei dem Schichtsystem meines Freundes. Da braucht er seinen Schlaf im Schlafzimmer, wenn ich mich im Rest der Wohnung bewege und er 1 Uhr oder so raus muss.

Charly kommt mit der geschlossenen Tür schon mal klar, aber eben nicht wenn wir beide uns darin aufhalten. Und wenn wir darin schlafen würden ohne ihn (wie gesagt: er schläft seit fast Anfang an jede Nacht bei uns, genauer gesagt im Arm meines Freundes) stelle ich mir das für ihn auch sehr hart vor. Er würde die Welt wahrscheinlich nicht mehr verstehen.

Hallo und herzlich willkommen :)

es wäre doch dann vielleicht besser das Alma sich oben aufhält und Charly unten, dann muß von Euch halt einer auch öfter im Untergeschoß bei Charly sein aber Alma kann sich in Ruhe im Wohnbereich einleben und sich dort heimisch fühlen. Dann bekommt sie auch etwas mehr Selbstvertrauen.
Und Charly hat Euch nach wie vor Nachts für sich alleine :grin:
 
Izz

Izz

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  • #14
Moinsen,
ich stolpere nur kurz mit einer Frage dazwischen (du hast soo ausführlich und deutlich geschrieben, danke dafür...aber für die Doofen :D, mach dir bitte die Mühe!)
Du schreibst das hier:
Der Mehr-Hunger führt nun dazu, dass er Alma wieder auf die Nerven geht. Er will an ihr Essen, sie lässt es nicht zu (faucht auch mal ordentlich zurück). Das passt ihm nicht, deswegen ist er gnaddelig. Folge: Es ist wieder wie vor den homöopatischen Mitteln. Sie kann sich nicht frei bewegen und traut sich auch nicht mehr es weiter zu versuchen.
Ich vermute, es gibt getrennte Fütterungen, wegen der Allergievermutung bei dem Kater? Er bekommt also nicht nur anderes Futter als die Katze, sondern wird auch in der Menge des Futters eingeschränkt?

Und kannst du bitte die Situation am Futternapf genauer beschreiben?
Ich will gern auch sagen, warum ich nachfrage: ich habe durchaus auch so eine Verpaarung daheim (mobbender Kater, sehr schüchterne Katze), allerdings relativiert sich das hier wirklich sehr durch den Freigang, das Platzangebot, und die weiteren Katzen.
Aber: meine schüchterne Katze würde niemals -wirklich niemals- wegen Futter den Kater anfauchen.
Ausnahme: er hat sie am Futternapf in die Ecke gedrängt. Oder (das gab/gibt es hier allerdings nie...also ist es nur Theorie) sie hat so dermaßen Kohldampf, das sie über ihren eigenen Schatten springt.

Darum meine Nachfrage. Geht es in dieser Situation um Hunger (und Futter wird hier zu einer so dermaßen wichtigen Resource für beide)? Oder ist eure Katze gar nicht so schüchtern, sondern kann durchaus austeilen?
 
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drakoniafabula

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  • #15
Hallo, danke für eure Antworten! :)

@Mikkaela: Das ist leider schwer realisierbar, da der Aufgang vor allem hinter der Couch (siehe Skizze) eine Brüstung mit Balken ist. Die zuzumachen ist logistisch in einer Mietwohnung schier unmöglich.

@Izz: Nein, dass mit der Allergie ist auch auf Umweltallergien u.ä. bezogen. Nicht nur auf Futter. Er bekommt Spezialfutter (verschiedene Sorten) für Futtermittelunverträglichkeit. Sie bekommt unterschiedliche Futtersorten. Die Menge ist bei beiden identisch. Beide kriegen jeweils einen Napf, werden aber zeitgleich sozusagen gefüttert. Da sie allerdings nur in ihren Verstecken ist, stellen wir ihr den Napf dann entweder unter den Schrank oder auf die Stühle. Sie muss also über keinen Schatten springen um an ihr Essen zu kommen. Charly hingegen tappert dann manchmal zu ihr und versucht auf die Stühle oder unter den Schrank an ihren Napf zu kommen, der Frechdachs. Man muss dazu sagen: Charly ist ein Vielfraß, der immer gleich alles aufisst. Alma ist eine feine Dame, die sich ihre Portion aufteilt und nicht gleich alles isst. Und nochmal zum Verständnis: Alma geht nicht an Charlys Futter, nur umgedreht.
 
tiedsche

tiedsche

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  • #16
Danke für den Grundriss.
Der abgetrennte Teil ist doch anders als in meiner Vorstellung. Es ist zwar klein, aber besser ein kleiner sicherer Raum, als den ganzen Tag gemobbt zu werden.;)
Mein erster Gedanke war auch die Stockwerke zu teilen.....aber die Forumserfahrung zeigt, dass die Katzen sich häufig mit der Teilung arrangieren und sich einfach aus dem Weg gehen.
Bei eurer Teilung begegnen sie sich zwangsläufig.
Ich würde es also genau so jetzt bauen.

Dann würde ich mich parallel mit dem "Allheilmittel" Clickern beschäftigen:)
Die Kätzin braucht mehr Sicherheit, mehr Selbstbewußtsein und Rückhalt/Bindung an euch. Nur so wird sie dem Kater Paroli bieten können (wenn ihr Glück habt) Clickern eignet sich dazu wunderbar.

Euer Kater muß, spätestens wenn das Gitter wieder weg ist, abrufbar sein. Denn durch die Gitterzeit löst sich das Mobbingproblem nicht automatisch auf.
Das Clickern mit ihm wird ihn auch me4hr auslasten und ausgepowerte sind besser zu befrieden:p

Hier ein wunderbarer Einstiegslink fürs Clickern - viel Spaß
(als Clicker geht auch nen Kuli o.ä.)
https://katzentraining.wordpress.com/2011/08/20/schritt-1/
 
Zuletzt bearbeitet:
ElinT13

ElinT13

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Stuttgart-Schmusungen
  • #17
Oh mann, was für eine Odyssee! Ich fühle mit Euch!

Das meist haben meine Vorredner schon gesagt, ich hätte noch eine kleine Anmerkung: wenn Ihr einen Bereich für Alma abtrennt, schafft bitte auch einen Bereich, in dem sie nicht von Charly gesehen werden kann. Ansonsten könnte es dazu kommen, dass Charly sie immer noch anstarren kann, was für sie genau so stressig ist. Und vergesst nicht, ihr noch ein Klöchen in den sichtgeschützten Bereich zu stellen.

Eine weitere aber aufwendige Methode wäre diese: Ihr kauft Euch eine billige Innentür, mit der Ihr die Badtür ersetzen könnt, baut dort eine Chipklappe ein, durch die nur Alma kann. Noch ein kleines Klöchen ins Bad und danach ist das Klo Sperrgebiet für Charly. Nachdem Alma gelernt hat durch die Klappe zu gehen und dass Charly sie da nicht hinverfolgen kann, wird sie sich sichtlich sicherer und ruhiger fühlen und dort hinflüchten, wenn es ihr zu bunt wird.

Ansonsten schließe ich mich Tiedsche an. Generell: belohnt jede nicht-aggressive Begegnung (aber Vorsicht! angelegte Ohren, Starren, Fauchen, sogar Über-den-Kopf-lecken kann aggressiv sein - bitte genau beobachten, wie sie sich verhalten).
 
D

drakoniafabula

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  • #18
Hallo, ich wollte euch nur das neueste Update geben: Leider mussten wir Alma wieder abgeben, da Charly plötzlich sehr krank und dadurch noch aggressiver wurde. Aber die gute Nachricht: Wir hätten es nie übers Herz gebracht sie zurück ins Tierheim zu bringen, deswegen haben wir alles gegeben und ein bekanntes Pärchen recht schnell für den Gedanken erwärmen können, ihr ein neues Zuhause zu bieten. Dort lebt sie nun seit einer Woche und kam wohl auch schon vorsichtig raus. Es tut immer noch sehr weh, aber so können wir sie immer besuchen und es war nicht umsonst.
 
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Starfairy

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  • #19
Manchmal ist es einfach so, das es mit 2 Katzen nicht paßt. Um der Katzen willen muß man dann einfach einen Schlußstrich ziehen.
Macht euch keine Vorwürfe, man kann es einfach nicht voraussehen.

Aber es ist echt toll, das ihr ein Zuhause für die scheue Maus gesucht und gefunden habt.

Alles Gute für eueren Charly, hoffentlich geht es ihm bald wieder besser!
 

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