Luna trifft Filou

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LittleSicilian

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Hallo in die Runde!

Ich habe in diesem Forum als stille Mitleserin schon viel lernen können und versuche das nach bestem Wissen und Gewissen umzusetzten... vielleicht gibt es dennoch hilfreiche Anregungen und Tipps zu unserer aktuellen Situation.

Zur Vorgeschichte:
Meine Freigänger Katzendame Luna, aus dem TH adoptiert Ende 2019, ca. 3-3,5 Jahre alt und ich haben unseren besten Freund Mikesch, einen italienischen 5jährigen Straßenkater diesen Mai durch einen Autounfall verloren. Luna war von Beginn an sehr sozial und ehr eine "Katzen-Katze" für mich - sie war geduldig & lieb mit meinem misstrauischen Kater und konnte ihm viel Katzensprache und Vertrauen beibringen. Er war das Leittier und hat das Revier, aber auch sie beschützt. In den letzten Monaten gab es leider die ein oder andere Rauferei und Luna kam ein paar Mal mit kleinen Blessuren nach Hause, sie ist noch dazu ein natürliches Leichtgewicht.

Nach längerem Umsehen und Besuchen habe ich nun am Dienstag Katerchen Filou, Straßenfund, aus dem Tierheim abgeholt. Bei Vertragsabschluss wurde ich dann auf einen Fehler aufmerksam, nämlich dass Filou auf ca. 1 Jahr geschätzt wird und somit noch jünger als gedacht ist. Das hatte ich mir anders vorgestellt, da wir uns aber schon etwas kennengelernt hatten und er mir charakterlich/wesensmäßig passend erscheint wollte ich keinen Last-Minute-Rückzieher machen. Das ist trotzdem der für mich kritischste Punkt in der ganzen Geschichte.

Filou sitzt also nun in seinem seperaten Katzenzimmer und ich probiere mich an der ehr langsamen Vergesellschaftung. Es gab neben Duftproben auch schon Sichtkontakt zwischen den beiden - immer nach Gefühl, um vor allem Luna nicht zu überfordern. Filou wäre gerne schon im ganzen Haus unterwegs. Ich will wirklich nicht zu ungeduldig sein aber ich hatte den Eindruck, dass Lunas Freigang die Vergesellschaftung natürlich und eventuell ungünstig verzögert. Weshalb ich mich gestern, Samstag, zum ersten Mal dazu entschlossen habe sie einen Tag Zuhause zu lassen. Ich würde sagen mit Erfolg: Denn nachts saß sie viel öfter neugierig lauschend vor seiner Tür und heute morgen kam sie zum ersten Mal freiwillig bis zur Nasenspitze an das Türgitter. Als Filou, sehr zutraulich und offen allen Lebewesen gegenüber, ebenso nah kommen wollte gab es Gefauche und eine drohende Tatze von Madame - trotzdem wurden im Anschluss mit 1,5 Metern Abstand Leckerlis gegessen. Es scheint als könnte Luna Filous Anwesenheit in seinem Zimmer dulden, aber wehe er kommt der Grenze/ ihr zu nah. Wie mache ich jetzt im besten Sinne für die beiden weiter? Luna heute nochmal im Haus zu lassen kann ich mir (schweren Herzens) vorstellen bzw. vielleicht erst gegen Nachmittag rauslassen? Bisher kommt sie wie sonst zuverlässig abends zurück zum Futtern und Schlafen. Ich möchte nichts überstürzen, aber natürlich tut mir jeder Tag in "Einzelhaft" für Filou auch leid, er ist sehr sozial und schmusig - wie mein Mädchen sonst auch - und unterwirft sich Luna bisher meiner Meinung nach gut. Er gurrt beim Anblick, rollt sich auf den Rücken... totale Deeskalation seinerseits.

Was wäre euer next step? Vielen Dank liebe Katzenprofis.

Zusatzinfo: Alle sind kastriert/geimpft/gechipt/registriert.

MfG Kathi
 
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Freewolf

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Hallo :)
Das:
und unterwirft sich Luna bisher meiner Meinung nach gut. Er gurrt beim Anblick, rollt sich auf den Rücken... totale Deeskalation seinerseits.
hat nichts mit Unterwerfung zutun. Bei Katzen ist das eher ein "sich mit allen Waffen (=Krallen) wehren können, wenn es nötig ist".

Ich selbst kenne mich jetzt bei Zusammenführungen mit Freigängern nicht aus, aber soweit ich weiß, muss der Freigänger Zuhause bleiben.
Aber wie gesagt, das weiß ich nicht zu 100%.
Ich sehe eher Schwierigkeiten in Bezug auf die Geschlechter. Filou ist ein Jungspund, der sicherlich raufen und spielerisch kämpfen will.
Kann das deine Luna ab? Das musst du dann sehr gut im Auge behalten, wenn sie irgendwann mal zusammen sind.
 
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LittleSicilian

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hat nichts mit Unterwerfung zutun. Bei Katzen ist das eher ein "sich mit allen Waffen (=Krallen) wehren können, wenn es nötig ist".

Hallo Freewolf!

Deine Erklärung ergibt auch total Sinn, danke, das muss ich irgendwo falsch gelesen haben... ich kenne das auch als Katzenkompliment an Menschen wenn entspannt der verwundbare Bauch gezeigt wird?

Die Geschlechterdebatte ist nicht an mir vorbeigegangen, da bin persönlich einfach in soweit okay mit, weil es vorher für Luna gut geklappt hat. Ich bin nur echt etwas genervt und enttäuscht wie leichtfertig falsch in Tierheimen beraten und empfohlen wird, aber ich hab es nach dem Kennenlernen wirklich nicht übers Herz gebracht Filou jetzt dort in der Minibox zu lassen und es gab auch kein anderes passendes Katzentier als Option. Zukünftige Jungspund Rauferei, falls es wirklich derbe sein sollte, bereitet mir ehr Sorgen. Aktuell kann ich mir das nicht vorstellen, mir gegenüber kapiert Filou das mit den (Schmerz)Grenzen gut, ich hoffe inständig, dass das bei Luna genauso sein wird. Bleibt nur Abwarten. Sie ist keine Schlaftablette und ein Mix aus Softie (Zuhause) und Wild (Außen) ... bisher glaube ich, dass die beiden viel Spaß haben können.

So bald beide ein Team sind kann er sich ja im Freigang an den neuen "Eindringlingen" abarbeiten, die Luna alleine anscheinend nicht so gut in Schach halten kann. Ich denke diese neueren schlechten Erfahrungen seit sie alleine ist, sind auch ein Grund für ihr stärkeres Misstrauen. Sie war vorher ehr so unvoreingenommen und aufgeschlossen wie Filou. Insgesamt bin ich trotzdem stolz auf sie, es sind erst wenige Tage und sie macht ihre Fortschritte.

Viele Grüße

Kathi
 
Freewolf

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Ich bin nur echt etwas genervt und enttäuscht wie leichtfertig falsch in Tierheimen beraten und empfohlen wird
Naja das Problem ist, auch im Tierheim kennt sich vielleicht nicht jeder sehr gut aus. In der Ausbildung lernt man sowas leider nicht. Bin ja selbst in einem tätig und hab auch hier aus dem Forum erst viel gelernt. Da darf man denen im TH keinen Vorwurf machen.

Es muss ja nicht sein, dass Filou ein Rüpelkater wird. Gibt ja auch sogenannte "Mädchenkater", die halt wirklich auch lieber fangen und so spielen, als zu raufen :)
Man muss es halt nur im Hinterkopf behalten.

Wie war denn euer Mikesch so drauf? Hat er viel gerauft oder war er von der ruhigeren Sorte?
Mein Beleid zu eurem Verlust :(
 
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LittleSicilian

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Es muss ja nicht sein, dass Filou ein Rüpelkater wird. Gibt ja auch sogenannte "Mädchenkater", die halt wirklich auch lieber fangen und so spielen, als zu raufen :)

So wünschen wir uns das :) Luna kann da bestimmt auch erzieherisch nachhelfen falls notwendig, aber bisher ist mein Eindruck, dass die beiden grundsätzlich zueinander passen. Sonst hätte ich ihn nicht ausgewählt abgesehen vom Altersdilemma.

Luna wagt anscheinend den nächsten Schritt und würde jetzt schon gerne, etwas zögerlich aber immerhin, in Filous Zimmer kommen. Bin gespannt was der Tag noch bringt. Das Tempo überrascht sogar mich jetzt als ungeduldige Katzenmutti.


Wie war denn euer Mikesch so drauf? Hat er viel gerauft oder war er von der ruhigeren Sorte?

Mikesch war so toll... ein richtiger Wachkater. Kam auf Zurufen, wollte immer überall dabei sein und am liebsten alles zusammen machen - auch im Garten. Unerwartet hat er mal die neuen Nachbarhunde verdrescht einfach nur, weil wir einen Zaun teilen... also er war irre territorial. Hat auch z.B. DHL angeknurrt. Er durfte sich bei Bedarf an einem speziellen Mantel austoben, also sich an den Arm hängen, kratzen und festbeißen im Spiel oder wenn er mal emotional unausgeglichen war zum Abreagieren. Zu mir und meinem Expartner war er zärtlich und sehr liebes- und schmusebedürftig, wie Luna auch. Mit Madame hat er ehr Verstecken und Fangen gespielt, da Luna nicht viel größer und schwerer wurde, keine ganzen 4 kg, war das auch besser. Zu Beginn war es herausfordernd ihm klar zu machen, dass Luna seine neue Freundin ist und keine Konkurrenz, als das durch war, wurde sie beschützt und gehütet wie wir Menschen und das Grundstück. Falls sie abends/nachts "zu lange" flitzen war hat er sie zum Beispiel nach Hause gebracht :-D

Es gibt keine Worte um diesen Verlust zu beschreiben. Danke für deinen Gedanken an ihn.
 
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Ich will wirklich nicht zu ungeduldig sein aber ich hatte den Eindruck, dass Lunas Freigang die Vergesellschaftung natürlich und eventuell ungünstig verzögert.

Gibt's hierzu noch ein paar Vorschläge / Erfahrungen? Freigang ja/nein?

Ab wann kann ich meiner Erstkatze zumuten, dass Katerchen das Haus erkundet und dass vielleicht auch erst mal alleine, oder soll er erst meine Katze besser kennenlernen bevor er die Umgebung abcheckt?

Luna hat heute einmal (friedliche) Anstalten gemacht, dass sie mit in sein Zimmer möchte. Später war sie wieder zögerlich und ich zwinge sie zu nichts. Sollten Sie sich dort zum ersten Mal direkt begegnen? Ich denke wenn ich das Gitter entferne läuft er natürlich raus, zu Ihr aber auch in die anderen Räume. Bei uns ist alles sehr offen gestaltet und das ließe sich nicht verhindern und wäre ihr dann vielleicht doch zu viel?

Vielen Dank vorab.
 
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basco09

basco09

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Hallo und Willkommen!

Ja, eine Zusammenführung mit Freigängerin kann schwieriger sein, da sie sich entziehen kann. Das braucht Zeit und Geduld. Unsere Luna blieb auch gleich mal länger draußen. Einsperren ist m.M.n. keine Lösung, da das ganze auch länger dauern kann. Ich kann nur empfehlen möglichst alle Rituale und den Rhythmus so gut es geht beizubehalten und viel Liebe und Aufmerksamkeit zu schenken. Bei uns war es ja so, dass wir zunächst separiert haben und dann versucht haben ohne Gittertür zusammen zu führen, das ist gründlich schief gegangen, Luna hat Caro gleich mal vermöbelt. Danach haben wir dann 2 Wochen an der Gittertür arbeiten müssen. Du kannst dort regelmäßig zunächst auf größeren Abstand füttern und dann immer näher gehen. Du kannst gemeinsame Leckerchenrunden machen. (Gut wenn Hilfe auf der jeweils anderen Seite unterstützen kann.) Und wenn sie sich interessanter finden (z.B. schon durchs Gitter näseln), dann kannst Du auch Spielrunden machen so lernen sie sich auch an unerwartete Bewegungen des anderen Tieres zu gewöhnen. Habe Geduld und nimm Euch Zeit, einige Tage im Zimmer werden dem Kater nicht schaden, besser als dass es zur Eskalation kommt. Und ja, wenn sie nicht da ist, kannst Du ihn ruhig rum laufen lassen, gehört wie der Geruchstausch dazu, heißt Raumtausch. Aber nichts erzwingen, sie müssen jeden Schritt selber machen. Viel Erfolg!
 

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