Streit unter Geschwistern - Unterschiedliche Reviere

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MilaLilly

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10. Februar 2022
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Hallo ihr Lieben,

ich eröffne einen neuen Beitrag, da unsere Situation etwas spezieller ist und ich nicht 100% passenden Rat in anderen Beiträgen finden konnte.

Es geht um unsere beiden Maine Coon Katzen Mila und Lilly, seit kurzem 1 Jahr alt und beide mit 6 Monaten kastriert worden.

Die Beiden sind zu uns gekommen, als wir noch in einer Wohnung ohne Freigang (abgesehen von kleinem Balkon) gelebt haben. Damals waren sie ein Herz und eine Seele, haben bei einander geschlafen, mit einander gespielt und sich gegenseitig geputzt. Beide sind extrem zutraulich und Menschen-bezogen und überhaupt nicht schreckhaft (sowohl der Einzug bei uns als auch das Kennenlernen fremder Menschen stresst sie gar nicht, nach einer kurzen Erkundung fühlen sie sich sofort pudelwohl).

Nach ca. 2 Monaten bei uns sind wir in ein Haus mit Garten umgezogen. Der Umzug war überhaupt kein Problem und sie haben sich sofort wohl gefühlt (sie waren extrem energiegeladen und da war die Vergrößerung von 70 auf 160 m2 das wahre Paradies). Nachdem sie dann kastriert wurden, bekamen sie auch Freigang. Sie können über eine Chip-gesteuerte Katzenklappe das Haus selbstständig zwischen 6 und 20 Uhr verlassen, zwischen 20 und 22 Uhr lassen wir sie selbst hinaus und hinein und die Nacht verbringen sie im Haus. Als die beiden dann Freigang bekamen, haben sie auch immer weniger Zeit mit einander verbracht. Wir haben uns darüber nicht wirklich gewundert, weil wir dachten, dass das mit steigendem Alter ganz normal ist und sie jetzt auch viel mehr Platz hatten, um ihre eigene Wege zu gehen.

Mila ist eine extrem neugierige und zutrauliche Katze. Nach kürzester Zeit hatten wir von allen Nachbarn gehört, dass sie über offene Terrassentüren in fremde Häuser gegangen ist und diese erkundet hat. Während die meisten Nachbarn sie vertrieben haben, haben die Nachbarinnen gegenüber sie freudig aufgenommen (eine von ihnen arbeitet momentan nicht und sie haben vor kurzem ihre eigene Katze verloren). Das hat uns vorerst nicht gestört, da durch die Katzen eine sehr schöne Freundschaft mit den Nachbarn entstanden ist. Da auch Lilly mit der Zeit Vertrauen zu den beiden aufgebaut hat, konnten wir auch ohne schlechtes Gewissen mal wegfahren und wussten die beiden in guten Händen.

Das Ganze lief dann einige Monate ohne Probleme, bis wir bemerkten, dass Mila immer öfter den gesamten Tag entweder bei den Nachbarn oder draußen verbrachte, und erst abends, als sie keine andere Wahl mehr hatte, bei uns zu Hause blieb. Und während sie bei uns immer auf Distanz zu uns schlief, schickten uns unsere Nachbarn regelmäßig Bilder, wie Mila bei oder auf ihnen kuschelte. Das war natürlich primär nur ein Problem für unser Ego (es tat sehr weh, das zu sehen) und nicht für die Katzen. Im gleichen Zeitraum wurde Lilly immer mehr auf mich bezogen. Wenn wir beide im Haus sind, folgt sie mir quasi wie ein Hund, sie schläft nachts in meinem Arm und ich kann sie praktisch von überall rufen und sie kommt.

Nun zu dem eigentlichen Problem: Weihnachten verbrachten wir bei unseren Eltern (wir leben in einem anderen Land als sie). Über 3 Tage wurden die beiden von einer Katzensitterin betreut, die 2x täglich kam. In dieser Zeit durften sie das Haus nicht verlassen. Danach wurden sie 7 Tage von unseren Nachbarinnen betreut. Sie haben praktisch den ganzen Tag bei ihnen verbracht, da sie wie gesagt sehr menschenbezogen sind. Gefressen und geschlafen haben sie bei uns im Haus (Anm.: die Nachbarinnen füttern unsere Katzen nicht in ihrem Haus). Als wir dann zurück kamen, haben wir gemerkt, dass sich die Beziehung zwischen Mila und Lilly drastisch verändert hat und in den letzten Wochen immer schlimmer wurde. Sie können praktisch nicht mehr auf einander treffen, ohne das gefaucht und geknurrt wird und manchmal fliegen auch die Pfoten. Das interessante an dem Ganzen: Während bei uns zuhause Lilly der Aggressor ist, ist es im Haus der Nachbarinnen Mila. Es scheint also so, als ob sie sich unterschiedliche Reviere aufgebaut haben und die gegen die jeweils andere verteidigen. Das hat aber zur Folge, dass Mila nicht nur kaum noch Zeit bei uns verbringt sondern auch angespannt wirkt, wenn sie dann Abends bei uns ist.

Seit zwei Wochen haben wir nun Feliway-Stecker im Haus verteil (im unteren Stockwerk den Classic, im oberen Friends). Seit gestern gebe ich den beiden auch Zylkene. Wenn es zu Konflikten kommt, stell ich mich entweder zwischen die beiden (wenn ich in der Nähe bin) oder rufe den Namen der Katze, die angefangen hat. Eine absolute räumliche Trennung ist leider nicht möglich, weil wir das Haus nicht richtig abtrennen können (außer die Katzen in bestimmte Räume sperren). Bis jetzt hat sich die Situation nicht verbessert, sondern wird irgendwie nur schlimmer.

Ich bin mit meinem Latein wirklich im Ende. Die Beiden müssen nicht wieder ein Herz und eine Seele werden, aber sie sollten zumindest ohne Gewalt mit einander leben können. Und ich möchte auch, dass Mila sich bei uns wohl fühlt. Es bricht mir das Herz, sie so angespannt bei uns und so entspannt bei den Nachbarinnen zu sehen.

Ich freu mich auf eure Ratschläge und falls noch Fragen bestehen, nur her damit.

Vielen Dank!
 
A

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andkena

andkena

Erfahrener Benutzer
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6. Februar 2010
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1.265
Ich hätte jetzt gesagt, erstmal drin behalten und langsam wieder zusammen führen. Aber ich hab in deinem Eingangspost gelesen, daß das räumlich nicht geht.
Außerdem denke ich, daß das für die Katzen, die ja Freigang haben, zusätzlich Stress bedeuten kann. Und später, wenn sie wieder im Freigang sind, kann es natürlich wieder so kommen.
Hat vielleicht ein anderer lieber User einen Tipp?
 
Wildflower

Wildflower

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1. August 2021
Beiträge
4.881
Ich habe mir dazu Gedanken gemacht, aber die werden MilaLili nicht gefallen....

Ich sehe das so, das die eine Katze ihr Revier zu Hause hat und die andere beim Nachbarn. Mila scheint sich beim Nachbarn wohler zu fühlen, was wahrscheinlich damit zusammenhängt, das Lili ihr eigenes Revier haben will.
Wenn sich also Mila beim Nachbarn wohler fühlt als zu Hause, würde ich sie beim Nachbarn lassen.

Ich weiß, das ist nicht das, was du hören wolltest, aber warum sollte man Tiere, die eindeutig zeigen was sie wollen, nicht auch ihren Willen lassen, sofern das möglich ist.
 

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