Überlegungen vor dem ersten Freigang

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Kare

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Hallo!

Uns war von Anfang an klar, dass unsere Katzenmädchen Freigänger werden sollen. Sie sind sechs und sieben Monate alt, kastriert, gechipt und geimpft (in zwei Wochen kommt noch die zweite FiV und FeLV Impfung, dann sind sie komplett grundimmunisiert). Jetzt habe ich mir dazu schon ein paar Gedanken gemacht, aber vielleicht gibt es noch ein paar Tipps oder jemand kann mich auf etwas wichtiges Hinweisen, was wir vergessen haben.

Unser alter Kater hat fast 18 Jahre als Freigänger bei uns gelebt, er hat die aller meiste Zeit draußen verbracht – er kam aber auch vom Reiterhof und kannte nur „draußen“. Ich denke unsere Umgebung ist gut geeignet. Wir wohnen an einer schmalen, relativ eng zugeparkten Straße, direkt an einer 90° Kurve. Tempolimit ist 30 – da gibt es auch mal Idioten die schneller fahren, aber es hält sich in Grenzen. Die nächste 50er Zone ist in eine Richtung etwa einen Kilometer, in die andere Richtung gut 500m entfernt. Hinter unserem Haus mit großem Garten stehen Reihenhäuser und es gibt einen Parkplatz, sonst nur Friedhof Fußwege und Sackgassen bzw. Straßen, die nicht stark befahren sind bzw. hauptsächlich von Anwohnern genutzt werden. Wir wohnen im ersten Stock. Geplant ist eine Katzenklappe im Badezimmerfenster die mit einer Katzenleiter/Treppe zugänglich gemacht werden soll und direkt zu uns in den Garten führt. Soviel zu den Voraussetzungen.

Meine größte Sorge ist, dass die beiden sich draußen nicht zu Recht finden, da sie bis jetzt ausschließlich die Wohnung kennen. Nun habe ich mehrfach gelesen, dass von Leine und Geschirr abzuraten ist… zwei Sets liegen aber schon bei uns zuhause und ich habe beiden schon ein paar Mal in der Wohnung das Geschirr angezogen, damit sie sich daran gewöhnen – scheint die beiden auch nicht extrem zu behindern – da waren die Bodys nach der Kastration um einiges schlimmer. Mir wäre es schon lieb, wenn ich vorher gucken könnte, wie sie sich bei Autos und u.U. auch bei fremden Hunden verhalten (die eigenen Hunde kennen sie ja und haben keine Angst – ob sie das auf jeden Hund übertragen?). Dass ich mit den beiden nicht Gassi gehen kann wie mit einen Hund ist klar, aber zumindest den Garten könnten sie so schon mal an der Flexileine erkunden und ich könnte schauen, wie sie sich verhalten.

Wie gesagt ist eine Katzenklappe geplant und ich fände es gut, wenn die beiden über Nacht in der Wohnung wären. Bestimmt gibt es welche, bei denen eine Zeitschaltuhr dabei ist. Da ist meine Frage aber, ob Katzen vielleicht nicht so clever sind, dass sie irgendwann lernen „wenn ich abends reinkomme, kann ich nicht mehr raus“ und dann abends gar nicht wiederkommen.

Kann jemand eine Katzenklappe empfehlen, die auf den Chip der Katzen programmiert werden kann und bei der man auch einstellen kann, von wann bis wann sie in welche Richtung auf geht?

Sollte der erste Freigang dann auch direkt über die Katzenklappe laufen, oder ist es sinnvoller mit den Katzen zusammen aus der Wohnungstür rauszugehen und diese erstmal offen stehen zu lassen? Die Wohnungstür führt halt leider nicht zu uns in den Garten wie die Katzenklappe, sondern auf einen Parkplatz.

Mit dem Freigang werden wir wohl bis zum Herbst warten, dann sind die beiden ca. 1 Jahr alt und hoffentlich halbwegs vernünftig.

Bis dahin wollte ich mich nochmal mit den Nachbarn besprechen. Unsere Nachbarn gegenüber haben Zwergkaninchen, die im Sommer draußen sind. Da muss ich wohl auf jeden Fall mal schauen, wie gut die Tiere gesichert sind und ggf. anbieten eine Abdeckung zu kaufen (ist mir lieber das zu bezahlen, als dann ein Kaninchen ersetzen zu müssen…). Das gleiche bei unseren direkten Nachbarn, die neu zugezogen sind und einen Sandkasten für ihre Kinder im Garten haben. Mit zwei anderen Nachbarn müssen wir dann wohl auch reden, dass sie die Katzen bitte nicht füttern, damit die beiden lernen, dass es Futter nur zuhause gibt.

Vor einer Weile haben wir den Balkon ausbruchsicher eingenetzt, damit wir den überhaupt noch benutzen können. Das finden beide Katzen super und balancieren liebend gern auf dem Geländer. Wäre ein ungesicherter Balkon bei einer Höhe von 2-3 Metern vertretbar? Ich denke wenn sie erstmal draußen rumlaufen und –klettern, lernen sie wohl Höhe richtig einzuschätzen? Ggf. Wäre es möglich auch am Balkon eine Katzentreppe anzubringen.

Hoffe ich habe jetzt nichts vergessen, falls doch, wäre ich mehr als Dankbar für Tipps.

Liebe Grüße
Kare

Edit: Ich habe angefangen, die beiden vor dem Füttern mit der Hundepfeife "zu rufen", bin mal gespannt, ob das dann später auch noch funktioniert.
 
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TwoFs

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Hallo,
so ähnliche Überlegungen habe ich mir auch gemacht. Hier wurde mir von Katzenleine abgeraten. Es war schönes Wetter, also Sitzplatztür aufgelassen, rausgehockt und beide erforschten die Welt, aber nur in der Nähe. Sie kamen dann wieder mit rein und dann war auch gut.

Dann haben wir unsere Katzenklappe (per Chip) programmiert, mit vielen Leckerlis beide durchgelotst (mein Freund in der Wohnung, ich draussen). Beide wissen, wo ihr zu Hause ist, sie hören zwar immer noch auf nichts, aber sie kommen immer wieder zurück bis jetzt. Tagsüber eher drin oder nur kurz raus, abends dann länger draussen, so ca. Mitternacht oder so rum (so wie wir wach sind) sind dann beide drin und bleiben es auch so wie ich es mitbekomme *g*
 
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Kare

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Das Durchlocken würde sich aus dem ersten Stock wohl eher schwierig gestalten :D Aber vielleicht kann man ja mit der Katzenklappe üben, bevor sie eingebaut ist.

Kann mir auch vorstellen, dass Katzen nachts lieber draußen sind. Es würde ja reichen, wenn sie irgendwann zum Abendessen reinkommen und dann nicht mehr rauskönnen. Ob das um 21, 23 oder 24 Uhr ist, wäre ja nicht so wichtig.
 
Variatio

Variatio

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Hallo Kare!

Schön, dass deine Mädels bald raus dürfen. :)

Ich denke unsere Umgebung ist gut geeignet. Wir wohnen an einer schmalen, relativ eng zugeparkten Straße, direkt an einer 90° Kurve. Tempolimit ist 30 – da gibt es auch mal Idioten die schneller fahren, aber es hält sich in Grenzen. Die nächste 50er Zone ist in eine Richtung etwa einen Kilometer, in die andere Richtung gut 500m entfernt.
Klingt so, wie bei mir. Meine beiden haben auch durchaus Respekt vor dem 30er-Verkehr, und kucken immer schön rechts und links, bevor sie über die Straße gehen. ;)
Nee, im Ernst: Erst heute Morgen ist Sheldon mit mir zusammen raus, ist einmal um's Auto, und beim Losfahren hab' ich beobachtet, wie er 20m auf dem Gehweg die Straße entlang geht, bevor er ab in die Büsche ist. Alles gut.

Geplant ist eine Katzenklappe im Badezimmerfenster die mit einer Katzenleiter/Treppe zugänglich gemacht werden soll und direkt zu uns in den Garten führt. Soviel zu den Voraussetzungen.
Ist bei mir so ähnlich. Im Keller durch eine Klappe im kleinen Fenster in den Garten raus, funktioniert prima.

Meine größte Sorge ist, dass die beiden sich draußen nicht zu Recht finden, da sie bis jetzt ausschließlich die Wohnung kennen.
Ach wo, das sollte kein Thema sein. Als Sheldon das erste Mal nach einer Woche ausgebüxt ist, ist er den halben Tag um das Haus geschlichen, und wollte wieder rein. Eine Woche später, als sie dann regulär raus durften, haben sie die Umgebung stück für Stück mehr erkundet. Und der Hunger (oder Kuscheldefizit) treibt sie regelmäßig wieder zurück.

Wie gesagt ist eine Katzenklappe geplant und ich fände es gut, wenn die beiden über Nacht in der Wohnung wären. Bestimmt gibt es welche, bei denen eine Zeitschaltuhr dabei ist.
Den geregelten Ausgang habe ich am Anfang auch geführt. Also wenn abends beide da sind, Türe zu und sie blieben drin. Das habe ich aber nach weiteren 2 Wochen auch sein lassen, die wissen schon selbst genau, wann sie am liebsten drin oder draußen sind.

Ich bin da aber auch ziemlich schmerzfrei, auch wenn ich Curie hin und wieder mal ein paar Tage nicht sehe, mache ich mir da keine Sorgen. Bisher kam sie immer zurück. ;)

Allerdings: Katzen sind dämmerungsaktiv, sind also vor allem abends gerne lange aktiv, und pennen dann tagsüber (faules Volk! :rolleyes: ). Wenn sie also in ihrer Lieblings-Draußen-Zeit in der Wohnung sein müssen, wären sie vermutlich nicht so glücklich.

Sollte der erste Freigang dann auch direkt über die Katzenklappe laufen, oder ist es sinnvoller mit den Katzen zusammen aus der Wohnungstür rauszugehen und diese erstmal offen stehen zu lassen?
Das mit der Katzenklappe müssen sie vor allem erst einmal lernen. Meine haben 2 Wochen gebraucht, bis sie tatsächlich bei geschlossener Klappe selbst durch sind.
Daher würde ich die Klappe zuerst mit Klebeband/Faden/... hochbinden, dass deine Mädels ohne Widerstand durch können, und das dann im Laufe der Tage langsam senken, dass sie merken, dass es normal ist, dass sie die Klappe erst einmal aufstoßen müssen und es sich dann am Rücken komisch anfühlt.

Bis dahin wollte ich mich nochmal mit den Nachbarn besprechen.
Guter Plan.
Ich hab' meinen einen Nachbarn, die Angst um ihre Stuhlpolster hatten, auch gesagt, dass sie gerne eine Spritzpistole einsetzen sollen, um ihren Garten katzenfrei zu halten. Das scheint auch gut zu funktionieren, die beiden meiden den Garten, soweit ich das sehen kann.

Wäre ein ungesicherter Balkon bei einer Höhe von 2-3 Metern vertretbar? Ich denke wenn sie erstmal draußen rumlaufen und –klettern, lernen sie wohl Höhe richtig einzuschätzen? Ggf. Wäre es möglich auch am Balkon eine Katzentreppe anzubringen.
IMHO sollte das auch kein Problem sein. Katzen sind ja keine Porzellanpuppen, auch wenn sie manchmal weniger elegant sind, als man es ihnen mitunter zuschreibt. :rolleyes:
Und wenn ich sehe, wie meine auf den Bäumen hinter dem Garten herumklettern, sollte ein Balkon mit 2-3 Metern das geringste Problem sein.

Viel Spaß bei den ersten Freigängen, die beiden Mädels werden sich freuen! :)
 
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Kare

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Ach wo, das sollte kein Thema sein. Als Sheldon das erste Mal nach einer Woche ausgebüxt ist, ist er den halben Tag um das Haus geschlichen, und wollte wieder rein. Eine Woche später, als sie dann regulär raus durften, haben sie die Umgebung stück für Stück mehr erkundet. Und der Hunger (oder Kuscheldefizit) treibt sie regelmäßig wieder zurück.

Dass sie nicht wiederkommen ist noch nicht mal meine größte Sorge, denke der Hunger treibt sie zurück, sondern dass sie keine Angst vor Autos, Fahrrädern und fremden Hunden haben – einfach weil sie das nicht kennen. Gerade am Anfang wurde vom Balkon aus jedes Auto und jeder Fahrradfahrer genau beobachtet. Ist zwar weder in der Hunde- noch in der Katzenerziehung meine Art, aber ggf. müsste man das dann mit einer positiven Strafe verknüpfen (z.B. durch hupen, damit sie sich einmal ordentlich erschrecken?) :-/

Den geregelten Ausgang habe ich am Anfang auch geführt. Also wenn abends beide da sind, Türe zu und sie blieben drin. Das habe ich aber nach weiteren 2 Wochen auch sein lassen, die wissen schon selbst genau, wann sie am liebsten drin oder draußen sind.

Allerdings: Katzen sind dämmerungsaktiv, sind also vor allem abends gerne lange aktiv, und pennen dann tagsüber (faules Volk! :rolleyes: ). Wenn sie also in ihrer Lieblings-Draußen-Zeit in der Wohnung sein müssen, wären sie vermutlich nicht so glücklich.

Denke besonders am Anfang würde mir das halt etwas Sicherheit geben, wenn die beiden Abends/Nachts zuhause sind. Aber du hast wohl recht, das wird sich bestimmt schnell geben. Wobei die beiden Nachts ab ca. 24 Uhr tatsächlich schlafen und erst morgens wieder wach sind und hungrig vor der Schlafzimmertür warten.

Guter Plan.
Ich hab' meinen einen Nachbarn, die Angst um ihre Stuhlpolster hatten, auch gesagt, dass sie gerne eine Spritzpistole einsetzen sollen, um ihren Garten katzenfrei zu halten. Das scheint auch gut zu funktionieren, die beiden meiden den Garten, soweit ich das sehen kann.

Glücklicherweise sind viele Nachbarn unseren Katzen gegenüber positiv eingestellt, auch unser altes Katerchen war in der ganzen Nachbarschaft bekannt und wurde hier und da mit durchgefüttert. Das finde ich auch grundsätzlich nicht tragisch, wäre aber grade am Anfang blöde, wenn sie sich woanders satt fressen. Als wir das Katzennetz angebracht haben, kamen einige zum gucken und die Reaktionen waren meist, dass es sie freut, wenn wir wieder Katzen am Hof haben. Die Nachbarn mit kleinen Kindern kommen bei schönen Wetter auch immer vorbei um hier im „Nachbarschaftszoo“ die Tiere zu beobachten, irgendein Vierbeiner ist immer auf dem Balkon. Nur eine hat etwas entsetzt gefragt, ob das mit zwei Hunden und zwei Katzen in der Wohnung nicht ein bisschen viel ist… naja, muss ihr in soweit recht geben, als dass ich mich schon sehr darauf freue, wenn die Kätzchen endlich raus dürfen :p

Letztlich denke ich, dass Freigängerkatzen halt etwas sind, was man in Kauf nehmen muss, wenn man aufs Land zieht und so ganz unnütz sind sie ja nicht (so haben unsere Nachbarn z.B. einen Stall mit einigen Pferden, und obwohl sie selbst drei Katzen haben, merkt man es schon deutlich, dass Felix „fehlt“ – die Podencohündin einer Freundin hat letztens zum ersten Mal ziemlich deutlich gezeigt, dass wir bei uns auf dem Hof wohl einiges an Mäusen haben, auch meine Oma musste diesen Winter erstmals wieder Fallen aufstellen), aber ein bisschen Rücksicht ist sicherlich nicht verkehrt, selbst wenn man nur guten Willen zeigt.


IMHO sollte das auch kein Problem sein. Katzen sind ja keine Porzellanpuppen, auch wenn sie manchmal weniger elegant sind, als man es ihnen mitunter zuschreibt. :rolleyes:
Und wenn ich sehe, wie meine auf den Bäumen hinter dem Garten herumklettern, sollte ein Balkon mit 2-3 Metern das geringste Problem sein.

Das hört sich doch gut an, vielleicht gewinnen sie bis zum Herbst auch noch etwas an Körpergefühl, denn ihnen zu verbieten aufs Geländer zu hopsen hat sich als nicht durchführbar erwiesen ^^
 

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