Krampfanfälle nach Antibiotika oder Tumor?

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
B

bpfi

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11 Juni 2015
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4
Krampfanfälle nach Antibiotika Enrofloxacin oder Tumor?

Hallo,

wir sind unendlich traurig. 10 Min. nachdem ich mich vorhin bei diesem Forum hier angemeldet habe, kam die Nachricht aus der Tierklinik daß unsere Mauzi verstorben ist.
Aber ich möchte trotzdem und gerade deshalb die Geschichte kurz schildern. Mauzi war nun 12 Jahre alt und für uns eigentlich gesund und pudelwohl. Sonntag dann pinkelte sie mehrmals in die Wohnung und gab einen Laut von sich der sich wirklich nach "aua" anhörte. Sie hat immer viel geredet. Sie war reine Wohnungskatze, im Sommer durfte sie dann mal für 30 Min. in den Garten wenn sie Lust hatte. Wir waren immer dabei. Trotz o.g. Pinklerei sprang sie noch quietschfidel Sonntag im Garten rum. Montag war es mit der Pinklerei nicht besser und meine Frau fuhr abends zur Tierärztin. Dort wurde eine Blasenentzündung festgestellt und sie bekam Convenia, Enrofloxacin und Metacam gespritzt. Doch nach guten 4 Stunden trat dann ein Krampfanfall auf, Sie lag auf dem Rücken mit dickem Schwanz und zappelte mit den Beinen wie verrückt. Das dauerte so ca. eine halbe Minute und danach war sie total fertig, wir auch.
Ich hab dann gleich die nächste Tierklinik kontaktiert und fuhr Mitternacht schleunigst dort hin. Sie wurde auch sofort stationär aufgenommen und ich fuhr nach Hause.
Am Morgen und Nachmittag hatte sie dann wieder einen schweren und leichten Krampfanfall und wurde mit Diazepam ruhig gestellt. Nachdem sie auf dem Weg der Besserung schien, telefonierte ich heute wieder mit der Klinik. Der Katze ging es sehr schlecht, sie hatte dauernd Zuckungen und wurde in eine Art künstliches Koma versetzt um dies zu unterdrücken. Doch leider zuckte sie um 21:45 mit den Hinterbeinen nochmals und letztmalig, dann war ihr Leben auf dieser Erde vorbei.
Für mich stellt sich nun die Frage, ob diese Krampfanfälle von den Medikamenten kommen können, wofür ja der zeitliche Abstand von guten 4 Stunden nach der Einnahme bis zum 1. Anfall spricht. Das Medikament Enro..... soll ja nach Auskunft der Tierärztin nach 5 Stunden wirken. Außerdem hab ich im Web nachgeforscht und Nebenwirkungen auf das ZNS in Form von Krämpfen durch Enro... gefunden. Das Mittel soll auch älteren Katzen wegen Erblindungsgefahr nicht gegeben werden. Für mich war das doch etwas fahrlässig.
Die Ärtzin in der Klinik meinte daß es auch ein Hirntumor sein könnte, weil die Anfälle ja schlimmer wurden obwohl Diazepam gegeben wurde und das Enro... ja schon wieder langsam abgebaut würde. Kann auch sein, kann aber auch beides gewesen sein oder eine Verkettung unglücklicher Umstände. Ist jetzt auch leider zu spät. Blasenentzündung müsste es aber auf jeden Fall auch gewesen sein, Fieber war mit 39,5° auch da.
Auf jeden Fall werde ich in Zukunft meinen beiden anderen Katzen kein Enro... mehr spritzen lassen. Ich will hier auch niemanden beschimpfen oder verantwortlich machen, doch aber um etwas mehr Vorsicht bitten.

Habt Ihr schon mal ähnliche Erfahrungen gemacht?
Traurige Nacht,

Bernd
 
Zuletzt bearbeitet:
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Bea

Bea

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29.469
Hallo Bernd,

erstmal mein Beileid.:(

Grundsätzlich können jegliche Medikamente auch schwerere Nebenwirkungen haben. Hinzu können noch Unverträglichkeiten kommen.

Zunächst mal verstehe nicht, weshalb zwei verschiedene Antiobiotika gleichzeitig gegeben wurden.

Zu Enrofloxacin:

"Bei einigen Tieren wurden Empfindlichkeitsreaktionen und ZNS-Symptome beobachtet. Chinolone dringen schnell durch die Bluthirnschranke und binden an die γ-Aminobuttersäurerezeptoren (GABA) im Gehirn. Sie hemmen so den Neurotransmitter, wodurch es zu Krämpfen kommt. Dies kann mit Diazepam therapiert werden (Plumb 1999; Bertone 2000)."

Quelle:
http://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?wir/00009310/6606_08.htm?wir/00009310/6606_00.htm
Hier Enrofloxacin - unerwünschte Wirkungen.

Wesentlich heikler sehe ich da Convenia als Langzeit-AB, welches bis zu 65 Tage braucht um vom Körper vollständig abgebaut zu werden.
Fraglich, ob hier Diazepam als Gegenmaßnahme greifen kann.:confused:

"FOREIGN MARKET EXPERIENCE: The following adverse events were reported voluntarily during post-approval use of the product in dogs and cats in foreign markets: death, tremors/ataxia, seizures, anaphylaxis, acute pulmonary edema, facial edema, injection site reactions
(alopecia, scabs, necrosis, and erythema), hemolytic anemia, salivation, pruritus, lethargy, vomiting, diarrhea, and inappetance."

Quelle:
https://www.zoetisus.com/products/convenia/documents/Convenia_PI.pdf
 
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