Unser Kater dreht sofort durch wenn er den Erstkater sieht...

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mattl1980

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Hallo zusammen.

In meinem Fall muss ich leider das Forum um Rat fragen. Doch zunächst einmal die Situation.
Schwiegereltern haben einen ca. 10 Jahre alten Kater "Mogli" vom Typ her gemütlich, dick und ein ziemlicher Schisser
Unser Kater kommt aus dem Tierheim ca. 1-2 Jahre alt "Toni" vom Typ her schwankt zwischen Schmusekater und Killerkater; hinzu kommt noch dass der Arme eine chronische Gingivitis und Stomatitis hat (auch da haben wir schon alles mögliche probiert von Homöopathie, Propolis usw.), aufgrund dessen, dass er nicht wirklich mehr gefressen hat, wurden ihm alle Zähne bis auf die Reißzähne entfernt, seit dem ist er aber Gott sei Dank wieder normal.
Das Ganze findet in einem Einfamilienhaus statt wobei oben unsere Wohnung ist und unten die der Eltern mit speziell für Katzen eingezäunten Garten.
Bei uns oben hab ich einen kleinen Katzenbalkon aus Holz gebaut, damit unser Toni a bissl rausschauen kann.

Geholt haben wir ihn im Februar vom Tierschutzverein. Dort war er mit 7-8 anderen Katzen in einem Raum und hat sich dort wohl mit allen vertragen. Wir haben ihn dann die ersten 3 Tage bei uns oben in der Wohnung zunächst eingewöhnen lassen. Am vierten Tag wollten wir einfach einmal versuchen wie die zwei Kater untereinander reagieren. Hierbei hätten wir eigentlich gedacht, dass unser Neuankömmling Schiss bekommt (von der Statur her die Hälfte vom alten Kater). Jedenfalls hat er den nur gesehen und ist auf den los wie die Feuerwehr. Das ging durch's ganze Haus. Im Keller hat dann der Große noch vor lauter Panik hingepinkelt.

Nach diesem Vorfall haben wir die beiden wieder getrennt, also Toni durfte dann die nächsten Tage wieder nur bei uns der Wohnung bleiben. In der Zeit haben wir uns dann über Internet und Tierpsychologen etc. schlau gemacht wie man die Junge zusammenführen könnte. Da war alles dabei von Feliway, Gerüche austauschen (mit Decken, Tüchern), Bachblüten usw. wir hatten dann sogar uns eine spezielle Tür mit einem Katzennetz gebaut, so dass sie sich ansehen und beschnuppern könnten ohne, dass was passieren kann. Der Problem war nur, dass Mogli so panisch ist, dass er nicht mal in die Nähe der Türe gegangen ist.

Zudem haben wir dann Toni mit einem Katzengeschirr in den Garten genommen. Sobald Mogli ihn sah, ist dieser schnurstracks wieder ins Haus gerannt und nicht mehr rausgekommen. Ab da hat das unseren Kater auch gar nicht mehr interessiert. Der war total begeistert vom Garten. Nun gut wir hatten ja gelesen, dass so eine Zusammenführen einfach eine Weile brauchen würde, also haben wir die Geschichte mit der Leine usw. einfach eine Zeit lang weitergemacht. Oftmals hatte man dann den Eindruck als ob ihm der Mogli nicht mehr ganz so wichtig war, man hat gemerkt wie er manchmal im wieder am liebsten hinterher würde und manchmal war's im eben schon egal. Wir sahen das ja schon einmal als Fortschritt an.

Nun ja irgendwann wurde dann mal vergessen die Türe zwischen den beiden zuzumachen. Unser Toni nutzte das natürlich aus und wollte dann über die Elternwohnung in den Garten und muss dort dann wohl wieder direkt auf den Mogli losgegangen sein. Wie bekannt ist dieser ja ein Schisser und so hat der ihn wohl voll von hinten gepackt und ihn dermaßen in den Schwanz gebissen, dass es geblutet hat (wohlgemerkt obwohl er die Gingivitis hatte). Danach war natürlich die Familienidylle erst mal wieder total im Eimer. Nun wurde wieder darauf geachtet, dass die zwei sich erst einmal nicht mehr sehen. Wie alle dachten evtl. ist unser Toni in der Hinsicht nur so aggressiv wegen seinen Schmerzen wegen der Gingivitis und zudem wusste ja keiner was er vor seinem Aufenthalt im Tierheim erlebt hat.


Wieder ein paar Wochen weiter kam ein dritter Kater ins Haus, Alter 12 Wochen (ja die Schwiegerleute wollten unbedingt noch eine Katze). Um es kurz zu machen, wir probierten dann auch nach 3-4 Tagen aus wie unser Toni auf ihn reagieren würde und hatten eigentlich schon richtig Angst um den Kleinen. Doch wider erwarten beschnupperten die sich kurz und fingen dann sofort an zu spielen und zu blödeln, also war unser Kater dann doch nicht generell aggressiv anderen gegenüber. Diese zwei sind bis heute noch beste Freunde und raufen und spielen ohne Probleme miteinander. Mogli von unten hatte da deutlich mehr Schwierigkeiten sich an den kleinen Neuankömmling (ach ja "Speedy" heißt er) zu gewöhnen doch auch hier passt das soweit.

Also versuchten wir wieder Mogli und Toni einander näher zu bringen und zwar diesmal mit Leckerlis. Das sah dann so aus, dass wir Mogli mit Leckerlis aus der Reserve lockten und Toni eben auch entsprechend ablenkten. Das klappte auch wunderbar. Toni an der Leine und Mogli waren teilweise schon auf 2 Meter Entfernung nebeneinander. Ab und zu hat man aber eben noch gemerkt, dass unser Toni auf ihn losgehen würde, aber zumindest ein Teilerfolg. Mir war wohl bewusst, dass so was eine Zeit lang dauern kann,schließlich hatte Mogli ja nicht unbedingt gute Erfahrungen mit unserem Spinner gemacht.

Wie dem auch sei wir hatten das Ganze mal 3-4 Tage trainiert und waren über den Fortschritt schon recht angetan, bis wieder jemand vergessen hatte die Tür zuzumachen und dann ist es eben wieder passiert, dass unser Toni sich Mogli gepackt hat. Zu diesem Zeitpunkt hing dann der Haussegen richtig schief, weil die Schwiegereltern verständlicherweise an ihrem Kater hängen und wir an unserem. Hat jetzt zwar nichts mit der Zusammenführung an sich zu tun, nur hatten wir eben nicht vergessen die Türen immer zuzumachen. Zudem hatten wir eben ausgemacht, dass wir da zumindest einmal ein paar Wochen das intensiv trainieren dürfen mit den Beiden. Das hat dann aber keinen mehr interessiert und es hat geheißen unser Toni muss weg (ich war davon überhaupt nicht begeistert, schließlich hatte ich nie die Möglichkeit bekommen wirklich mal mit den Zweien zu arbeiten; wobei das mit den Leckerlis echt vielversprechend war). Letztendlich brachten es aber auch sie nicht übers Herz den Toni wegzugeben und wir vereinbarten, dass der Toni tagsüber wenn wir nicht da waren bei uns oben in der Wohnung ist. Der Speedy kam dann des Öfteren als Spielkamerad hoch. Abends sind wir dann mit Toni immer rausgegangen.

So um dem Ganzen dann noch die Krone aufzusetzen war für unten noch ein dritter Kater (6 Monate als; Simba) angedacht. Zusammenführen lief genauso wie bei Speedy, unser Toni machte nix, im Gegenteil der neue fauchte und knurrte und unserer guckte nur doof. Mittlerweile spielen und blödeln die zwei auch miteinander rum, also auch da ist alles OK. Im Augenblick ist der Kater mit unserem oben in der Wohnung. In den letzten Wochen waren dann diverse Sachen, wie Tonis Zahn-OP, Durchfall Speed, dann noch Schnupfen beim Toni die verhinderten, dass ich die Zusammenführung weiter trainieren konnte. Um sicher zu gehen, dass nix passiert sollten die Katzen im Moment tagsüber durch die Wohnungen getrennt bleiben. Es wurde sich während wir (sprich ich und Freundin) in der Arbeit waren nicht daran gehalten und es passierte was passieren muss. Die Kater von oben durften im Hausflur rumlaufen und die Tür von der unteren Wohnung wurde mal wieder aufgelassen, bzw. der Kater ist nicht langsam und huschte durch die Lücke und wieder biss er den Mogli in den Schwanz. Aktueller Stand ist wohl, dass wir unseren Toni hergeben sollen und irgendwie wird die Belastung für die Familie immer größer, allerdings stören mich da so einige Dinge...

- Wie ja schon erwähnt verträgt er sich mit den anderen zwei Katzen super und ist die Ruhe selbst, nur beim Mogli tickt er sofort aus und das von Anfang an
- Ich habe gesagt, dass das alles Zeit braucht (vielleicht klappt es auch gar nicht, aber bisher gab es nie die Möglichkeit mal wirklich intensiv mit den 2 für einen längeren Zeitraum zu arbeiten)
- Durch diese Unachtsamkeiten und die Folgen fängt man halt immer wieder bei 0 an
- Ich darf auch dem Mogli nicht zuviel Angst machen, sprich er darf den Toni net so oft sehen wegen psychischer Belastung

Jetzt nach dieser langen Geschichte würden mich einmal die Meinungen interessieren. Wie oder was soll man da noch machen? Wir verstehen und mit den Eltern supergut, nur bei dem Thema wenn was mit dem Mogli passiert dann schalten sie voll auf Durchzug. Wie aussichtsreich ist überhaupt so ein Training wenn der Toni auf ihn schon so krass reagiert? Der Toni fühlt sich oben in der Wohnung sicher nicht unwohl, aber auf Dauer will ich ihm die Möglichkeit geben draußen zu sein. Der ist so ein lieber Kerl und wenn's dann ums Thema weggeben geht frag ich mich schon, wer will denn schon nen Kater mit chronischer Krankheit und dann weiß man ja nie ob derjenige wirklich gewillt ist immer für Arztkosten aufzukommen, also ich seh ihn deswegen als schwer vermittelbar an? Ich krieg da einfach Bauchschmerzen...
Letztendlich bin ich für alle Ratschläge in irgend einer Weise dankbar.

DANKE und Liebe Grüße
Mathias
 
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Mikesch1

Mikesch1

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Uff, was für ein Drama :( Mir fällt da so auf Anhieb nichts ein. Vielleicht noch ein weiteres Mal eine langsame Zusammenführung? Aber dann darf niemand vergessen, die Tür zuzumachen!

Ich schieb mal. Hier gibt es Foris, die kennen sich mit so etwas besser aus und können Dir sicher noch Ratschläge geben. :)
 
Mikesch1

Mikesch1

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Ich schieb Dich nochmal :)

Hat denn sonst keiner hier einen Rat oder Tipp :confused:
 
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Ina1964

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Welche Bachblüten wurden denn seinerzeit gegeben?

Ich fürchte, dass hier eine ganz spezielle Antipathie vorliegt, wo die Chemie einfach nicht stimmt. Da Tobi sonst offenbar mit allen klarkommt, sehe ich nur wenig Ansatz, um die beiden doch noch friedvoll aneinander zu gewöhnen. Das ist halt manchmal leider so, genauso wie bei manchen Menschen...
 
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mattl1980

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Hallo,

erst einmal Danke für die ersten Antworten. Wegen den Bachblüten müsste ich nochmal meine Freundin fragen.

Das Ganze ist trotzdem irgendwie eigenartig. Wenn ich unserem Toni irgendwas mit dem Geruch vom Mogli geben macht er gar nix oder manchmal leckt er des sogar ab, aggressiv ist er da überhaupt nicht. Beim Mogli funktioniert das sagen wir mal 50/50 also macht auch nichts oder faucht und knurrt den Gegenstand an.
Was ich mir da auch noch vorstellen könnte: Toni hat von seinem Balkon natürlich einen Ausblick auf den Garten und sieht dort den Mogli des öfteren, kann es vielleicht sowas wie Neid sein?
Mittlerweile glaube ich auch, dass Toni gar nicht wirklich den Drang hat rauszugehen. Ich geh mit ihm vor's Haus, da wären auch noch genug Felder, Wiesen usw. in unmittelbarer Nähe (50 m weg), aber er geht dann nur für ein paar Minuten im Vorgarten umher und will dann wieder rein, nur im eigenen Garten kriegt man ihn nicht mehr rein.
...ich sag ja ich krieg noch nen Vogel mit den Spinnern :grin:
 
Balli

Balli

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Bei so einer verfahrenen Situation würde ich nochmal trennen und Zylkene einsetzen und dann nochmal langsam neu zusammenführen.
Obs klappt? Unsicher. Mit Zylkene eventuell schon. Einen Versuch wäre es wert.
 
I

Ina1964

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"Was ich mir da auch noch vorstellen könnte: Toni hat von seinem Balkon natürlich einen Ausblick auf den Garten und sieht dort den Mogli des öfteren, kann es vielleicht sowas wie Neid sein?"

Das kann ich mir nicht vorstellen. Zum einen ist der Sehsinn bei Katzen nicht so ausgeprägt wie bei uns Menschen, eine Katze geht eher nach Gehör. Zum anderen ist eine Katze meiner Ansicht nach nicht in der Lage, aus der Situation den Schluss "Neid, dass Mogli im Garten ist" zu ziehen.
 

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