Trixi

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demisto

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Hallo Forum ;-)

Fast ein Jahr ist es her, als Lilli mit ihren Zwergen über die Notfellchen-Ecke im Forum ihren Platz und schließlich für die Kitten ein neues Zuhause fand. Die folgende Geschichte hat viele Parallelen und ist doch ganz anders. Ich hätte sie auch bei den Freigängern einstellen können oder bei den Notfellchen oder in der Rubrik Widlkatzen, wenn es diese irgendwo gibt, denn Trixi ist eine wilde Katze... :smile:

Trixi

Irgendwann im letzten Herbst fühlten wir und unsere vier Katzen, Minka, Domino, Merle und Lilli uns erstmals beobachtet. Die Katzen waren ziemlich aufgeregt. Sie saßen auf dem Fensterbrett, dem Katzenbaum und dem Aquarium und blickten mit weit aufgerissenen Augen alle aus dem Fenster in Richtung Hof. Auf dem Dach der Veranda, also eigentlich des Zwischenbaus von Wohnhaus und Kaminzimmer, saß eine bunte Katze. Sie war noch sehr jung und es war nicht zu unterscheiden, ob es sich um ein Katerchen oder um ein Kätzchen handelt. Genau so wenig war bekannt, wohin das Kätzchen gehört und wo es sein Quartier hat. Das Kätzchen hatte dementsprechend auch keinen Namen und niemand vermisste es. Die Farbe des Tieres ist sehr interessant. Überwiegend weiß mit roten und schwarzen Flecken. Da sie uns nicht gehört, hatten wir eigentlich auch keinen Grund, ihr einen Namen zu geben. Die „Bunte“ war also kein Name sondern eine Bezeichnung, mit der ich dann später meiner Frau sagte, dass der Besuch wieder einmal da war. Da sie deutlich dreifarbig war, nennen wir sie inzwischen aber Trixi, in Anlehnung an tricolor.
Von der Aufregung unserer Katzen, die sich auch dadurch nicht änderte, dass die Trixi öfter mal vorbei schaute, ließ sie sich nicht anstecken. Ich war von Beginn an der Meinung, es könne sich um ein Mädchen handeln während meine Frau inständig hoffte, es würde sich ein Kater daraus entwickeln.
Der Winter verging und Trixi kam nun öfter bei uns vorbei. Dann bemerkten wir, dass es sich höchstwahrscheinlich doch um ein Mädchen handelt und dass dieses Mädchen irgendwann einem Kater nicht ausweichen konnte. Nach wie vor waren alle anderen Fragen offen, doch nachdem zu sehen war, dass es demnächst noch weitere Probleme geben wird, begannen wir Trixi zu füttern. Anfangs war sie sehr scheu, wie es sich für eine wilde Katze gehört. Sie verschwand sofort, wenn sich ein Mensch näherte und kam erst wieder, wenn die Luft rein war. Unsere vier Altkatzen, die natürlich Freigänger sind, störten Trixi nicht. Es gab kein Gefauche, keine Angriffe und auch keine Fluchten. So konnte es passieren, dass unsere Minka mit eingerolltem Schwanz einen Meter vor dem Napf saß und zusah, wie Trixi fraß. Und sie konnte viel fressen. Dabei war es ihr egal, was es war. Eine komplette 400 gr Büchse und aus einer zweiten noch ein gutes Teil war keine Seltenheit. Wenn sie fertig war drehte sie sich um und verschwand über die Pergola, das Verandadach und eine Mauer in Richtung der Nachbarn, von wo aus es in unbekannte Richtung weiter ging.
Es näherte sich die Zeit, in der wir im Vorjahr Lilli mit ihren vier Kitten als Notfellchen kennen lernten und bis in den Sommer zu Gast hatten. Dann waren die Kitten vermittelt und Lilli blieb bei uns. Am 26. April, dem Tag, an dem Lilli ein Jahr zuvor ihre Kitten zur Welt brachte, bekam auch Trixi ihre Kinder. Als sie zum Futternapf kam, sah sie etwas blutig, struppig und deutlich dünner aus als noch am Tag zuvor. Ihr Hunger hatte hingegen zugenommen.
Unsere Nachbarin beobachtete die Geschichte mit der bunten Katze ebenfalls recht interessiert. Ihre Enkelkinder Eric und Sophie lieben Katzen über alles, doch Eric hat eine schlimme Katzenhaarallergie, so dass es nicht in Frage kommt, ein Kätzchen im Haus aufzunehmen. Dennoch sind die Kinder voll begeistert und ihre Oma steht dem nicht im Geringsten nach. Regelmäßig fragt die Oma bei uns nach Trixi und ihren Kindern, doch wir können ihr nur sagen, dass Trixi jeden Tag morgens und abends zum Fressen kommt und danach sofort wieder verschwindet. Dann fand sich das Versteck von Trixi im Garten der Nachbarin, in einem Steinhaufen. Dort lagen die Kitten und waren zum Teil noch richtig blind. Es waren rote und dreifarbige Babys. Wie viele, haben wir anfangs nicht genau sehen können, denn im Steinhaufen war es dunkel, dann lagen die Zwerge als Knäuel darin und wir wollten Trixi nicht zu viel stressen, damit sie ihre Babys nicht wieder versteckt.
Den Unterschied zwischen Wollen und Können bemerkte ich eigentlich bereits am nächsten Tag. Die Nachbarin stand mit beiden Enkeln am Steinhaufen und sie freuten sich offensichtlich über die Tiere. Als mich die Nachbarin erkannte kam sie zu mir und berichtete stolz, dass es der Mutter mit den Kleinen jetzt richtig gut geht. Sie bringe Milch hin, in die sie Brot gebrockt hat. Ich bat sie, das zu lassen, denn immerhin war es schon gut warm und außerdem kam die Katze zum Fressen und Trinken auf unseren Hof. Wir verbanden die Fütterung mit Gewöhnungsübungen, streichelten die Katze, nahmen sie ganz kurz hoch und setzten wie wieder ab, damit sie sich an uns gewöhnt, ohne Stress zu bekommen, verlagerten die Fütterung erst in die Veranda und schließlich auf die erste Treppe im Treppenhaus, denn wir mussten den Umzug von Trixi und Kindern vorbereiten.
Schließlich war Trixi nach wie vor eine frei lebende, also wilde Katze und ihre Kitten würden eher früher als später die frühe Phase des Trinkens und Schlafens hinter sich lassen und dann wären weitere vier oder fünf wilde Kätzchen in freier Natur.
Besonders begeistert war die Nachbarin immer dann, wenn sie uns erzählte, wer alles je eine der Katzen nehmen wird. Ich sagte ihr unumwunden, dass es sehr schön ist, dass sie sich um den weiteren Verbleib der Kleinen Sorgen macht, doch solle sie dazu die Besuche am Steinhaufen unterlassen, denn sonst schleppt Trixi ihre Kinder an einen sicheren Ort und den müssten wir dann erst wieder suchen, während die Kleinen dann vielleicht bereits umher rennen und für jeden Interessenten unerreichbar werden, ganz zu schweigen von Entwurmung und erster Impfung.
Dann kam, was kommen musste, Frau Nachbarin berichtete ganz traurig, dass die Katze vor ihren Augen die Jungen eines nach dem Anderen weggeschleppt habe. „Stellen Sie sich vor, mit den Jungen im Maul ist die Mutter 1 1/2 Meter hoch auf den Fenstersims der nächsten Nachbarn gesprungen und von dort durch eine eingeschlagene Scheibe in den Raum, in dem Lilli im Jahr zuvor mit ihren Kindern gelegen hat.“ Da die gute Frau die Katzen auch in dem Raum nicht in ruhe lassen würde, verabredete ich mit dem zweiten Nachbarn, dass ich jederzeit auf seinen Hof und in den Stall gehen kann, um die Kitten heraus zu holen, nachdem Trixi eingefangen ist.
Gestern, also am 12. Mai 2013, war „jederzeit“. Ich kam gegen 17:30 Uhr aus Sachsen zurück, also zu der Zeit, in der Trixi zum Fressen kommen sollte. Meine Frau versicherte mir, dass sie überhaupt nicht kommen würde, weil sie mittags erst da war und reichlich gefressen hat. Wir werden sehen, antwortete ich. Regelmäßig ging ich ans Hoffenster und schaute hinaus, ob die Katze da ist. Sie war nicht da. Ich sprach bei geöffneten Fenster mit meiner Frau, wobei es egal war, worüber geredet wurde, es ging mir um die Geräusche, die die Katze hören sollte.
Vielleicht um 20 Uhr wollte ich in den Garten gehen und nachsehen, ob Trixi dort im Nachbargarten ist. Brauchte ich aber nicht, denn als ich die Dielentür zum Treppenhaus öffnete, stand Trixi vor der Tür und ließ sich widerstandslos auf den Arm nehmen. Dann setze meine Frau Trixi in meinem Büro auf den Teppich, der vor einer Pappkiste mit Ausschnitt ausgelegt war und wir beobachteten, was geschehen würde. Möglich war alles, von Neugier bis Panik. Die Neugier gewann. Trixi inspizierte das Büro, die Kittenbox, den Wassernapf, allerdings ohne zu trinken und auch das Katzenklo, jedoch benutzte sie es. Nachdem die Panik ausblieb, ging meine Frau los, um die Kitten zu holen.
Sie kam mit fünf Zwergen wieder, drei mehr oder weniger roten und zwei schwarz-weißen Kitten. Wir legten die Kleinen in den Karton, wo sie alsbald ein Knäuel bildeten und zu fiepen begannen, was Trixi dazu brachte, ebenfalls in der Kiste Platz zu nehmen. Keinerlei Hektik oder Stress war zu spüren und bald schon lag die Mama auf der Seite und ordnete ihre hungrigen Kinder. Wir ließen sie in Ruhe und gingen erst einmal in die Diele, um den Tatort zu sehen. Die TV-Geräusche, unser Hin- und Her-Gerenne, das Rein und Raus der Altkatzen, alles störte Trixi und ihre Kitten nicht. Damit das Licht der vorbei fahrenden Autos nachts Trixi nicht dazu verleitet, einen Weg ins Freie zu suchen und dabei meine Orchideen vom Fensterbrett reißt, haben wir die Jalousie herunter gelassen und sind zu Bett gegangen.
Für den Morgen rechneten wir mit allem, von zerkratzten Türen, zerrissenen Gardinen, Pfützen und Haufen irgendwo unter dem Schreibtisch oder mitten im Zimmer, denn das Katzenklo kannte Trixi definitiv bisher noch nicht.
Der Morgen zeigte uns eine Mama, die auf der Seite im Karton liegend wieder ihre Kinder sortierte und ein Katzenklo, welches während der Nacht mehrfach aufgesucht worden war. Trixi kam aus dem Karton und strich um unsere Beine, als würde sie schon ewig bei uns wohnen.
Das war der Moment, in dem ich meiner Frau vorschlug, dass wir die Katze Trixi nennen, worauf sie mir antwortete, dass Trixi im Bereich der Gärtnerei gelegentlich für dreifarbig verwendet wird, worauf ich ihr antwortete, dass es die Abkürzung für tricolor ist, was sich als Katzenname echt blöd anhören würde.
So wiederholt sich also Geschichte und in den nächsten 10 Wochen werden wir wieder viel Unterhaltung und Beschäftigung haben. Von irgendwelchen Bewerbern um Kleinkatzen wollen wir derzeit nichts wissen.
Unsere Tierärztin sagte, dass die Roten bei Würfen von bunten Katzen meist Kater sind und die schwarz-weißen Mädchen. Lassen wir es auf uns zu kommen.
 

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