Kratzen an den Wänden

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kermitchen

kermitchen

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Hallo ihr Lieben,

ich bräuchte mal wieder einen Rat :)

Kurz zu unserer Geschichte: Ich habe zwei Kater (Whity und Rocky), beide Kastriert. Whity lebt jetzt schon 2,5 Jahre bei mir und ist ca. 8 Jahre alt, Rocky lebt seit knapp einem Jahr bei mir und ist auch um die 8 Jahre, beide sind aus dem Tierheim, nach anfänglichen Problemen verstehen sie sich soweit ganz gut, es ist keine große Liebe, aber sie akzeptieren den anderen.

Rocky ist mein Problemkind. Er wurde früher von Familie zu Familie geschoben und konnte niemandem richtig vertrauen, ich konnte ihn anfangs nicht richtig anfassen, tragen schon gar nicht, streicheln fand er gut, aber er hat immer wieder vor Angst gezwickt. Das hat sich alles gelegt und er ist der Größte Schmuser.

Jetzt zum eigentlichen Problem: Rocky kratzte von Anfang an an den Wänden. Nicht nur an Ecken, sondern auch auf der freien Fläche, auch von der höchsten Plattform des Kratzbaums aus. Er kratzt auch nicht nur an Tapeten, er geht sogar an gespachtelte Flächen ran. Mittlerweile ist es weniger geworden, aber es hat noch nicht ganz aufgehört.
Ich hab die Stellen schon mit Alufolie abgedeckt, dann hat er sich neue gesucht, Wasserpistole hat gar nicht geholfen und fand ich auch nicht schön, an den Kratzbaum setzen funktioniert nicht denn er kratzt dann dort einfach nicht.
Ich kann auch keinen Auslöser erkennen. Protest kann ich ausschließen, Langeweile auch.
Wir haben hier zwei Kratzbäume aus unterschiedlichen Sisalmaterialien, vier Kratzbretter an der Wand, ein Pappkratzbrett das mal hier und mal da liegt.
Rocky benutzt alle Kratzstellen regelmäßig, wenn auch nur sehr kurz und nicht richtig ausgiebig. Seine Krallen sind ein bisschen zu lang, sie klackern vereinzelt weil er sie nicht so richtig abknabbert, selbst schneiden kann ich sie nicht, er lässt niemanden an seine Pfoten ran, das muss ich beim Tierarzt erledigen in ca. 3 Wochen.

Vielleicht habt ihr noch irgendwelche Ideen? Ich wäre euch jedenfalls sehr dankbar.
 
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Catma

Gast
Dein Rocky war anfangs recht ängstlich etc, du sagst er blüht in jeder Hinsicht immer mehr auf, das ist schön :)
Bei meinem Orlando war das ähnlich. Er hat auch anfangs recht viel markiert.
Übermäßiges markieren kann auch ein Zeichen von Unsicherheit sein.

Solche Katzen kratzen nicht nur an vielen Stellen, sie wollen auch, dass es deutlich sichtbar ist.

Er ist ja bereits selbstsicherer geworden, dann wird das auch noch weiter nachlassen.
Bis dahin biete ihm so viele Kratzstellen wie möglich an, am besten dort wo er sowieso bereits kratzt - und an den "wichtigen Punkten" - zB an den Lieblingsschlafplätzen (sie kratzen gern direkt nach dem Aufwachen) oder so dass er auf den Wegen zum Futter/zum Klo "im vorbeigehen" kratzen kann.
Am besten wären Kratzstellen, bei denen man die Kratzspuren deutlich sieht, zB Kratzobjekte aus Wellpappe.
Ok, das sieht nicht so schön aus, aber wenn die Fetzen schön fliegen und du das nicht gleich wegfegst bzw die Pappe schön deutliche Kratzspuren aufweist :rolleyes: ;) ist der Zweck erfüllt.

Mach mit ihm auch regelmäßige Spielstunden, in denen sein Selbsbewusstsein gestärkt wird :)
 
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kermitchen

kermitchen

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Hallo Catma,

danke für deine Antwort. So ein Kratzbrett aus Wellpappe habe ich hier, nur das ist seltsamer Weise die Kratzmöglichkeit, an die er am wenigsten ran geht.

Es ist auch schon passiert dass ich ihn durchs Spielen völlig ausgepowert habe, er hatte keine Lust mehr und der nächste Weg geht an den Kratzbaum vorbei zu Wand...

Hast du irgendwelche Tips mit welchen Spielen sein Selbstbewusstsein gestärkt wird? Ich werfe oft Bällchen, denen rennt er super gerne hinterher, aber mit denen spielt er auch oft selbst. Außerdem steht er auf so nen Laserpointerartigen Fisch. Mit ner Schnur spielt er auch gerne, nur wenn diese von oben kommt hat er noch manchmal Angst und duckt sich, so als wäre er geschlagen worden. Deswegen haben wir das Spiel mit der Schnur auf den Kratzbaum verlagert, da er sich dann dort besser fühlt.
Auf Clickern hat er wenig Lust, bzw. versteht oft nicht was ich will, auch wenn Whity es vormacht. Aber nach fast drei Monaten legt Rocky mir die Pfote ganz, ganz kurz in die Hand. Fummelbretter habe ich auch, aber die kriegen sie eher zur Beschäftigung wenn ich arbeiten gehe.
 
C

Catma

Gast
So ein Kratzbrett aus Wellpappe habe ich hier, nur das ist seltsamer Weise die Kratzmöglichkeit, an die er am wenigsten ran geht.
Verteil einfach ein paar Kratzmöglichkeiten mehr in der gesamten Wohnung, auch welche, bei denen man Kratzspuren gut sehen kann und schau, ob er das gut annimmt :).
Manchmal werden Kratzstellen nicht genutzt, weil sie aus Katzensicht gesehen an der "falschen Stelle" sind.
Es ist auch schon passiert dass ich ihn durchs Spielen völlig ausgepowert habe, er hatte keine Lust mehr und der nächste Weg geht an den Kratzbaum vorbei zu Wand...
Vielleicht ist ihm dieses auspowern auch zu viel?
Wenn du das mit der Angel machst, dann lass ihn nicht nur hinterherjagen, bis er keine Lust mehr dazu hat, sondern benutz die Angel eher als "Beute-Ersatz" so dass das Hinterherrennen nur eine Phase von vielen ist, die sich abwechseln.
Lass ihn erstmal die "Beute" ausgiebig fixieren, anlauern, viele Katzen mögen das einfach gern und das gehört zum Beute-jagen dazu ;) so kann er sein Geschick austesten - lass ihn die "Beute" ein paarmal fangen/entwischen etc und dann kommt eine Phase, in der er ihr etwas länger hinterher sprintet - dann wieder ein paarmal fangen/entwischen lassen - aber wenn er sie sich krallt, dann auch ausgieig mit der Beute spielen lassen.
Nach einer Weile entwischt die "Beute" wieder und das Spiel fängt von vorn an.
So spielt er quasi "Beute-fangen" und erlebt dabei einen Jagderfolg, das hebt sein Selbstbewusstsein.
Wenn du merkst, er dehnt die Phase "mit-der-gefangenen-Beute-spielen" immer länger aus, dann hat er bald genug :)

Im Grunde sind alle Spiele gut, in denen er Erfolge verbuchen kann und viel gelobt wird.

Laserpointer mögen viele Katzen, aber am "ende" fangen sie nichts, das kann frustrierend sein (und der Frust wird dann evtl gleich wieder an der Tapete ausgelassen) - wenn er gern dem Laserpointer nachjagt, dann gib ihm am Spielende ein Leckerli oder irgendein anderes "Erfolgserlebnis" zum Abschluss.
Wenn er dieses "Erfolgserlebnis" nicht annimmt bzw nur noch den Laserpunkt sucht, auf ihn fixiert ist, dann würde ich das mit dem Laser erstmal lassen, das ist am Ende dann nur fustrierend.

Überhaupt, schau immer, dass ein Spiel "positiv beendet" wird und es immer wieder Erfolgserlebnisse und Lob (eher mit Worten/Streichlern als mit Leckerli) gibt.

Wenn du merkst, er hat vor bestimmten Dingen Angst (zb wie vor der Schnur oder evtl laute Geräusche), dann lass das erstmal bzw wandle das Spiel damit um.

Viele weitere Anregungen gibt es hier klickmich
 
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