Lähmung durch Kaliummangel?

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
K

korn

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29. Juli 2017
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Hallo,

ich bin neu im Forum und wende mich auch gleich mit folgendem Problem an euch:

Erstmal kurz ein Steckbrief zu meiner Katze:
- Name: reina (span. für Königin - weil sie sich so benimmt :D)
- Alter: ca. 15 (mit 1-2 Jahren zugelaufen)
- Gewicht: ~ 6000 gramm (ja, etwas übergewichtig)
- Revier: war bis vor 4 Jahren Freigängerin, jetzt (wegen Umzug) nur noch Wohnungskatze leider

Vorfall:
Vor rund 3 Wochen kam ich sehr spät nach Hause und sie lag auf dem Bett. Ich merkte sofort dass etwas nicht stimmt - ihr Blick war leer, sie wirkte sehr apathisch, steif und verkrampft, ihre Hinterpfoten und ihre rechte Vorderpfoten waren absolut kraftlos, sie konnte sich nicht auf den Beinen halten. Ich habe sie sofort in die Tierklinik gebracht und dort blieb sie auch 2 Tage (wegen langsamer Kaliuminfusion, s. unten) und wurde umfassend untersucht (EKG, Röntgen, Blutblid, etc.).

Hier der Bericht der TA:
-Anamnese: hat heute Nachmittag 1x rötlich-bräunlich erbrochen, zeigt Apathie, belastet rechte Vordergliedmaße nicht.
-Allg.U: 38,3° Temp., Allgemeinbefinden deutlich reduziert/apathisch, Abdomen weich, speichelt, ataktisches Gangbild mit leichter Neigung nach rechts
Neurologische U:
- Kopfnervenfunktion: o.b.B.
- Haltungs- und Stellreaktionen: Stellreflex vorne rechts fehlt, hinten rechts ebenfalls ggr. verzögerter Stellreflex, restl. o.b.B.
-Spinale Reflexe: o.b.B.
-Sensibilität: erhalten, Tiefenschmerz rechte Vordergliedmaße und Hintergliedmaße erhalten, keine Hyperästhesie

-Röntgendiagnostik: Thorax, Abdomen, Wirbelsäule, rechte Vordergliedmaßeà keine Auffälligkeiten, VHS in der Norm

-Blutuntersuchung: Hypokaliämie, beginnende Hyperthyreose

-Ultraschall: ggr. hypertrophe Kardiomyopathie (6,9mm) (Referenzbereich bis 6,4mm), kein Hinweis auf Mitral-bzw. Trikuspidalklappeninsuffizienz, keine Vorhofvergrößerung, gute Kontraktilität


Therapie: Infusionen (Kalium), Antiemetikum, ACE-Hemmer, Schmerzmittel/Entzündungshemmer, Antibiose
(Wenn gewünscht kann ich auch die Blutwerte posten. Diese waren aber lt. TA unaufällig bis auf den Kaliummangel und die latente Schilddrüsenüberfunktion. Keine Entzündungszeichen, Nieren i. O., Blutzucker i. O. (oberer Rand), etc.)

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Problem
Meine Katze hat zwar erbrochen, dass ist bei ihr aber nicht so ungewöhnlich, denn sie hat einen empfindlichen Magen. Wenn das Nassfutter ein paar Stunden alt ist kann das schon mal passieren und von 1x Erbrechen solche Folgen? Eine Vergiftung (laut TA möglich) ist ausgeschlossen. Sie hatte auch keinen Durchfall.
Des Weiteren hat sich die Situation mit den "Stellreflex" verbessert, sie kann stehen / gehen / springen - aber sie ist noch deutlich eingeschränkt. Wenn sie schnell läuft, bewegen sich ihre Hinterpfoten wie bei einem Frosch zur Seite. Sie rutscht vorne mit der rechten Pfote ab und zu weg. Und sie ist viel viel ruhiger geworden, springt nur noch kleine Höhen (z.B. auf das Bett), spielt nicht mehr. Auch miaut sie kaum noch (vorher ziemlich viel).
Was interessant ist, aber von der TA nicht beachtet wurde: Sie hat in der Zeit vorher viele Haare verloren und auch ordentlich an Gewicht (von 6.1kg auf 5.2kg - mittlerweile gehen wir wieder auf die 6kg zu). Sie hat beim Spielen z.T. enorm nach Luft geschnappt. Zwei mal hat sie beim Spielen (nicht übermßig wild) sogar erbrochen. Hinzuzufügen sei noch, dass sie trotz Anti Allergie Spritzen der Haus-TA kahle Stellen hatte, auch eine Anti Pilz Salbe brachte keine Verbesserung.

Ratlosigkeit
All das habe ich unserer Haus-TA erzählt (die auch alle Berichte der Klinik hat), die wusste aber keinen Rat und auch keine weiterführende Untersuchtung (ausgenommen einem CT, was sie aber für übertrieben hält).
Weiß jemand einen Rat? Meine Katze tut mir richtig leid, vor allem die Ungewissheit was es denn sein könnte.


Liebe Grüße:)
 
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Maiglöckchen

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Hallo Korn,

was heißt denn "latente Schilddrüsenüberfunktion?" Wie sieht der T4 aus, gab es eine Tastuntersuchung der Schilddrüse? Und wie wird die Überfunktion behandelt? Woher weiß man, dass die Überfunktion beginnend ist?

Beim Menschen gibt es so was wie eine thyreotoxische Lähmung verbunden mit Kaliummangel (kannst ja mal googlen, ob das von den Symptomen her passen könnte). Wie das bei Katzen aussieht weiß ich nicht, mir ist so was bislang noch nicht untergekommen, aber das muss nichts heißen.

Die geringgradige HCM zumindest kann Folge der SDÜ sein, das ist eine bei Katzen sehr häufige Begleiterscheinung.

Und viele Symptome, die Du beschreibst, wie der Haarausfall, die Gewichtsabnahme, das Hecheln, passen ebenfalls dazu, auch das rötlich-braune Erbrechen.

Ihr wart ja offenbar schon vor dieser Krise bei der Haustierärztin, aber ein Blutbild (ein Geriatrie-Profil) wurde dabei nicht gemacht?
 
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