Katzenvergesellschaftung fängt nach 2 Monaten an schief zu laufen

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Gundel

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Hallo Katzenfreunde,

leider habe ich allen Grund mich anzumelden, denn: Unsere Katzen fangen an, sich nicht mehr zu verstehen und wir wissen nicht richtig weiter.

Hier die Vorgeschichte:
Lui ist unser ca. 2-3 Jahre alter kastrierter (wahrscheinlich zum Teil Wild-)Kater, den wir dieses Frühjahr durch den Tierschutz vermittelt bekommen haben. Wir sind mindestens die 3. Besitzer (unglaublich bei diesem tollen Kater), sein letztes Zuhause war eine Gärtnerei, die im Sommer abgerissen wurde. Den Besitzern der Gärtnerei wurde Lui "über den Zaun" geworfen - eines Tages war er einfach da und wurde daraufhin gehegt und gepflegt. Er ist extrem auf Menschen bezogen (bei uns gibt er wieder "Babylaute" von sich), eher zurückhaltend und ein sehr in sich ruhendes Tier. Er kuschelt sehr gerne und ist eher einer von der faulen Sorte, spielt aber noch ausgelassen.

Wie wir herausgefunden haben, ist Lui zu sehr auf uns bezogen - wenn wir später nach hause kommen oder gar eine Nacht nicht da sind, dann MUSS er alle viertel Stunde gucken, ob wir wirklich daheim sind.

Da mein Mann und ich beide Vollzeit berufstätig sind und Lui sich als Freigänger draußen (und ab und an im Haus) mit fremden Katzen (nicht Katern) durchaus gut zurecht kommt, haben wir beschlossen, ihm eine Kameradin zu holen.

Ende Juli kam Marie mit 11 Wochen zu uns. Ihre Mutter ist eine Straßenkatze, Marie wurde aber in Gefangenschaft geboren und liebt Menschen über alles. Da ihre Mutter nachrückenden trächtigen Straßenkatzen Platz machen sollte und noch kastriert werden musste, bevor sie wieder freigelassen wurde, konnte Marie nicht länger bei der Mutter bleiben. Die Kleine ist sehr munter, sehr redselig und ein ganz normales Kätzchen.

Zu Anfang haben wir mit getrennten Zimmern gearbeitet und die beiden sich langsam aneinander gewöhnen lassen. Alles verlief ziemlich normal, Marie durfte sogar direkt neben Lui schlafen, sie haben gleichzeitig aus demselben Napf gefressen und draußen zusammen gespielt.

Dann bekam Lui eine langwierige Mandelentzündung, zog sich natürlicherweise zurück und wies Marie ab. Nun ist die Mandelentzündung längst abgeheilt, trotzdem hat sich seine abwehrende Haltung sogar noch verstärkt. Inzwischen knurrt er sie an, sobald er sie sieht oder hört. Backpfeifen setzt es dauernd. Wenn sie irgendwo zuerst ist, dann geht er wieder raus oder verscheucht sie, je nachdem, wie seine Laune ist. Sie darf in seiner Nähe sein, wenn sie keinen Mucks von sich gibt. Das klappt aber sehr selten. Sie hat großen Spaß daran ihn zu jagen, sich an zu pirschen oder ihn einfach zu ärgern. Ständig fordert sie ihn heraus.

Dazu kommt, dass Lui extrem eifersüchtig auf uns Menschen ist und von uns bevorzugt werden muss - ansonsten verhaut er Marie.

Es gibt immer wieder Lichtblicke dazwischen, so dass wir noch nicht aufgegeben haben: Sie fressen beide immer noch gleichzeitig aus einem Napf, Marie hört nicht auf, Lui hinterher zulaufen und ihn zum Spielen aufzufordern, Lui akzeptiert, dass sie dazukommt, wenn er mit uns kuschelt. Zwar muss sie möglichst weit weg, aber sie darf sich dazulegen. Ab und an wird (nur) draußen gespielt, aber schnell ändert sich das zu ernsthafteren Scheuchaktionen durch Lui.

Unsere Maßnahmen bisher:
Lui klar bevorzugen, beide Katzen die gleichen Zeiträume an Aufmerksamkeit zukommen lassen. Die Schlafzimmertür ist inzwischen nachts geschlossen. Homöopathie seit vier Wochen bei beiden, das bringt nur minimale Besserung.

Ich habe recht viel über Felifriend/-way gelesen, bin mir aber nicht sicher, dass das hilft. Zu oft lese ich unterschiedliche Meinungen.

Marie wird in ca. 4 Wochen kastriert, wir hoffen, dass sich dadurch noch alles ein wenig beruhigt.

Dadurch, dass wir beide viel arbeiten, sind die Möglichkeiten intensiver Beschäftigung mit den Katzen recht begrenzt. Hat die Community Ideen/ Tipps, was wir noch unternehmen können, damit die beiden sich wieder besser verstehen? So ist das kein Zustand, beide leiden darunter, dass sie tagsüber alleine sind und Lui ist dauergenervt.

Auf sachkundige Hilfe hoffend,
Gundel
 
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Meiki

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Da das Ganze mit der Mandelentzündung anfing, würde ich jetzt zumindest noch einmal ein Blutbild machen um zu schauen, ob der Infekt tatsächlich weg ist.

Homöopathie ist schon mal ein Ansatz - ich würde aber noch einmal auf die Mittel schauen, da die Wirkung schon deutlicher sein könnte.

Mit Feliway könnt Ihr eigentlich nichts falsch machen - es wirkt oder wirkt nicht.

Bachblüten direkt für Lui halte ich auch für sehr sinnvoll - da könntest Du Ina1964 anschreiben.

Die ein oder andere Katze bevorzugen würde ich nicht. Ich würde schauen, dass die Bedürfnisse beider Katzen befriedigt werden ...

Das das Kleinteilchen (Baby) zu einem erwachsenen Tier (gestandener Kater) gekommen ist, sind deren unterschiedlichen Bedürfnisse eigentlich ja auch deutlich.

Eines darf man übrigens nicht vergessen und Ihr solltet das auch unter diesem Aspekt betrachten: Kitten werden von älteren Katzen auch erzogen. Und das das nicht immer glimpflich abgeht für das Kleinteil ... sieht halt grob aus, ist es aber nicht.

Alles Gute
 
krissi007

krissi007

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Was das Problem ist, hast ja selbst beschrieben. ;)

Lui ist von energiebündel Marie genervt. Marie ist wohl ein normales Kitten, die was erleben und toben möchte und Lui möchte mehr seine Ruhe.

Wenn es passt, dann könnte ein zweites Kitten, in Maries Alter helfen, damit sie sich endlich kittengerecht beschäftigen und Lui mehr rumfaulenzen kann.
Stelle es dir so vor, dass Lui ein ca. 25 jähriger junger Mann ist, der von einer 6-7 jährigen Göre ständig "belästigt" wird - wollen wir spielen? was machst du da? willst du mit mir Fange spielen?....etc. - da platzt halt dem Lui hin und wieder der Kragen, er will kein Kittenkram mehr.
 
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Gundel

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Gesund ist er wieder - das haben wir checken lassen. Unser alter Kater starb an FIP und bei dem fing alles mit einer Entzündung im Maul an. Seitdem lassen wir immer nachsorgen.

Bachlüten kann ich nochmal ausprobieren und beim Feliway guck ich mal.

Über die Situation, in der die beiden sind, bin ich mir klar. Allerdings ist die Grenze von Erziehung und ab und an ein Klapps, weil sie nervt, überschritten. Es geht mehr in die Richtung "Hau ab und komm ja nicht so schnell wieder".

Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich dieses Verhältnis mit Maries Erwachsen werden zurecht wächst, allerdings braucht unsere Kugel (Lui) irgendwas zur Entspannung für die Zeit bis dahin. Es ist angenehmer zwischen den beiden, wenn Marie jagen war und Erfolg hatte (übrigens die erste Katze, die ich kenne, die Spitzmäuse teilweise frisst), dann ist sie ruhiger.

Ein weiteres Kätzchen geht leider nicht - mein Mann wehrt sich mit Händen und Füßen gegen ein weiteres Kätzchen. Ihm ist der eine Irrwisch im Haus schon mehr als genug :sad:. Dem reichts auch mit dem Kittenkram (Marie hat ihm z.B. gestern den Schinken vom Brot gestohlen, weil er zu vertieft in die Zeitung war...)
 
Mikesch1

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Hallo Gundel!

Das ein 2. Kitten die beste Lösung ist, wurde ja schon gesagt.

Das hier erschreckt mich ein wenig:


Marie wird in ca. 4 Wochen kastriert, wir hoffen, dass sich dadurch noch alles ein wenig beruhigt.

Es ist angenehmer zwischen den beiden, wenn Marie jagen war und Erfolg hatte (übrigens die erste Katze, die ich kenne, die Spitzmäuse teilweise frisst), dann ist sie ruhiger.

Ihr lasst Marie unkastriert raus? Und in dem Alter?

Edit: Ihr wißt, dass sie schon geschlechtsreif sein kann, nicht wahr? Und Ihr wißt auch um die Folgen einer so frühen Trächtigkeit - für Katzenmutter und Katzenbabys?
 
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Rakku

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Wie man sonst helfen könnte weiß ich gerade auch nicht.
Man sollte aber nie vergessen, genauso wie manche Menschen sich einfach so nicht leiden können, so kann das auch unter Tieren vorkommen.

Zudem, man sollte kein Kitten zu einer älteren Katze/Kater packen, weil eben genau so etwas passieren kann.

Das Kitten möchte spielen und ist total Energiegeladen und eure "Kugel", ist halt gelassen und möchte seine Ruhe haben und sieht das Kitten einfach als Störenfried.

Ich sehe da Medikamente/Homöo echt nicht als Lösung des Problems.
 
krissi007

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allerdings braucht unsere Kugel (Lui) irgendwas zur Entspannung für die Zeit bis dahin.

Du kannst es auch mit Zylkene für Lui versuchen, wobei ich kein Problem sehe, was mit Mittelchen bekämpft werden müsste. Zylkene würde aber Lui etwas gelassener machen.

Und ja, wie schon geschrieben, Marie sollte definitiv nicht raus, solange sie nicht kastriert ist. Sie ist eigentlich auch noch viel zu jung, kann Gefahren nicht einschätzen. Aber das hängt auch ganz stark von eurer Gegend ab.
 
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Gundel

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@Mikesch: Da wir eine chipgesteuerte Katzenklappe haben, die nicht verhindert, das bestimmte Katzen rausgehen, sondern nur, dass keine fremden hereinkommen, ist es schwierig Marie drin zu behalten und Lui seine Rückzugsmöglichkeit "draußen" zu lassen. Da wir auf dem Land weit ab von Autoverkehr wohnen, ist ungewollte Trächtigkeit die einzige Gefahr. Aber soweit ich weiß, verläuft Rolligkeit selten unbemerkt (dann kann ich sie immer noch einsperren) und zum anderen lässt Lui keine anderen Kater in seinem Revier zu. Da scheint mir die Gefahr einer Trächtigkeit bei einer 5 Monate alten Katze geringer, als die Gefahr, dass zwei Katzen, die sich evtl. nicht leiden können in einem Haus eingesperrt sind und sich nachher noch ernsthaft bekriegen. Über Katzenteeniemütter weiß ich genug, um keine haben zu wollen.

@Rakku: Es soll ja auch nicht die Lösung sein - eher eine Hilfestellung, bis Marie aus dem Gröbsten raus ist.
 
krissi007

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Dann lasse Marie jetzt schon kastrieren, mit 5 Monaten ist es gar kein Problem. Es muss nicht ein Kater zu ihr kommen, sie könnte sich auch auf den Weg machen.
 
Mikesch1

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  • #10
Dann lasse Marie jetzt schon kastrieren, mit 5 Monaten ist es gar kein Problem. Es muss nicht ein Kater zu ihr kommen, sie könnte sich auch auf den Weg machen.

Ja, das würde ich auch machen lassen. Mir wäre es definitiv zu gefährlich.

Und der Tipp von krissi007 mit Zylkene ist nicht verkehrt. Versuche es einfach mal. Schaden kann es nicht.
 
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Gundel

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  • #11
Hab bisher immer gedacht, dass man nicht vor dem 6ten Monat kastieren soll, weil Katzen bei zu früher Kastration angeblich zu Dickleibigkeit neigen. Frühe Fertilitaet ist doch bisher nur bei Rassekatzen bzw in südlichen Ländern bekannt? Hab nun jedenfalls nochmal mit dem TA gesprochen, jetzt wird sie nächste Woche kastiert.

Bachblueten hab ich auch schon besorgt.

Was ist Zylkene? Davon habe ich noch nichts gehört.

Gruss,
Gundel
 
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  • #13
Frühkastration

Also ich bin total für die Frühkastration, habe schon einmal ganz am Anfang ein Problem mit einer Katze gemacht die im 5 Monat Rollig wurde. Aus dem TH geholt, alles bis auf ein Dachfenster (auf kleinster Stufe festgestellt) dicht gemacht und trotzdem war sie schwupp wupp weg und ist trächtig wiedergekommen. Der TA meinte nur es wäre ja eh besser wenn sie einen Wurf gehabt hätte :sad: . Die arme war völlig überfordert, die Kitten auch später nie richtig sauber (haben das Katzenklo nie von der Mutter gezeigt bekommen) und ich als totaler Anfänger hatte keine Ahnung und hab mich auf besagten TA verlassen der meinte das die Kätzin das schon regelt!?

Heute habe ich zwei Katzen und einen Kater. Die ältere Katze (jetzt 3 Jahre) war schon Kastriert als sie aus dem TH zu mir kam, ihre Tochter wurde mit 5 Monaten Kastriert und der Kater wurde schon von Züchter Frühkastriert. Was mir sehr entgegen kam da die ältere ihre eigene Tochter nach der Kastration erstmal drei Tage total abgelehnt (angefaucht und verhauen hat). Der Kater nimmt weder unnatürlich zu noch bleibt er klein.
In Amerika gibt es wohl schon Studien zur Frükastration, die auch durchweg positiv sind.
Ich denke das ein Kitten halt so um die zwei Kilo wiegen sollte damit der Nahrungsentzug vor OP und die Narkose selbst gut verdaut werden können.

P.S.: Wir hatten zur Zusammenführung den Feliway Stecker im Einsatz. Ging völlig problemlos. Der Kater wurde ja als Spiel und rauf Kumpel für die kleine geholt, ist vom Grundwesen aber ein ruhiger und sozialer Kater weshalb er sich auch mit der älteren Katze super versteht und unser Team absolut bereichert.
Da Kitten eigentlich eher Überraschungspakete sind hatte ich mich für ein älteres Kitten vom Züchter entschieden und bin total zufrieden mit der Entwicklung.
 

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