Positive FeLV Diagnose, guter Tierarzt in Hamburg gesucht

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
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  • #41
Das ist wirklich ein ziemlich interessanter Fall...

Erst mal schön, dass die anderen zwei negativ sind und schön, dass es euerem Kater wieder besser geht :)
Bloß der Vorsicht halber zu eueren anderen beiden: Die Provirus-PCR kann auch dann negativ sein, wenn die Proviruslast unter der Nachweisgrenze liegt. Das heißt, es besteht die Möglichkeit, dass eventuell trotzdem eine regressive Infektion vorliegt. Das wäre aber auch kein so großer Beinbruch, weil eine regressive Infektion nur selten wieder zu einer progressiven wird und regressiv infizierte Katzen normalerweise keine Symptome zeigen. Die haben eine vergleichbare Lebenserwartung wie gesunde Katzen und sind auch nicht ansteckend für andere Katzen.

Welche PCR wurde bei der Knochenmarksbiopsie denn gemacht? Wurde nach Provirus gesucht (DNA-PCR) oder direkt nach dem Virus (RNA-PCR)?
Jetzt mal davon ausgegangen dass die Testergebnisse korrekt sind: Es gibt seltene Fälle von Katzen, bei denen das Virus irgendwo außerhalb des Knochenmarks steckt. Da können dann zwar Antigene im Blut gefunden werden (d.h. ELISA positiv), aber kein Virus isoliert.
Ich kann die Originalquelle gerade nicht einsehen, aber in der ABCD-Vets-Zusammenfassung wird die auch zitiert:
A small proportion (2-3 %) of cats remains positive by ELISA and immunochromatography although no infectious virus can be isolated from plasma. These cats have foci of infection outside the bone marrow from which soluble p27 is released into the circulation; such cats are potential sources of infection (Lutz et al., 1980c).
A smaller proportion (~5 %) exhibits an atypical course of infection, displaying antigenaemia but no or only low-level viraemia (Hoover et al., 1977; Lutz et al., 1983b).
http://www.abcdcatsvets.org/feline-leukaemia-virus-infection/
Hartmann schreibt auch, dass bei fokalen Infektionen ELISA und Provirus-PCR manchmal positiv sind, manchmal aber auch nicht. Da müsste man dann tatsächlich das betroffene Gewebe finden und direkt daraus das Virus isolieren.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3509668/table/viruses-04-02684-t001/

Eventuell liegt bei euch also so ein Fall vor. Dass zwei ELISAs nacheinander falsch sind, vor allem, wenn auch Symptome vorliegen, die zu FeLV passen, halte ich schon für ziemlich unwahrscheinlich.

Wenn noch keine Provirus-PCR gemacht wurde, würde ich die noch nachschieben. Ansonsten die Symptome behandeln so gut es geht und dann weitersehen und evtl. noch mal nachtesten - es macht ja nun auch wenig Unterschied für den Kater, ob man nun Gewissheit über die Infektionsform hat oder nicht.

Was die Anämie angeht, wenn selbst schon eine Knochenmarksbiopsie angeleiert wurde, ist vermutlich schon alles getestet worden was geht? So wie sich das anhört seid ihr diagnostisch ja in guten Händen.
Ich vermute fast, dass die Thrombozytopenie mit Schuld ist, wenn sonst nichts gefunden wurde (https://books.google.de/books?id=gQ...e&q=felv-induzierte thrombozytopenien&f=false). Vielleicht bringt das Interferon ja den Durchbruch und eine Verbesserung. Ich drück euch jedenfalls die Daumen.
 
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  • #42
Leider habe ich die Pathologie Ergebnisse noch nicht schriftlich, ich weiß daher nicht, ob ein PCR-DNA oder PCR-RNA Test gemacht wurde. Das konnte ich übrigens bei dem Test unseres anderen Katers auch nicht wirklich herausfinden, da steht nur Real PCR Progenom.

Es wurde hinsichtlich der Anämie noch der B12 Status und Folsäure getestet. Beides ist ok. Könnte man noch andere Dinge untersuchen, die vielleicht weiterhelfen?

Heute ist unser Kleiner leider wieder nicht so gut unterwegs, er zeigt wieder diese Epilepsie typischen Symptome, er leckt und kratzt sich hektisch.
 
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  • #43
Progenom entspricht dem Provirus, das war also die DNA-PCR.

In Sachen Anämie ist es ohne aktuelle Blutwerte und ohne den Befund der Biopsie schwer, Ratschläge zu geben.
Wenn die Anämie jetzt regenerativ ist, gibts im Endeffekt zwei große Ursachen: Hämolyse (für die es wieder x verschiedene Ursachen gibt) oder Blutungen. Hätte sich die Anämie im Blutbild als regenerativ gezeigt, hätte man aber wahrscheinlich keine Knochenmarksbiopsie angeleiert, von daher ist die Regeneration wahrscheinlich nicht ausreichend.
Guck mal, da kannst du ab S. 58 das diagnostische Vorgehen bei Anämie nachlesen: https://books.google.de/books?id=YaF4xjPZjjAC&printsec=frontcover&hl=de#v=onepage&q=anämie&f=false
Und hier ist ein kurzer Algorithmus:
http://v17.laboklin.de/pdf/de/news/laboklin_aktuell/lab_akt_1006.pdf

Eine Knochenmarksbiopsie ist im Normalfall nichts, was man gleich als ersten Schritt macht. Von daher gehe ich eigentlich davon aus, dass vorher schon abgeklärt wurde was geht.
Vielleicht sprichst du einfach noch mal mit dem Tierarzt und besprichst mit ihm, was schon gemacht wurde und was nun sinnvolle nächste Schritte wären?
 
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  • #44
Ich stelle die Blutbilder ein, sobald ich sie habe. Die ersten habe ich ja bereits. Vielleicht kannst Du ja schon was damit anfangen. Sobald ich die Ergebnisse der Pathologie habe, stelle ich auch die ein. Wenn ich mit der Tierärztin spreche, dann bekomme ich immer den Eindruck, dass wir gegen die Anämie nichts tun können.
 
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  • #45
Es kommt drauf an, was die genaue Ursache der Anämie ist. Manchmal kann man was tun, manchmal im Endeffekt nur hoffen, dass das Interferon was bringt.
 
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  • #46
So, hier kommen die Ergebnisse der Untersuchungen. Wie schon gesagt, der zweite ELISA war auch positiv, der PCR-DNA negativ. Die Ergebnisse der Knochenmarksbiopsie stelle ich ebenfalls ein.

Unsere beiden anderen Kater sind ELISA FeLV negativ, bei seinem Bruder haben wir auch den PCR-DNA Test machen lassen, er ist auch negativ.

Ich stelle die Ergebnisse in chronologischer Reihenfolge ein.
 

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  • #47
Die zweite Untersuchung (Blutergebnisse und Knochenmarksbiopsie), da ist allerdings die Darstellung des ELISA verwirrend. Daher haben wir das nochmal abgefragt und die andere Datei bekommen
 

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  • #49
Ist zu der Autoagglutination nichts gesagt worden?
Wenn die tatsächlich vorliegt und es keine Pseudoagglutination ist, spräche das für eine (sekundäre) immunvermittelte hämolytische Anämie. Die kann auch nicht regenerativ sein.
 
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  • #50
Du meinst das, was beim Coombs-Test steht?
Und was würde das bedeuten? Was sollte man noch untersuchen lassen?

Nachtrag: würde man ggf. anders behandeln?
 
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  • #51
Genau, der Coombs-Test konnte ja nicht gemacht werden, weil die Erythrozyten schon agglutiniert waren.
Eine immunvermittelte hämolytische Anämie bedeutet, dass die Erythrozyten durch die körpereigenen Fresszellen zerstört werden. Wenn auch die Vorläufer der Erythrozyten betroffen sind, zeigt sich die Anämie dann im Blutbild nicht regenerativ.

Bei FeLV-negativen Katzen versucht man, das mit hohen Dosen Immunsuppressiva (normalerweise Prednisolon) in den Griff zu kriegen.
Bei FeLV kann/wird das aber natürlich auch das Virus begünstigen. Evtl. wird das bei euch deswegen nicht gemacht oder der Tierarzt sieht die Diagnose noch nicht gesichert.

Ich muss aber ganz ehrlich sagen, wenn es sich tatsächlich um diese Diagnose handeln sollte (man müsste halt noch mal abklären, ob es keine Pseudoagglutination war oder es irgendwelche mir nicht bekannten anderen Ursachen für die Agglutination geben könnte, aber der Bilirubin passt z.B. auch zur Hämolyse) würde ich Prednisolon geben, weil es im Endeffekt keine andere Option gibt. Wenn der Hämatokrit weiter so schnell sinkt, bleibt euch nicht mehr viel Zeit.
Sprich das beim Tierarzt mal noch mal an.

Lesestoff: http://v17.laboklin.de/pdf/de/fachbeitraege_online/imha_katze_vet_spiegel_2002.pdf
 
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  • #52
Danke! Wir haben unsere Tierärztin schon kontaktiert und hoffen, dass sie sich dazu schon mal Gedanken macht. Werden das dann bei unserem Termin ansprechen.
Gestern haben wir mit dem zweiten Zyklus Interferon begonnen. Vielleicht hilft das ja ergänzend auch.
 
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  • #53
Gestern wieder Tierarzt. Leider sind die Blutwerte weiter schlechter geworden. Zwar nicht so doll, wie zwischen dem ersten beiden Untersuchungen, aber es gibt keinen positiven Trend. Der zweite Zyklus Interferon war allerdings auch Sonntag erst durch.
Es wurde jetzt nochmal Blut für den Coombs-Test eingeschickt.
Hinsichtlich einer Cortison Behandlung ist die Tierärztin sehr vorsichtig, weil sie auch sagt, dass das ggf. auch genau ins Gegenteil umschlagen kann. Wir nehmen in 14 Tagen nochmal Blut ab und entscheiden dann. Wenn die Werte weiter schlechter werden, haben wir aber ja vielleicht gar keine Wahl.
Es ging ihm die letzten Tage mal besser, mal schlechter. Er hatte einen kurzen Anfall, war aber sonst ganz ok.
Laut Tierärztin kommen die neurologischen Symptome wohl direkt durch das Virus, nicht durch die Anämie.
 

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  • #54
Tut mir sehr leid für euch.
Es gibt nichts schlimmeres als das Warten, während man Angst hat, dass einem das Tier unter den Händen wegstirbt. Ich drücke euch meine Daumen, dass sich noch eine Behandlungslösung für euch findet und wünsche euch alles Glück!

__________________
LG Elke
 
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  • #55
Vielen Dank, das ist lieb!
 
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  • #56
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Die Tierärzte (TA-Helferin) haben gerade angerufen: der COOMBS-TEST war wieder aufgrund hochgradiger Agglutination nicht auswertbar. Sie melden sich morgen nochmal, um alles weitere zu besprechen.

Spricht das nicht ohnehin dann schon für eine IHA, die anders zu behandeln wäre?
 
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  • #58
Puh, das ist doch wirklich deprimierend. Müssten die Tierärzte nicht auch drauf kommen?
 
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  • #59
Bei TA`s ist`s wie mit Autowerkstätten, 70% sind richtig mies, 20% arbeiten ordentlich und 10% sind richtig gut.
Leider!
 
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  • #60
Jetzt doch Cortison/Dosierung?

Nachdem der Coombs-Test erneut aufgrund hochgradiger Agglutination nicht auswertbar war und die Werte ja unter Interferon schlechter wurden, haben unsere Tierärzte nach vielen Nachfragen jetzt doch beschlossen, dass Prednisolon die offenbar notwendige Behandlung ist - trotz der Risiken wegen FeLV.
Wir sollen 5mg jeweils 2 x täglich geben. Nachdem was wir in den, auch von Euch verlinkten Bereichten gelesen haben, ist das eher wenig. Es würde uns auch nicht gesagt, dass wir in das nach ein paar Tagen die Dosis senken sollen. Wir sollen Mitte nächster Woche zur Kontrolle kommen.

Unserem Süßen geht es eher schlechter. Er ist sehr ruhig, schläft/ruht oder frisst. Immerhin das tut er wieder.

Wir haben natürlich große Angst, dass es die falsche Entscheidung ist, Cortison zu geben und dass wir ihn dadurch erst recht schwächen. Aber wenn es so weiter geht, dann geht es ihm kontinuierlich schlechter.
 
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