Katzenzusammenführung extrem aggressiv

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Computerheini

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Hi Katzenforum-Menschen,

ich bin hier immer schon stiller Mitleser, hatte aber bisher noch nicht das Problem, dass ich selbst Hilfe gesucht hätte und nichts dazu gefunden habe.

Kurz zu mir und meiner Freundin: Wir sind ein junges Paar und meine Katzen kennen meine Freundin seit sie denken können. Ich habe einen Kater und eine Katze im gleichen alter vor vier Jahren geholt. Die beiden haben einmal Kiddies zusammen bekommen, da ich das Ganze einmal in meinem Leben gerne mitmachen wollte und auch feststand, dass für mindestens 5 ein Abnehmer da ist, dem ich vertraue. Soweit so gut.

Meine beiden Lieben haben dann Kinder bekommen und da war auch der Hany dabei. Hany war immer schon das aufgeweckteste von allen Kids aus diesem Wurf und wurde dann mit 13 Wochen an meine Freundin übergeben. Wir leben immer schon in zwei getrennten Wohnungen, weil wir der Meinung sind, dass man nicht im frischesten Stadium einer Beziehung zusammenziehen muss.

Hany lebt seit zweieinhalb Jahren bei meiner Freundin (Bis eben auf die ersten 12 Wochen).

Nun haben wir den Schluss gefasst, dass wir zusammenziehen. In einer Woche ist es soweit, da muss ich aus meiner Wohnung raus und hab keine Möglichkeit mehr mit meinen Katzen woanders hinzugehen. Nun haben wir gerade die erste Zusammenführung probiert, leider absolut unerfolgreich:

Meinen Kater ins Badezimmer. Meine Katze ins Schlafzimmer. Hanybal in die Küche. Zuerst haben wir Mio und Hany zusammen in ein Zimmer gelassen. Das sah so aus: Mein Kater hat direkt Schiss bekommen, im wahrsten Sinne des Wortes. Mein bester lässt leider Kotklumpen fallen, wenn er richtig unter Stress steht. Hany ist direkt auf ihn losgegangen und da sind wir beim Hauptproblem: In dem Moment, in dem Hany durchdreht, dreht er auch gegen mich und meine Freundin total durch. Ich musste die beiden auseinandernehmen und dabei sind dann sogar Hanys zwei Krallen in meiner Hand stecken geblieben. Als mein Kater wieder hinter verschlossenen Türen stand, fing es richtig an. Ich durfte mich 20 Minuten lang nicht bewegen, mit jeder weiteren Bewegung wurde er aggressiver. Meine Freundin konnte sich das natürlich mehr oder weniger nicht ohne gewisse Hysterie ansehen und ist in Tränen ausgebrochen, weil sie auch ihren eigenen Kater so nicht wieder erkannt hat. Auch auf sie wurde er dann mehr und mehr aggressiv, sodass ich dann nach einer halben Stunde irgendwann meine Freundin aus der Küche "Befreien" konnte, in dem ich ihn wieder auf mich aggressiv machte, in dem ich mich an ihn heranbewegte.

Letztendlich haben wir meine beiden jetzt aus Schock erstmal wieder in meine Wohnung gebracht und sitzen hier natürlich nun ratlos. Abgeben kommt nicht in Frage, wir stehen zu unseren Tieren und tragen die volle Verantwortung. Wir lieben jeweils unsere und auch die gegenseitigen Katzen sehr, das ist natürlich keine Frage.

Vielleicht noch ein paar interessante Dinge zu den Katzencharakteren allgemein:

Mein Kater ist der liebste Kater der Welt. Dümmlich bezeichne ich ihn gerne liebevoll, weil man mit ihm sogar den Boden wischen kann, wenn man das denn möchte. Er hat essen und kuscheln im Kopf, mehr gibt es für ihn nicht. Einziger Haken: Er hat ein Herzproblem. Ich habe ihn damals nicht kastrieren können, weil er laut Tierarzt aus der Narkose wahrscheinlich nicht mehr wieder aufwachen würde. Soweit so gut.

Meine Katze ist nach dem ersten Wurf sterilisiert worden und war davor immer sehr scheu, hatte schwer Vertrauen und wenn überhaupt, dann konnte nur ich selbst mit ihr kuscheln und sie streicheln. Seit der Sterilisation ist sie wie ausgewechselt, sie wurde immer zutraulicher und man merkt, dass es einfach großer Stress für sie war, vor allem mit meinem Kater. Sie ist mittlerweile auch einfach nur anmutig anzusehen und eine richtige Kuscheldiva :D

Nun zu Hanybal, der Problemkatze von meiner Freundin und dem Sohn der beiden: Hanybal war auch mal so wie mein Kater. Einfach nur goldig, süß und hätte keiner Fliege was zu leide getan. Bis zu einem Tag: Seiner Kastration. Danach war Hanybal wie ausgewechselt. Er wurde aggressiv und biss mich teilweise richtig stark, er bekam große Augen wenn er mich sah und hatte seitdem ein Problem mit mir. Vielleicht Eifersucht? Der Geruch meiner Katzen? Ich weiß es bis heute nicht. Meine Freundin ist als seine Besitzerin auch die Bezugsperson Nummer 1 für ihn. Wenn er sich auf einen Schoss setzt, dann nur auf ihren. Wenn er mit jemandem kuschelt, eigentlich nur mit ihr. Und wenn ich ab und zu mit ihm da saß und mal ein paar ruhige Minuten hatte, bekam er auf einmal so etwas wie "Anfälle" - ich weiß nicht wie ich es nennen soll. Er bekommt dann total große Augen, wenn er meine Hände anguckt und beißt dann wie gestört zu und läuft dann panisch weg. Also bei Hanybal ist scheinbar bei der Kastration irgendetwas schief gelaufen, seitdem ist er grundsätzlich aggressiv. Man konnte aber immer mit ihm umgehen, weil man weiß, welche Marotten er hat, und dann streichelt man ihn eben nur hinter dem Kopf, so dass er die Hände nicht sehen kann. Hat immer gut funktioniert. Hanybal lebt alleine, es ist aber immer jemand zuhause, der mit ihm spielt. Entweder meine Freundin oder ihre Mutter oder ich. Spielen war zum Beispiel immer unser Ding. Gespielt haben wir gerne, er apportiert sogar.

Nun sind wir hier an der Stelle angelangt und wissen insoweit, dass wir in sechs Tagen unsere Katzen spätestens wieder zusammensetzen müssen. Was haltet ihr für eine gute Methode? Kann es sein, dass die Katze meiner Freundin einfach allgemein zu aggressiv ist und deswegen gar nicht mit anderen Katzen zusammen leben? Wir hoffen, dass uns jemand hier einen guten Rat geben kann.

Ich danke jedem, der sich überhaupt Zeit für diesen Roman genommen hat und mit konstruktiver Kritik und Vorschlägen zu unserem Projekt beitragen kann. Danke Community <3
 
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Pitufa

Pitufa

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Herzlich Willkommen....

Hany lebt seit zweieinhalb Jahren bei meiner Freundin (Bis eben auf die ersten 12 Wochen).
Katzen dürfen nie einzeln gehalten werden....nie, nie, nie...und Kitten in Einzelhaltung ist ein absolutes No-Go!!!!
Weisst du, warum der Kater deiner Freundin nun agressiv ist? Verhaltenssauffälligkeiten wegen Einzelhaltung!!!!
Ausserdem hat er die Katzensprache verlernt und weiss gar nicht, wie er mit deinen Beiden umgehen soll!
Desweiteren wirft man keine Katzen einfach so zusammen!!
Immer mit Trennung und Gittertüre arbeiten, positive Momente schaffen...
Lies dir mal diesen Thread durch:
https://www.katzen-forum.net/threads/die-langsame-zusammenfuehrung.95613/

Ausserdem gehört dein Kater schon längst kastriert! Was für ein Herzproblem hat er?
Suche dir eine Zweitmeinung bei einem anderen TA.
Man vergesellschaftet keine unkastrierten Tiere.....das geht schief.
 
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BaTaYa

BaTaYa

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Die beiden haben einmal Kiddies zusammen bekommen, da ich das Ganze einmal in meinem Leben gerne mitmachen wollte
Sry… aber allein bei dem Satz pfeift mein Kessel. Ich lasse meine Tochter schwängern, weil ich das mit „Oma“ gerne einmal in meinem Leben mitmachen wollte. Wie kann man Lebewesen so instrumentalisieren? Bin hier raus.
 
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Daannem

Daannem

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Meinen Kater ins Badezimmer. Meine Katze ins Schlafzimmer. Hanybal in die Küche.
Also mal davon abgesehen, dass eure Art der Zusammenführung nach der bescheidenen Einzelhaltung des kleinen absolut Banane war frag ich mich halt auch ernsthaft, warum ihr die Katzen, die sich kennen getrennt habt.
Da ist ja einmal alles falsch gelaufen, was man nur irgendwie falsch machen kann..

ich bin hier immer schon stiller Mitleser
Da frag ich mich halt auch wirklich, was du hier gelesen hast.
 
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Cat_Berlin

Cat_Berlin

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Abgesehen von seinen Verhaltensstörungen aufgrund der Einzelhaltung und dass Ihr sie einfach so auf (teilweise) fremden Terrain "aufeinander geworfen" habt, würde es trotzdem Probleme geben, denn unkastrierte Tiere sind immer ranghöher gestellt als Kastraten.

Also: kastrieren, dann die 6 Wochen warten bis die Hormone abgebaut sind und dann eine laaaaaaaaangsame Zusammenführung mit Gitter. Das kann allerdings Monate dauern.
 
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Azar

Azar

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Nun zu Hanybal, der Problemkatze von meiner Freundin und dem Sohn der beiden

Ich finde den Satz sehr traurig. Keiner der Tiere bei euch ist in dem Sinne eine „Problemkatze“ sondern alles hat mit zu wenig Wissen, Vorplanung usw eurerseits zu tun.

Ich hoffe sehr für euch dass ihr eine Lösung findet.
Eigentlich ist so ein Zusammenzug ja was schönes und auch die Tiere könnten davon profitieren (ich finde es immer toll wenn drei oder vier Katzen zusammen leben können, weil sie so mehr Möglichkeiten untereinander haben was Spielen usw angeht).
Aber das muss bei Katzen immer sorgfältig geplant und durchgeführt werden.
Alles Gute.
 
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So, ich melde mich nun erst, da mich einige eurer Kommentare eher unsicherer gemacht haben, als mir zu helfen. Versteht mich nicht falsch - Ich bin mir all dieser Kritik schon bewusst gewesen und ihr habt das ganze aufgewühlt. Ich weiß, dass es nicht geil ist, "weil man Bock drauf hat" eine Katze schwanger werden zu lassen. Das war mir aber mit 23 leider noch nicht bewusst. Nun sieht die Welt fast zehn Jahre später zum Glück schon besser aus und ich habe auch einiges an Reife hinzugewonnen.

Ich möchte mich hier nicht rechtfertigen, allerdings ist mir eine Sache sehr wichtig: Ich habe meinen Kater nicht nicht kastrieren lassen, weil es mir zu teuer gewesen wäre oder ich keinen Bock drauf gehabt hätte. Aber ich richte mich zu 100% nach den Aussagen meines (jetzt ehemaligen) Tierarztes. Dieser hatte mir damals nach einer Untersuchung meines Katers Mio gesagt, man könne KEINE Kastration durchführen. Er würde aufgrund seines Herzfehlers nicht mehr aus der Narkose aufwachen. Erst ihr im Forum habt mir überhaupt den Denkanstoß gegeben, dass ich mich bei einem anderen, spezialisierten Tierarzt melde. Und siehe da, nicht lachen: Einer meiner Kunden meiner Firma besitzt eine Notfallklinik für Tiere und ist auf Katzenkardiologie spezialisiert. Als ich ihm den Sachverhalt erzählte, meinte er sofort, man könne meinen Mio sehr wohl kastrieren. Das kostet halt das Doppelte und muss mit Sauerstoffzelt-Aufwachraum usw. durchgeführt werden, dass es aber nicht möglich ist, wäre Schwachsinn. Eine Woche später wurde Mio nach Vorbereitung mit Tabletten dann kastriert.

Zum stillen Mitleser: Alles außer Zusammenführungs-Szenarien habe ich hier gelesen :-D

Nichtsdestotrotz haben alle Kommentierenden hier sich die Zeit genommen, mir mehr oder weniger mit unserem Problemchen zu helfen. Daher wollte ich mich mal kurz rückmelden und euch freudige Meldung mitteilen:

Hanybal, Mio und Suki leben mittlerweile seit nun mehr zwei Wochen friedlich zusammen.

Am Tag nach den Kommentaren hier bin ich zum Baumarkt gefahren und habe mir die Teile für eine Gittertür zusammengebaut. Diese habe ich genau an die Maße der Wohnzimmertür (in dem Wohnzimmer lebten Mio und Suki, sprich die zwei zugezogenen Katzen von mir) angepasst. Plan war dann, nach der erfolgreichen Kastration noch eine Woche mit einer normalen Tür zwischen den Parteien zu warten und danach die Gittertür einzubauen. Das Tolle: Die Gittertür war absolut nicht nötig. Hab ich umsonst gebaut. :D

Nach einer Woche beschnuppern und hören über die Glastür habe ich mir gedacht, ich mache es wie viele andere hier im Forum: Einfach mal den Spalt immer weiter in der Türe aufmachen und gucken wie sie sich verhalten. Ein großer Vorteil in dieser Woche - Meine Freundin konnte ihre Hysterie gar nicht auspacken, weil sie eine Woche zu Besuch bei ihrer Familie war. Das heißt ich konnte mich ganz in Ruhe den drei Herrschaften widmen.

Als ich dann nach drei Tagen merkte, dass absolut kein aggressives Verhalten beiderseits mehr vorliegt sondern alle bösartigen Verhaltensweisen schienen Neugier gewichen zu sein. Da wusste ich: Es ist soweit. Ich machte die Tür auf.

Am ersten Tag hielten die drei es 4 Stunden miteinander aus, bis ich sie dann wieder getrennt habe. Jeder bekam Ruhe für sich. Am nächsten Tag das selbe Spiel, nur sechs Stunden. Und am nächsten Tag kam ein Kumpel um mit mir eine Kommode aufzubauen (Auch Katzenbesitzer). Während wir den Schrank aufbauten, guckte ich 2, 3 mal nach den Rabauken. Keiner war zu sehen, alles ruhig. Als ich dann auf dem Weg zum Balkon für die Zigarette war (Schrank endlich fertig puh) erwischte ich die beiden Kater zusammen im Bett, wie sie sich ableckten.

Ab dem Tag ließ ich sie dann einfach miteinander abhängen. Ab und zu fliegen jetzt nochmal die Fetzen, dann gibt es einen Spritzer aus der Wasserflasche und kurzes Gefauche und alle sind ruhig :D

An dieser Stelle möchte ich mich trotzdem bei allen bedanken, die mir hier weiterhelfen wollten. Danke!
 
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JeKiMa

JeKiMa

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Haha, voll der gute Post und dann schreibst du das mit der Wasserflasche 🙈

Kurz und knapp: Glückwunsch zur erfolgreichen Zusammenführung. Aber: Katzen bestraft man nicht. Besser: erwünschtes Verhalten positiv verstärken, d.h. Belohnen.
 
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MitMaske&Sombrero

MitMaske&Sombrero

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  • #10
@Computerheini
Toll, daß du dir die Kritik hier so zu Herzen genommen hast und vieles von den Ratschlägen umgesetzt hast -Chapeau, vor allem auch deine Rückmeldung finde ich stark.
Und das mit der Sprühflasche seh ich jetzt nicht ganz so dramatisch, du hast sie ja nicht als Bestrafung im Einsatz
(das wär sozusagen schwarze Pädagogik vom Feinsten),
sondern du benutzt sie als Showstopper, wenn mal wieder die Fetzen fliegen...einfach um abzulenken und die Luft rauszunehmen.
Ich seh euch auf einem guten Weg, zumal du nach deinen ersten "Anschissen" dich hier nicht beleidigt zurückgezogen sondern was draus gelernt hast!
 
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