Scharfe Krallen und spitze Zähne...Katze spielt sehr rabiat

Lollie

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Hallöchen,

eigentlich ist unser Problem gar nicht sooooo schwerwiegend, trotzdem hätte ich gern von euch gewusst ob man da vielleicht etwas machen könnte.

"Neroli" ist eine etwa 2-jährige Rumänin, sehr schlank und agil (ein Schwänzchen wie Pfeifenputzer, Füße wie Ellenbogen~), und wir haben sie als Gesellschaft für die bereits anwesende "Lilly", ebenfalls zwei Jahre jung, EKH aus Berlin, adoptiert.

Das Verhältnis der beiden hat Höhen und Tiefen, sie kennen sich jetzt seit etwas über einen Monat.
"Lilly" verteidigt ihre Lieblingsspielsachen (kleine bunte Noppenbälle) immernoch durch ein tiefes Knurren; wenn "Neroli" angefegt kommt setzt es auch mal Hiebe.
Gefaucht wird in diesen Situationen auch (aber nur von "Lilly"s Seite).

Trotzdem wird friedlich zusammen gespeist, auf dem Balkon Siesta gehalten, man teilt sich das Fensterbrett zum Rausgucken und spielt auch ab und zu miteinander.

Jetzt zu unserem "Problem".
Der kleine "Neroli"-Schatz ist einfach nicht kaputt zu kriegen. Wenn es nach ihr ginge würden wir rund um die Uhr mit der Katzenangel durch die Bude fegen, ansonsten denkt sie sich eben so lustige Spielchen wie "Gras-Tüten-leer-räumen", Schubladen aufziehen, Kuscheltiere durch die Gegend tragen usw. aus.
Das alles stört mich aber gar nicht, sie macht ja eigentlich nie was kaputt (nur eben Unordnung), was mich stört ist ihre Art zu spielen.

Denn das tut sie mit Zähnen und Krallen.

Selbst wenn sie eindeutig zum Schmusen kommt dauert es gar nicht lange bis sie sich auf den Rücken wirft und sich in Hände und Arme verbeißt.
Auch anspringen, an den Beinen hochklettern usw macht sie mit Vorliebe.
Sie lässt dann auch wirklich nicht mehr los, die Wunden sind tief und bluten, und inzwischen haben auch Besucher (bis auf meine kleine Schwester) Angst vor unserer armen "Neroli".

"Lilly" spielt auch gern, aber sie würde niemals auf die Idee kommen uns zu kratzen oder gar zu beißen.
"Neroli" dagegen favorisiert auch direkt Spielsachen in die man sich verbeißen und die man durch die Luft schleudern kann, kleine Bälle oder ähnliches sind ihr egal.

Was habe ich bis jetzt gegen dieses schmerzhafte Verhalten unternommen?
Sofort von ihr abgelassen wenn sie "handgreiflich" wurde, außerdem wird in jeder freien Minute herumgetobt.
Ich steigere das inzwischen immer weiter, Zeit für mich nehme ich mir jetzt nur noch wenn ich abends im Bett liege (22 Uhr).

Auch das stört mich nicht, ich spiele gern mit den zwei Schätzchen, und außer einer halben Stunde lesen (im Bett!) brauche ich wirklich nicht mehr.

Wen ich ebenfalls noch ein bisschen erziehen muss ist mein Freund.
Der ist meistens nicht schnell genug beim Händewegziehen, bzw krault den süßen Nervzwerg öfters am Bauch, was aber grundsätzlich zu thematisiertem Verhalten (kratzen, verbeißen etc.) führt.
Außerdem trägt er die Katze weg wenn ich ihn bitte sie mal eben aus meinem Wirkungskreis zu entfernen (wenn ich z.b. gerade mit dem Cuttermesser hantiere) anstatt sie wegzulocken.
Auch das führt bei "Neroli" verständlicherweise zu Abwehrreaktionen.

Bezugsperson für beide Katzen bin ich, ich kümmere mich um Futter, Katzenklo und Spielzeugbeschaffung.
Die langen Arbeitszeiten meines Freundes (arbeitet in einer Arztpraxis) sorgen eben auch dafür dass ich mehr Zeit mit den zwei beiden verbringe, er ist am Abend dann meistens so kaputt dass er in seinen Sessel fällt...und von dort dann nur noch weiter ins Bett wechselt.

Neben den Katzen habe ich auch noch drei Zwergkaninchen und ein unfreiwillig aufgenommenes Meerschweinchen, die brauchen (zum Glück!) zwar keine direkte Bespaßung, möchten aber auch mit Futter und interessanten Spielsachen versorgt werden.

Ich wüsste jetzt gern warum "Neroli" so rabiat mit uns umgeht.
Ansonsten ist sie eine ganz süße kleine, sie zerstört nichts mutwillig (außer Kartons, die müssen unbedingt getötet und zu winzig kleinen Fetzen verarbeitet werden), frisst gut, benutzt zuverlässig alle bereitgestellten Katzenklos...

Ihr Verhalten erinnert mich eher an ein kleines Kitten, nicht an eine zweijährige Katze.

Trotz allem rücken wir sie natürlich nicht wieder raus, wir lieben unsere kleine "Neroli", egal wie oft sie ihre Zähne und Krallen in uns schlägt, und "Lilly" findet sich nun auch langsam damit ab dass die kleine Bazille nicht so schnell wieder verschwinden wird.

Vielleicht wisst ihr was genau wir falsch machen?

Liebe Grüße
Lollie
 
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JeLiGo

JeLiGo

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Ihr Verhalten erinnert mich eher an ein kleines Kitten, nicht an eine zweijährige Katze.

Vermutlich stammt das Verhalten aus ihrer Kittenzeit. Weißt du etwas über ihre Vorgeschichte? Evtl. musste sie sich auf der Straße mehr oder weniger durchschlagen? Oder sie ist als Kitten zu früh von der Mama weg, also nicht ausreichend sozialisiert. Vielleicht haben Menschen mit ihr als Kitten so gespielt, wie man es nicht tun sollte, nämlich die Hand als Raufpartner angeboten (machen ja leider viele und verstehen nicht, dass es ganz und gar nicht süß, sondern vollkommen falsch ist).

Eigentlich könnt ihr wirklich nur sofort alle Aktivitäten abbrechen, wenn sie kratzt und beißt, auch gar nicht groß drauf eingehen, Hand wegziehen und Katze ignorieren.

Dein Freund sollte unbedingt aufhören, die Katze am Bauch zu grabbeln, wenn es zu Kratzen und Beißen führt. Auch einfach auf den Arm nehmen, würde ich sein lassen. Es ist wichtig, dass ihr euch in eurem Verhalten einig seid und an einem Strang zieht.
 
M

mrs.filch

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Ich würde mich dem anschließen, was JeLiGo gesagt hat.

Allerdings, ich würde nicht nur die Hand wegziehen, sondern im Moment des Kratzens oder Beißens auch mal herzhaft Kreischen - damit sie hört, dass das nicht gut war für dich.

Mit ein bisschen Glück wird Lilly ihr im Laufe der Zeit auch beibringen, was geht und was nicht....




Meine Freigängerin neigt in langen Regenperioden dazu, ihre aufgestaute Bewegungswut manchmal an meinen Füßen abzureagieren - zwar ohne Krallen, aber trotzdem nicht angenehm und vor allem für sie gefährlich. Sie hat seit einiger Zeit einen "Boxsack", offenbar für Hunde gedacht, den ich mal bei Fressnapf gefunden und als Lösung erkannt habe - so eine sehr feste Rolle, mit festem Leinen überzogen, in Katzenkörpergröße. Seither lenke ich sie auf den Sack um, wenn sie mir an die Füße gehen will, und dann wird der Sack umarmt und mit den Hinterpfoten getreten. Ich weiß nicht, ob das für dich eine Lösung ist, bei dir liegt es etwas anders, aber Versuch macht klug...
 
Lollie

Lollie

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Erstmal danke für die Antworten :)

Über "Nerolis" Vorgeschichte weiß ich leider gar nichts, aber gut sozialisiert ist sie, auf der Pflegestelle war sie mit anderen Mietzen zusammen.
Nur uns gegenüber ist sie halt so ruppig.

Wobei es gestern eigentlich ging, Montag ist für mich immer großer Putztag, da ist sie um mich herumscharwenzelt ohne nach Händen und Füßen zu haschen.
Nur streicheln war wieder so ein Thema...sobald meine Hand vor ihrem Gesicht auftauchte hat sie danach gehappst, wollte danach aber sofort weiter gekrault und gestreichelt werden.

Und auch als ich sie aus dem Katzenstreu-Sack entfernen musste gab es keine Gegenwehr.

Laute Geräusche wie möglicherweise kreischen oder fauchen interessieren "Neroli" nicht, es ist eher "Lilly" die ich dann damit verstöre.

Wenn ich "Neroli" von ihrem "Opfer" (Hände, Füße etc) wegbekommen möchte geht das nur über ein Spielzeug in das sie sich stattdessen verbeißen kann.

Heut früh hatte sie sich auch um meinen Fuß gekrallt, einfach so, ich stand nur rum und habe mich angezogen.
Futter war bereits im Napf, Hunger oder Ungeduld konnten es also nicht sein.
Stattdessen habe ich ihr schnell meinen Schlüsselbund zugeworfen, das hat ordentlich geklirrt, war ihr aber egal. Hauptsache reinbeißen.

Ein "boxsackähnliches" Spielzeug hat sie bereits, außerdem noch drei Koikarpfen-Stofftiere die genau ihrer Größe entsprechen.
Sie trägt aber lieber eine Katzenangel herum, oder eine Schnur mit einem Glöckchen dran.

Nachmittags lasse ich die beiden Mietzen raus auf den Balkon, dort gibt es ganz viele Vögel zu beobachten und Fliegen zu verspeisen.
Während "Lilly" das auch tut, rennt "Neroli" lieber brüllend wie ein kleiner Stier durch die ganze Bude.
Also vom Balkon durch die Küche durch den Gaderobenflur durchs Wohnzimmer durch den zweiten Flur durch ein Fenster wieder raus auf den Balkon.
Immer schön im Kreis.

Hach ja.
Heut werde ich mal einen Abstecher in die Zoohandlung machen und eine neue Katzenangel besorgen. "Neroli" benötigt die auf Vorrat.
 
Lollie

Lollie

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Doch doch, die zwei passen schon, nur geh ich auf "Lilly" jetzt nicht so ein.
Sie ist auch ein kleiner Wirbelwind, nur konzentriert sie sich mehr auf Spielsachen, nicht so auf uns.

Ans Clickern hatte ich auch schon gedacht...gibts dazu einen Thread?
Wenn "Neroli" ausgepowert ist ist sie auch eine kleine Schmusebacke, nur während des Spielens kommt es eben vor dass sie Zähne und Krallen einsetzt.

Heut früh war sie sicher unausgelastet, immerhin hatte sie sich gerade gemütlich auf dem Bett zusammengerollt als ich aufstehen musste.
Dann war sie munter, keiner da zum Spielen ("Lilly" hatte weitergepennt), und ich musste mich auch beeilen.

Noch zeitiger aufstehen würde für mich 5 Uhr bedeuten...aber dann könnte ich noch eine halbe Stunde mit der kleinen süßen spielen bevor ich mich selbst fertig machen muss.
Wäre eine Idee.

Bald ist auch im Wohnzimmer mehr Platz da die Kaninchen raus auf den Balkon ziehen (müssen), das heißt die Katzen bekommen einen neuen sehr sehr großen Kratzbaum, und ich kann endlich Catwalks anbringen.
 
M

mrs.filch

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Vor der Arbeit noch mit den Katzen spielen halte ich bei Wohnungskatzen für ein unbedingtes Muss - auch wenn die halbe Stunde morgens bitter ist :rolleyes:

Zum Clickertraining gibt es hier etliche Threads, da kann ich dir nur Mut machen, das wird nicht nur den Katzen Spaß machen, sondern auch dir! :)
 
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