Luka wieder zuhause! Abriss eines Happy Ends

Omelly

Omelly

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so was von im Ruhrpott
Mein Kater Luka ist gestern um ca. 15.00 Uhr aus dem Garten verschwunden. Darf er auch - er streift dann weiter in zig anderen Gärten umher, hat aber eigentlich keinen Zugang zur Straße.

Um ca. 16.30 Uhr fiel mir auf, dass er lange nicht vorbeigeschaut hat. Denn das macht er eigentlich immer ca. halbstündlich. Außerdem hörte ich irgendwo aus der Ferne Geräusche, von denen man mal wieder nicht sagen konnte, ob es Babygeschrei oder Katzenjammer ist. Ich fing an, ihn zu rufen, aber er kam nicht. Um ca. 17.00 Uhr wusste ich dann, dass etwas nicht stimmt und begann mit Leiter bepackt, die durch hohe Mauern umliegenden Gärten abzusuchen. Erfolglos. Dann um den Häuserblock, falls er doch mal auf die Straße entwischt ist - erfolglos. Weiter aus meinem Garten gerufen und wieder hörte ich irgendwoher dieses "Geschrei". Da dieses gesamte Gartengebiet von geschlossener Häuserzeile umgeben ist, hallt es dort aber so, dass man keine Chance hat, wirklich die Quelle zu orten.

Jetzt wurde es dunkel. Also wieder losgezogen und von der Straße aus an den Erdgeschosswohnungen der gegenüberliegenden Häuser geschellt. Wo es möglich war, dort Keller und Garten abgesucht. Erfolglos.
Später das Suchumfeld auf der Straße erweitert und einen ca. 1km langen Grünabschnitt mit Taschenlampe und Rufen abgesucht. Dann in der Nacht Plakate gedruckt und überall im Umfeld angebracht, teilweise direkt an die Türen der Häuser, die zum Gartenviertel gehören.

In der Nacht zig Mal wieder auf die Straße und in den Garten und immer wieder meinte ich dieses Gejammer zu hören.
Bei Tasso Suchmeldung aufgegeben und weitere Plakate geordert. Super netter Mitarbeiter, der mit einer Engelsgeduld um 2.00 Uhr morgens die Meldung aufnahm und mir Mut machte. Bereits um kurz nach 17.00 Uhr hatte ich schon versucht, das örtliche Tierheim zu kontaktieren. Keine Chance. Öffnungs- und Telefonzeiten von 14.00 - 17.00, Montags geschlossen. FRECHHEIT!
Nach Telefonat mit Tasso Polizei angerufen, ob Meldungen über gefundene/angefahrene Tiere. Nein, nichts.

3 Stunden "geschlafen" und im Morgengrauen wieder raus. Und wieder dieses Gejammer, dass ich nicht orten konnte. An allen Erdgeschosswohnungen im Umfeld geschellt, die tags zuvor nicht geöffnet hatten. Und immer wieder Überzeugungsarbeit leisten, dass Rufen alleine nichts nützt und ich selber nachschauen muss. Wieder zurück in meinen Garten und wieder "Antwort" auf Rufen. Dieses Mal hörte es auch ein weiterer Nachbar und konnte die Richtung genauso wenig ausmachen wie ich. Nur in etwa waren wir uns einig, dass es aus Richtung Osten käme. Also wieder um den Block und an allen Garagen gelauscht und gerufen. Jetzt sprachen mich bereits Leute auf die Suchplakate an und ich sah während dieser Runde wirklich 3 Stellen, wo die Leute vor den Plakaten standen und diese aufmerksam lasen. Wow, sehr gut!

Dann um ca. 11.00 Uhr erster Heulflash - ich war durch.
Tränen gerade getrocknet als das Telefon klingelt.
"Ich glaube, wir haben Ihren Kater gefunden"
Noch sehr verhalten, da viele Leute auf meiner "Klingel-Tour" gerade eine Katze im Garten sitzen hatten - und es war nie mein Kater.
"Ist er komplett grau"?
"Ja, sieht so aus wie auf dem Bild. Er hockt im Dachboden und bewegt sich kein Stück".

Transporttasche geschnappt. Es war das Haus schräg gegenüber im Garten-Komplex. Luftlinie nur ca. 40m. Die aufgeregte, alte Dame blieb an ihrer Wohnungstür, während ich zum Dachboden raufging.

Und da hockte er elendig unter einem kleinen Vorsprung, der noch weiter in den Dachboden geführt hätte. Zuerst ganz still und dann fing er an zu schreien, kam aber nicht freiwillig. Ich habe mehrere Minuten auf ihn einreden müssen, bis er die Holzstiege runterkam. Einfach schnappen wollte ich ihn nicht. Er sollte wissen, dass er ohne Angst auch wieder runtergehen kann.

Dann in der Transporttasche ging die Schreierei weiter, während ich mich überschwenglich bei der alten Dame bedankte. Sie sagte, sie hätte die ganze Zeit überhaupt nichts gehört, sondern wollte einfach ganz normal in den Dachboden, als sie ihn da plötzlich hocken sah. Und sie hätte auch überhaupt nicht gewusst, was sie hätte machen sollen, wenn das Plakat nicht draußen gehangen hätte mit meiner Telefonnummer. Wen hätte sie anrufen sollen? Da man unser Tierheim hier wirklich vergessen kann, werde ich ihr später mit einem Blumenstrauß auch nochmal die Tasso-Notrufnummer geben.

Zuhause hat Luka sich erst mal den Bauch vollgeschlagen und wollte dann raus. :eek:
Durfte er auch, aber unter strikter Personenbegleitung. Es hielt auch nicht lange an. Er ist nicht auf Streifzug gegangen, sondern schläft jetzt schon seit 2 Stunden mit seinem Bruder im Arm hier neben mir.
Gott, was bin ich froh.

Das Haus, in dem eingesperrt war, liegt übrigens im Westen und, wie gesagt, schräg gegenüber. Nix mit Osten, wie ich und der Nachbar dachten. Und was wir mit gespitzten Ohren hörten, hörten die Leute im Haus selber nicht. Reingekommen ist er übrigens über 2 sehr hohe Mauern. Die Hoftür muss kurzfristig offen gestanden haben.

Mein Fazit:

Man darf sich niemals auf die Aussagen der Hausbewohner verlassen, dass ein Zugang gar nicht möglich sei oder sie das Jammern ja erst recht gehört hätten, wenn die Katze irgendwo im Haus wäre. Theoretisch war mir das auch vorher schon klar, aber jetzt hat die eigene Erfahrung es nochmal richtig deutlich gemacht. Die Leute meinen es auch überhaupt nicht böse - kennen sich eben nur mit Katzen nicht so aus. Ich stand auch von der Straße aus vor diesem Haus und habe in der Nacht gerufen und KEINE Antwort bekommen. Geantwortet hat er immer nur, wenn ich vom eigenen Garten aus gerufen habe.
Und zeitnah Plakate aufhängen. Nicht erst 2-3 Tage auf die Tasso-Plakate warten. Die Finder müssen sofort wissen, wen sie kontaktierten können.

Als ich eben alle Plakate wieder abgehangen habe, konnte ich feststellen:
Die Menschen meinen es doch allgemeinhin gut.
Wirklich ganz viele haben mich angesprochen und gefragt, ob ich den Kater wiederhabe und wo er denn war und dass sie auch schon überall geschaut hätten. Eben kam noch eine junge Frau, deren gebrechlicher Onkel sie schickte, um nachzufragen, ob der Kater wieder daheim sei. Bei diesem alten Herren hatte ich gestern den Garten und Keller abgesucht.

Ich weiß, für ganz Viele ist das hier Peanuts, weil sie schon so lange nach ihren Tieren suchen bzw. ihre Katzen auch sonst öfter mal ein paar Tage unterwegs sind. Aber für mich waren diese 20 Stunden die Hölle; ganz genau zu wissen, es ist etwas passiert und nicht helfen zu können, weil ich an den Kater nicht rankomme. Ich wusste ja auch nicht, ob er eingesperrt ist oder verletzt irgendwo im Dickicht liegt. Hier ist alles teilweise so unzugänglich und diverse Gärten total verwildert, und mit hohen Mauern umschlossen, dass man keine Chance hat, wirklich diesen gesamten Garten-Komplex komplett abzusuchen.

Ich wünsche allen, die noch nach ihren Tieren suchen, ein genauso glückliches Ende!
 
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Erfahrener Benutzer
Mitglied seit
30 September 2014
Beiträge
714
Ort
Wunderland
Freu,freu daß dein Kater wieder da ist.:omg:
Da fällt einem doch ein ganzes Gebirge vom Herzen und der Seele.
Und wie du schon hier andeutest.Man darf nicht aufgeben zu suchen und Aktivitäten einstellen.Oft genug lohnt es sich.
 
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