Medical Training für Katzen

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vlora

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Jeder kennt ja das Problem: Medis geben, Katzen behandeln, TA - Besuche ect.
Nach einem interessanten Gespräch vor einiger Zeit dachte ich, es wäre mal gut einen Thread zu eröffnen, in dem es um Training geht - für den Fall der Fälle. Gerade bei jungen Katzen ist es angebracht, sie an gewisse Dinge zu gewöhnen.
Aber: Wie stellt man das genau und effektiv an? Welche Erfahrungen habt ihr und welche Vorgehensweise (bitte genau beschreiben).
Wer macht das und hat damit Erfahrung? Ich denke, in Tierparks ist es ja mittlerweile Standard, Medical Training zu machen - da bekommt man das sicher auch bei Katzen hin. So kann man entspannter tatsächlichen Behandlungen entgegensehen.

Dererlei zu sammeln, wäre sicher sehr hilfreich.


LG
 
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jocelyn

jocelyn

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Also das grundlegendste wäre erstmal die Gewöhnung an die Transportbox. Ich habe die Transportbox einfach mitten im Wohnzimmer stehen lassen und meine 2 Mädels haben sich an sie gewöhnt, liegen gerne drin und spielen darauf rum.
Bloß nicht in den Keller verbannen und nur zum TA-Besuch wieder raufholen! Dann riecht sie ungewohnt und so erzieht man sich, im schlimmsten Fall, Katzen die Angst vor der Box haben, was im Notfall unnötig Zeit kostet.

Bei scheuen Katzen würde ich es üben die hochzunehmen, zumindest für einen Moment, und sie daran gewöhnen überall angefasst zu werden, soweit es eben geht. Das braucht eben Zeit.

Sonst hab ich selber noch keine großen Erfahrungen, ach ja auf der Autofahrt zum TA, nicht in bedauerndem Tonfall mit den Katzen sprechen das regt die nur auf, ich singe meistens im Radio mit ;) sie merken das ich da bin aber ich gehe nicht auf sie ein.
 
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Peikko

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Genau. Hochnehmen, überall anfassen (auch in Augen, Nase und Maul gucken) und vor allem daran gewöhnen, daß man auch mal gegen seinen Willen festgehalten wird.
 
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vlora

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Dass sind gute Ansätze - allerdings frage ich mich, warum ihrem Menschen sehr zugetane Katzen (die auch viel kennen - anfassen, hochnehmen ect.) dennoch zu Furien werden, wenn es an med. Behandlungen durch ihren Dosi geht.
 
jocelyn

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Eben weil man sie normalerweise loslässt wenn sie z.B. nicht mehr auf dem Arm sein wollen.In diesem Moment tut man das nicht weil man der Katze ja Medis geben will oder ähnliches. Das kennt die Katze nicht und wird zur Furie , ist ja klar.

Ich denke auch das einige Katzenbesitzer sich nicht ganz so trauen zuzupacken wenns sein muss und wenn die Katze einmal weg ist , wirds von mal zu mal schwieriger , da muss man dann mal hart bleiben, es ist ja nur zum Wohl der Katze.
 
HappyKerky

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Meine Katzen haben immer Zugang zur Transportbox, das finde ich schonmal sehr wichtig.

Wenn die Katzen entspannt sind, schau ich ihnen auch mal ins Maul, bei Pan geht das schon sehr gut, bei Lyra noch nicht so sehr. Beim Kuscheln wird dann auch mal an den Pfötchen und Ohren herumgefummelt etc. Das würde ich aber grundsätzlich machen, einfach um zu gucken, ob alles in Ordnung ist. Das mache ich bei meinen Meerschweinchen auch so (das ist ein Muss, weil man bei Meeris meist erst zu spät sieht, wenn etwas nicht okay ist, deswegen muss man den Allgemeinzustand im Auge behalten), also warum sollte es Katzen schaden :)

Ich denke mit Clickertraining würde man sicher weiter kommen, wenn Katze sich hinsetzt, Pfötchen gibt etc. auf Kommando. Aber bisher habe ich mich an sowas noch nicht rangetraut. Wobei meine Katzen seit Jahren nicht beim Tierarzt waren, das letzte Mal jedoch haben sie die Tierärztin geschmust :pink-heart:

Ach ja, meine beiden :pink-heart: *schwärm*
 
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Wurzelmaus

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Das Normale ist, dass Katzen auf Druck mit noch mehr Gegendruck reagieren. Katzen hassen Gewaltanwendung und können das gar nicht verstehen. Wenn man Pech hat, und die Katze sehr empfindlich wird, dann verliert sie durch eine versuchte Gewaltanwendung von Seiten ihres "Dosis" ganz oder teilweise das Vertrauen. Die Katze wird verwirrt und reagiert mit Mißtrauen und Scheu.
Besser ist es daher, auch beim Medical Training eben nicht mit "die Katze gehen ihren Willen festhalten" zu arbeiten.
Wann immer das versucht wird, gibt es eine traumatische Erfahrung für die Katze, die ihr Verhältnis zum Menschen beschädigt.
Manche Katzen sind robust und verzeihen eine so grobe Behandlung durch ihren Menschen, aber davon sollte man nicht als Regelfall ausgehen.
Besser ist es mit sanftem Druck zu arbeiten, also die Katze kurz festhalten und sie wieder loslassen wenn sie anfängt sich zu wehren. So bringt man ihr bei, dass der Druck nicht starr ist, sondern dass sie nach kurzer Zeit wieder freikommt. Loben wenn sie still hält und nicht schimpfen, wenn sie wegläuft.
Das ist die beste Methode um der Katze beizubringen, dass sie nicht ausrastet wenn sie vorübergehend mal sanft festgehalten wird.
Für den Tierarztbesuch sollte das auch reichen. Normal sozialisierte Katzen sind beim Tierarzt oft sogar kooperativer als beim Besitzer, weil sie abgelenkt sind, oder schlicht weil sie krank sind und Schmerzen haben oder sich schlecht fühlen.
Wenn die Schmerzen dauerhaft und extrem schlimm sind, dann werden die Katzen apathisch. Bei aktuen Schmerzen werden Katzen aggressiv, wenn ihnen jemand weh tut, das ist verständlich. Deshalb sollten verletzte Katzen oder welche mit Schmerzen auch beim TA nicht mit Gewalt festgehalten werden.
Es gibt nur wenige Notsituationen, die es rechtfertigen dass eine Katze unter Gewalteinsatz behandelt werden muß. Normalerweise wird sie betäubt und sediert, wenn sie sich nicht halten lässt. Alles andere wäre auch unsinnig, denn eine Traumatisierung verstärkt die Krankheiten, verschlechtert die Heilungschancen, und viele Krankheiten werden durch Traumatisierungen und Stress überhaupt erst ausgelöst.


Halbwilde Katzen werden für Behandlungen auch ruhiggestellt.

Meine Erfahrung für problemloses Verhalten beim Tierarzt: Wichtig ist mit den jungen Kätzchen, vielleicht beim Impfen, den ersten Tierarztbesuch so zu gestalten, dass er angenehm ist. Wenn die Kätzchen keine Angst haben und fröhlich sind, dann merken sie den "Pieks" kaum und empfinden es auch nicht als schlimm, sondern als interessant. Meine Kätzchen sind bei den Impfterminen alle fröhlich und neugierig durch den Behandlungsraum gesprungen. Keiner hatte Angst und keiner hat gejammert. Das Impfen u. Chippen liessen sie sich willig gefallen.
 
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Peikko

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Besser ist es mit sanftem Druck zu arbeiten, also die Katze kurz festhalten und sie wieder loslassen wenn sie anfängt sich zu wehren. So bringt man ihr bei, dass der Druck nicht starr ist, sondern dass sie nach kurzer Zeit wieder freikommt.

Was anderes meinte ich eigentlich auch nicht. Man darf allerdings auch nicht SOFORT loslassen. Meinem Kater mußte ich neulich regelmäßig Fieber messen. Am Anfang mußte ich mich fast auf ihn drauflegen. Em Ende hat er es eben passieren lassen. Hätte ich am Anfang sofort losgelassen, wenn er mit der Pfote kommt, hätte das wahrscheinlich ne Woche gedauert. Es mußte aber gleich sein, weil er krank war.
 
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vlora

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Ich habe derzeit z.Bsp das Problem, dass Katerchen total lieb ist (ich kann echt fast alles mit ihm machen) doch nun soll ich ein leckeres! Medi mit einer Spritze ins Mäulchen geben - und er wird zum Hulk. Beim TA sah es aus, als schmeckt es ihm und geht gut. Zum Glück kann ich ihn kontrollieren - also Motto schnappen Mäulchen auf - rein ... aber ich schaffe die 0.9 trotzdem nie in einem Ritt, weil ich ihn eben halten und die Spritze drücken muss - er wehrt sich und meckert sehr.
 
DosGatos

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  • #10
Also ich habe mir das mit dem Medical Training mal folgendermaßen erklären lassen, funktioniert angeblich bei allen Katzen mit seehhr viel Geduld und täglichem Üben (also auch, wenn sie nichts haben):

Katze anfangs nur kurz auf den Tisch/Anrichte, etc., wo man sie also behandeln möchte, setzen - Leckerli geben und runtersetzen bzw.springen lassen. Ausgiebig Loben.
Wenn das gut klappt, vorsichtig anfangen, z.B. kurz in ein Ohr zu schauen - wieder Leckerlie geben und das Ganze beenden.
Der Sinn ist, dies täglich zu üben und langsam zu steigern (1. Ohr, 2. Ohr, Globuli geben, etc. )und dann schon zu loben und Leckerli zu geben, wenn die Katze noch nicht unruhig geworden ist.
Je unwilliger/ängstlicher die Katze - desto mehr Zeit braucht man.
Man soll je nach dem, was man gerade macht, auch einen kurzen, festen Begriff dazu sagen, z.B. "Öhrchen", "Globuli" oder "Kullern" - weil sich das auf Dauer einprägt.
Der Sinn der Geschichte ist es, daß die Tiere lernen "es passiert mir gar nichts und anschließend kriege ich 1 oder 2 Leckerli und werde auch gelobt".

Was meine eigenen Kater angeht: Da ich Gustavo schon seit längerem behandeln muß, klappt es eigentlich recht gut. Und ich mache es nebst Leckerli immer vor dem Füttern.
Weil das je nach dem schon gut Zeit in Anspruch nimmt, habe ich bei Gulliver noch nicht angefangen - der in diesen Dingen wesentlich schwieriger zu handeln ist.

Was Tierarztbesuche angeht mach ich's jedoch immer noch mit der "Hau-Ruck-Methode": Kater geschnappt und rein in die Box:oops:

Aber frau muß ja auch noch Ziele haben...;)
 
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vlora

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  • #11
Das sind ja schon gute Hinweise. Würde mich über weitere Beiträge/ Erfahrungen zum Thema freuen, da es doch echt Einigen helfen könnte.
Immer her mit Erfahrungen.

Ich verstehe mein Katerchen z.Bsp. echt nicht... Er lässt sich die Äuglein behandeln, die Ohren ... überall anfassen... aber dann scheitert es an so einfachen Sachen, wie mit einer Spritze was gut schmeckendes ins Mäulchen geben oder so - wesendlich unangenehmere Dinge macht er aber mit :rolleyes:

(Im Übrigen schaffe ich es auch nicht, ihm ins Mäulchen zu schauen - ich dachte immer, seitlich rechts und links leichten Druck und das Mäulchen geht auf. Katerchen denkt gar nicht dran, das Mäulchen zu öffnen. Wie bekommt ihr das hin?)
 
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DosGatos

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  • #12
Also was die Gabe von Globuli angeht, sind mein Gustavo und ich mittlerweile ein gutes Team. Am Anfang war es auch eine Kathastrophe.
Das Motto heißt: üben;)

Mit Geduld und Spucke klappt es:
Ich setze ihn auf den Tisch vor mich, ziemlich nah an meinen Oberkörper, beuge mich über ihn und umgreife mit der linken Hand den Kiefer:
Gebe leichten Druck auf die Mundwinkel und mittlerweile zieht er seinen Kopf automatisch schon etwas nach hinten, in meine Richtung.

Dann Globuli mit rechts genommen und rein damit. Lobe ihn dann über den grünen Klee!;)

Am Anfang hatte ich das Problem, wie mehr als 2-3 Globuli gleichzeitig auf einmal ins Maul geben? Denn die bekomme ich nicht so leicht in meine Finger, wenn ich gleichzeitig das Mäulchen aufhalten muss.

Bin dann hingegangen und habe von einem ganz kleinen Dosierlöffel, wie er z.B. bei Taurinpulver mit in der Dose ist, den Stiel abgeschnitten.
Diese kleine Mini-SChale habe ich dann schon mit den zu verabreichenden Globuli vorher gefüllt und kann die Kullern ganz leicht damit ins Mäulchen kippen.

Gut, es fallen auch schon mal 1-2 daneben, weil Gustavo doch gerade etwas unruhig ist oder ich nicht gut gezielt habe. Aber das ist dann auch kein Drama, schiebe ich nach oder gebe die für das eine Mal noch über's Futter.
 

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