Luna hat einen Pyothorax...

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
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rinona

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Guten Abend,
ich möchte hier die Geschichte unserer kleinen Luna (Wohnungskatze) teilen. Ich bin noch ein bisschen wirr, da wir vorhin erst aus der Tierklinik kamen und mit Infos beballert wurden, nehmts mir nicht übel.
Alles fing mit einer Zahnsanierung Ende April an, ein Zahn wurde rausgenommen + Zahnstein entfernt. Nach der OP war alles gut, Luna war schon immer eher ein wenig "faul" aber dafür seeeeeeeehr kuschelbedürftig.
Anfang Juni fing es an, dass sie 2 Tage lang nichts gefressen hat, da ich und mein Freund aber Berufstätig sind ist uns dass nicht sofort aufgefallen, da sie nie ein großer Esser war. Als sie aber nur noch auf dem Schreibtisch hockte, sind wir zur TA gefahren die auch die Zahn OP vorgenommen hat. Wir dachten dass sich vielleicht im Mundbereich etwas entzündet hat, aber TA meinte alles gut und hat ein Blutbild gemacht. Laut ihr Verdacht auf Bauchspeicheldrüsenentzündung, AB + Schmerzmittel + Mittel gegen Übelkeit gegeben und nach einer Woche ging es ihr auch wieder besser.
Ein paar Wochen war alles gut, bis vor 2 Wochen. Luna hat wieder nichts mehr gefressen und lag apathisch rum. Haben seitdem den TA gewechselt, die Katze wurde auf den Kopf gestellt, Blutwerte verglichen -> Entzündungswerte super hoch, TA kann nicht genau sagen woher die Entzündung kommt. Hat auf Verdacht ein Röntgenbild gemacht, und siehe da: große Verschattung an der Lunge (Das war Montag)
Sie meinte sie gibt ein 4 Tage Antibiotika, wir sollen Freitag nochmal kommen. Arme Luna musste bis Freitag zwangsgefüttert werden, mit mäßigem Erfolg...Freitag meinte die TA wir sollten einen Ultraschall machen, um besser zu sehen was in der Lunge los ist. Ergebnis: Flüssigkeit. Wurde auch gleich punktiert, um festzustellen was es ist... Es war der pure Eiter. Sie hat ein bisschen was rauzsgezogen, wollte es einschicken um die Bakterien feststellen zu lassen. Meinte noch zu uns dass sie eigentlich ein Fall für die Tierklinik ist, aber so wie sie Luna kennengelernt hat, würde das sehr starken Stress für sie bedeuten. Wir sollen nochmal bis Montag warten, im Notfall aber natürlich eher hinfahren.
Luna hat nachdem die TA etwas Sekret entnommen hat deutlich besser geatmet und daheim auch wieder gefressen, also haben wir auch bis Montag gewartet. Montag wurden wir dann direkt in die Tierklinik geschickt, soviel zur Vorgeschichte :D
Seit diesem Montag ist Luna jetzt in der Tierklinik. Dienstag wurde gleich ein CT gemacht, und nach einem Telefonat mit uns gleich die OP.
Die komplette rechte Seite stand unter Eiter, er hat um die 4 Stunden operiert um alles so gut wie möglich sauber zu machen und zusätzlich musste er noch alle 4 Lungenflügel vorsichtig vom Brustkorb lösen, da sie verklebt waren.
Diagnose: Pyothorax mit Nokardiose (Keine Ahnung ob das so richtig ist, aber wie schon gesagt... bin noch ein bisschen zerstreut).
Nokardien dringen oft durch kleine Verletzungen von anderen Katzen (wir haben noch einen Kater, Loki) in den Brustraum ein.
Die Nokardien konnten noch nicht genau bestimmt werden, aber da Luna seit Dienstag eine Thoraxdrainage hat ist es ein leichtes, neues Material zu holen. Er hofft er kriegt morgen die Ergebnisse.
Fressen tut sie noch nicht selbstständig, aber füttern lässt sie sich. Ist natürlich 24/7 unter Beobachtung. Ein Lungenflügel macht ihm noch ein bisschen Sorgen, der füllt sich noch nicht selbstständig mit Luft... Aber ich bin einfach froh dass sie es soweit geschafft hat.
Heute durften wir sie besuchen. Ich war so froh sie zu sehen, danach bin ich in Tränen ausgebrochen. 100% Heilungschance kann uns der TA nicht geben, es hängt jetzt davon ab ob er die komplette Entzündung wegbekommt. Wenn die Drainage mal rauskommt, wird sie aufjedenfall noch 7-8 Wochen Antibiotika bekommen.
Was möchte ich eigentlich erzählen? Ich weiß es nicht so genau. Es waren 2 verdammt harte Wochen, mit viel Ungewissheit. Dazu kommen natürlich noch die krassen Kosten, die man auch nicht unterschätzen darf. Sie ist jetzt seit Montag in der Klinik, und mit heute war der Betrag bei 2900€. Da sie bestimmt noch eine Woche in der Klinik bleibt, wird es sich vermutlich verdoppeln... Auch wenn alle Dispos und Notgroschen dafür draufgehen, ich würds wieder tun.
Vielleicht hilft ja dem ein oder anderen dieser Bericht, ansonsten hilft er mir vielleicht das ganze mit Menschen zu teilen, die wissen wie es sich anfühlt um sein geliebtes Kätzchen zu bangen.
Danke für die offenen Ohren und einen schönen Abend! Bei Bedarf werde ich euch gerne auf dem aktuellen Stand halten.
Bei Unklarheiten, einfach fragen. Anbei noch ein Bild unserer Maus <3
 

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nicker

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Wir hatten Ähnliches durch mit meinem Sternchen Mercy, vor zwei Jahren, als Mercy mit einem Chylothorax insgesamt vier Wochen in der Tierklinik verbringen musste. Infolge eines Risses im Milchgang (der Hauptast des Lymphsystems in der Brust) war der gesamte Brustkorb voller Lymphflüssigkeit (Chyle), und Mercy musste zweimal operiert werden, bevor sie wieder "dicht" war.
Es war eine sehr stressige und belastende Zeit, für uns alle und für Mercy besonders!
Als sie in die TK kam, wog sie ca. vier kg und war ein Bündel Muskeln, die sportlichste und sprunggewaltigste Katze, bei der ich je wohnen durfte! <3
Als sie entlassen wurde, wog sie kaum noch 2,5 kg und wollte noch länger als eine Woche nicht selbstständig fressen.

Aber Mercy berappelte sich wieder und war wieder die Alte, wenngleich sie regelmäßig zur Kontrolle zum Röntgen in die niedergelassene Praxis ging. Gucken, ob die Nähte noch dicht sind. ;)
Uns war schon bei dem Aufenthalt 2018 gesagt worden, dass die Diagnose ein gerechtfertigter Grund für eine Euthanasie sei und dass es keine Erfolgsgarantie für die OP gäbe.
Im Herbst 2019 musste Mercy wieder in die TK, sie hatte wieder Chyle im Brustraum, und ein Lungenlappen musste entfernt werden, weil platt. Es wurde in Erwägung gezogen, einen Port zu legen, mit dem sie die Chyle in den Bauchraum hätte "entwässern" können, aber die Menge an nachlaufender Flüssigkeit gebot diese Maßnahme nicht. Wir hatten dann wieder längere Zeit Ruhe, aber im Juni wurde Mercy spürbar ruhiger, atmete schwer, und wir ließen sie dann aufgrund der aktuellen Röntgenbilder gehen. Sie war wieder komplett vollgelaufen, von jetzt auf gleich, und ich wollte ihr den schwierigen Klinikaufenthalt nicht mehr zumuten, da sie auch nach der Lungenlappenresektion, wo sie nur fünf Tage in der Klinik war, wieder schwer gelitten und das Fressen komplett eingestellt hatte.

Für Luna drücken wir alle Daumen und wünschen euch von Herzen alles Gute und dass es Luna bald wieder besser geht!
 
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rinona

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Wir hatten Ähnliches durch mit meinem Sternchen Mercy, vor zwei Jahren, als Mercy mit einem Chylothorax insgesamt vier Wochen in der Tierklinik verbringen musste. Infolge eines Risses im Milchgang (der Hauptast des Lymphsystems in der Brust) war der gesamte Brustkorb voller Lymphflüssigkeit (Chyle), und Mercy musste zweimal operiert werden, bevor sie wieder "dicht" war.
Es war eine sehr stressige und belastende Zeit, für uns alle und für Mercy besonders!
Als sie in die TK kam, wog sie ca. vier kg und war ein Bündel Muskeln, die sportlichste und sprunggewaltigste Katze, bei der ich je wohnen durfte! <3
Als sie entlassen wurde, wog sie kaum noch 2,5 kg und wollte noch länger als eine Woche nicht selbstständig fressen.

Aber Mercy berappelte sich wieder und war wieder die Alte, wenngleich sie regelmäßig zur Kontrolle zum Röntgen in die niedergelassene Praxis ging. Gucken, ob die Nähte noch dicht sind. ;)
Uns war schon bei dem Aufenthalt 2018 gesagt worden, dass die Diagnose ein gerechtfertigter Grund für eine Euthanasie sei und dass es keine Erfolgsgarantie für die OP gäbe.
Im Herbst 2019 musste Mercy wieder in die TK, sie hatte wieder Chyle im Brustraum, und ein Lungenlappen musste entfernt werden, weil platt. Es wurde in Erwägung gezogen, einen Port zu legen, mit dem sie die Chyle in den Bauchraum hätte "entwässern" können, aber die Menge an nachlaufender Flüssigkeit gebot diese Maßnahme nicht. Wir hatten dann wieder längere Zeit Ruhe, aber im Juni wurde Mercy spürbar ruhiger, atmete schwer, und wir ließen sie dann aufgrund der aktuellen Röntgenbilder gehen. Sie war wieder komplett vollgelaufen, von jetzt auf gleich, und ich wollte ihr den schwierigen Klinikaufenthalt nicht mehr zumuten, da sie auch nach der Lungenlappenresektion, wo sie nur fünf Tage in der Klinik war, wieder schwer gelitten und das Fressen komplett eingestellt hatte.

Für Luna drücken wir alle Daumen und wünschen euch von Herzen alles Gute und dass es Luna bald wieder besser geht!
Ich habe auch ein bisschen Angst, dass selbst wenn sie jetzt wieder wird, es irgendwann von vorne losgehen wird. Aber lieber tue ich alles Menschenmögliche, und schenk ihr ein bisschen Zeit mit uns. Aber vielleicht wird ja auch alles wieder, wir werden sehen. Nur manchmal tue ich mir schwer die Hoffnung zu behalten.
Danke für die lieben Worte!
 
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rinona

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Tierklinik hat grad angerufen. Luna geht es sehr schlecht, die Entzündungswerte gehen nicht runter und sie mussten sie in eine Sauerstoffbox setzen, da sie nur noch Maulatmung hat. Empfehlung war jetzt eher Erlösung.. ich weiss nicht was wir tun sollen. Wir wollen auf jedenfall erstmal hinfahren und die Katze anschauen.. ich bin so verzweifelt.
 
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Daumen sind gedrückt.
 
Poldi

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Ich kann aus Erfahrungsmangel nur Daumen drücken.
 
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Ich drück ebenfalls die Daumen🍀
 
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rinona

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Wir mussten unseren kleinen Schatz vorhin gehen lassen. Die Entzündung war wieder da, schlimmer als vorher. Wir sind am Boden zerstört und wissen nicht weiter. Ich hoffe ihr geht es nun besser. Ruhe in Frieden geliebte Luni ♡
 
Poldi

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Ich wünsche euch viel Kraft. Komme gut über den Regenbogen kleine Luna 🌈
 
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