Sicherheitsvorkehrungen/ Verhalten nach der Kastration

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
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KaterMurr

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Hallo zusammen,
unsere beiden Katzen (5,5 Monate) werden morgen kastriert. Da der Tierarzt nichts weiter gesagt hat, als dass die Katzen nüchtern sein sollten und ich beide abends wieder abholen kann, habe ich mir keine großen Gedanken um den Eingriff gemacht, auch steht in unseren Katzenbüchern nichts Großartiges dazu. Nun habe ich aber etwas rumgelesen und mir stellen sich verschiedene Fragen (die ich morgen auch den TA stellen werde, aber etwas Information vorab ist ja nie schlecht):
- Die beiden bekommen wahrscheinlich einen Body oder einen Trichter, damit sie ihre Nähte nicht "bearbeiten". Wie ist das aber mit dem Klettern und Rumspringen? Die Lieblings-Relax- Orte sind relativ weit oben an der Wand (Catwalk) und auf dem Schrank (zu erreichen über Kratztonne) und es bedarf einiger Athletik, um da hoch zu kommen. Ist das erlaubt nach so einer OP? Machen die Katzen es von sich aus nicht oder sollte ich die Zugänge zu den hohen Plätzen "sperren"?
- Ist es vielleicht sinnvoller die beiden nach dem Eingriff in einem kleineren Raum unterzubringen? Wobei es auch dort potentielle Klettermöglichkeiten gäbe. Oder kann man die beiden wie gewöhnlich im ganzen Haus rumspringen lassen (zwei Stockwerke inklusive ausgebautem Dachboden, der über eine Holzstiege für die Katzen zu erreichen ist, da gehen sie auch gerne hoch...)?
- Bekommen sie dann eigentlich Schmerzmittel? Wenn ja, kann man die unter das Nassfutter rühren? Die eine Katze ist nämlich auch etwas eigen und frisst tatsächlich nur Nassfutter (kein Leckerli), sodass ich mir nicht vorstellen kann, dass sie eine Tablette essen würde - alles muss schön matschig- feucht sein.
- Unsere Kinder habe ich schon darauf vorbereitet, dass sie die Katzen dann erst einmal in Ruhe lassen, damit sie sich gut erholen können. Muss man sonst etwas im Umgang mit den Katzen beachten? Macht eine prophylaktische Feliwell- Bedampfung des Hauptaufenthaltsraums Sinn, um dem Stress entgegenzuwirken?
Sollte sich irgendwo ein Thread zu genau diesen Themen befinden, den ich übersehen habe, entschuldige ich mich schon mal vorab, ich bin des Öfteren mit Tomaten auf den Augen geschlagen. Und schon einmal herzlichen Dank.
 
Gigaset85

Gigaset85

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Eigentlich ganz einfach: nach der OP werden die Zwei noch recht bedusselt sein,also unbedingt Kletter und Springverhalten vermeiden bis zum nächsten Tag wenigstens und ein Ruhezimmer,wo sie ihren "Kater" ausschlafen. Futter würde ich auch erst am nächsten Tag geben und das häppchenweise,denn wer Hunger hat der schlingt und das wäre nicht so gut. Das die Kinder sie auch erstmal in Ruhe lassen ist klar.
Sind das Damen? wegen dem Body....beim Kater ist die Kastra wesentlich unproblematischer.
 
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Falken

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Ich würde auch einen separaten Raum empfehlen. Unsere Mieze war danach ziemlich gaga. Wir haben ihr das Gästezimmer zurecht gemacht, das höchste darin ist das Bett. Sie ist kaum zur Ruhe gekommen, von Höhle zu Höhle und immer rauf aufs Bett und runter, teilweise ist sie mehr gefallen. Ständig gemauzt. Wir hatten sie noch nicht lange und sie war noch sehr scheu aber da hat sie zum erstenmal unsere Nähe gesucht.
Beruhigt hat sie sich erst als wir das Brüderchen zu ihr gelassen haben. TA hat zwar gesagt wir sollen sie bis zum Morgen allein lassen. Aber er hat vor der Tür gesessen und gemauzt und sie von drinnen. Als er zu ihr durfte haben sich beide ins Körbchen gekuschelt und Ruhe war.
Zum Glück ging es ihr gegen Mitternacht schon wieder recht gut aber für die ersten Stunden würde ich definitiv was vorbereiten.
 
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Ach noch was: es kann sein,dass ihnen schlecht ist und eine kotzt...das ist nicht weiter schlimm,trotzdem auf jeden Fall Wasser hinstellen !
 
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KaterMurr

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Ja, es sind Damen. Also, am besten Extra- Zimmer, aber falls keine aggressives Verhalten zeigt, ruhig zusammen ins Extra- Zimmer?!
 
Gigaset85

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Zusammen lassen und beobachten....
 
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Falken

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Würde ich auch sagen. Und vielleicht ne große Kuscheldecke auf den Boden wenn kein Teppich liegt. Hält warm und ist nicht so rutschig.
 
Neporick

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Unsere zwei Kater und Katze wurden am Freitag kastriert. Mein Mann brachte sie morgens um 9 Uhr in die Praxis und ich holte sie um 12:30 wieder ab. Ich war sehr erstaunt wie fit sie in ihren Körbchen saßen. Meine TÄ warnte mich aber vor, dass es sein kann dass der Eindruck trügt und sie noch wachkelig auf den Beinen sein könnten. Ich bekam für Olivia Schmerzmittel für 4 Tage mit. Das sollten wir ab samstags einmal täglich verabreichen. Body, und Trichter gab es nicht. Es war auch kein Silberspray oder Pflaster auf der Wunde. Mir wurde erklärt das die innere Naht mit selbstauflösenden Fäden genäht, die äußere hingegen geklebt sei. Wichtig wäre, dass Madame nicht zu ausgiebig putzt, sonst gäbe es einen Trichter. Essen dürfte ich ihnen anbieten, wenn sie einen stabilen Eindruck machten.

Zuhause angekommen, öffnete ich die Boxen und es spazierten zwei sehr muntere Katzen raus. Ich war mehr als erstaunt, es wurde sich zu meinem Leidwesen sofort geputzt. Meine Tierärztin meinte zwar, dass in den letzten 12 Jahre es nur zwei Katzen geschafft htten sich die äußere Naht aufzulecken, aber so richtig beruhigt hat mich das ehrlich gesagt nicht. Es dauerte keine 5 Minuten, da ist Olivia im Affenzahn die Kratzsäule hoch als wäre sie nicht frisch operiert. Dort oben ist ihr absoluter Lieblingsplatz und da es eine Wandmontage ist, war die auch nicht so schnell wegzuräumen. Die Kuschelkörbchen auf dem Boden hat sie gekonnt ignoriert.

Seitdem stehe ich unter Strom und hoffe, dass die Naht hält. Auch wenn die Tierärztin meinte, die einzige Art sie ruhig zu stellen, sei ein Käfig, bin ich nicht gerade begeistert. Mir wäre es lieber sie würde langsamer machen. Sie hat nach wie vor ihr 5 Minuten und die mehrmals täglich. Langsam machen wäre bestimmt besser, aber da spielt sie nicht mit. Noch sieht die Wunde nicht entzündet aus und scheint auch nicht offen zu sein.

Bei uns durften sie sich frei im Haus bewegen, wobei beide meist in meiner Nähe sind, so dass ich sie gut im Blick habe. Wäre das nicht der Fall würde ich den Wohnraum so begrenzen, dass ich eine guten Blick auf sie habe um zu sehen wieviel an den operierten Stellen geputzt wird.

Essen gab es bei dann um 14:30 das erste Mal nach der OP. Ich habe allerdings immer nur Portionen mit ca. 50gr in die Näpfe gefüllt und immer erst nach ca. einer Stunde die nächsten 50gr reingetan. So war ich auf der sicheren Seite. Das Schmerzmittel (Metacam) leckt Olivia aus der Spritze. wenn du das selbe bekommst, solltest du keine Probleme bekommen. Auch bei unseren Regenbogenkatzen war Metacam nie ein Problem. Es scheint für die meisten Katzen angenehm zu schmecken.

Ich hoffe ich konnte dir ein wenig weiterhelfen und drücke die Daumen, dass deine beiden süßen die Kastra genauso gut überstehen wie unsere beiden!
 
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KaterMurr

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Danke allen für die Tipps und die ausführliche Schilderungen. Dann hoffe ich mal, dass alles glatt läuft.
 
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Falken

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  • #10
Ich drücke euch die Daumen :)
 
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KaterMurr

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  • #11
So, die beiden Ladys haben es jetzt hinter sich. Morgens um 8.30 zum Tierarzt, abholen um 15 Uhr. Bis 17.30 habe ich sie in der Transportbox gelassen, jetzt im Ruhezimmer. Sie torkeln noch ziemlich wacklig durch die Gegend. Es gab keinen Trichter oder Body und auch keine Schmerzmittel. Der TA meinte, morgen müssten sie wieder annähernd normal sein - hoffentlich, sie hängen jetzt nämlich schon wie so nen Schluck Wasser in der Kurve, die Armen. Aber wat muss, dat muss😩
 
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Falken

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  • #12
Der TA meinte, morgen müssten sie wieder annähernd normal sein - hoffentlich, sie hängen jetzt nämlich schon wie so nen Schluck Wasser in der Kurve, die Armen. Aber wat muss, dat muss😩
Wird schon. Meist dauert es ein bisschen und dann kann man quasi zusehen wie es besser wird *Daumen drück*
 
MagnifiCat

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  • #13
Super! Ich möchte das bestätigen, was Falken und andere schon geschreiben haben. Super auch, daß sie gleich ohne Body oder Trichter auskommen. Extremklettern kann man ja mal für 3 Tage oder so etwas unterbinden, aber ansonsten würde ich ihnen (nach unserer eignen Erfahrung) möglichst viel von dem lassen, was sie gewohnt sind.
Hier habe ich gerade aktuell vorhin noch mehr dazu geschrieben – aber es scheint ja bei Dir alles ok zu sein.
(ich wundere mich übrigens, warum hier immer alle von Schmerzmittel schreiben: Damla hatte eine Depotspritze von der Ärztin bekommen, und die hatte genügt)
 
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KaterMurr

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  • #14
Hoffentlich letztes Update: Die beiden sind wieder fit, d.h. ich konnte sie auch nicht mehr im "Ruhezimmer" lassen, sie hätten sich und es ansonsten zerlegt. Inzwischen verhalten sie sich wirklich ganz normal, sie scheinen auch keine Schmerzen zu haben (diese Depotspritzen erfüllen wohl ihren Zweck), die Wunden sehen gut aus. Natürlich schlecken die beiden über die Wunde, aber bisher scheinen die Fäden zu halten (unser Tierarzt meinte auch, man müsse da schon ziemlich rumreißen), da ich frei habe, behalte ich aber das "Wundenbearbeiten" natürlich im Blick.
 
Neporick

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  • #15
Schön, dass eure zwei wieder fit sind! Meine TÄ meinte auch, dass es bei ihr nur zwei Katzen in 12 Jahre geschafft hatten, die Wunde wieder aufzubeißen bzw. zu putzen. Wir haben auch Urlaub genommen um einen besseren Blick auf die zwei zu haben, aber das mit dem Putzen hält sich in Grenzen. Da solltest du also keine Probleme bekommen.
Heute ist der erste Tag ohne Schmerzmittel und Olivia flitzt und klettert wie gewohnt. Ob sie es wirklich die vollen 4 Tage gebraucht hätte ...wer weiß. Da es aber auch entzündungshemmend ist und sie mit einem Knubbel an der Wunde auf die OP reagiert, kann es nicht schaden. Wir waren gestern zur Sicherheit nochmal bei der TÄ, aber die meinte alles im grünen Bereich und viele Katzen reagieren so. Wir halten es weiterhin im Blick, sind aber insgesamt zufrieden.
 
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marcusnb

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  • #17
Macht euch nicht so viele Gedanken um die Tierchen ;)

Ein Tier spürt Schmerz. Wenn da was weh tut, werden die garantiert keine Klettermarathone veranstalten. Schmerzmittel sollte per Injektion als Langzeit-Präparat gegeben werden, das vermeidet Mäkeleien beim Futter ;)

Halskragen oder Bodies bei Damen sind völlig unnötig. Klar, es kann passieren, das was aufgeht... das ist aber meist nur halb so dramatisch, wie es ausschaut. Octenisept sollte immer vorhanden sein.
Und ganz ehrlich... bei Katern ist es doch völlig problemlos... die laufen zwar wie besoffen durch die Gegend, aber sich auch an der Stelle zu putzen gehört einfach dazu.

Man muss nicht mehr Wind um ne kleine OP machen, als nötig, strapaziert nur die eigenen Nerven :)
 
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KaterMurr

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  • #18
Hallo zusammen, ich will nur kurz unsere Kastrationsgeschichte abschließen: Nach zwei Wochen wurden die Fäden gezogen und man merkt außer der kahlen Stelle am Bauch nichts mehr. Insgesamt war der Eingriff auch vollkommen komplikationslos. Nur die Folgen der Narkose waren ein paar Stunden zu merken, dann waren unsere beiden Damen wieder ganz die alten. Bei einer hat sich übrigens ein Knubbel (Haselnussgröße) an der Naht entwickelt. Was - wie ich nach Recherche erfahren habe - nichts Ungewöhnliches ist und tatsächlich hat sich der Knubbel dann auch sehr schnell zurückgebildet. Also, Quintessenz: Alles halb so schlimm.
 
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marcusnb

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  • #19
Hallo KaterMurr, freut mich, zu lesen, das alles gut gelaufen ist. Die Kahle Stelle wächst wieder zu. Du rasierst dir ja auch keine Glatze und wunderst dich nach einer Woche, das da nur Stoppeln sind ^^
Genauso bei der Narkose: jeder Mensch, besser gesagt, jedes Lebewesen, verträgt eine Narkose anders. Zumal diese bei Katzen tiefer ist als bei Katern, weil es ein intraabdomineller Eingriff ist und kein einfacher Hautschnitt.
Der Knubbel: vermutlich ein kleines Wundgranulom. Auch daran ist, wie du sagst, nix besonderes. Allenfalls ein Schönheitsfehler :)

Und wie du am Schluss sagst: Alles halb so schlimm. (setzt natürlich voraus, das keine Vorerkrankungen, Unverträglichkeiten usw bestehen)
 
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