mit Meerblick

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Fellknäuel

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15 Oktober 2006
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Hallo liebe Foris,

ich war zwar aus zeitlichen Gründen schon länger nicht mehr hier im Forum, aber

ich möchte euch eine Geschichte zum Lesen geben, die mir sehr am Herzen liegt.

Die Veröffentlichung erfolgt mit ausdrücklicher Genehmigung der Verfasserin.

Sie erzählt aus der Sicht eines kleinen schwarzen Katers, der im Tierheim lebt. Eine leider wahre Geschichte, die sie so erst vor kurzem miterlebt hat und die leider kein Einzelfall ist, weil es dem Tierheim, wie so vielen anderen Tierheimen auch, einfach an finanziellen Mitteln fehlt.

Das Tierheim stelle ich unter Tierschutz dazu noch ein und auch etwas vor.

Mit Meerblick

Ich sitze wie immer ganz hinten im Gehege und döse so vor mich hin. Es ist noch früh am morgen aber bald kommt die Sonne. Seit wann bin ich hier, ich hatte doch eine Mutter und Geschwister, ich weiß nur, meine Geschwister und ich wurden hier im Katzenhaus in einem Karton abgestellt. Wo unsere Mutter ist, ich weiß es nicht. Sie fehlt mir so sehr. Wo meine Geschwister geblieben sind weiß ich auch nicht. Bin ganz allein. Ich habe Angst und ich weiß gar nicht wie ich mich verhalten soll, außerdem sind hier auch viele andere Katzen.

Oft kommen Leute und beschauen uns, viele Katzen laufen auf die Leute zu und lassen sich streicheln und schnurren. Die Leute sind dann ganz froh und freundlich und sagen oh und ah, wie süß die sind. Schau mal wie schön das hier ist, überall Bananenstauden und da vorne, da ist das Meer.

Ja, das ist richtig, wir haben hier Meerblick, ich kann es sehen wenn ich auf den Baum klettere aber im Moment habe ich keine Kraft dazu. Manchmal haben sie auch einen von uns mitgenommen und der ist mit den Leuten gegangen. Ein Zuhause, oh, das wäre schön, das wünsche ich mir doch auch. Ich sitze hinten in meiner Ecke und schaue dem Ganzen zu. Manchmal sagen sie auch, oh, da sitzt ja auch noch ein "Schwarzer" und gehen weiter. Ich würde doch auch mal ein wenig gestreichelt werden, traue mich aber nicht aus meiner Ecke.

Jetzt gleich kommen die Helfer und machen hier alles wieder sauber und bringen uns Futter. Sie sind ganz nett und freundlich, sprechen auch mit uns. Ich schaue nach vorne wo die Boxen stehen, da war gestern doch noch ein Tiger in einer Box, jetzt ist sie leer, was ist passiert ? Ich schaue mich suchend um, sehe ihn hier aber nicht. Einmal war ich auch in so einer Box, es war ganz furchtbar, sie stand in einer Ecke wo keine Sonne hin kam und es war kalt. Jeden Tag bekam ich etwas in meine Ohren. Ich war aber nicht lange in der Box dann war ich wieder frei.

Jetzt sind die Helfer da und bringen das Futter auf großen flachen Schalen. Alle stürzen sich auf die Teller, es sind so viel Katzen. Ich warte noch, wenn ich jetzt hingehe, werde ich nur angefaucht und habe auch schon mal was auf meine Nase bekommen. Es dauert eine Weile dann sind die Teller nicht mehr so voll und auch keine anderen Katzen mehr dran. Jetzt kann ich auch nach vorne an das Futter.

Ja, ich habe es gewußt, es gab wieder Futter mit Reis gemischt, jetzt ist fast nur noch Reis in den Schalen. Da bin ich wie jeden Tag wieder zu spät an das Futter gekommen. Vielleicht habe ich morgen ja mehr Glück. Was soll ich denn jetzt auch machen. Ich habe Hunger und fresse den Reis. Es gibt ja noch die kleinen harten Brocken in den Schüsseln, die sind auch für uns. Ja, die kann ich nicht so gut fressen, da tut mir beim kauen das Schnäuzchen weh. Wenn die Helfer kommen um mich zu fangen laufe ich immer weg. Mich kriegt keiner mehr in so eine Box.

Der Reis ist ja weich, das geht. Ein wenig später kommen sie und räumen die Schalen wieder weg, sie sagen, sonst kommen die Fliegen und das wäre nicht gut für uns. Aber, ich habe doch noch Hunger !! Langsam habe ich mich daran gewöhnt. So geht es tagaus und tagein, ich beobachte alles aus meiner Ecke und oft wenn ich schaue, fehlt einer von den Katzen. Ich denke auch nicht darüber nach.

Heute ist es nicht so schön und ich warte auf die Sonne in meiner Ecke. Ich muß eingeschlafen sein denn ich habe einen wunderschöner Traum. Ich bin auf einer großen Blumenwiese, überall sind Freunde, sie kommen zu mir und beschmusen mich, ich habe keinen Hunger und fühle mich so glücklich, mir geht es so gut. Ich schaue mich um und denke, das ist ja hier wie im Paradies.

Ich schaue in eine Ecke und sehe die Helfer, einer sagt , oh, der Schwarze auch. Sie gehen fort und kommen mit einem Müllbeutel wieder, packen den Schwarzen ein und gehen.

Copyright A.Becker


danke für`s Lesen

liebe Grüße
Silvia

http://www.katzen-forum.net/tiersch...felino-la-rosaleda.html#post190293#post190293
 
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