Kleine Geschichte von Newbie-Freigänger-Halter

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stefan_w

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23 Juni 2012
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Hallo ihr! Eine kleine Geschichte aus meiner Sicht als Newbie-Freigänger-Halter (2 Kater, 6 Jahre in der Wohnung, seit einem Monat frei): gestern Nacht, so gegen 1 Uhr, dachte ich mir, ich könnte mich mal wieder etwas bewegen und mit dem Fahrrad ein bisschen durch die Stadt fahren. Ich arbeite von zu Hause aus, und da ich mir die Arbeitszeiten selbst aussuchen kann, und mein Rhythmus z.Zt. sehr verschoben ist (22 Uhr aufwachen, 12 Uhr schlafen - so in der Richtung) kam es eben zu dieser nächtlichen Fahrrad"tour". Weil ich vorher noch etwas spazieren wollte, hab ich das Rad geschoben, und war so 100 Meter von meiner Wohnung entfernt, als ich einfach mal nach rechts in eine Hofeinfahrt schaute, und wen seh ich da um die Ecke biegen? Einen meiner Katerchen! Er sieht mich aus ca. 20 Meter Entfernung, hält an, und steht wie angewurzelt da und guckt nur zu mir. Ich muss lachen, und kann es kaum fassen, dass ich ihn hier "in freier Wildbahn" sehe. Bisher sah ich ihn immer nur auf der angrenzenden Wiese meiner Wohnung rumspringen, und hätte nicht erwartet, ihn wo anders anzutreffen. Ich denk mir: Ok, du willst ja eigentlich Fahrrad fahren, also läufst du einfach mal weiter und tust so als ob du ihn nicht gesehen hättest. Ich laufe also ca. 30 Meter weiter und sehe plötzlich eine komplett schwarze Katze. Da ich ja schon irgendwie interessiert bin, was es hier noch für Katzen in der Umgebung gibt, beobachte ich sie/ihn für ein paar Sekunden. Dann gucke ich aus irgendeinem Grund nach rechts auf die andere Straßenseite und wen sehe ich? Mein Katerchen, wie er mich beobachtet! Er ist also die 30 Meter direkt auf der anderen Straßenseite mitgelaufen, ohne dass ich es gemerkt hätte. Jetzt denk ich mir: wow, wieder 30 Meter weiter von zu Hause weg, und er sieht jetzt nicht so aus als würde er das erste Mal hier sitzen. Klingt wahrscheinlich jetzt für die meisten Freigängerhalter nach nichts besonderem (was sind schon 100, 130 Meter?), aber ich fands total faszinierend. Vor allem, dass er mich aus der "Ferne" erkannt hat, ohne mich zu beschnuppern, und mit Fahrradhelm :) und mir gefolgt ist. Ich dachte mir: ok, er ist von meinen zwei Katern der anhänglichere und gleichzeitig auch nicht der hellste ;), also gehst du mal lieber wieder zu der Hofeinfahrt zurück, denn wenn du jetzt weitergehst oder losfährst, folgt er dir vielleicht. Dort stand ich dann EINE STUNDE lang mit ihm, und hab darauf gewartet, dass irgendwas passiert, idealerweise, dass er nach Hause geht. Passierte aber nicht. Zwischendrin geschmust und ihn beobachtet, wie er, als die schwarze Katze auf der anderen Straßenseite mal vorbeigelaufen ist, direkt über die Straße rüberrennt und sie/ihn beschnuppern will. Sie/er hat ihn aber einfach ignoriert, eine abgebrühte Stadtkatze also. :) Zwischendrin kam dann noch ein Mensch von einem Sicherheitsdienst vorbei, ich wohne hier direkt in der Frankfurter Innenstadt, 200 Meter von den Deutsche Bank-Türmen entfernt, und da fahren hier nachts andauernd irgendwelche Sicherheitsdienste rum. Der Typ musterte mich gaaanz genau und lief sehr sehr langsam an mir vorbei in die Hofeinfahrt, drehte sich um um nochmal nach mir zu schauen - ich schien ihm wohl nicht ganz geheuer. Was macht da auch ein Typ nachts um 02:00 Uhr und steht vor so nem Bürogebäude rum. Meinen Kater hat er gar nicht gesehen. Irgendwann dachte ich mir, ok, es muss was passieren, ich will ja noch Radeln, also bin ich wieder Richtung Wohnung zurückgelaufen, ohne mich umzudrehen und habe Katerchen einfach ignoriert, in der Hoffnung, dass er mit seinem Nachtprogramm weitermacht. Bleibe nach 50 Metern stehen, schau mich um, und wer steht direkt hinter meinem Rad? Na wer wohl. Also gehe ich noch die restlichen 50 Meter bis zum Haus, Kater folgt brav. Stelle Rad ab und gehe zur Haustür. Kater folgt. Ich gehe ins Haus rein, er macht den Anschein als wolle er mit - aber das wollte ich vermeiden, denn sonst denkt er dass das eine weitere Möglichkeit ist, nach Hause zu kommen, und verwirren wollen wir ihn ja nicht. :) In der Wohnung angekommen mache ich mal die Balkontür auf und höre ein MIAAUUUU *wo-bist-du-hin-lass-mich-rein* dass so laut war dass man es eben über das komplette Haus hinüber (6 Stockwerke) gehört hat. "Oh Gott, die Nachbarn!" denke ich mir sofort und eile über den Rasen Richtung Haustür (aus anderer Richtung jetzt), da kommt er mir aber schon entgegen, miaut fröhlich rum und geht dann mit mir zusammen über den normalen Balkon-Weg in die Wohnung. Nach 5 Minuten ist er wieder weg und ich gehe endlich wie geplant ein bisschen radeln. :) Ich glaube als nächstes mache ich mal den Führerschein, hole mir ein Auto und ziehe irgendwie ins Umland in ein Haus, wo es keine direkten Nachbarn gibt, dann können die Kater miauen und brüllen wie sie wollen, ohne dass ich irgendwelche "Beklemmungen" verspüre. :)

Edit: Sehe gerade, gibt ja ein eigenes Unterforum für Geschichten. Mod: ggf. bitte verschieben, danke. :)
 
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