Schwere Anämie bei Jungkater

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
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TanteGräte

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15. Mai 2018
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Hallo zusammen,

wie die Überschrift schon sagt, geht es um eine schwere Anämie bei meinem 9-Monate alten Kater.

Ich habe seit Diagnose zwar schon viel hier gelesen, würde mich allerdings trotzdem über weiteren Input freuen.
Btw: Nicht böse sein, dass ich mich jetzt hier nicht groß vorstelle, mir schwirrt momentan der Kopf angesichts der Situation.

Folgendes ist geschehen:
Freitag wurde ich mit meinem kleinen Hyde beim Tierarzt vorstellig, weil mir aufgefallen ist, dass er seit ein paar Tagen lustlos wirkt und gar nicht mehr spielt. Futteraufnahme war allerdings normal.

Der Tierärztin fielen sofort die blassen Augen-und Maulschleimhäute auf, Fieber hatte er keins.
Das große Blutbild ergab eine schwere Anämie; Hämatokrit lag nur noch bei 7,1 % - normal ist 30-45%.
Weitere auffällige Blutwerte:
Rote Blutkörperchen zu niedrig: 1,78 x10^12/L , Ref.Wert 5-10
Hämoglobin erniedrigt: 7,8 g/dl, Ref. 9-15.1
MCV leicht erniedrigt: 39,6 fL, Ref. 41-58
MCH erhöht: 43,6 pg Ref. 12-20
MCHC: ausserhalb des Referenzbereiches, nach eigener Rechnung 109, Ref. 29-37,5
Retic erhöht: 84,7 k/ µL Ref. 3-50
(Der Wert sagt aus, ob eine Neubildung roter Blutkörper statt findet)
Weisse Blutkörper zu niedrig:4,6 x 10^9/L Ref. 5.50-19.5
NEU zu niedrig: 0,84 x 10^9/L Ref. 2.5 -12.5
EOS zu niedrig: 0,06 x10^9/L Ref. 0.10-0.79
PLT zu niedrig: 101 k/µL Ref. 175-600

FeLV/FIV-Schnelltest war negativ, alle anderen Werte waren ebenfalls völlig unauffällig.

Sie verwies mich direkt an die Tierklinik, damit Hyde eine Bluttransfusion bekommt, was mit Hilfe meines anderen Katers auch geschehen ist.

Der HK wurde daraufhin gestern besser (hab ich leider keinen Wert), ist heute aber wieder auf 10% abgefallen, zudem war jetzt auch das Bilirubin erhöht und er hat einmalig Hämoglobin über den Urin ausgeschieden.
Fieber hat er nach wie vor keins, gestern war die Temperatur gaaanz leicht erniedrigt (laut ÄRzte ohne Bedeutung), heute wieder normal.
Der Wert für die weißen Blutzellen ist heute auch wieder im Normalbereich.

Röntgen und Ultraschall waren unauffällig, keine sichtbaren Tumore oder Blutungen. FeLV/FIV-Schnelltest war auch hier negativ.
Ein Blutausstrich wurde ins externe Labor geschickt, Ergebnisse werden aber erst Mitte nächster Woche erwartet.

Ich hatte wegen Hämobartonellen angefragt, woraufhin die Ärztin sagte, dass man das nachholen könnte, sie würden sich erst einmal u.a. auf Mykloplasmen konzentrieren. Nach Recherche habe ich allerdings heraus gefunden, dass Hämobartonellen zu den Mykoplasmen zählen!? Sehr seltsam also, diese Aussage.
Jedenfalls überlegen sie gerade, ob sie vorsorglich gegen Mykoplasmen behandeln sollen, weiß aber nicht, wie und ob sie sich jetzt entschieden haben, da meine Katzen reine Wohnungskatzen sind.

Momentan bekommt Hyde Cortison, das sie heute morgen aufgrund des sinkenden HK-Wertes erst einmal erhöht haben.
Für seine Verhältnisse ist er stabil, was darauf hin deutet, dass die Erkrankung schon länger besteht und der Körper sich daran gewöhnt hat, anders als bei einer plötzlich auftreten Anäme durch z.B. Blutverlust. Dennoch ist die Prognose als vorsichtig anzusehen.

So wie es aktuell aussieht, wird Hyde eine weitere Transfusion brauchen, das entscheidet sich dann morgen nach Kontrolle der Blutwerte.

Ich weiß wirklich nicht, was ich tun soll. Ich bin fix und fertig, kann aber nur abwarten, nichts tun bis die Ergebnisse da sind.
Ich halte die Klinik für sehr kompetent, alle Untersuchungen/Behandlungen scheinen sich mit den Empfehlungen, die ich im Internet lese, zu decken. Trotzdem mache ich mir Gedanken, ob sie wirklich ALLES richtig machen, zumal es ja auch unterschiedliche Möglichkeiten gibt, das Blut zu untersuchen..Schnelltests, PCR-Tests und was ich noch so gelesen habe.
Was wenn der FeLV-Test falsch negativ war, weil das Virus sich gerade nicht im Blut befindet? Laut Aussagen der TÄ, ist es sehr unwahrscheinlich, dass der Test, angesichts dessen, dass Hyde Symptome zeigt, falsch negativ ist, dass aber natürlich ein Restrisiko besteht.
Andererseits: Welche Symptome hat er denn, außer Anämie? Er hat kein Fieber, keinen Schnupfen, keine tränenden Augen, die Organwerte sind in Ordnung (Leber, Niere etc.).
Keine Ahnung, ob ich das positiv oder negativ deuten soll..

Ich weiß, dass die Anämie unzählige Ursachen haben kann, aber vielleicht fällt dem ein oder anderen irgendetwas ein, was ich noch nicht beachtet habe?

Besorgte Grüße,
Annika
 
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Birgitt

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Hallo Anika

Weiterhelfen kann ich dir leider auch nicht.
Mit Blutwerten kenne ich mich überhaupt nicht aus.

Verstehen kann ich deine Verzweiflung aber sehr gut.
Hoffentlich meldet sich hier noch jemand der dir weiterhelfen kann.

Deinen Hyde wünsch ich das ihm schnell geholfen werden kann.
 
NaMa

NaMa

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charly

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Hallo
wurden denn auch noch andere Blutwerte z.B. Leber-und Nierenwerte bestimmt?
evtl.auch ein US?
Habt ihr Zimmerpflanzen?
Mehr fällt mir jetzt nicht ein-ausser,dass ich Deinem Katerchen ganz fest die Daumen drücke für eine baldige Genesung
Alles Gute wünsche ich euch
 
T

TanteGräte

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Hallo, ihr Lieben,

Danke für eure Antworten :)

Gerade durfte ich Hyde aus der Tierklinik abholen: Der HK ist seit gestern von 10% auf 17% gestiegen *freu* Ob es an der Erhöhung vom Prednisolon lag?
Jedenfalls hat man sich entschieden, erst einmal keine weitere Bluttransfusion zu geben, ich solle mir die Spenderkatze "aufheben".

Übermorgen muss ich zur erneuten Blutkontrolle.

Aktuell bekommt er hochdosiertes Prednisolon und ein Antibiotikum, Synulox (Amoxillin/Clavulansäure). Da muss ich beim Kontrolltermin noch einmal nachfragen, wogegen. Da sie den Verdacht von Haemobartonellen geäussert haben, wäre das Synulox ja wirkungslos.
Eine Antibiose ist aber auch noch angefordert worden.

Und obwohl der HK ja noch jenseits von gut und böse ist, ist Hyde wie ausgewechselt. Vorher lag er ja nur rum, hat an absolut nichts Interesse mehr gezeigt. Jetzt stromert er durch die Wohnung, hat einen ganzen Beutel NaFu verdrückt und schnurrt auch wieder, wenn man ihn streichelt. Allerdings saß er grad auch wieder vor die Wand und hat sie abgeschleckt..aber gut, er ist ja auch immer noch anämisch.

Jetzt muss ich noch die Blutprobenergebnisse aus dem Labor abwarten und bekomme hoffentlich eine Diagnose.

Ich hatte den TA übrigens gefragt, ob ich Vitamin B supplementieren soll, aber er meinte, das wäre unnötig, da Hyde ja offensichtlich selbstständig Blut nachproduziert.
Was meint ihr?
Grundsätzlich möchte ich die Anweisungen des Arztes befolgen, da ich die Klinik für äußerst kompetent halte. ( Sie haben letztes Jahr bei meinem Diabeteskater die chronische Pankreatitis diagnostiziert, was in 3 Jahren 4 Tierärzte und 2 andere Tierkliniken nicht geschafft haben.Der damals behandelnde Arzt hat den Kater nur abgetastet, und direkt den Verdacht geäußert, der sich dann anhand des Ultraschalls und der Blutwerte erhärtet, und nach Vorliegen des fpli-Testes bestätigt hat..)
Aber schaden kann ich Hyde mit der zusätzlichen Gabe auch nicht,oder?

@Charly: Ich habe überhaupt keine Zimmerpflanzen. US war unauffällig. Alle anderen Blutwerte inkl. Leber, Niere etc. ebenfalls. Die Veränderungen im BB beschränk(t)en sich einzig und allein auf das rote und weiße BB. Mittlerweile ist das weiße BB ja wieder in Ordnung, und das rote hat sich verbessert.

@NaMa: Ich habe deinen Thread bei meinen Recherchen gesehen und gelesen.
Was genau ist denn im externen Labor getestet worden, außer Parasiten und bestimmte Krankheiten?
Bei mir ist es so, dass auch das Blut mikroskopisch(?) untersucht werden soll, ob die Blutzellen ihre Form geändert haben oder so was in der Art. (Jetzt mal ganz vereinfacht ausgedrückt, bin ja selber noch Laie auf dem Gebiet).
Ob das Knochenmark noch Retikulozyten (Vorstufe der roten Blutkörperchen) produziert, kann man testen lassen, da muss die Ärztin doch nichts vermuten oder von irgendwas ausgehen, das lässt sich nachprüfen.
Ah, ich sehe gerade, das ist bereits geschehen...
Wie ich das aus anderen Threads heraus gelesen habe, muss das ja erst einmal nichts bedeuten; sondern kann sich nach einiger Zeit noch geben. (Wobei ich halt auch nicht weiß, wie wahrscheinlich das ist.)

Wegen dem erhöhten Bilirubin: So wie deine Ärztin es gesagt hat, hat es meine Klinik auch erklärt. Das glaube ich jetzt einfach mal so.
Hast du schon die Ergebnisse von deinem heutigen BB?
 
T

TanteGräte

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Hallo,

ich melde mich mal wieder mit meinem Problem mit meinem Kater und hoffe, dass der eine oder andere doch noch etwas dazu sagen kann.

Kurz zu den bisherigen Ergebnissen. Der FIP-Titer war soweit unauffällig, 1:100, allerdings wurde er positiv auf Mykoplasmen getestet, und zwar die, die eine Hämobartonellose auslösen können.
Dagegen wurde er noch nicht behandelt, da diese a) offensichtlich nicht die Anämie auslöst und b) die Ärzte in dem Fall aufgrund seines Alters (10 Monate) vorerst auf diese starken Medikamente verzichten wollen, weil sie bei Tieren im Wachstum schwere Schädigungen hervor rufen können. (Wobei meine Haustierärztin meinte, nach dem Zahnwechsel könnte man durchaus darüber nachdenken und dass der bei Hyde ja nun schon abgeschlossen wäre).

Unabhängig von der Tierklinik sagte sie aber auch, dass sie das Medikament auch erst einmal nicht geben wolle, da die Anämie autoimmun bedingt ist, was sich dadurch erkennen lässt, dass unter Prednisolon Besserung eintrat.
(Das Labor, wo die Mykoplasmen nachgewiesen wurden, sagte das ebenfalls. Der behandelnde Tierarzt in der Klinik hatte extra noch einmal dort angerufen, um sich rückzuversichern, und man teilte ihm mit, dass es in diesem Fall sehr unwahrscheinlich sei, dass die Mykoplasmen der Auslöser sind; man empfahl dennoch diese ebenfalls zu therapieren.)

Anfänglich bekam Hyde 2x3 Tabletten Predni 5mg täglich, der Hämatokrit stieg von 16 auf 27%. Hier erfolgte eine Reduzierung auf 2x2 Tabl. täglich, bei der nächsten Kontrolle lag der HK bei 29%. Danach folgten 2x 1,5 Tabl. täglich, der HK stieg auf 43%.

Nachdem ich auf 2 x1 Tabl. täglich reduziert habe, ließ ich die weiteren Kontrollen bei meiner Haustierärztin durchführen, da war der HK wieder runter auf 37%. Da sie nicht auschließen konnte, dass der Wert durch eine Schwankung aufgrund der unterschiedlichen Geräte zustande kam, sollte ich die Dosis sicherheitshalber halten. Leider hat sich jetzt, 10 Tage später, heraus gestellt, dass der HK weiter absinkt, auf nun 32%.
Jetzt soll ich wieder 2x1,5 Tabl. täglich geben. Nach einem Telefonat mit der TK sagte sie mir, dass Hyde wahrscheinlich beim nächsten Mal noch ein weiteres Medikament benötigt. Leider habe ich vergessen zu fragen, welches.
Anhand meiner Recherchen nehme ich an, es handelt sich um Atopica.

Ich habe gelesen, dass Mykoplasmen zu einer sekundär erworbenen autoimmunen Anämie führen können, was hier wohl passiert ist. Ganz klar ist mir allerdings nicht, inwiefern die Mykos in dem Fall noch eine Rolle spielen. Bedeutet das, dass man sie außen vor lassen kann oder würde bei Behandlung der Hämobartonellose auch die autoimmune Anämie verschwinden? Oder ist das jetzt eine eigenständige Krankheit?

Ich werde meine Tierärztin nächste Woche nochmal wegen der Mykoplasmen ansprechen, aber vielleicht hat einer von euch noch eine eigene Meinung dazu..

LG
Annika
 
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