Schnur verschluckt! Was zu tun und zu lassen ist!

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Kiki van de Bernatzkjes

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12. Juli 2014
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Hallo ihr lieben,

mein Name ist Kiki und ich bin absoluter Forumsneuling. Aus gegebenem Anlass möchte ich das Thema, welches Goldsmith in einem anderen Thread begonnen hat noch einmal auffrischen, denn scheinbar gab es Diskussionen über die Notwedigkeit eines Klinikbesuchs im Falle eines Falles...


Ich möchte euch, zumindest denjenigen die es interessiert, von meiner persönlichen Erfahrung mit Katze und Fremdkörpern berichten...
Vielleicht hilft mein detaillierter Bericht einmal einem Katzenbesitzer in Not, die richtige Entscheidung zu treffen!

es ist ziemlich detailliert geworden daher hab ich FETT gedruckt was im Akutfall informativ sein könnte. Das ganze soll ja helfen, nicht aufhalten :aetschbaetsch1:

Meine Milli hat vor ca. 1 Woche ihr absolutes Lieblingsspielzeug gefressen. Ein Knäuel mit "Schwänzchen" aus 1cm breitem Lycraband zusammmengewickelt und mit ein paar Stichen festgenäht.

Wie das ganze ablief ließ sich sogar relativ genau nachvollziehen:

Sonntag Abend das letzte Mal damit gespielt,
Montag nach der Arbeit nicht mehr auffindbar!
Am späten Abend dann schleppt sie die Überreste vom Knäuel an.....

-Das hat mich schon stutzig gemacht, doch ehrlich gesagt war ich nicht wirklich besorgt. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen dass sie den Rest gefressen hat, denn da fehlten bestimmt 2m.
Leider wurde ich am Tag darauf eines besseren belehrt...
als Milli plötzlich wie von einer Terantel gestochen durch die Wohnung fegte,
was an sich nicht ungewöhnlich ist, die irren 5 Minuten halt....
Ne! Sie rannte panisch vor der 1 Meter langen Schnur davon welche ihr aus dem Po hing!
Ich konnte sie fangen und den Großteil der Schnur abschneiden,
so konnte ich ihr wenigstens erstmal die Angst nehmen.
Aber was dann?
Auf Grund der kleinen leisen Alarmzeichen des letzten Abends war mir ziemlich klar was los ist. Und mir war auch klar, da steckt nochmal mindestens genau so viel drin!!!
Zuerst habe ich gewartet in der Hoffnung dass sie, wenn sie sich beruhigt hat ihr Geschäft zu Ende bringt, doch nichts passierte.
Sie verkroch sich unterm Küchenschrank und ließ sich auch nicht durch Leckerlis vorlocken. Ich habe 2 Tierkliniken angerufen und um Rat gebeten.
Beide sagten ich solle abwarten und beobachten ob es ihr schlechter geht.
Ich habe gewartet.... und beobachtet....das einzige Anzeichen dass es ihr nicht gut gehen kann war die Tatsache dass sie partout nicht da raus kommen wollte, nichts fressen wollte und mein Bauchgefühl welches immer schlechter wurde.

Sie hatte schonmal ein Gummi gefressen (kam zum Glück in einem Rutsch, gut eingepackt wieder heraus)*** daher waren mir die Thematik und auch die Risiken bekannt. Da es sich aber in diesem Fall um ein ganz anderes Ausmaß handelte und mir klar war dass ich sie nicht die ganze Nacht beobachten kann, habe ich schnurstracks den Entschluss gefasst sie in die Klinik zu bringen.
Es war zwischenzeitlich 23.00 Uhr also: Notdienst! $$$

Ich will ehrlich sein! Natürlich hab ich bis zu diesem Zeitpunkt auch darüber nachgedacht ob ich wirklich 120Euro übrig habe damit der Notdienst sie röntgt und mir evtl. mitteilt dass man eh nichts machen kann außer abwarten und beobachten. Ich verdiene 1000euro netto da macht sich das schon bemerkbar

Doch seit dem Moment als ich sie endlich auf dem Arm hatte um sie ins Körbchen zu stecken kreiste keiner meiner Gedanken mehr ums Geld. Sie war so schwach, hat sich nicht wehren können-oder wollen? Jedenfalls ein verdammt untypisches Verhalten. Auf dem Arm wird normalerweise SOOOOOFORT protestiert, im Körbchen wird RANDALIERT!

Lange Rede kurzer Sinn:

Auf dem Röntgenbild konnte eine Gasanstauung im oberen Darmbereich festgestellt werden. Aber noch kein Darmverschluß!
Sie musste aber auf jeden Fall dort bleiben da es erstens jederzeit zu einem Darmverschluß kommen könnte (In dem Fall muss sofort operiert werden)
und sie auch zum aufpeppeln an den Tropf musste.

Das ganze ging 2 Tage.... ein teurer Spaß aber in der Hoffnung dass es doch noch von allein rauskommt und keine OP nötig ist.

Leider lief es letztendlich doch auf eine OP hinaus. Denn in den vergangenen 24h hatte sich im Darm, trotz zwangsernährung, absolut nichts mehr getan. Das Risiko wurde also zu groß.
(Am Morgen nach der Einlieferung konnten sie ca. 15cm der Schnur ganz einfach herausziehen ----> NIEMALS ziehen wenn ihr einen Wiederstand spürt, das kann zu tödlichen Verletzungen führen! Genaue Details hierzu findet ihr in vielen Threads)

Glücklicherweise konnten sie die Verstopfung "von Hand" lösen und mussten nicht den Darm aufschneiden (Gott sei Dank!!!)
Trotz alledem musste ihr der ganze Bauch aufgeschnitten werden und jetzt sitzt der arme Tropf hier mit Lampenschirmchen und versteht die Welt nicht mehr!


Natürlich will man seinem Tierchen diesen Stress in der Klinik ersparen! (ich hab sie besucht, das arme ding war total verstört und verängstigt, einfach schrecklich)
Aber ich hätte nachts nicht schlafen können in der Hoffnung dass es sie über Nacht nicht innerlich verreißt, vergiftet, sich von selbst erledigt, was weiß ich!

Doch jeder Fall ist individuell! Beim Gummiband ist damals nichts passiert, eine andere Katze ist vielleicht schon daran verendet. Ich habe in Goldsmith's Thread gelesen dass man Fremdkörper endoskopisch aus dem Magen holen kann! Hätten meine Alarmglocken Montag Abend vernünftig geläutet wäre das wohl eine Alternative zur OP gewesen. Vielleicht lernt jemand anderes aus meinen Fehlern!


***Nachtrag: Als Milli das Gummi gefressen hatte habe ich ihr auf Rat eines Tierarztes Butter, Sahne, Schmierkäse und alles was beim flutschen hilft zu fressen gegeben! Das ist auch hilfreich solang es "nur" eine Verstopfung und noch kein Darmverschluss ist! Dieser ist nur durch eine Untersuchung feststellbar und kann bei eintreten sehr schnell zum Tod führen! Daher muss die Katze gefüttert -sogar zwangsernährt- werden um den Abtransport zu fördern, doch das ganze muss unter Beobachtung geschehen. Sollte doch eine Verschlingung entstehen, oder vorhanden sein, ist sofortiges handeln gefragt

Zum Thema Finanzen möchte ich noch etwas sagen.... in der Nacht der Einlieferung sagte mir die junge Ärztin dass die OP um die 1000 euro kosten wird. (Ich weiß nicht ob der Preis normal ist, diese Klinik ist jedenfalls bekannt für ihre saftigen Preise) Ich war eh schon völlig aufgelöst denn sie sagte mir gleich noch dazu dass sie keine Ratenzahlung akzeptieren!!!
Unfassbar, sie riet mir alle meine Freunde und Familie anzurufen und das Geld irgendwie aufzutreiben! Versprach mir aber immerhin gleichzeitig dass sie meine Katze natürlich nicht sterben lassen wenn ich morgen früh nicht mit 1000 euro auf der Matte stehe! Ich war wirklich fix und fertig mit der Welt. Trotz ihrer Versicherung fühlte ich mich so elend. Dass ich kein Geld habe meiner Katze eine lebensrettende OP zu bezahlen! Furchtbar

SOLLTET IHR IN EINE ÄHNLICHE SITUATION KOMMEN:
Die Katzenhilfe, welche ich am nächsten Tag kontaktierte, sagte mir sogar dass die Kliniken die Tiere nicht rausrücken und sogar zum Tierschutzbund geben und sie dir nicht mehr gehören bis du bezahlt hast :eek: !!!
In meinem Fall zum Glück ALLES Quatsch! (Ich hoffe dass soetwas noch keiner erleben musste) es wurde darum gar kein Aufriss mehr gemacht. Ich durfte in Raten zahlen! Ganz ohne Wenn und Aber. Für den Notfall hatte ich gleich am Morgen danach mit meiner Bank gesprochen dass sie mir fürs erste meinen Dispo erhöhen und wir diesen später mit einem geeigneten Kredit auslösen.
Mein Fazit:
Letztendlich sind die in der Nacht betreuenden Ärzte Assistenten welche die "Chirurgen" im Notfall kontaktieren und dürfen das nicht entscheiden.
Ich erkläre mir das so, weil ich nach dieser Nachricht in der anderen Klinik nachgefragt habe ob ich Milli dort hin bringen könne und in Raten zahlen kann. Die Ärztin dort verneinte, sagte aber das müsse man mit dem Chefarzt persönlich besprechen. Des weiteren hat die betreuende Ärztin im Notdienst den Chefarzt angerufen um die Röntgenbilder online mit ihm zu besprechen bevor sie mir eine Auskunft geben konnte.
Ich weiß natürlich nicht wie das im laufenden Tagesgeschäft ist, irgendwoher wird die Katzenhilfe ja die Info auch haben dass dein Tier plötzlich zum Pfandgegenstand wird.

Dazu möchte ich unbedingt etwas sagen:
die Katzenhilfe hätte mir mit einem Darlehen helfen können, wäre ihr Budget (welches aus Spenden kommt und für herrenlose Tiere vorgesehen ist) nicht ausgeschöpft.
Sie hat mir allerdings auch gesagt dass sie das eigentlich NICHT MEHR machen, da sie in der Vergangenheit das Geld nicht zurückbekommen haben das sie als Darlehen gegeben haben um zu helfen!!!!!

Ich schätze aus dem gleichen Grund besteht das Problem mit der Ratenzahlung! Find ich echt heftig Leute! In der Not gerne Hilfe annehmen und dann nicht dafür gerade stehen. *Kopfschüddel*

Aber ihr seht, es gibt Mittel und Wege also lasst euch bitte nicht von den Kosten abschrecken. Klar ist das sch***e, vor allem die kommenden Monate. Aber dann ises auch vorbei und meine Maus ist gesund! Letztendlich hatten wir ja immernoch "Glück im Unglück" und schlimmer geht -leider- immer!

Ich wünsche allen da draußen ganz viel Glück in der Not und ansonsten viel Freude mit ihren Vierbeinern :) That`s life, shit happens (aber man kann das Risiko minimieren ;)

die Kiki
 
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