Physiotherapie & Orthopädie bei der Katze

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Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
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Hallo ihr Lieben.

Heute möchte ich mit euch mein Wissen sowie meine Erfahrungen teilen, welche ich über die praktische Physiotherapie bei Katzen gesammelt habe.

Dabei möchte ich euch vor allem Anregungen und Ideen an die Hand geben, da die Katze als „Patient“ in der Physiotherapie sehr speziell ist und somit auf jedes Tier individuell eingegangen werden muss. Vielleicht finden sich noch weitere User, die Erfahrungen in diesem Bereich gesammelt haben und Anregungen geben können.

Es gibt eine ganze Reihe von Erkrankungen, Verletzungen usw. bei denen eine Physiotherapie sinnvoll ist - ich werde hier nur die Hilfsmittel und Übungen dazu vorstellen, mit denen ich gearbeitet habe. Da ich selbst ein Laie ohne jegliche Ausbildung bin, werde ich nicht auf individuelle Fragen zu den Erkrankungen und Therapiemöglichkeiten eurer Lieblinge eingehen können. Aber mein Beitrag soll zeigen, dass es möglich ist und euch Mut machen.

Das Wichtigste vorweg - Ich bitte euch, so wie ich es auch getan habe, einen Physiotherapeuten hinzuzuziehen. Im Idealfall arbeitet dieser mit eurem Tierarzt zusammen, so dass ein gutes Hilfsnetzwerk für eurer Tier entsteht. Bei bestimmten Erkrankungen könnten meine vorgestellten Übungen kontraproduktiv sein, daher bitte keine eigenen Versuche einer Therapie Zuhause starten ohne Anleitung eines ausgebildeten Physiotherapeuten.

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1. Die Katze als Patient und der Physiotherapeut

Vermutlich hat jeder schon mal was von Physiotherapie bei Hunden oder auch Pferden gehört. Aber bei Katzen haben die meisten Halter sowie auch Tierärzte gleich eine ernüchternde Vorstellung von den Möglichkeiten. Nicht selten machen Tierärzte kaum bis keine Hoffnung und auch die Tierphysiotherapeuten selbst haben im Schnitt eher wenige kätzische Patienten und daher möglicherweise kaum Erfahrung mit diesen (hier bitte ich euch genau zu erfragen wie viel Erfahrung vorhanden ist. Bereits vorhandene Erfahrung und Besitz von eigenen Katzen ist ein großer Vorteil; kaum Erfahrung aber kein Ausschlusskriterium, wenn der Physiotherapeut bereit ist dazu zu lernen und sich einzulassen).

Dann möchte ich euch bitten sehr viel Geduld für euren Liebling aufzubringen. Da wo Hund und Pferd einfach mitlaufen, ist es eine Katze nicht gewohnt so auf uns zu achten oder Anweisungen zu folgen. Eventuell wäre ein Clicker-Training hier auch hilfreich, dazu kann ich aber nichts sagen, weil keine Erfahrung damit. Außerdem darf nicht unterschätzt werden, dass die Physiotherapie gerade zum Anfang körperlich sowie kognitiv sehr anstrengend und fordernd sein kann für euren Liebling.




2. Die Physiotherapiepraxis und/oder die gewohnte Umgebung

Normalerweise beginnt die Behandlung in der Praxis, wo der Physiotherapeut den Patienten kennenlernt und seine ganzen Utensilien sowie Gerätschaften hat. Für Pferde muss er auch mobil sein und in diesem Fall macht es für die Katze auch Sinn. Denn wie wir alle wissen, sind Katzen sehr auf ihre gewohnte Umgebung bedacht. Ich habe mich daher entschieden die ganzen Übungen auf Zuhause zu verlegen; also die Praxis nur für die nötigen Termine aufzusuchen wie beispielsweise Osteopathie und mir ansonsten zeigen zu lassen und zu lernen, wie ich Zuhause mit meinem Tier arbeiten kann.

Voraussetzung dafür ist, dass man eine gute Anleitung bekommt sowie das nötige Equipment (viele Dinge kann man sich entweder vom Physiotherapeuten ausleihen oder kann man selbst kaufen. Oftmals wird man auch fündig über Kleinanzeigen). Sinnvoll ist auch, dass man Zuhause eine ruhige Umgebung schaffen und eine störungsfreie Durchführung sicherstellen kann. Fragen, die sich hier stellen sind beispielsweise:

  • Welcher Raum eignet sich gut für die Übungen?
  • Was wird mit den anderen Tieren im Haushalt gemacht? Kann meine Katze sich konzentrieren, wenn seine Artgenossen ausgesperrt sind? Irritiert meine Katze die plötzlich verschlossene Tür während den Übungen? (Mögliche Lösung siehe Punkt 4 „So habe ich mit Azar gearbeitet - Praktische Tipps“)
  • Was könnte ich dafür tun, um mögliche Störungen von außen zu vermeiden, also beispielsweise die Türklingel ausschalten, Handy lautlos usw?
  • Wie kann ich mich selbst einstimmen auf die kommende Übung, indem ich zum Beispiel davor selbst eine Entspannungsübung mache, um zu verhindern, dass sich mein Stress auf meine Katze übertragt?
  • Wo lagere ich die ganzen Utensilien; stören sie mich im Alltag, wenn ich beispielsweise die Übungen im Wohnzimmer durchführe und die ganzen Dinge dort liegen bleiben?




3. Erste Übungen mit der Katze und die eigene Rolle dabei

Als erstes sollte ein Plan für den Ablauf erstellt werden und folgende Fragen geklärt werden:

  • Was soll erreicht werden? Beispiel: Katze soll ihr Gleichgewicht wieder erlangen; soll Muskulatur aufbauen; soll ein bestimmtes Bein wieder in ihren Bewegungsablauf integrieren.
  • In welchen Intervallen und wie lange soll die Übung gehen? Beispiel zwei Mal in der Woche für jeweils drei Minuten starten, dann nächste Woche auf vier und fünf Minuten steigern usw. Es lohnt sich alles zu dokumentieren, um den Überblick zu behalten.
  • Wie möchte ich den Parkour aufbauen? Anfangs erst einzelne Hilfsmittel, später können sie zu einigen Metern Länge zusammengebaut werden. Parkour jede Woche verändern und Abwechslung sowie Spannung schaffen.
  • Was sind Anzeichen von Ermüdung oder Schmerz? Wann breche ich eine Übung besser ab?
  • Wie oder womit belohne ich meine Katze? Leckerlis oder Lob eignen sich gut.
  • Bequeme Kleidung tragen, damit ich selbst gut beweglich bin und flexibel reagieren kann.
  • Wie reagiere ich, wenn meine Katze das Interesse verliert und einfach weg geht; wie motiviere ich meine Katze? Bei sehr „motivierten“ Katzen - Wie bringe ich Ruhe in meine Katze, so dass sie die Übung nicht überhastet ausführt sondern gezielte und effektive Bewegungen möglich sind?
  • Wie führe ich die Katze? Die eigene Hand als mögliche Orientierung (siehe Punkt 4 „So habe ich mit Azar gearbeitet - Praktische Tipps“).




4. So habe ich mit Azar gearbeitet - Praktische Tipps

Ich habe mit Leckerli belohnt, welche an dem „Trainingstag“ nur zur Übung gegeben wurden damit sie attraktiver sind und die Mitmachbereitschaft erhöhen.

Zuerst habe ich Azar mit jedem einzelnen Teil vertraut gemacht, in dem es einfach in der Wohnung rum lag und ausgiebig inspiziert werden konnte, bevor es zum Einsatz kam. Mit Spielen und Leckerli habe ich trainiert rauf zu steigen. Manchmal braucht dies etwas länger, weil einige Katzen beispielsweise das Einsacken auf einem Balancekissen nicht mögen.

Die ersten Übungen gingen sehr kurz. Man darf die Belastung und Anstrengung nicht unterschätzen. Das Wichtigste ist, nie den Punkt zu überschreiten, wenn die Katze eigentlich nicht mehr kann. Daher ist ein wesentliches Ziel das Beenden in einem „guten Moment“, also wenn eine Übung noch richtig ausgeführt wurde aber man beispielsweise merkt, dass die Katze langsamer läuft oder das Belohnungsleckerli nicht mehr so gut frisst.

Um Azar zu führen, habe ich meine Hand vor ihm gehalten. Ich rate dies ohne Leckerli in der Hand zu machen, da sonst die Katze dazu neigt zu krallen und/oder zu hasten. Sie sollte lernen, dass sie an der Hand dranbleiben soll aber es nichts bringt diese „einzuholen“ oder zu fangen, da sie kein Leckerli hat. Somit kann man auch das Tempo bestimmen bei hastigen Katzen. Erst am Ende des Laufweges gibt es das Leckerli.


Gerade am Anfang habe ich den Parkour durch Katzenstreukartons (können auch leer sein) an der Seite abgegrenzt, um zu verhindern, dass er ausschert und den Weg abkürzen will oder daneben tritt. Im späteren Verlauf konnte ich sie bei ihm zwar weglassen, allerdings ist diese Abgrenzung sehr hilfreich als Führung, so dass ich durchaus auch empfehle sie grundsätzlich zu nutzen.
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Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es für die anderen Katzen im Haushalt interessant ist zuzuschauen und sie dadurch auch ruhiger sind, als wenn man sie richtig aussperrt und die Sicht durch eine Tür blockiert. Vermutlich wird gekratzt sowie gemeckert und das würde die Katze ablenken, mit der man gerade arbeiten möchte. Mit Azar haben wir immer zu zweit gearbeitet, entweder bin ich mit ihm gelaufen und mein Partner hat sich in den Türrahmen gesetzt und eine Begrenzung für die anderen Kater geschaffen oder umgekehrt. Wenn man allein ist, wäre hier eine Gittertür sinnvoll, hinter der die anderen Katzen alles sehen und darauf warten können, bis die Übung vorbei ist und es eine gemeinsame Leckerli-Runde gibt. Auch für sie war es ein Lernprozess zu warten, aber irgendwann wussten sie, dass sie auch nicht leer ausgehen werden und haben brav zugeschaut.
 
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5. Werdet kreativ mit Dingen aus dem Alltag + Integrierte Übungen in der gewohnten Umgebung (beispielsweise für Scheuchen)

Manchmal muss es gar nicht das teure Balancekissen sein oder irgendwelche Hürden-Hütchen. Wenn ihr ein sehr weiches Sofa habt, auf dem die Möglichkeit besteht, ein paar Schritte zu laufen und darauf etwas „einzusacken“, dann könnte das die Funktion eines Balancekissens ersetzen. Für einen Slalom können auch große runde Gegenstände genutzt werden.
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Stuhllehnen können sich auch eignen für Balance-Übungen. Achtung, die Stühle sollten auf der Sitzfläche beschwert werden, um ein Umfallen zu verhindern (wenn die Katze abspringt zum Beispiel).
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Außerdem gibt es Möglichkeiten die Hilfsmittel so zu platzieren, dass sie im Alltag genutzt werden können, ohne dass man aktiv mit seiner Katze daran arbeitet. Natürlich sind bewusste und gezielte Übungen immer effektiver, dennoch möchte ich euch hier ein paar Ideen vorschlagen, welche sich beispielsweise für Scheuchen oder Katzen eignen, die nicht so gern nah beim Menschen sind.

Zum Platzieren eigenen sich Türrahmen. Wählt dafür bitte eine Verbindung zwischen zwei Räumen oder Bereichen aus, die nicht zwingend von der Katze genutzt werden müssen, also dass sie dort durch müsste um zum Futter, Lieblingsplatz oder so zu kommen. So kann sie selbst ohne großen Druck selbst entscheiden wann sie sich traut die Hilfsmittel anzuschauen und zu überqueren. Balancekissen lassen sich einfach zu einer größeren Fläche auslegen.
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Hürdenstangen können an der Wand entlang aufgbaut werden (die Hüttchen sollten in diesem Fall auf dem Boden mit Klebestreifen befestigt werden, weil zumindest die auf meinem Foto sehr leicht sind und sich auf glattem Boden schnell verschieben würden. An der offenen Seite können wieder Katzenstreukartons oder ähnliches als Begrenzung aufgestellt werden. Die Katze kann selbst entscheiden worüber sie läuft). Außerdem würde ich dies auch nicht auf einem Renn- oder Spielweg aufstellen, weil die spielenden Katzen blockiert werden und das Ganze eventuell eine Verletzungsgefahr darstellt, wenn sie drüber rennen.
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6. Nahrungsergänzungsmittel, Homöopathie, Lasertherapie usw. zur Unterstützung

Es gibt es eine ganze Reihe an unterstützenden Maßnahmen und Präparaten (gerade hier wird man regelrecht erschlagen mit Produkten, Kombipulvern, Kapseln und was weiß ich).

Was mir an Herz gelegt wurde bezüglich Nahrungsergänzungsmittel - Bitte pure Produkte und keine Mischprodukte. Die Zusammensetzungen aus zig Dingen helfen in der Regel weniger, weil das was genau gebraucht wird schwer zu dosieren ist. Und viel hilft hier nicht viel. Als Beispiel habe ich Grünlippmuschelpulver 100 % sowie Kollagen 100% genommen. Beides bekommt man von Lunderland, aber auch von vielen anderen Herstellern.

Bei Homoöpathischen Mitteln gibt es auch einiges auf dem Markt, da wurde mir für Azar nur Silicea C30 empfohlen.

Es gibt bestimmte Lasertherapien, Wärmebehandlungen usw welche die Regeneration unterstützen sollen. Hier habe ich keine nennenswerte Erfahrung gesammelt.



7. Die Tierorthopädie

Hier möchte ich ein sehr wichtiges Thema ansprechen, welches in der Physiotherapie einen zentralen Platz einnimmt. Auch hier verhält es sich wie mit der Physiotherapie bei Katzen ähnlich - für Hunde und Pferde gibt es allerhand orthopädische Hilfsmittel, die in der Theorie auch von der Katze getragen werden können, aber sich in der Praxis als schwer zu nutzen erweisen; was auch nicht zuletzt daran liegt, dass an diesen Hilfsmitteln eine größere Anforderung besteht, weil die Katze durch ihre Anatomie viel beweglicher ist als Hund und Pferd. Daher müssen sie genau angepasst und regelmäßig kontrolliert werden. Außerdem können sie bei falscher Anwendung beispielsweise durch Verrutschen eine Gefahr für Verletzung darstellen.

Die Tierorthopädie hat in den letzten Jahren enorm nachgeholt und macht weitere Schritte, indem sie sich an der Orthopädie für uns Menschen orientiert. An dieser Stelle möchte ich meine Empfehlung und Dank für die Streifenender Tierorthopädie aussprechen. Ich wurde sehr gut betreut und an Azars Hilfsmitteln konnten individuelle Anpassungen vorgenommen werden. Hier sieht man beispielsweise eine Verstärkung der unteren Kanten, da das Material unter dem Scharren in Katzenstreu sehr gelitten und spröde geworden ist.

Die Tierorthopädie legt auch großen Wert auf eine Zusammenarbeit mit eurem Tierarzt sowie Physiotherapeuten. Solltet ihr für ein bestimmtes orthopädisches Problem eine Lösung suchen und findet bei der Internetsuche nichts, so scheut euch nicht davor bei einer Tierorthopädie nachzufragen. Sie suchen zusammen mit euch nach Lösungen und entwickeln sich wie gesagt stetig weiter.

Auch hier gilt so wie beim Gewöhnen an physiotherapeutische Hilfsmittel, dass viel Geduld nötig ist. Kleine Fortschritte und Akzeptanz sollten sofort belohnt werden und das Angewöhnen/Tragen sofort beendet werden, bevor die absolute Toleranzgrenze überschritten wurde.
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8. Kleine Anmerkung zum Schluss

Beschäftigt habe ich mich mit diesen ganzen Themen erst durch Azar. Nun ist seine Behandlung längst beendet und das Ziel erreicht.

Ich habe gesehen, dass die Übungen Katzen durchaus sehr viel Spaß machen können. Die anderen Kater in meiner Gruppe haben Interesse daran gezeigt den Parkour auch zu laufen. Es wäre also vielleicht für den ein oder anderen Halter auch eine Möglichkeit mit seinem Liebling eine schöne Zeit mit einer Beschäftigung zu verbringen, die körperlich sowie kognitiv fordert. Insofern keine Erkrankungen des Bewegungsapparates bestehen, können diese ganzen Übungen ohne Bedenken durchgeführt werden. Bei Unsicherheit kann sonst der Tierarzt und/oder ein Physiotherapeut hinzugezogen werden für eine Einschätzung.

Auch man selbst kann mit Balancekissen und Co. etwas für die eigene Gesundheit tun - also eine Anschaffung, die sich lohnen kann. Bei Kleinanzeigen hat man gute Chancen an gut erhaltene günstige Hilfsmittel ranzukommen.




9. Meine Hilfsmittel und woher ich sie habe

Das große Balancekissen „Dynair Extreme“ von Togu
https://www.togu.de/shop/gesund-trainieren/sprunggelenk/233/dynair-extreme
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Die „Balance Bar“ von Togu. Sport Thieme ist der einzige Shop, der zur Zeit ein 3er Set verkauft.
https://www.sport-thieme.de/Therapie/Psychomotorische_Übungsgeräte/Bewegungslandschaften/art=1949605?pe=w9_o9_google_gshopping&gclid=CjwKCAiAjoeRBhAJEiwAYY3nDM4I6NMz4zBbAPHZofXjiB8CZlHRkjvGLJ6JEvCujlBTiFhJieQwahoCiR0QAvD_BwE
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Ein Set aus einfachen Balancekissen; da gibt es viele Firmen.
https://www.limango.de/shop/relaxda...t=1093189&category=damen-outdoor-sport&page=9
20210418_154811.jpg


Hier eine mögliche Auswahl für Hindernisstangen, welche eine gute Höhe für Katzen haben.
https://www.teamsportbedarf.de/fuss...denstangen-slalomstangen-laenge-50-cm/a-2264/
https://www.teamsportbedarf.de/fuss.../mini-pylonen-10-cm-9-farben-10er-set/a-2290/
https://www.teamsportbedarf.de/fuss...n/20er-set-muldenhauben-markierhauben/a-1110/
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Tierorthopädie Streifeneder und der eigene Onlineshop „Herzenstier“. Dort sind auch viele interessante Infos zu Erkrankungen des Bewegungsapparates, Behandlungsmöglichkeiten usw. zu finden.
https://www.tierortho.de/
https://www.herzenstier.com/de-de/
 

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Lisa Herr Doktor

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Sehr interessant, vielen Dank. Ich mache auch gerade Physiotherapie mit meinem Dreibein, vor allem, um die Balance des verbliebenen Hinterbeins zu schulen und es zu stärken. Meine Physiotherapeutin hat mir geraten, zwischen den Übungen am Anfang nicht länger als 2 Tage Pause zu lassen, da die Muskulatur nach 72 Stunden schon wieder "vergisst" was sie gerade gelernt hat.
 
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LakritzNase

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Wow! Vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht!
Da sind ja super viele hilfreiche Tipps und Informationen drin, die man sich ansonsten mühsam zusammen suchen müsste.

Bei meinen Katzen besteht im Moment kein Bedarf an Physiotherapie oder Hilfsmitteln, aber ich konnte trotzdem einige Dinge für uns "mitnehmen".

Ich finde denThread für einen Erfahrungs- und Ideenaustausch echt hilfreich.
Kann man den bitte anpinnen?
 
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MagnifiCat

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1000 Dank dir für diesen total wichtigen Thread 👏.

Damla hat vermutlich genau die gleiche Sache wie dein Azar.
Unsere TÄ war damit überfordert und hat das auch sofort gesagt; wir sind dann - als sie noch ein Kitten war - in die Tierklinik gefahren und der Orthopäde hat ihr genausolche Bandagen verordnet. Silicea C30 haben wir ihr auch gegeben.
In der Klinik haben sie gesagt, dass sie vermutlich keine Schmerzen hat.

Damla lässt sich alles gefallen, also haben wir ihr die Bandagen umgeschnallt, aber sie hat sich einfach gar nicht mehr bewegt.
Das war richtig schrecklich anzusehen. Wir haben es dann gelassen, weil wir das Vertrauen der kleinen Katze nicht zerstören wollten.

Meinst du, es hätte Sinn, es noch einmal zu versuchen? Damla ist jetzt zwei Jahre alt und die Pfötchen stellt sie eben häufig so, als wäre da Pudding drin.
 
Azar

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1000 Dank dir für diesen total wichtigen Thread 👏.

Damla hat vermutlich genau die gleiche Sache wie dein Azar.
Unsere TÄ war damit überfordert und hat das auch sofort gesagt; wir sind dann - als sie noch ein Kitten war - in die Tierklinik gefahren und der Orthopäde hat ihr genausolche Bandagen verordnet. Silicea C30 haben wir ihr auch gegeben.
In der Klinik haben sie gesagt, dass sie vermutlich keine Schmerzen hat.

Damla lässt sich alles gefallen, also haben wir ihr die Bandagen umgeschnallt, aber sie hat sich einfach gar nicht mehr bewegt.
Das war richtig schrecklich anzusehen. Wir haben es dann gelassen, weil wir das Vertrauen der kleinen Katze nicht zerstören wollten.

Meinst du, es hätte Sinn, es noch einmal zu versuchen? Damla ist jetzt zwei Jahre alt und die Pfötchen stellt sie eben häufig so, als wäre da Pudding drin.
Es geht dabei um ihre Vorderbeine oder?
Wurde geröngt und ein Carpus Valgus usw ausgeschlossen, also dass es was mit den Wachstumsfugen zu tun hat? Und darf ich fragen wie die im entspannten Zustand aussehen?

Bein Sitzen sieht es so aus:
IMG_6916.JPG

Aber im entspannten Zustand waren seine Beinchen gerade:
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Azar hat Probleme mit seinen Bändern und Sehnen; die Bandagen haben vor allem etwas gebracht weil er noch im Wachstum war. Mit zwei Jahren ist Damla eigentlich schon durch die größten Wachstumsschübe durch (die Wachstumsfugen der Karpalgelenke könnten auch schon geschlossen sein oder sich bald schließen).

Ist das Einknicken beidseitig? So halbwegs ausgeglichen?
Hast du ein Foto?


Wow! Vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht!
Da sind ja super viele hilfreiche Tipps und Informationen drin, die man sich ansonsten mühsam zusammen suchen müsste.

Bei meinen Katzen besteht im Moment kein Bedarf an Physiotherapie oder Hilfsmitteln, aber ich konnte trotzdem einige Dinge für uns "mitnehmen".

Ich finde denThread für einen Erfahrungs- und Ideenaustausch echt hilfreich.
Kann man den bitte anpinnen?
Du bist lieb, dankeschön <3


Sehr interessant, vielen Dank. Ich mache auch gerade Physiotherapie mit meinem Dreibein, vor allem, um die Balance des verbliebenen Hinterbeins zu schulen und es zu stärken. Meine Physiotherapeutin hat mir geraten, zwischen den Übungen am Anfang nicht länger als 2 Tage Pause zu lassen, da die Muskulatur nach 72 Stunden schon wieder "vergisst" was sie gerade gelernt hat.
Das ist eine wichtige Info, dass zwischen den Übungen bestenfalls weniger als 72 Stunden liegen sollten wegen der Muskulatur. Das versuche ich mir zu merken. Danke!
 
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Ich ähm... Also... Nora sitzt immer so?🤨
 
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  • #10
Ihr Lieben, ich muss einmal was vorweg nehmen damit keine Verwirrung auftritt und nicht viele danken, dass sie nun kranke Katzen Zuhause sitzen haben.

Also Katzen haben im Vergleich zu Hunden und Pferden extrem laxe Bänder. Es ist beispielsweise so, dass wenn sie von irgendwo weit runterfallen oder blöd aufkommen, die Wahrscheinlichkeit für einen Knochenbruch viel höher ist als für einen Bänderriss.
Nun ist es so, das Katzen sehr oft so eine Tendenz haben bei der die Karpalgelenke zusammen gehen, also was von vorn aussieht wie X-Beinchen. Gerade in dieser Sitzposition wie und wo Entspannung rein kommt, sieht man das immer am stärksten (wie bei Damla wenn sie sitzt auf dem einen Foto @MagnifiCat https://www.katzen-forum.net/threads/damla-duman-stellen-magnificat-vor.240239/page-56#post-6900143 )

Nun ist es so, dass man sich ein Gesamtbild machen muss und ob die Katze beispielsweise beim Laufen Probleme zeigt (also knicken die Karpalgelenke seitlich weg usw). Ansonsten ist das erstmal nichts gefährliches. Bei vielen älteren Katzen kann man sogar auch beobachten, dass dieses Bindegewebe ihre Festigkeit verliert und sie dann auch etwas mehr einknicken.

Nun ist es so, dass bei meinem Kater dieser Einknick vor allem einseitig war und ich konnte dabei zuschauen wie es schlimmer wurde. Er hat dann regelrecht gehumpelt.
Hier ist ein Foto wo man es gut sieht.
WhatsApp Image 2020-11-24 at 20.10.03.jpeg
Er war nicht in der Lage sein Bein unter seinen Schwerpunkt zu bekommen, auch nicht beim Laufen. Beide Beine haben es gehabt, aber sein Rechtes weitaus stärker.

Später wurden mir vom Züchter diese beiden Fotos geschickt, auf denen man diesen starken Einknick schon sehen kann. Außerdem habe ich ein Video auf dem man es auch sieht als er noch ganz klein war - also angeboren.
WhatsApp Image 2020-09-19 at 19.55.25.jpegWhatsApp Image 2020-09-19 at 19.55.22.jpeg

Laut Röntgenbildern war alles super, also Elle und Speiche exakt gleich lang auf den Millimeter. Alle Wachstumsfugen noch offen. Daher konnte man die Ursache für das Einknicken an den Bändern und Sehnen festmachen.
Denn wenn beispielsweise ein Carpus Valgus vorliegen würde oder Radius Curvus, dann könnte eine Katze unter Entspannung die Beine nicht gerade stellen.


Hier sieht man wie er dank Bandage mit seinem Bein wieder unter seinen Schwerpunkt treten konnte. Das war ohne nicht möglich, es sah wie "paddeln" aus. Außerdem musste ich seine Vorderbeine eine Zeit lang dehnen, damit sie überhaupt in der Lage waren diese gerade Stellung einzunehmen und die Bandagen angelegt werden konnten (da sind Schienen drin).
Also ein weiterer "Trick" um zu schauen wie beweglich die Bänder und Sehnen von eurem Liebling sind - tickt gegen das Innere vom Karpalgelenk während eure Katze sitzt. In der Regel ist sie in der Lage das Bein dann gerade zu stellen. Azar war nicht in der Lage es gerade zu stellen.
Nun nach der Behandlung ist er da auch viel beweglicher.
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Ein weiteres sehr sehr großes Problem (was deine Damla nicht haben wird vermute ich mal @MagnifiCat ) ist, dass Azar es sehr stark einseitig hatte. Dadurch war er komplett in sich schief. Die Beine waren nur das, was man offensichtlich sehen konnte. Also er hatte eine permanente Kopfschiefhaltung, Schultern waren logischerweise auch schief weil ja ein Bein die ganze Zeit "kürzer" war. Die vorderen Wirbel auch nicht in der richtigen Position. Und die komplette Muskulatur war vorn steif. Also es war neben Dehnübungen der Beine, Bandagen tragen, Physio auch dringend notwendig dass er durch Ostheopathie wieder gerade gestellt und die Muskulatur regelmäßig gelockert wurde.

Die offizielle Diagnose, die Azar bekommen hat war "Laxe Bänder" bzw den Fachbegriff dazu, den ich nicht mehr weiß.
Allerdings hat meine Tierärztin sich mal etwas mehr mit mir darüber unterhalten und sie meinte, dass ihre Vermutung etwas genetisches ist. Also dass beispielsweise ein Urgroßvater eine Tendenz dazu hatte. Nun hat Azar´s Mutter beispielsweise einen Inbreed von 30 Prozent und er hat anstatt vier Urgroßväter nur zwei, weil der eine doppelt vorkommt - so tritt ein mögliches Gen für einen Defekt gehäuft vor und es besteht die Möglichkeit dass das, was beim Opa noch als Tendenz vorhanden war dann bei einem Nachkommen voll durchschlägt.
Was diesen Verdacht erhärtet ist das Verhalten vom Züchter.
Das hier ist beispielsweise Azar´s Vater, der auch so eine Tendenz hat.
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Also bitte habt nun keine Sorge, wenn euer Liebling die Karpalgelenke einknickt. Grundsätzlich muss das nichts mit Behandlungsbedarf sein. Azar hat aber angefangen zu humpeln, weil das rechte Bein immer stärker eingesackt ist.
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@MagnifiCat ich lese mich mal ein wenig durch euren Thread und versuche mir ein Bild zu machen. Grundsätzlich kann ich sagen, dass es nun vermutlich schon etwas spät wäre da nun anzufangen. Aber Damla hat Glück dass es (zumindest für mich) beidseitig gleich ausgeprägt aussieht). Und ihr Gangbild ist auch flüssig oder gibt es da Unregelmäßigkeiten; auch in Richtung Humpeln?


Also grundsätzliche Fragen, die man sich stellen sollte:
- Wann tritt der Einknick auf? Eher nur im Sitzen, auch beim Laufen?
- Ist er beidseitig gleich ausgeprägt?
- Ist das Gangbild gleichmäßig oder wird "gepaddelt"?
- Rutscht die Katze einseitig oder beidseitig auf glattem Boden weg, weil sie nicht unter ihrem Schwerpunkt treten kann?

Zum Thema Bandagen - in unserem Fall stand die Prognose gut, weil Azar zu Beginn erst vier Monate alt war. Die Bänder und Sehnen also noch viel Zeit hatten um ihre richtige Länge und Position zu finden. Die Wachstumsfugen schließen sich am Karpalgelenk recht spät, aber normalerweise sind sie bis zum 24. Monat geschlossen wenn ich mich richtig erinnere - was bedeutet dass das Bein nicht mehr weiter in die Länge geht. Zum Ende hin eh nur noch in einem Maß, welches wir auf anhand von Millimetern dem Röntgenbild erkennen könnten und nie mit dem bloßen Auge.
Es braucht seine Zeit bis eine Katze diese Hilfe akzeptiert. Gerade bei einer Karpalgelenksbandage wird das Gelenk komplett versteift, also ist nicht mehr beweglich. Daran muss man sich erst gewöhnen. Jeder Schritt sollte belohnt werden und mit ganz viel Geduld gearbeitet werden. Ich kann es dir aber nicht verübeln @MagnifiCat dass ihr entschieden habt eurer Damla die Bandagen wieder auszuziehen und es zu lassen. Azar hat mir wirklich alles geschenkt, ich weiß nicht wie es gewesen wäre wenn er selbst so Schwierigkeiten damit gehabt hätte.
Ich habe übrigens noch das Video von dem ersten Mal als er die Bandage getragen hat (anfangs nur rechts, später beidseitig damit das linke Bein nicht zu viel Belastung tragen muss).

Nachträgliche Bearbeitung - @MagnifiCat ich habe gerade gesehen, dass ich Damla´s Namen einmal falsch geschrieben habe. Sollte das irgendwo im Text aus versehen nochmal passiert sein, dann kannst du mir bitte Bescheid geben?
 
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  • #11
Danke für den wirklich interessanten Bericht.

Ich wage übrigens zu behaupten, dass Du da mehr oder minder klickern ohne Klick mit Azar gemacht hast.
Also gehe ich davon aus, dass es einfacher zu lernen ist wenn Katz klickern bereits kennt.

So ähnliche, höhenverstellbare Hindernisstangen hab ich übrigens bei Zooplus unter Hunde/Agility gekauft. Auf maximaler Höhe für Irmi zum drüberspringen. In niedrigerer Stellung dürfte das für orthopädische Zwecke gut funktionieren.

Das Video ist schon der Hammer. Ich wette, Azar kann auch gut mit dem Druckverband nach dem Blutabnehmen laufen (Irmi's Bein ist mit Verband immer "kaputt" :rolleyes:, Gesa kann es seit René den Verband mal eine Stunde drauf gelassen hat.).

Und jetzt muss ich so ein Balancekissen haben für Spaß für Irmi zum "klickern".
 
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  • #12
Ich musste eben etwas suchen aber habe die Fotos endlich gefunden.
Das ist ein Kitten, welches auch von Geburt an einen starken Einknick hat, auch einseitig. Hier besteht Behandlungsbedarf und die Chancen standen gut, dass sie ihr Bein wieder gut aufrichten konnte. Allerdings wurde sie verkauft und ich weiß nicht ob das neue Zuhause behandelt hat usw.

Ich hoffe, dass ihr nun eine Vorstellung davon habt, was Azar hatte. Und dass ihr nun unterscheiden und/oder einschätzen könnt inwiefern eurer Liebling vielleicht auch betroffen ist.
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MagnifiCat

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  • #13
Ich beantworte die Fragen mal im Blick auf Damla, vielleicht hilft es auch zur allgemeinen weiteren Beschreibung und Feindifferenzierung:
Also grundsätzliche Fragen, die man sich stellen sollte:
- Wann tritt der Einknick auf? Eher nur im Sitzen, auch beim Laufen?
Eigentlich fast nur noch beim Sitzen. Als Kleinkitten war es dagegen sogar eher beim Laufen (hier ein Video, irgendwo haben wir auch noch eines, wo man es noch besser sieht), es ist uns tatsächlich auch zunächst aufgefallen, wenn wir sie beim Spielen beobachtet haben. Es hat sich aber, darüber haben wir uns gerade noch einmal verständigt, tatsächlich dahingehend verändert, daß es inzwischen nun fast nur noch beim Sitzen auftritt – oder beim Laufen, wenn sie ganz offensichtlich müde/erschöpft ist. Es hat sich also verändert: sie ist jetzt – in ein paar Tagen – zwei Jahre alt.
- Ist er beidseitig gleich ausgeprägt?
Damla hat es links stärker. Wenn sie in Bastet-Position sitzt, dreht sie auch meistens das linke Pfötchen etwas 'kokett' heraus.
Sie ist übrigens sehr deutlich Rechtspfotlerin.
- Ist das Gangbild gleichmäßig oder wird "gepaddelt"?
Uns fällt am Gangbild nichts auf außer, wenn man sie von hinten sieht, daß sie – anders als Duman – etwas mit 'Hüftschwung' geht. Das sieht eigentlich fast tänzerisch-elegant aus
- Rutscht die Katze einseitig oder beidseitig auf glattem Boden weg, weil sie nicht unter ihrem Schwerpunkt treten kann?
Nur, wenn sie beim Rennen am Übergang zwischen Teppich und Parkett die Kurve nicht kriegt bzw nicht rechtzeitig die Krallen einzieht. Das bewerten wir aber eigentlich eher als gelegentliche sportlich-technische Fehlleistung.

Insgesamt jedenfalls, auch wenn Damla wohl das gleiche hat wie Azar, ist es bei ihr erheblich weniger ausgeprägt.
Auffällig ist vielleicht noch, daß sie sehr gerne mit gerade ausgestreckten Vorderpfoten liegt (wie Azar oben #6), oder die Vorderpfoten abgeknickt über eine Regal- oder Tischkante hängen lässt. Ob das etwas mit der Bänderschwäche zu tun hat? Es ist uns jedenfalls vom allerersten Moment an aufgefallen, daß das eine bevorzugte Liege/Sitzposition bei ihr ist, die ihr Bruder Duman fast nie einnimmt.
 
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  • #14
Hallo @MagnifiCat
Also ich habe mir mal die Fotos und Videos angeschaut und denke auch, dass Damla tatsächlich sowas hat wie Azar (auch diese ausgedrehten Pfoten bzw ganze Beinstellung als sie ein kleines Kitten war, ist Azar sehr ähnlich).

Bein Sitzen ist es immer am stärksten zu sehen, weil da die Bänder und Sehnen nicht unter der Spannung sind wie im Stehen oder Laufen.
Dieses (einseitig stärkere) "Rausdrehen" hatte Azar auch beim Wachstum. Das hat er beispielsweise nun nach der Behandlung nicht mehr.
IMG_6024aa.jpg

Das Wichtigste ist wie das Gesamtbild aussieht von Damla und da schreibt ihr ja, dass es soweit schon harmonisch aussieht. Den Hüftschwung hatte Azar auch früher sehr deutlich, jetzt ist er immer noch da aber leicht. Wenn ich mich richtig erinnere war bei einer Ganganalyse auch das Becken ein Thema, also dass es bis nach hinten ankommt wie die Katze vorn auftritt. Wenn ich jetzt darüber nachdenke macht es ja schon Sinn, dass die Art und Weise wie "sauber" die Katze läuft bis nach hinten durchschwingt und wenn sie beispielsweise leicht vorn Paddeln, also Ausscheren muss mit den Beinen, dass dann nach hinten dieses Schwingen ankommt. Das ist aber nun nur meine Theorie dazu und das wäre eine interessante Frage woher der Hüftschwung kommt. Interessant ist in eurem Fall vor allem, dass Damla und Duman Wurfgeschwister sind wenn ich das richtig in Erinnerung habe und er beispielsweise gerade Beine ohne Hüftschwung (das interpretiere ich nun einfach mal, weil wir die ganze Zeit über Damla schreiben). Also könnte es durchaus einen Zusammenhang von vorderer Bewegung zur hinteren geben, die sich dann in einem Hüftschwung äußert.


Zu dem Ausstrecken der Beine, so wie Azar es oben macht, weiß ich nicht ob das damit zusammen hängt. Ich beobachte es hier auch bei den anderen Katern und könnte einfach eine persönliche Vorliebe sein. Er hat es auf jeden Fall bis heute beibehalten.

Ein paar andere Fragen, die ich mir gestellt habe zu eurer Damla und der Behandlung, die durchgeführt werden sollte (die sind mir gekommen als ich mir das hier genau angeschaut habe: https://www.katzen-forum.net/threads/damla-duman-stellen-magnificat-vor.240239/page-26#post-6765131

Was ich auf dem Foto sehe ist ein freihaftendes Tape.
- Sollte das dazu dienen sie daran zu gewöhnen, dass da irgendwas ist? Wurde das beim ersten Mal (von euch, vom Tierarzt) so angebracht? Also sind die Fotos vom allerersten Tragen entstanden?
- Wie sollte es weitergehen? Also was sollte sie danach tragen? Weil dieses selbsthaftenden Verbände üben ja eigentlich weder Druck aus noch können sie Stabilität ausüben. Oder ist da irgendwas drunter, von dem ihr im Beitrag nichts geschrieben habt?
- Bei welchem Tierarzt wart ihr damit? Also wer wollte dass ihr diese Behandlung startet?

Gerade diese Frage interessiert mich besonders, weil ich im Winter 2020 mit Azar gestartet habe und es war ein riesen Akt irgendwen zu finden der das mit uns macht. Das fing schon damit an dass keiner Erfahrung im Richten von Beinen hatte wenn es um Bänder und Sehen ging bei einer Katze. Ich weiß, dass die Tierorthopädie Azar und seine Behandlung wohl im Tv vorgestellt hat, aber das muss im Winter drauf passiert sein - dadurch wird es auch Aufklärung gegeben haben. Für mich ist die Vorstellung sehr schön, wenn heute tatsächlich schon mehrere Tierärzte informiert sein sollten und diese Möglichkeit kennen. Damals hatte aber nicht mal die Tierorthopädie Streifenender mit Erfahrung, welche nach Pfafftier die größte Orthopädie ist.
Auch die Tierärztin, die uns nachher betreut hat, hat sich ja komplett auf Physiotherapie fokussiert und arbeitet mit den Orthopädien eng zusammen, aber auch für sie war es ein experimenteller Versuch. Wobei sie zu mir meinte, dass sie auch schon mit Kollegen über Azar geredet hat als die Behandlung erste Erfolge zeigte.

Also was ich sagen möchte - ich finde es total toll und interessant, dass es Tierärzte gibt, die diese Möglichkeit kenne und auch schon anraten.
 
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  • #15
Ganz lieben Dank, liebe @Azar, dass du dir mit Damla so viel Mühe gibst.

Ich will mal versuchen, alles zu beantworten.
- Duman und Damla sind Wurfgeschwister, das stimmt. Es gab noch drei weitere Geschwister, ein Katerchen ist kurz nach der Geburt gestorben und die beiden anderen, m. und w. sind sehr genau in dieser Hinsicht beobachtet worden, ohne dass es irgendwelche Auffälligkeiten gab. Duman ist auch völlig unauffällig, er hat nur vergleichsweise riesige Pfoten.
- Damla hatte den Hüftschwung schon immer, ihr Gangbild unterscheidet sich etwas von dem ihres Bruders. Das kommt vielleicht wirklich von dem leichten Paddeln.
- Wir waren damals auf Anraten unserer Bochumer TÄ, die so etwas noch nicht gesehen hatte, in der Tierklinik Ahlen in der Orthopädie. Sie haben Damla dort sehr ausführlich untersucht, Röntgenbilder gemacht und gemeint, dass eine OP nichts bringen würde.
Wir sollten ihr ein Spezialfutter geben, damit sie im Moment nicht so schnell wächst und während dieser Zeit ihre Beine mit Bandagen fixieren, die wir bestellen mussten. Auf dem Bild sind die provisorischen "Bandagen" zu sehen, mit der wir sie abgeholt hatten. Die richtigen Bandagen, die dann einige Tage später gekommen sind, sahen genauso aus wie die von deinem Azar.
Wir haben in Rücksprache mit der TK versucht, Damla langsam an die Bandagen zu gewöhnen, aber sie hat aber leider nicht mitgemacht, sondern sich einfach nicht mehr bewegt.
Duman kam ihr manchmal zu Hilfe, um die Dinger aufzubeissen und loszuwerden.
Gleichzeitig sollten wir mit ihr Physio machen, d.h. sie auf den Schoss nehmen und die Gelenke vorsichtig massieren und in die richtige Richtung strecken. Das war das einzige, was irgendwie funktioniert hat.
- Damla ist eine sehr duldsame Katze, man kann mit ihr echt fast alles machen. Aber mit Bandagen war sie wie gelähmt (ganz ähnlich wie mit dem Body nach der Kastra; sie hat sich hingelegt und das wars), sie hat sich einfach nur in eine Ecke gesetzt und nichts mehr gemacht.
- in Absprache mit der TK haben wir dann die Behandlung abgebrochen. Wir hatten einfach Angst, dass die kleine Katze uns nicht mehr vertraut. Auf den Schoss will sie seitdem auch überhaupt nicht mehr, nur mit Leckerli ist sie dazu zu bewegen und springt dann auch sofort wieder runter.

Damla liebt Klickern und ist darin auch sehr gut, aber wenn irgendwas an ihrem Körper ist, dann streikt sie leider.
 
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  • #16
Also die Tierklinik bzw der behandelnde Arzt ist das wirklich total falsch angegangen. Das ist das, was ich zu Beginn meines Beitrages hier im Thread meinte - die Katze ist ein sehr spezieller Physiopatient (sowie Orthopädiepatient) und braucht im Vergleich zu Hund und Pferd grundsätzlich (also egal wie zutraulich oder gut in der Handhabung sie ist) viel mehr Geduld und Eingehen.

Das, womit ihr da nach Hause geschickt wurdet... das ist klar dass ihr das nicht gefallen hat. Erstmal hättet ihr Dehnübungen auf dem Schoß machen müssen, damit ihre Gelenke überhaupt diese neue Position, also das Geraderichten, kennenlernen (davor hätte man gar nicht dran denken brauchen da richtige Bandagen anzulegen Bei euch wäre das ja schon alles sehr schnell los gegangen nach Anraten der Ärzte sobald die Bandagen da gewesen wären wenn ich das richtig verstanden habe?.
Dann hätte nur mal einer dieser Streifen ganz locker, also wirklich nur ein kleiner paar Zentimeter langer Streifen, ums Bein gelegt werden müssen - Hätte auch gar nicht direkt am Karpalgelenk sein müssen.
Wirklich anfangs für eine oder zwei Minuten - in der Zeit gleich Spielen oder Füttern, damit sie abgelenkt ist. Und das täglich wiederholen, damit eine Akzeptanz da ist. Und ganz viel loben.
Dann kann man anfangen diesen Verband mit ein paar Umschlingen mehr rum zu machen und auch die Tragzeit etwas erhöhen, wenn man merkt dass die Akzeptanz kommt. Am besten erreicht man dies, wenn es in der Zeit auch immer viel Spiel, Belohnung und Lob gibt, so dass die Katze das Umlegen mit etwas Tollem verbindet.

Also euch bzw eurer Damla wurde die Vorbereitungszeit komplett verwehrt bei dieser Vorgehensweise. Sogar Azar habe ich so auf die Bandagen vorbereitet mit diesem selbsthaftenden Verband, wobei es ihm sehr schnell ging was einfach an seiner grundsätzlich vorhandenen Akzeptanz lag. Aber gerade Damla hätte die Zeit gebraucht um das ganz langsam kennenzulernen.

Und genau so ein Spiel fängt dann mit den richtigen Bandagen an (die vermutlich in eurem Fall ja auch integrierte Schienen gehabt hätten). Auch da erst kurz anlegen, gleich versuchen abzulenken. Immer mit ganz viel positivem Zuspruch und Ruhe arbeiten.

Bei der Vorgehensweise "Einfach umlegen, Augen zu und durch" - Ich behaupte mal dass 9 von 10 Katzen sich das nicht gefallen lassen hätten und die 10. Katze wäre Azar gewesen, der mir ja wie gesagt alles geschenkt hat (Bei ihm meinten die Leute auch, dass das eigentlich nicht normal ist und man das so von einer Katze nicht erwarten darf). Also man muss da wirklich klein anfangen um sie dran zu gewöhnen. Alles andere könnte dazu führen, dass die Katze gleich von Anfang das ganze mit etwas Negativem besetzt.
Sehr schade.

Da lag der "Fehler" also, dass es nicht geklappt hat, nicht an euch weil ihr den Anblick von der unglücklichen Damla nicht ausgehalten habt oder an eurer Süßen weil sie es nicht akzeptieren wollte.
Sondern an der Vorgehensweise der Tierärzte ihr einfach diesen selbsthaftenden Verband (sogar gleich beidseitig; also auch da fängt man besser erstmal beim Antrainieren mit einer Seite an) von oben bis unten zu binden. Und dann auch noch mit Druck, was man auf den Bildern sehen kann (also kein abschnürender Druck, das ist mit den Dingern kaum möglich. Aber dennoch für die Katze ein sehr deutlich spürbarer Druck).

Schade, dass ich euren Faden nicht verfolgt habe, sonst hätte ich euch damals unterstützt. Aber ich wusste davon leider nichts.

Bitte macht euch da nun keine großen Gedanken mehr - laut eurer Beschreibung geht es Damla gut, ihr Gangbild ist gleichmäßig und ein Hüftschwung auch nichts Schlimmes.
Ich finde es nur so schade, was da von euch und vor allem von Damla gleich erwartet wurde. Karpalbandagen sind nicht ohne und gehören zu den Hilfsmitteln, die sehr stark einschränken weil das Gelenk versteift wird. Dass das nichts ist, was ein Tier normalerweise gleich akzeptiert, hätte den behandelnden Ärzten klar sein müssen. Da wurde sogar Azar mehr Rücksicht zugesprochen damals.
 
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  • #17
Du hast ganz bestimmt Recht und eigentlich leuchtet das auch unmittelbar ein, dass man einem jungen Tier nicht einfach so steife Bandagen umlegen kann und dann erwartet, dass sie damit glücklich herumtollt.

Mit Duman hätte man das noch weniger machen können. Der ist immer gekommen, wenn ich Damla die Dinger vorsichtig angelegt habe. Einmal habe ich ihm dann auch mal eine Bandage umgelegt und er war richtig sauer und hat laut geknurrt o_O. Das hat er weder vorher noch nachher jemals gemacht. Natürlich habe ich ihm das Ding sofort wieder abgemacht.

Mir tut es jetzt im Nachhinein so leid, dass die arme so liebe Damla das ertragen musste. Wir hatten die Kleine und ihren Bruder zu dem Zeitpunkt etwas mehr als einen Monat und sie muss wohl gedacht haben, dass sie diese neuen Menschen sie ganz grausig quälen wollen. Ich könnte heulen :cry:.
Sie ist so ein liebes, verkuscheltes Kätzchen :pink-heart:
Zum Glück hat sie mir das nicht übel genommen.

Zu der Zeit waren wir auch noch nicht im Forum. Zuerst waren wir nur dankbar, dass sie nicht operiert werden musste; da schienen uns die Bandagen das kleinere Übel zu sein. Wir haben wie wild im Netz recherchiert, aber einfach gar nichts zu Damlas Problem gefunden - und irgendwann sind wir dann doch im Forum gelandet.
Und es tut gut, sich mit so tollen Leuten wie dir austauschen zu können - nochmals ganz lieben Dank ❤️❤️❤️❤️

Zum Glück geht es Damla wirklich gut, sie hat halt diesen Hüftschwung und manchmal sieht es aus, als wären ihre Beinchen aus Gummi, aber sie tobt und springt genau wie ihr Bruder; vielleicht nicht ganz so forsch wie er, aber sie ist ja auch ein Mädchen :cool:.
Und beim Raufen schenken sich die beiden gar nichts :D
 
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  • #18
Ich finde das ganze Thema echt super interessant, da ich beruflich mit (menschlicher) Orthopädie bzw. den entsprechenden Hilfsmitteln arbeite.
Azars Ansatz, dass Fehlstellungen der vorderen Extremitäten sich auch in den hinteren bemerkbar machen, macht in meinen Augen durchaus Sinn.

Beim Menschen kann sich eine Fehlstellung der Füße (welcher Art auch immer) durchaus in Knien, Hüfte, Rücken und Schultern bemerkbar machen. Wenn bei einem Menschen beispielsweise ein Bein kürzer ist als das andere, kann man das durchaus auch an der Stellung der Schultern erkennen (eine Schulter "hängt" dann tiefer, als die andere).
Hinzu kommt die klassische Schonhaltung. Ich habe Schmerzen, also nehme ich eine möglichst schmerzfreie Position ein. Mache ich das über einen langen Zeitraum, kommt es zu Verspannungen, Verkümmerung der Muskulatur etc.

Wenn ich mir jetzt zum Beispiel eine Katze vorstelle, bei der ein Vorderpfötchen einknickt, wäre das entsprechende Bein in der Gesamtlänge auch "verkürzt".

Zum besseren Verständnis habe ich das mal eben mit zwei Gliedermaßstäben als Ersatz für Katzenbeine nachgestellt. Sorry, hatte gerade nix anderes zur Hand 🤣

Auf diesem Bild knicken unsere gedachten Katzenbeine nicht ein, es gibt keine Fehlstellungen. Beide "Beine" sind gleich lang.
43150679jn.jpg


Hier hat unsere gedachte Katze eine Fehlstellung im Gelenk und knickt deshalb mit dem Pfötchen ein. Durch das Einknicken können wir nun oben an den Gliedermaßstäben sehen, dass der linke tiefer sitzt. Genauso "schief" wäre dann entsprechend die Schulterstellung der Katze.
43150681pd.jpg

Das ist jetzt natürlich alles sehr schematisch und absichtlich etwas übertrieben dargestellt, um es besser verdeutlichen zu können.

Wahrscheinlich wird die Katze versuchen, dieses Defizit der Vorderbeine durch Ausweich- bzw. Hilfsbewegungen auszugleichen, um ihren Körperschwerpunkt halten zu können.
(Stichwort Hüftschwung).

Bei orthopädischen Hilfsmitteln für den Menschen sprechen wir von "korrigieren" und "stützen".

Bis zum Abschluss des Knochenwachstums kann eine Fehlstellung / Deformität mit einem entsprechenden Hilfsmittel korrigiert werden. Das bedeutet, dass (in dem Falle das Kind) die Fehlstellung nach Abschluss der Behandlung behoben ist.
Also genau wie bei Azar. Durch die Versorgung mit Bandagen ist seine Fehlstellung nun behoben.

Anders sieht es aus, wenn die Knochen nicht mehr weich und formbar/ korrigierbar sind, also das Knochenwachstum bereits abgeschlossen ist (Erwachsene). Dann kann die Fehlstellung in den meisten Fällen nicht mehr im eigentlichen Sinne behoben werden. Hier kann man dann nur noch stützen, damit die Fehlstellung nicht noch gravierender wird.

Ich meine, Azar hatte das mit dem Abschluss des Wachstums und den Behandlungsmöglichkeiten bei Katzen oben auch so ähnlich erwähnt.
 
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  • #19
Du hast das absolut super erklärt :).

Genau das wollten die Orthopäden in der TK ja offenbar mit Damla machen und die Beinchenstelllung korrigieren, solange sie noch im Wachstum war.
Doch - und das hat Azar super erklärt - muss eine Katze sehr langsam mit sehr, sehr viel Geduld an solche Bandagen gewöhnt werden.
 
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  • #20
Bis zum Abschluss des Knochenwachstums kann eine Fehlstellung / Deformität mit einem entsprechenden Hilfsmittel korrigiert werden. Das bedeutet, dass (in dem Falle das Kind) die Fehlstellung nach Abschluss der Behandlung behoben ist.
Also genau wie bei Azar. Durch die Versorgung mit Bandagen ist seine Fehlstellung nun behoben.

Anders sieht es aus, wenn die Knochen nicht mehr weich und formbar/ korrigierbar sind, also das Knochenwachstum bereits abgeschlossen ist (Erwachsene). Dann kann die Fehlstellung in den meisten Fällen nicht mehr im eigentlichen Sinne behoben werden. Hier kann man dann nur noch stützen, damit die Fehlstellung nicht noch gravierender wird.

Ich meine, Azar hatte das mit dem Abschluss des Wachstums und den Behandlungsmöglichkeiten bei Katzen oben auch so ähnlich erwähnt.
Vielen lieben Dank für die super Erklärung und die Darstellung! Genau so war es auch bei Azar, also das Hauptproblem entstand durch diesen großen Unterschied zwischen links und rechts. Bei Damla scheint es ja soweit (zumindest auf dem einen Foto sehr ausgeglichen zu sein).
Hier habe ich ein Foto von einer Dame von Facebook, bei der sich auch mal die Frage gestellt hat. Letztendlich humpelt ihr Liebling aber nicht, beide Beine weisen einen gleich starken Einknick auf. Katze ist auch noch sehr jung, keine zwei Jahre glaube ich.
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Bei Carlito besteht übrigens auch vermutlich dieses Problem, dass er einen einseitigen Knick hat, sogar sehr stark wenn ich das richtig gesehen habe auf einem der Videos. Nun ist er fast drei Jahre alt und viel machen kann man da nichts mehr außer durch Osteopathie die Muskulatur immer wieder lockern (also Azar hatte wohl extrem angespannte und harte Muskeln im vorderen Bereich. Jedes Mal nachdem ich mit ihm bei der Osteopathie war, ist er hier rumgesprungen und gelaufen als wäre er neu geboren worden).
 
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