Mein Kater kratzt sich blutig

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    kater kratzt sich blutig schwarze pünktchen im fell schwarze verkrustungen übermäßiges kratzen im nacken

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
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Celia1695

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Hallo,

Ich habe nun entschieden einen eigenen Beitrag zu verfassen, da ich auch nach Stunden des Recherchierens nicht fündig geworden bin, was mein Kater haben könnte.
Ich habe meinen Kater im Alter von etwa drei Jahren im Jahr 2016 bekommen, das heißt er wird dieses Jahr sieben Jahre alt. Er kam ursprünglich aus Sardinien, wo er vom Tierschutz mit zwei entzündeten Augen aufgegriffen wurde. Vor Ort haben sie versucht, diese mit Salben zu behandeln, was leider erfolglos blieb, sodass er schließlich nach Deutschland zu einem Augenarztspezialisten für Tiere gebracht wurde. Ein Auge konnte gerettet werden, das andere wurde ihm entfernt. Er kam dann zur Heilung zu einer "Pflegemutter", bei der er gesund werden konnte und schließlich 2016 zur Vermittlung freigegeben wurde und über das Online-Tierheim Shelta seinen Weg zu mir fand.
Als ich Clyde damals abholte, wurde mir direkt mitgeteilt, dass er sich seit seinem Erlebnis damals mit den Augen, wenn er gestresst ist und sich vernachlässigt fühlt selbst kratzt und dabei auch blutige Wunden entstehen. Er sei eben ein besonders menschenbezogener Kater, der sehr viel Aufmerksamkeit in Form von Kuscheln brauche. Diese hat er immer von mir erhalten, trotzdem hat er sich am Anfang noch eher selten, dann öfter aufgekratzt, bis es soweit war, dass er eigentlich immer eine Wunde hatte. Ich habe mir natürlich Vorwürfe gemacht und gedacht, ich kümmere mich nicht genug, aber egal, was ich getan habe, es wurde nicht besser. Beziehungsweise, es gab immermal bessere Zeiten und dann wurde es wieder schlimmer. Die ganze Zeit dachte ich, weil es mir ja so gesagt wurde, dass es psychisch bedingt sei.
Vor ein paar Monaten sind mir dann seltsame schwarze Verkrustungen an seiner Nase, seinem Maul (an den Lippen), in seinem Augenwinkel und an der "Wasserlinie" und teilweise auch ein paar wenige an den Ohren oder Schläfen aufgefallen. Sie gingen ganz leicht ab, aber da ich sowas noch nie bei einer Katze gesehen hatte (zumindest nicht in schwarz), bin ich natürlich zum Tierarzt gegangen. Der hat sich das angeschaut, meinte aber das wäre nix schlimmes und ganz normal. Also habe ich mir erstmal keine weiteren Sorgen gemacht und die Stellen einfach mit einem Tuch abgemacht. Dies scheint ihm keine Schmerzen zu bereiten, da er immer ganz still hält und nicht wegzuckt o.Ä., wenn ich sie ab mache.
Parallel war auch immer das Problem, dass er sich weiterhin vor allem im Nacken, aber auch an den Schläfen blutig kratzte. Einmal war eine Wunde so schlimm, dass ich damit zum Tierarzt bin und er mir eine Cortisonhaltige Salbe mit gab, die ich jetzt manchmal drauf mache, wenn die Wunde zu schlimm aussieht. Aber wirklich nur sehr selten, seit ich sie habe (ca 1 Jahr her) vielleicht drei oder vier mal.
Vor zwei oder drei Wochen hat er sich dann wieder so schlimm im Nacken aufgekratzt, dass ich sie benutzt habe. Alles war gut, die Wunde heilte, aber als der Schorf begann abzufallen, hat Clyde ihn wieder komplett aufgekratzt, vermutlich da dieser verständlichlicherweise juckte. Also fing alles wieder von vorne an. Diesmal habe ich die Salbe nicht benutzt, aber mein Freund hatte die Idee, ihm vorerst ein Halstuch aus einem Geschirrtuch zu schneiden und umzubinden, damit Clyde den Schorf nicht nocheinmal aufkratzen kann. Das funktioniert tatsächlich prima. Der Schorf ist zur Zeit kurz davor abzufallen. Zusätzlich zu dieser Wunde hatte Clyde im selben Zeitraum erstmalig noch eine Wunde an der Wange und eine seltsame, blutige Verkrustung an der Unterlippe (wirklich winzig, vielleicht 2-3 mm Durchmesser), die wohl besonders schmerzhaft war. Normalerweise darf ich mir Clydes Wunden ohne Probleme anschauen, aber in diesem Fall hat er es partout nicht zulassen wollen, weshalb ich ihn damit in Ruhe gelassen habe. Die beiden kleineren Wunden sind mittlerweile komplett verheilt.
Jetzt zu meiner Frage. Heute beim Kuscheln habe ich wiedermal diese schwarzen Stellen entfernt und irgendwie sind mir dabei in seinem Fell an den Haaranfängen direkt über der Haut so komische schwarze Pünktchen aufgefallen. Ich habe natürlich sofort an Flöhe oder Milben gedacht. Der Flohtest mit dem angefeuchteten Papier war jedoch negativ und im Internet habe ich nach langer Recherche auch keine zu den Symptomen passende Milbenart entdeckt, vor allem, da ich trotz gründlichem Bürsten seines Fells keine Milbe, Floh, etc. entdecken konnte.

Jetzt wüsste ich gerne eure Meinung zu dem ganzen, da ich wie gesagt in anderen Beiträgen bisher nicht genau die Symptome die Clyde hat, finden konnte. Ich bin es auch leid zum Tierarzt zu gehen und doch nur zu hören, dass doch alles in Ordnung wäre und ja eh nur psychisch bedingt, denn da bin ich mir gar nicht so sicher. Ich würde echt gerne wissen, was das für komische schwarze "Ablagerungen" und Verkrustungen sind.

Was denkt ihr darüber? Psychisch oder Parasit? Oder doch eine Allergie oder eine Autoimmunerkrankung oder sowas?

Clyde ist übrigens Wohnungskatze (leider, da wir zur Zeit im dritten Stock wohnen, aber er soll möglichst bald (da wir umziehen werden) wieder Freigänger sein, so wie früher). Er bekommt einmal am Tag Nassfutter (entweder Felix oder Wiskas und ja ich weiß, dass es nicht das beste ist, aber etwas anderes verschmäht er) und ansonsten Trockenfutter von Josera (Naturecat, Getreidefrei, Adult, 89% tierisches Eiweiß).

Ich hoffe wirklich, ihr könnt mir helfen, sonst muss ich eben dochmal zum TA.

LG Celia
 
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Polayuki

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Huhu,

warst du bisher denn nur bei diesem einen TA oder hast du dir mal eine Zweitmeinung eingeholt?
Wurde er denn auch mit Mitteln gegen Parasiten behandelt um auszuschließen, dass es sich um Milben und Co handeln könnte?

Viele Katzen reagieren allergisch oder auch mit Unverträglichkeiten gegen Milbenkot oder bestimmte Zusätze (z.B. Getreide). Deshalb rate ich dir dazu unbedingt das Trockenfutter komplett wegzulassen (das auch schon in gesunder Katz eigentlich nichts verloren hat) und auf Dauer das Nassfutter umzustellen auf hochwertiges Nassfutter. Denn wenn es nicht psychisch bedingt ist sondern eine Unverträglichkeit/Allerige zu Grunde liegt, könnte man dem mit einer Futterumstellung schon Herr werden undd das wäre doch wunderbar für euch :)

lg
 
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Celia1695

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Hallo,

Ersteinmal vielen Dank für die schnelle Antwort!


Huhu,

warst du bisher denn nur bei diesem einen TA oder hast du dir mal eine Zweitmeinung eingeholt?

Clyde war, alleine seit er bei uns ist , also seit 2016 bei drei verschiedenen TAs. Allen habe ich die Probleme erklärt, auch dazu gesagt, dass vermutet wird, dass es psychisch ist, und alle meinten, dass das schon sein könnte.
Zweien von den Tierärzten habe ich die schwarzen Verkrustungen gezeigt, beide meinten, das wäre nix.

Wurde er denn auch mit Mitteln gegen Parasiten behandelt um auszuschließen, dass es sich um Milben und Co handeln könnte?

Als Clyde noch Freigänger war, also bis letztes Jahr, hat er regelmäßig ein Spot-On bekommen, das hat an dem Gekratze und den Wunden nichts geändert. Seit er jetzt Wohnungskatze ist, bekommt er nur noch seine Wurmtablette.

Viele Katzen reagieren allergisch oder auch mit Unverträglichkeiten gegen Milbenkot oder bestimmte Zusätze (z.B. Getreide). Deshalb rate ich dir dazu unbedingt das Trockenfutter komplett wegzulassen (das auch schon in gesunder Katz eigentlich nichts verloren hat) und auf Dauer das Nassfutter umzustellen auf hochwertiges Nassfutter. Denn wenn es nicht psychisch bedingt ist sondern eine Unverträglichkeit/Allerige zu Grunde liegt, könnte man dem mit einer Futterumstellung schon Herr werden undd das wäre doch wunderbar für euch :)

lg


Das Trockenfutter ist getreidefrei, wie ich schon dazugeschrieben habe. Warum sollte man Trockenfutter vom Speiseplan streichen? Ich lebe seit ich vier Jahre alt war mit Katzen zusammen und alle haben ihr ganzes Leben lang nur Trockenfutter, abgesehen von der Nassfuttermahlzeit am Morgen, bekommen.
Welches Nassfutter könntest du denn zb. empfehlen?

Vielen, vielen Dank für die ganzen Ratschläge!

LG Celia
 
Polayuki

Polayuki

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Huhu,

das Problem (nebst den ungesunden Stoffen im Trockenfutter, dass ja nicht bei Getreide endet) beim Trockenfutter sind die Milben. Die kannst du nicht vermeiden, ich zitiere mal aus einem anderne Thread vom user Rickie:
"Trockenfutter ist schon bald nach dem Öffnen mit Milben und Milbenkot durchsetzt, es sei denn, Du bewahrst es strikt im TK auf, nach jeder Futterentnahme also wieder zurück in den Frost. Gegen Milbenkot sind viele Katzen allergisch.
Und wie schon geschrieben, in TF sind einfach zu viele Dinge drin, die nicht in eine Katze gehören. Zucker, Getreide, Aromastoffe, Farbstoffe, nicht selten schon Milbenzeug, wenn z.B. geschredderte Küken oder Hühnerfüße und Federreste mit drin sind."
Hier, falls du den thread mal nachlesen möchtest: Allergie und lecken

D.h. bei Katzen die sich blutig kratzen und die Ursache nicht eindeutig geklärt ist, sollte man auf Trockenfutter unbedingt verzichten.
Aber davon abgesehen wie schon erwähnt auch bei gesunden Katzen. HIer gibt es TroFu nur als Leckerli. Es enthält vieles was nicht in Katz gehört, angefangen bei Zucker (versteckt hinter vielen Synonymen wie Rübenschnitzel oder Karamel). Davon abgesehen jedoch nehmen Katzen ihre Flüssigkeit evolutiv bedingt durch die Nahrung auf. Trockenfutter gibt aber keine Flüssigkeit, sondern entzieht diese zusätzlicih noch. Katze weiß aber nicht, dass sie nicht genug Flüssigkeit aufnimmt und trinkt deshalb nicht automatisch mehr als sie sowieso tun würde. Auf lange Sicht entstehen deshalb oft Nieren- und Blasenproblematiken.
Katzen sollten stattedessen unbegrenzten Zugang zu hochwertigen Nassfutter haben. Das erkennt man daran, dass es kein Getreide und kein Zucker enthält und aus mindestens 60% Fleisch zusammengesetzt ist, mit optimal guter Dekleration.
Ich würde (bei ner ungeklärten Aufkratzgeschichte) erstmal zu Monoprotein raten, das gibt es am günstigsten online (z.b. MACS monoprotein, feringa monoprotein, Mjammjam, Sandras Schmankerl oder Catz finefood purrr wobei letzteres schon recht teuer ist). Wenn das Nafu gefressen wird (wenn auch zu anfang nur wenig) würde ich radikal umstellen und nur noch all you can eat an hochwertigen NaFu anbieten (TroFu komplett weglassen). Wenn sie das hochwertige Nafu überhaupt nicht anrühren, dann muss du langsam umstellen.

weißt du denn was für ein spot on er bekommen hat? Gegen flöhe z.b. habe ich die Erfahrung gemacht, dass spot ons nicht so gut wirken, da fährt man mit einer tabletten/suspensions kombi besser.

glg
 
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Celia1695

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Huhu,

Vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort!


D.h. bei Katzen die sich blutig kratzen und die Ursache nicht eindeutig geklärt ist, sollte man auf Trockenfutter unbedingt verzichten.
Aber davon abgesehen wie schon erwähnt auch bei gesunden Katzen. HIer gibt es TroFu nur als Leckerli. Es enthält vieles was nicht in Katz gehört, angefangen bei Zucker (versteckt hinter vielen Synonymen wie Rübenschnitzel oder Karamel). Davon abgesehen jedoch nehmen Katzen ihre Flüssigkeit evolutiv bedingt durch die Nahrung auf. Trockenfutter gibt aber keine Flüssigkeit, sondern entzieht diese zusätzlicih noch. Katze weiß aber nicht, dass sie nicht genug Flüssigkeit aufnimmt und trinkt deshalb nicht automatisch mehr als sie sowieso tun würde. Auf lange Sicht entstehen deshalb oft Nieren- und Blasenproblematiken.

Oje, das wusste ich tatsächlich gar nicht mit dem Milbenkot. Das ist irgendwie schon ziemlich erschreckend und auch eklig :/
Aber mein Trockenfutter ist tatsächlich zucker- und getreidefrei, macht aber ja die anderen Probleme nicht wett.
Da muss ich mich wirklich nochmal besser belesen und dann vermutlich tatsächlich umstellen. Vielen Dank für die Aufklärung!

Katzen sollten stattedessen unbegrenzten Zugang[...]

Das kann ich leider tatsächlich nicht machen. Da würde Clyde sich dann schlichtweg überfressen. Seit ich alleine lebe, habe ich es geschafft, ihn von dem leichten Übergewicht, dass er dank meiner Mutter, die ihn etwas verhätschelte, leider hatte, auf ein gesundes Normalgewicht runterzubringen. Das will ich nicht riskieren, war nämlich ziemlich nervenzehrend, sich das Gejammer und Gebettle immer anhören zu müssen ;)

weißt du denn was für ein spot on er bekommen hat? Gegen flöhe z.b. habe ich die Erfahrung gemacht, dass spot ons nicht so gut wirken, da fährt man mit einer tabletten/suspensions kombi besser.

Clyde hat damals das Spot-On von Frontline bekommen, das war damals aber noch in so ner anderen Packung, als die, die es heute gibt. Keine Ahnung, ob das einen Unterschied macht.
Damit hatte er auch nie Probleme und war immer topfit, außer halt das Gekratze, aber wie gesagt, dass hatte er auch schon bei seiner Pflegemutti und sie hatte ja die Beobachtung gemacht, dass es immer nur dann gewesen sei, wenn er weniger Aufmerksamkeit bekommen habe. Zb. Als die zweite pflegekatze die dort zeitgleich war, auch langsam Geschmack am Kuscheln gefunden habe. Da habe er dann mit dem Gekratze reagiert. Eifersucht, hat die Pflegemutter gemeint, und das habe ich so ja auch jahrelang gedacht. Aber diese schwarzen Stellen machen mich jetzt doch stutzig. Hast du eine Vermutung, was das ist? Vor allem diese schwarzen Pünktchen an seinen Haaren...

Vielen Dank für deine Ratschläge!

LG Celia
 
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Das naheliegenste ist für mich eine Futtermittelunverträglichkeit, ich verstehe nicht wirklich, warum das scheinbar 4 Jahre lang nie angesprochen wurde?
Das aktuelle Futter ist da natürlich denkbar schlecht.
Ich persönlich würde eine Ausschlussdiät durchziehen, auch wenn es natürlich schwierig wird. Aber sich ständig blutig zu kratzen ist auch keine Option. Damit meine ich eine richtige Aussschlussdiät d.h. sowohl die Überprüfung von Fleischsorten, aber auch Zusätzen. Du findest hier im Forum Infos dazu, aber auch ansonsten online jede Menge.

Fett wird der Kater vom Trockenfutter, das macht unglaublich dick. Neben den gesundheitlichen Folgen sollte man deshalb nie Trockenfutter in der Ernährung als feste Größe integriert haben.

Psychischer Stress ist da zusätzlich immer ein Faktor. Warum wurde er von Freigangshaltung auf Wohnungshaltung umgestellt?

Was mir noch einfällt zu den Punkten, es gibt Demodex-Milben, die sitzen ziemlich tief in der Haut. Allerdings gehe ich davon aus, dass ihr schon sowohl Abklatschproben (für andere Parasiten und Pilze) als auch ein Hautgeschabsel (für die Milben) gemacht habt?
 
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