Seit zwei Wochen ohne Gwenni - wie soll es für Arwen weitergehen ?

nadir

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Vor zwei Wochen ist unsere Gwenni überfahren worden. Die dicksten Tränen sind getrocknet, Arwen hat ihr Geheul auf Normalmodus heruntergefahren.
Von Bekannten bin ich schon gefragt worden: Wann holst du denn eine neue Katze ? Wo doch so viele arme Katzen in Tierheimen usw. hocken...
Ja, ich weiß, aber....

Dazu muß ich etwas weiter ausholen: Vor fünf Jahren kamen Gwenni und Arwen über eine Katzenschutz-Orga zu uns. Gwenni war Arwens Mama und von Anfang an die Dominantere von beiden.
Gwenni war die erste am Freßnapf, die erste beim Kuscheln, diejenige, die das Revier gegen die Nachbarskatzen verteidigt hat, diejenige, die am längsten und meisten draußen unterwegs war (was ihr dann ja auch zum Verhängnis wurde) und diejenige, die Arwen eine Ohrfeige verpaßt hat, wenn sie dann doch mal zu vorwitzig war.

Ich hatte in den ersten Tagen nach Gwennis Tod schon den Eindruck, daß Arwen ihre Mama vermißt. Sie hat nach ihr gerufen, einigemale klang das für mich sogar nach Weinen, und nach ihr gesucht.
Aber mittlerweile verändert sich ihr Verhalten. Sie jammert nicht mehr soviel, ist selber mehr draußen (gestern hat sie sogar ein Mäuschen mitgebracht, sehr klein aber immerhin), scheucht die weiße Katze von rechts aus dem Revier und versucht sogar, dem dicken schwarzen Kater von links Paroli zu bieten. Nicht zuletzt hat sie jetzt ihre Menschen für sich alleine.
Ich bin mir nicht sicher, ob man ihr mit einer neuen Katze im Haus einen Gefallen täte, oder ob ihr das zusätzlich zu den ganzen Katzen draußen (es gibt wirklich viele in der Nachbarschaft) nicht zuviel Streß wäre.

Mir persönlich wäre es im Moment noch zu früh, so schnell kann ich meine Gwenni nicht vergessen. Aber was wäre für Arwen das Richtige ? Trauert sie noch (mein Eindruck ist eher nein) ? Lieber bald eine neue Katze, ehe sie sich zu sehr ans Einzelprinzessinen-Dasein gewöhnt ? Oder später, oder gar nicht ?

Für hilfreiche Kommentare und Denkanstöße dankt
Nadir
 
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JeLiGo

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Mir persönlich wäre es im Moment noch zu früh, so schnell kann ich meine Gwenni nicht vergessen. Aber was wäre für Arwen das Richtige ? Trauert sie noch (mein Eindruck ist eher nein) ? Lieber bald eine neue Katze, ehe sie sich zu sehr ans Einzelprinzessinen-Dasein gewöhnt ? Oder später, oder gar nicht ?

Alles nicht so einfach. Wie alt ist Arwen denn? Und wie schaut es in den kälteren Jahreszeiten mit ihren Freiganggewohnheiten aus? Denn wenn sie im Herbst und Winter viel drin ist, wird sie womöglich einen Partner vermissen, dann wäre aus meiner Sicht eine Kumpeline angebracht.

Ob Katzen trauern, ist sehr schwer zu sagen (ähnlich wie wenn sie Schmerzen haben). Manche zeigen es sofort, dass sie leiden (jammern, Unruhe, Suchen nach dem Kumpel), andere ziehen sich extrem zurück, wieder andere zeigen erst nach einer ganzen Weile andere Verhaltensmuster. Manche scheinen gar nicht zu trauern (was aber nicht heißt, dass sie es nicht tun)...

Ich würde Arwen die nächste Zeit gut beobachten, und wenn du den Eindruck hast, sie vermisst jemanden in ihrem Revier oder wirkt unausgelastet, dann auf die Suche nach einer Kumpeline machen.
 
Mikesch1

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Hallo Nadir!

Tut mir sehr leid um Deine Gwenni :(


Mir persönlich wäre es im Moment noch zu früh, so schnell kann ich meine Gwenni nicht vergessen.

Du sollst und wirst Deine Gwenni nie vergessen. Niemand wird "ihren" Platz in Deinem Herzen einnehmen, aber Du kannst ihren weltlichen Platz einem anderen Mäuschen geben. Denk an das "Testament einer Katze".

Ansonsten würde ich mich JeLiGo anschließen. Es ist schwer, zu erkennen, ob Arwen trauert oder nicht. Aber sie ist Katzengesellschaft gewohnt und wird diese sicher vermissen. Beobachte sie und entscheide dann. Ich persönlich würde immer wieder die passende Gesellschaft zu einer Katze dazu holen.
 
nadir

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Hallo, danke für die Antworten.
Arwen ist (laut Auskunft der Tierschutzorga) 2006 geboren, damit wäre sie jetzt acht Jahre alt. Sie ist sehr anhänglich, das war sie aber schon immer.
Wie sich ihre Freiganggewohnheiten im Winter entwickeln werden, ist noch nicht abzusehen. Im Moment ist sie jedenfalls mehr draußen unterwegs als vor Gwennis Tod. Zum Glück verläßt sie den Garten nicht.
Ich hatte ja gehofft, daß sie sich vielleicht mit der eher zurückhaltenden weißen Katze der rechten Nachbarn anfreundet, aber die wird lautstark verscheucht, wenn sie eine Pfote in unseren Garten setzt.
An den dicken schwarzen Kater von links und diverse andere eher dickfellige Zeitgenossen, die hier gelegentlich durchflanieren, traut Arwen sich nicht ran. Da bleibt sie in Beobachtungsposition und brummelt höchstens ein bischen.
Wenn sie mit den Katzen draußen schon nicht gut klarkommt, besteht denn dann die Möglichkeit, daß sie eine fremde Katze, die nicht nur in ihrem Revier, sondern sogar in ihrer unmittelbaren Umgebung auftaucht, akzeptiert ?


Grüße von Nadir
 
Mikesch1

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Wenn sie mit den Katzen draußen schon nicht gut klarkommt, besteht denn dann die Möglichkeit, daß sie eine fremde Katze, die nicht nur in ihrem Revier, sondern sogar in ihrer unmittelbaren Umgebung auftaucht, akzeptiert ?


Ja natürlich. Sie ist doch mit Gwenni auch klar gekommen. Sicher benötigen sie dann eine geduldige und ich denke langsame Zusammenführung. Keine Hauruck-Aktion: Tralala, hier bin ich! oder so.

Es macht schon einen Unterschied, ob draußen ab und an Katzen rumlaufen oder ob man Gesellschaft im Haus (und später auch draußen) hat und sich (meistens) anfreundet.
 
Nessarose

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Es ist gar nicht so selten, dass das nicht so dominante Tier plötzlich aufblüht, wenn es allein ist. Das heißt aber nicht, dass sie nicht gerne kätzische Gesellschaft hätte.
Vielleicht findest du eine Kumpeline für sie, die eher ihrem Charakter entspricht. Dann bleibt sie vielleicht auch in der Zukunft beim Mäuse jagen ;)

Das mit der langsamen Zusammenführung sehe ich genau so. Hier gibt es viele Threads zu diesem Thema. Da findest du sicher die richtige "Anleitung" für ein gelungenes Katzen-Miteinander.

Ich drücke dir und Arwen die Daumen.
 
nadir

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Ja natürlich. Sie ist doch mit Gwenni auch klar gekommen.

Schon, aber Gwenni war ja ihre Mama, d.h. sie hatte gar keine andere Wahl...
Egal, prinzipiell tendiere ich ja auch wieder zu einer zweiten Katze. Da ich ab 1.8. eine Vollzeitstelle habe (Schatzi ist ohnehin den ganzen Tag weg) und Arwen dann locker 9-10 Stunden alleine wäre, ist das sicher das Beste.
Ich würde das Projekt "Freundin für Arwen" ab Herbst angehen. Dann ist der Drang nach draußen (bei der Neuen) hoffentlich nicht so groß.
Ich sehe das doch richtig, daß eine Kätzin besser wäre als ein Kater, oder ?

Grüße von Nadir
 
Mikesch1

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Ja, ich würde immer gleichgeschlechtliche Paare nehmen, wenn es sich um 2 Katzen handelt. Aber Du solltest die Zweitkatze mit ähnlichem Charakter wie Arwen aussuchen. Und ich würde nicht so lange warten.

Noch hast Du also Zeit. Und es ist immer besser, wenn man bei der Zusammenführung Zeit hat und "dabei" ist. Das kann schon ein paar Wochen dauern.

Und ich würde Arwen erst gar nicht 8 -9 Std. lang am Tag allein lassen.

Und was Mama-Tochter betrifft: Oftmals ist es so, dass gerade diese Konstellation (MUtter-Kind) weniger passt, da die Katzenmama in der Natur ihre Kinder irgendwann wegscheucht, um "Platz" zu machen für die nächsten Babys. Geschwister oder auch "fremde" Katzen passen da meist viel besser zusammen und entwicklen ein freundschaftliches oder auch liebevolles Verhältnis zueinander.
 
nadir

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Hallo Mikesch,

sorry, aber jetzt eine neue Katze wäre mir echt zu früh. Das ist mir wirklich zu hoppladihopp. Gwenni ist gerade mal drei Wochen tot.

Grüße von Nadir
 
JeLiGo

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  • #10
sorry, aber jetzt eine neue Katze wäre mir echt zu früh. Das ist mir wirklich zu hoppladihopp.

Das ist nachvollziehbar, aber du solltest unbedingt an Arwen denken. D. h. ich würde es auf jeden Fall von ihrem Verhalten abhängig machen. Meiner Meinung nach ist Herbst doch sehr spät...
 
Mikesch1

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  • #11
Das ist nachvollziehbar, aber du solltest unbedingt an Arwen denken. D. h. ich würde es auf jeden Fall von ihrem Verhalten abhängig machen. Meiner Meinung nach ist Herbst doch sehr spät...

Ja, ich verstehe Dich auch Nadir. Mir ging es ähnlich als meine Miezi starb. Aber ich wusste auch, dass ich nicht nur an mich denken durfte, sondern auch an den Katzenkumpel, der allein war, trauerte und einsam und unglücklich war.

Beobachte Arwen. Wird sie z. B. sehr anhänglich, könnte das ein Zeichen dafür sein, dass sie sich einsam fühlt. Auch wenn Mensch es gern anders sehen möchte.

Und bedenke, es findet sich nicht "mal so eben" die passende Freundin. Auch das braucht meistens etwas Zeit.

Alles Liebe und Gute für Euch. :)
 
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