Kleine Katze traumatisiert? Rat

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caromiri

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Hallo,

ich bin neu hier im Katzenforum und auch eine neue Katzenhalterin (mein Mann hingegen ist mit Katzen aufgewachsen).

Ich brauechte Rat. Wir haben im Urlaub eine kleine Katze gefunden, ca 5 Wochen alt, die von der Mutter allein gelassen wurde (die Mutter spielte mit ihren anderen Kaetzchen ein paar Meter weiter in den Bueschen). Ich nehme an, dass sie wegen ihrer Augenkrankheit verstossen wurde? Sie war recht ausgemagert, hatte Floehe, verklebte Augen etc etc. Ich habe sie dann ,nachdem ich ca dreimal fuer Besorgungen an ihr vorbeigegangen bin, zum Tierarzt gebracht (sie kam zweimal wieder aus den Bueschen heraus nachdem eine aeltere Dame sie dorthin zurueckgesetzt hatte), und mir war klar, dass ich dadurch eine Verantwortung uebernehme. Bon, aber ich habe es eben nicht uebers Herz gebracht, sie dort alleine sterben zu lassen.

Wir haben sie dann eine Woche bei uns in der Ferienwohnung auf dem Balkon gehalten (mit Schiebetuer), da der Tierarzt keinen Platz hatte, und ich nehme an, dass sie genug streunende Katzenanfragen haben. Keine Sorge, wir haben viel mit ihr gespielt und sie ins Haus gelassen wenn wir zuhause waren. Sie war sehr sehr umgaenglich, liebte es gestreichelt zu werden (sehr untypisch? Da sie ja eigentlich eine Strassenkatze war) und war von Anfang an 100%reinlich. Auch die vielen Tierarztbesuche waren kein Problem, sie hat sich nie beschwert. Natuerlich hatte sie auch ihre wilderen Phasen, aber alles in allem war sie ein Katzentraum. Da sie noch zu klein zum Reisen war, mussten wir sie ca 6 Wochen beim dortigen Tierarzt lassen, der alle ihre Reisedokumente vorbereitet hatte inkl Impfungen etc. Nachdem sie negativ auf Krankheiten getestet wurde, kam sie anscheinend in ein Katzenhaus. Ich hatte die ganze Zeit ein mulmiges Gefuehl, aber wir mussten natuerlich zurueck und konnten nicht 6 Wochen lang urlauben. Die ganze Zeit wurde uns gesagt, es sei alles kein Problem etc. Gut, nun ist mein Mann diese Woche zurueck um zu sehen, was eigentlich vor sich geht, da die Informationen recht spaerlich und widerspruechlich waren. Er hat sie abgeholt, aber der Tierarzt wollte nicht, dass er das Katzenhaus sieht, also wartete er in der Praxis. Die erste Ueberraschung war, dass sie anscheinend den Ringwurm hat, der uns auch als "kein Problem" verkauft wurde (und nach Ruecksprache mit dem hiesigen Tierarzt sind wir uns bewusst, dass es alles andere als "kein Problem" ist...). Die zweite war, dass sie total veraengstigt war und extrem anhaenglich, was momentan wegen der Infektion ein echtes Problem ist, da mein Mann sie nicht ueberall hinlassen kann, ihr wie verrueckt hinterherwischt und sich die ganze Zeit desinfizieren muss. War sie vorher immer ohne Murren auf dem Balkon, will sie nun partout nicht dorthin. D.h sie ist noch verkuschelt etc aber man merkt, dass in den letzten Wochen etwas vorgefallen sein muss, weil sie zuvor sehr selbstbewusst und pflegeleicht war, und nun teils sehr veraengstlich, teils sehr anhaenglich. Letzte Nacht hat sie die ganze Nacht miaut, was sie in der ersten Woche in der wir uns um sie gekuemmert haben, nie gemacht hat. Man merkt, dass sie noch die selbe Katze ist, andererseits scheint sie traumatisiert zu sein. Nach Eurer Erfahrung, denk ihr ,dass sie sich wieder "ent-traumatisieren" laesst?

Mein Mann ist schon recht verzweifelt, weil er die ganze Nacht kein Auge zugetan hat. Und wenn sie nun zu uns kommt, weiss ich nicht, ob wir sie in Quarantaene in einem Zimmer halten koennen, da sie eben nicht alleine gelassen werden will sondern sich immer an seinen Beinen reibt und das natuerlich nicht Ideal ist... seufz. Ich habe auch schon an das Gartenhaeuschen als Quarantaene gedacht, aber dann waere sie komplett nachts alleine.

Wuerd mich freuen, falls jemand von euch Ratschlaege hat, wie wir ihr helfen koennen, oder ob ihr schon aehnliche Erfahrungen gemacht habt? Sicher hat sie auch miaut, weil sie eben krank ist...aber ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Charakterwandlung und neue Unsicherheiten nicht von nirgendwo kommen. Sie war vorher eben nicht so verunsichert. Sie schaut zB immer zurueck um sich zu versichern, dass mein Mann auch wirklich da ist und sobald er sich bewegt oder geht kommt sie gleich wieder zurueck, hoert auf zu spielen, zu essen...

Vielen Dank an Euch!
 
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nicker

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Klein-Sibirien
Hallo,

ich bin neu hier im Katzenforum und auch eine neue Katzenhalterin (mein Mann hingegen ist mit Katzen aufgewachsen).

Ich brauechte Rat. Wir haben im Urlaub eine kleine Katze gefunden, ca 5 Wochen alt, die von der Mutter allein gelassen wurde (die Mutter spielte mit ihren anderen Kaetzchen ein paar Meter weiter in den Bueschen). Ich nehme an, dass sie wegen ihrer Augenkrankheit verstossen wurde? Sie war recht ausgemagert, hatte Floehe, verklebte Augen etc etc. Ich habe sie dann ,nachdem ich ca dreimal fuer Besorgungen an ihr vorbeigegangen bin, zum Tierarzt gebracht (sie kam zweimal wieder aus den Bueschen heraus nachdem eine aeltere Dame sie dorthin zurueckgesetzt hatte), und mir war klar, dass ich dadurch eine Verantwortung uebernehme. Bon, aber ich habe es eben nicht uebers Herz gebracht, sie dort alleine sterben zu lassen.

Wir haben sie dann eine Woche bei uns in der Ferienwohnung auf dem Balkon gehalten (mit Schiebetuer), da der Tierarzt keinen Platz hatte, und ich nehme an, dass sie genug streunende Katzenanfragen haben. Keine Sorge, wir haben viel mit ihr gespielt und sie ins Haus gelassen wenn wir zuhause waren. Sie war sehr sehr umgaenglich, liebte es gestreichelt zu werden (sehr untypisch? Da sie ja eigentlich eine Strassenkatze war) und war von Anfang an 100%reinlich. Auch die vielen Tierarztbesuche waren kein Problem, sie hat sich nie beschwert. Natuerlich hatte sie auch ihre wilderen Phasen, aber alles in allem war sie ein Katzentraum. Da sie noch zu klein zum Reisen war, mussten wir sie ca 6 Wochen beim dortigen Tierarzt lassen, der alle ihre Reisedokumente vorbereitet hatte inkl Impfungen etc. Nachdem sie negativ auf Krankheiten getestet wurde, kam sie anscheinend in ein Katzenhaus. Ich hatte die ganze Zeit ein mulmiges Gefuehl, aber wir mussten natuerlich zurueck und konnten nicht 6 Wochen lang urlauben. Die ganze Zeit wurde uns gesagt, es sei alles kein Problem etc. Gut, nun ist mein Mann diese Woche zurueck um zu sehen, was eigentlich vor sich geht, da die Informationen recht spaerlich und widerspruechlich waren. Er hat sie abgeholt, aber der Tierarzt wollte nicht, dass er das Katzenhaus sieht, also wartete er in der Praxis. Die erste Ueberraschung war, dass sie anscheinend den Ringwurm hat, der uns auch als "kein Problem" verkauft wurde (und nach Ruecksprache mit dem hiesigen Tierarzt sind wir uns bewusst, dass es alles andere als "kein Problem" ist...). Die zweite war, dass sie total veraengstigt war und extrem anhaenglich, was momentan wegen der Infektion ein echtes Problem ist, da mein Mann sie nicht ueberall hinlassen kann, ihr wie verrueckt hinterherwischt und sich die ganze Zeit desinfizieren muss. War sie vorher immer ohne Murren auf dem Balkon, will sie nun partout nicht dorthin. D.h sie ist noch verkuschelt etc aber man merkt, dass in den letzten Wochen etwas vorgefallen sein muss, weil sie zuvor sehr selbstbewusst und pflegeleicht war, und nun teils sehr veraengstlich, teils sehr anhaenglich. Letzte Nacht hat sie die ganze Nacht miaut, was sie in der ersten Woche in der wir uns um sie gekuemmert haben, nie gemacht hat. Man merkt, dass sie noch die selbe Katze ist, andererseits scheint sie traumatisiert zu sein. Nach Eurer Erfahrung, denk ihr ,dass sie sich wieder "ent-traumatisieren" laesst?

Mein Mann ist schon recht verzweifelt, weil er die ganze Nacht kein Auge zugetan hat. Und wenn sie nun zu uns kommt, weiss ich nicht, ob wir sie in Quarantaene in einem Zimmer halten koennen, da sie eben nicht alleine gelassen werden will sondern sich immer an seinen Beinen reibt und das natuerlich nicht Ideal ist... seufz. Ich habe auch schon an das Gartenhaeuschen als Quarantaene gedacht, aber dann waere sie komplett nachts alleine.

Wuerd mich freuen, falls jemand von euch Ratschlaege hat, wie wir ihr helfen koennen, oder ob ihr schon aehnliche Erfahrungen gemacht habt? Sicher hat sie auch miaut, weil sie eben krank ist...aber ich bin mir ziemlich sicher, dass diese Charakterwandlung und neue Unsicherheiten nicht von nirgendwo kommen. Sie war vorher eben nicht so verunsichert. Sie schaut zB immer zurueck um sich zu versichern, dass mein Mann auch wirklich da ist und sobald er sich bewegt oder geht kommt sie gleich wieder zurueck, hoert auf zu spielen, zu essen...

Vielen Dank an Euch!

Herzlich willkommen hier im Forum!

Wegen der Pilzerkrankung mach doch vorzugsweise einen eigenen Thread auf, soweit dazu Fragen sind.
Hier noch ein Link zum Thema:
Ringwurm

Das Thema "Traumatisierung" ist schwierig zu beantworten.

Zum einen ist durch eure "Rettungsaktion" die kleine Katze viel zu früh von ihrer Mutter getrennt worden. Nur der Umstand, dass die Kleine etwas entfernt von ihrer Mutter und den Geschwistern war, bedeutet ja nicht automatisch, dass sie "verstoßen" worden war!
Dass sie in der Zeit direkt, nachdem ihr sie eingesammelt hattet, auf dem Balkon sehr anhänglich war, wird damit zu tun haben, dass sie einfach auch Körperkontakt gesucht hat, den sie nach der abrupten Trennung von ihrer Mama und den Brüdern und Schwestern natürlich extrem vermisst hat.

Beim TA wird sie dann wohl auch wieder Kontakt zu anderen Katzen gehabt haben während der Zeit, wo sie dort in Pflege war und für die Ausreise fertig gemacht wurde.
Jetzt hat sie ein doppeltes Trauma:
Zuerst habt ihr sie von ihrer leiblichen Familie weggenommen, sie eine Woche auf den Balkon eures Hotelzimmers oder Appartments in Einzelhaft gesperrt, dann war sie beim TA in Pflege und offenbar mit anderen Katzen zusammen, so dass sie sich dort sicherlich auch eine Ersatzfamilie gesucht hat, und nun hat sie zum zweiten Mal in ihrem kurzen Leben wieder ihre kätzischen Bezugspersonen verloren, sitzt in Einzelhaft bei euch (in dem Sinne, dass es keine anderen Katzen im Haushalt gibt... jedenfalls schreibst du nichts dazu) und obendrauf in Quarantäne, nur eben in eurer eigenen Wohnung statt im Urlaubsquartier.

Was erwartest du von so einem jungen Tierchen? Dass es euch freudestrahlend um den Hals fällt dafür, dass ihr es viel zu früh von seiner Familie getrennt habt?

Natürlich miaut sie die ganze Zeit: sie vermisst ihre Mitkatzen und hat niemanden Kätzisches, wo sie Schutz suchen und sich ankuscheln kann. Niemand, der ihre Sprache versteht und sie trösten kann (zumal mit dem lästigen Hautpilz).

Eine Quarantäne wegen des Pilzes in einem Wohnraum eurer Wohnung mit Tageslicht und voller Katzenausstattung (Futter, Trinken, mindestens zwei flache Schalen als Toiletten/flache offene Katzenklos, Kratzbaum, Bettchen zum Liegen, Spielzeug, vielleicht ein großer Pappkarton usw.) ist möglich, aber bitte schafft euchbald ein zweites kleines Katzenmädchen an, das etwas älter und sehr gut sozialisiert ist, damit die Kleine Gesellschaft hat und mit einer Kumpeline spielen und kuscheln kann.

Dies natürlich erst dann, wenn der Pilz ausgerottet ist!

edit:
Dass die Kleine in der Zeit, als ihr sie im Urlaub auf den Balkon gesperrt hattet, relativ furchtlos wirkte, wird mit dem Thema Prägephasen zusammenhängen. Genau wie Menschenkinder machen auch kleine Katzen eine Fremdelphase durch, in der sie praktisch lernen, dass Fremde nicht unbedingt gut sind, sondern dass man da auch Angst haben kann. Mit sechs Wochen ist so ein Kleinteil wohl noch nicht in die Fremdelphase gekommen, so dass da noch die klassische kindliche Furchtlosigkeit und Neugier vorhanden ist. Auch wird das Mütterchen bei den Hotelgästen um Futter gebettelt haben, kann ich mir vorstellen, denn ein laktierendes Mütterchen braucht sehr viel Futter, um ordentlich Milch produzieren zu können.
Die Fremdelphase und die Prägung auf den Menschen hat die Kleine im Zweifel im Katzenhaus auf der Pflegestelle durchgemacht. Es mag sein, dass sie dort weniger menschlichen Kontakt hatte als zuvor in ihrer Herkunftsfamilie. Dass es zu Misshandlungen o. ä. gekommen sein muss, wird wohl eher nicht der Fall gewesen sein, denn natürlich muss es sich kein Tierarzt antun, neben seiner Praxis noch eine Katzenpflegestation zu betreiben!
Auch das Vorhandensein einer Pilzinfektion muss nicht automatisch bedeuten, dass sich die Pflegestelle bzw. der Tierarzt unprofessionell oder tierquälerisch verhalten hat. Du schreibst nicht, aus welchem Staat ihr die Katze habt, aber es mag sein, dass in dem betreffenden Land das Thema Pilzinfektion lockerer gesehen wird als hierzulande.... einfach, weil der Tierschutz dort noch in den Kinderschuhen steckt und Streuner mit Ungeziefer, Pilzen usw. eben an der Tagesordnung sind.
Es gibt sie übrigens auch in Deutschland vor der eigenen Haustür, die Streuner mit Ungeziefer jeglicher Art, mit Schnupfen, Pilz und Parasiten... man muss nur mal genau hinschauen....
 
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caromiri

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Hallo,

vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Ich bin mir 99% sicher, dass wir sie nicht von ihrer Familie getrennt haben. Sie war halb tot und im Vergleich zu den Geschwistern krank (verklebte Augen, habe den Namen des Virus vergessen, aber war anscheinend recht gaengig), sehr viel kleiner und abgemagert und neben der befahrenen Strasse, d.h nicht in den Bueschen. Sie muss sicher schon mind. 2 Tage nichts gegessen haben... wir haben auch die Familienzusammenfuehrung probiert, hat aber nicht geklappt. Natuerlich bin ich auch dafuer, dass sie bei ihrer Familie geblieben waere!

Wollte dies nur klarstellen damit sich kein falsches Bild von lustigen Touristen ergibt die aus einer Laune heraus in ihrem Urlaub eine gesunde Katze aus ihrer Familie reissen. So wars definitiv nicht, denn von Urlaub war dann keine Rede mehr. Wir wollten ihr helfen und sie nicht verenden lassen, aber es gab wegen der Ueberpopulation eben niemanden mehr, der sie aufnehmen wollte. Wir hatten es bei zwei Tierheimen versucht...Immerhin haben wir hier ein Haus mit abgesicherten Garten, so dass sie sich hoffentlich wohl fuehlen wird. Und danke wg des Rats einer 2. Katze, ist bereits in Planung.

Danke dir fuer deine Einschaetzung wegen der Praegephase, was hilfreich ist. Mein Mann meinte, dass es ihr heute wieder besser gehe.

Vg

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Das Thema "Traumatisierung" ist schwierig zu beantworten.

Zum einen ist durch eure "Rettungsaktion" die kleine Katze viel zu früh von ihrer Mutter getrennt worden. Nur der Umstand, dass die Kleine etwas entfernt von ihrer Mutter und den Geschwistern war, bedeutet ja nicht automatisch, dass sie "verstoßen" worden war!
Dass sie in der Zeit direkt, nachdem ihr sie eingesammelt hattet, auf dem Balkon sehr anhänglich war, wird damit zu tun haben, dass sie einfach auch Körperkontakt gesucht hat, den sie nach der abrupten Trennung von ihrer Mama und den Brüdern und Schwestern natürlich extrem vermisst hat.

Beim TA wird sie dann wohl auch wieder Kontakt zu anderen Katzen gehabt haben während der Zeit, wo sie dort in Pflege war und für die Ausreise fertig gemacht wurde.
Jetzt hat sie ein doppeltes Trauma:
Zuerst habt ihr sie von ihrer leiblichen Familie weggenommen, sie eine Woche auf den Balkon eures Hotelzimmers oder Appartments in Einzelhaft gesperrt, dann war sie beim TA in Pflege und offenbar mit anderen Katzen zusammen, so dass sie sich dort sicherlich auch eine Ersatzfamilie gesucht hat, und nun hat sie zum zweiten Mal in ihrem kurzen Leben wieder ihre kätzischen Bezugspersonen verloren, sitzt in Einzelhaft bei euch (in dem Sinne, dass es keine anderen Katzen im Haushalt gibt... jedenfalls schreibst du nichts dazu) und obendrauf in Quarantäne, nur eben in eurer eigenen Wohnung statt im Urlaubsquartier.

Was erwartest du von so einem jungen Tierchen? Dass es euch freudestrahlend um den Hals fällt dafür, dass ihr es viel zu früh von seiner Familie getrennt habt?

Natürlich miaut sie die ganze Zeit: sie vermisst ihre Mitkatzen und hat niemanden Kätzisches, wo sie Schutz suchen und sich ankuscheln kann. Niemand, der ihre Sprache versteht und sie trösten kann (zumal mit dem lästigen Hautpilz).

Eine Quarantäne wegen des Pilzes in einem Wohnraum eurer Wohnung mit Tageslicht und voller Katzenausstattung (Futter, Trinken, mindestens zwei flache Schalen als Toiletten/flache offene Katzenklos, Kratzbaum, Bettchen zum Liegen, Spielzeug, vielleicht ein großer Pappkarton usw.) ist möglich, aber bitte schafft euchbald ein zweites kleines Katzenmädchen an, das etwas älter und sehr gut sozialisiert ist, damit die Kleine Gesellschaft hat und mit einer Kumpeline spielen und kuscheln kann.

Dies natürlich erst dann, wenn der Pilz ausgerottet ist!

edit:
Dass die Kleine in der Zeit, als ihr sie im Urlaub auf den Balkon gesperrt hattet, relativ furchtlos wirkte, wird mit dem Thema Prägephasen zusammenhängen. Genau wie Menschenkinder machen auch kleine Katzen eine Fremdelphase durch, in der sie praktisch lernen, dass Fremde nicht unbedingt gut sind, sondern dass man da auch Angst haben kann. Mit sechs Wochen ist so ein Kleinteil wohl noch nicht in die Fremdelphase gekommen, so dass da noch die klassische kindliche Furchtlosigkeit und Neugier vorhanden ist. Auch wird das Mütterchen bei den Hotelgästen um Futter gebettelt haben, kann ich mir vorstellen, denn ein laktierendes Mütterchen braucht sehr viel Futter, um ordentlich Milch produzieren zu können.
Die Fremdelphase und die Prägung auf den Menschen hat die Kleine im Zweifel im Katzenhaus auf der Pflegestelle durchgemacht. Es mag sein, dass sie dort weniger menschlichen Kontakt hatte als zuvor in ihrer Herkunftsfamilie. Dass es zu Misshandlungen o. ä. gekommen sein muss, wird wohl eher nicht der Fall gewesen sein, denn natürlich muss es sich kein Tierarzt antun, neben seiner Praxis noch eine Katzenpflegestation zu betreiben!
Auch das Vorhandensein einer Pilzinfektion muss nicht automatisch bedeuten, dass sich die Pflegestelle bzw. der Tierarzt unprofessionell oder tierquälerisch verhalten hat. Du schreibst nicht, aus welchem Staat ihr die Katze habt, aber es mag sein, dass in dem betreffenden Land das Thema Pilzinfektion lockerer gesehen wird als hierzulande.... einfach, weil der Tierschutz dort noch in den Kinderschuhen steckt und Streuner mit Ungeziefer, Pilzen usw. eben an der Tagesordnung sind.
Es gibt sie übrigens auch in Deutschland vor der eigenen Haustür, die Streuner mit Ungeziefer jeglicher Art, mit Schnupfen, Pilz und Parasiten... man muss nur mal genau hinschauen....
 
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Aykay

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Hi!
Ich habe keinen wirklich hilfreichen Rat für dich aber so besorgt wie du schreibst wird das mit der Eingewöhnung schon klappen sofern ihr eine zweite Katze dazuholt. Die kann ihr ein bisschen helfen zu sich zu finden nachdem sie schon soviel durchgemacht hat.
Die Katze ist eh noch zu klein als das man sagen könnte sie wäre eine Einzelkatze!
Viel Erfolg bei der Behandlung der kleinen und fang doch parallel schon mal an zu gucken wo du eine kleine Katze herkriegen könntest!

LG :)

UPS ich habe überlesen, dass die zweite Katze bereits in Planung ist!
Da sind doch die beeinflussbaren Faktoren schon sehr positiv! Das wird schon! :)
 
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caromiri

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Danke fuer die ermutigenden Worte!


Hi!
Ich habe keinen wirklich hilfreichen Rat für dich aber so besorgt wie du schreibst wird das mit der Eingewöhnung schon klappen sofern ihr eine zweite Katze dazuholt. Die kann ihr ein bisschen helfen zu sich zu finden nachdem sie schon soviel durchgemacht hat.
Die Katze ist eh noch zu klein als das man sagen könnte sie wäre eine Einzelkatze!
Viel Erfolg bei der Behandlung der kleinen und fang doch parallel schon mal an zu gucken wo du eine kleine Katze herkriegen könntest!

LG :)

UPS ich habe überlesen, dass die zweite Katze bereits in Planung ist!
Da sind doch die beeinflussbaren Faktoren schon sehr positiv! Das wird schon! :)
 
CrazyTime

CrazyTime

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Wichtig ist halt, dass eure Kleine nicht mehr ansteckend ist, bevor ihr ein Katzenkind dazu setzt. Optimalerweise sollte die Kumpeline mindestens 12 Wochen mit ihrer Mama und Geschwistern verbracht haben; dann kannst du davon ausgehen dass sie souverän mit Artgenossen umgehen kann; euer kleines Notfellchen kann dann viel von ihr lernen.
Je nachdem was eure Kleine hat, ist es wichtig dass die Neue auch komplett geimpft ist (finde ich ohnehin wichtig, aber in diesem Fall erst recht). Vielleicht magst du ja schon mal Kontakt mit umliegenden Tierheimen, Tierarzt-Praxen oder so aufnehmen. Möglicherweise gibt es bereits eine geeignete Kandidatin, die dann demnächst bei euch einziehen kann.

PS: Ich finde es toll, dass ihr euch gekümmert habt! Möglich, dass es gut gegangen wäre, aber wenn die kleine Fellnase so schwer krank war, hätte sie es kaum geschafft. Mama hin oder her.
 

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