Katzenschnupfen

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
N

nurgast

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Hallo,

vor gut einem Jahr ist uns eine Katze zugelaufen, sie wurde in ihrem richtigen Zuhause von ihren Kindern und den dort noch lebenden Katzen nur geärgert.

Ich habe sie dann mit Erlaubnis der Besitzer kastrieren lassen, für mich war das Thema dann eigentlich durch denn ich hatte gehofft, dass sie sich nach der Kastration wieder wohler zuhause fühlt.

Wilma und mein Mann sahen das dann aber doch anders.

Jetzt hat sie schon wieder einen ganz schlimmen Schnupfen, sämtliche Behandlungen (AB's und Interferon, auch Homöopathie) helfen leider immer nur für eine kurze Zeit.

Wir vermuten, dass dahinter eine Calici und/oder Herpesinfektion steckt.

Die anderen Katzen in ihrem Zuhause sehen teilweise wirklich schlimm aus und hören sich auch furchtbar an. Für die meisten Menschen hier auf dem Dorf ist es nicht üblich mit Katzen zum Ta zu gehen. :mad:

Wilma ist Fiv und Leukose negativ.

Ich selbst habe drei chronisch kranke Katzen, die in den letzten Jahren nicht mehr geimpft wurden. Jetzt mache ich mir natürlich ganz große Sorgen um sie.

Mein Mann möchte Wilma am liebsten in's Haus holen, bisher hatte sie nur einen beheizten Raum zur Verfügung.
Ich möchte das nicht, ich weiß, das klingt völlig herzlos :(
Denn wenn es Wilma nach der jetzigen AB Gabe auch wieder besser gehen wird, scheidet sie doch trotzdem noch diese Viren aus oder liege ich da völlig falsch ?
Sie bekommt seit heute früh Nicilan 40mg/10mg. Ist das in Ordnung ?
Ich kenne mich mit Katzenschnupfen überhaupt nicht aus.

Würde mich sehr über Eure Hilfe freuen.

Viele Grüße
 
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FrauFreitag

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du solltest dich grundlegend über katzenschnupfen informieren.

siehe z.b. wiki:
"Katzenschnupfen ist eine Sammelbezeichnung für ansteckende Erkrankungen der Atemwege und der Schleimhäute des Kopfes bei Katzen. Synonym verwendet werden die Bezeichnungen infektiöse Katzenrhinitis, Katzenpneumonitis, cat flu und Rhinotracheitis infectiosa felis.

Es handelt sich hierbei also um einen Symptomkomplex, der durch unterschiedliche Erreger hervorgerufen wird, und Nase, Maulhöhle und Augen betrifft. Beteiligte Erreger sind verschiedene Viren (Herpes- und Caliciviren) und Bakterien (Chlamydien, Bordetellen und Mykoplasmen). Da die Erreger sich gegenseitig begünstigen und damit parallel auftreten können und Behandlung und Bekämpfung dieser Erkrankungen etliche Gemeinsamkeiten aufweisen, ist diese Sammelbezeichnung dennoch berechtigt."

das heißt: so gut wie ALLE atemwegserkrankungen, die viraler und/oder bakterieller natur sind (und nicht z.b. physische ursachen haben), werden von viren/bakterien aus dem katzenschnupfenkomplex ausgelöst! sprich: so gut wie jede erkältung ist eben katzenschnupfen, punkt.

geimpft werden katzen im idealfall nur gegen calici- und herpesviren - das ist die normale katzenschnupfenimpfung. diese verhindert aber weder ansteckung noch ausbruch der krankheit, sie mildert lediglich die krankheitssymptome. nichtsdestotrotz sollte man natürlich dagegen impfen lassen, es ist eine wichtige impfung. von chlamydienimpfungen, die ansonsten angeboten werden (chlamydien sind eine von vier potentiellen bakteriellen erregersorten des ksk - neben mykoplasmen, bordetellen und ferner pasteurellen), wird vor allem in den in impfsachen fortschrittlicheren usa dringlichst abgeraten - absolut mangelhafte wirksamkeit bei hohem risiko von fiesen impfnebenwirkungen.

herpes und calici stellt man im übrigen, wenn überhaupt (es gibt auch falsch-negative tests), NUR bei einem akuten schub fest - kann also sein, dass deine katzen auch virusträger sind und du es nur nicht weißt.

zoonosen, also krankheiten, die vom mensch auf das tier gehen können und umgekehrt, sind nur chlamydien und mykoplasmen. aber auch hier sollte man nicht übertreiben: korrekte hygiene sollte eine ansteckung verhindern. ich selbst habe auch ein tier, das beides schon mehrfach hatte - und es hat sich nie eine andere katze oder ein mensch hier im haushalt angesteckt.

"chronischen" katzenschnupfen in dem sinne gibt es also NICHT.

der katzenschnupfenkomplex, der in verschiedener gestalt auftreten kann und unterschiedliche krankheitsbilder haben kann - die atemwege inklusive nase sowie die augen betreffend -, wird, wie oben erklärt, von VIREN oder BAKTERIEN oder VIREN UND BAKTERIEN ausgelöst. es können also unterschiedliche erregerkombinationen auftreten.

ALLE bakteriellen erreger lassen sich mit der richtigen antibiose bei einer ansonsten gesunden katze im regelfall ohne weitere große probleme elimineren.

bei viren ist es nicht ganz so einfach, weil es gegen viren nicht "das" patentrezept gibt. ABER: im regelfall lässt sich herpes gut behandeln und auch gegen calici ist ein kraut gewachsen, auch wenn es in dem fall manchmal etwas schwieriger werden kann. dafür ist calici auch seltener.
was herpes angeht ist es so - ähnlich wie beim menschen! -, dass, einmal angesteckt, der virus bei vielen katzen (NICHT ALLEN!) lebenslang im körper bleibt, quasi schlafend. das heißt aber nicht, dass er überhaupt zum ausbruch kommen muss (!). und wenn er einmal ausgebrochen ist und der akute schub behandelt wurde, MUSS auch kein weiterer schub mehr vorkommen, lebenslang - es KANN aber natürlich sein... stress, schlechte konstitution etc. können auslöser sein, ganz ähnlich also wie schon erwähnt wie beim menschlichen lippenherpes.

ich sehe ehrlich gesagt kein problem, wilma aufzunehmen und in eure gruppe zu integrieren, sobald sie wieder gesund ist.
 
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FrauFreitag

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nicilan im übrigen halte ich für nicht wahnsinnig geeignet bzw. ziemlich suboptimal bei erkrankungen aus dem katzenschnupfenkomplex.

es beruht auf dem antibiotikum amoxicillin - ein beta-laktam-ab, das deshalb schon mal nicht gegen chlamydien und mykoplasmen wirkt. amoxicillin selbst wirkt nur selten gegen pasteurellen (wegen hoher resistenzen) und gegen bordetellen nur in hoher dosierung - siehe hier.

damit wirkt nicilan gegen zwei von vier möglichen primärerregern GAR NICHT und gegen die zwei weiteren vermutlich nicht.

1. wahl ist das ganz bestimmt nicht, auch nicht 26. ...
doxycyclin oder azithromycin wäre toll gewesen und 1. bzw. 2. wahl - hernach vielleicht veraflox.

wieso wurde im übrigen noch kein abstrich gemacht?
 
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nurgast

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Hallo FrauFreitag,

recht herzlichen Dank für Deine Antwort.

Obwohl ich gerade etwas verwirrt bin. Du schreibst, dass sich bei einer sonst gesunden Katze die Erreger unter AB Gabe leicht eliminieren lassen.
Das ist doch auf meine eigenen Katzen gerichtet oder verstehe ich das jetzt falsch ?
Und ganau da ist das Problem. Ich habe zwei Katzen die hoffentlich im Sommer 17 werden. Beide zuletzt 2009 geimpft gegen Schnupfen und Seuche.
Zu dem Zeitpunkt schienen sie gesund zu sein, jedenfalls sagte das, das Blutbild.

Jetzt hat eine Katze eine SDÜ, eine CNI, eine Leberzirrhose, eine Gallenwegsentzündung (bekommt deswegen noch Prednisolon), hatte insgesamt drei Sarkome, beim Letzten wurde ein Bein amputiert.
Außerdem noch etwas mit dem Herzen und Arthrose usw.
Die andere ältere Katze hat eine Pankreatitis und eine Leberzirrhose, bekommt auch dauerhaft niedrig dosiertes Kortison.
Meine kleine MC hat eine immer wiederkehrende ZFE (hat keine Zähne mehr) und eine PKD. Sie ist nur einmal geimpft worden.

Daher möchte ich gar nicht erst in die Situation kommen müssen, ihnen AB geben zu müssen.
Ich weiss, ich bin ein Feigling :(, kann so gar nicht aus meiner Haut.

Und Wilma hatte in dieser Zeit mindestens drei-oder viermal mit diesem Schnupfen zu tun. Eigentlich gab es immer nur kurze Phasen, in denen ich dachte, jetzt wird es gut.
Soll ich sie in solch einer Phase impfen lassen ? Meine Tä sagte mir etwas von `stumpf´ impfen. Schwächt das den Schnupfen ab ?
Oder kann es dadurch noch schlimmer werden ?

Hier in diesem Buch: http://www.amazon.de/Virusinfektion...801X/ref=sr_1_8?ie=UTF8&qid=1363694826&sr=8-8
hatte ich schon etwas über den Katzenschnupfenkomplex gelesen, da wurde ich ja erst so unsicher.

Viele Grüße
 
F

FrauFreitag

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Und Wilma hatte in dieser Zeit mindestens drei-oder viermal mit diesem Schnupfen zu tun. Eigentlich gab es immer nur kurze Phasen, in denen ich dachte, jetzt wird es gut.
Soll ich sie in solch einer Phase impfen lassen ? Meine Tä sagte mir etwas von `stumpf´ impfen. Schwächt das den Schnupfen ab ?
Oder kann es dadurch noch schlimmer werden ?

ich kann deine sorge mit deinen anderen katzen verstehen.
schon alleine eine vergesellschaftung kann ja immer für trubel sorgen bzw. stress...

trotzdem... ich meine, es sind deine katzen...

allerdings: wenn es hier nur KURZE phasen der "erholung" gab und danach zu rezidiven kam, deutet das ziemlich klar darauf hin, dass nicht richtig behandelt wurde (!). sobald es zu einem rezidiv kommt nach antibiose ist meist die antibiose FALSCH gewesen (wirkstoff, dauer der anwendung, anwendung selbst etc.).

impfen selbst darf man natürlich NICHT bei einer kranken katze. deine ärztin spricht wohl von immun"pushern" wie zylexis, interferon, feliserin oder ähnlichem?

ich würde hier zuerst einmal einen abstrich machen lassen und auf viren und bakterien untersuchen lassen - danach zielgerichtet behandeln.

mit was wurde bisher behandelt?
 
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nurgast

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Das ist mir jetzt wirklich unangenehm, ich hatte gestern Deinen zweiten Beitrag nicht gesehen. Entschuldige bitte.

Ich habe mir jetzt die Mittel notiert, die Du geschrieben hast.
Leider ist meine Tä erst am Freitag wieder da, woanders möchte ich nicht hin, weil ja auch kein anderer Ta sie jemals gesehen hat.

Ein wenig besser scheint der Schnupfen im Moment zu sein.

Wilma war ja bis letztes Jahr eine richtige Hardcore Freigängerin, die meisten Katzen hier im Dorf dürfen nicht in die Häuser :(.
Sobald das Wetter etwas besser ist, ist sie den ganzen Tag auf Trebe, so habe ich das Problem, ihr das AB nicht im zwölf Stundentakt geben zu können.

Ich habe jetzt seit 37 Jahren Katzen, hatte aber noch nie Freigänger (lebte früher in Berlin) das ist ganz schön aufregend:D

Aus diesem Grund bekam sie zweimal Convenia, an die Namen der anderen AB´s kann ich mich leider nicht mehr erinnern aber ich glaube es war etwas mit Amox...
Veraflox hat sie nie bekommen, da bin ich mir ganz sicher.

Sie hat ansonsten Interferon und eine Eigenbluttherapie bekommen, damit ging es ihr eigentlich ganz gut. Bedeutet aber, dass sie zweimal wöchentlich über mehere Wochen zum Ta muss.

Auf einen Abstrich hatte ich meine Tä schon einmal angesprochen, sie meinte, da wären Millionen von Keimen, ja keine Ahnung, ich werde am Freitag noch einmal nachhaken.

Vielen, vielen Dank für Deine Antworten, FrauFreitag. Das ist wirklich toll, wie gut Du Dich mit AB´s auskennst.

Im Moment bändelt man Mann gerade mit einer trächtigen Katze an. Ich bin begeistert :mad:. Da muss ich mich erst schlau machen, wem sie gehört.
Vielleicht kann ich sie ja dann noch rechtzeitig kastrieren lassen.

Viele Grüße
 
F

FrauFreitag

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Aus diesem Grund bekam sie zweimal Convenia, an die Namen der anderen AB´s kann ich mich leider nicht mehr erinnern aber ich glaube es war etwas mit Amox...
Veraflox hat sie nie bekommen, da bin ich mir ganz sicher.

das hatte ich befürchtet.

convenia ist ein cephalosporin 3. generation und gehört der wirkstoffgruppe der beta-laktame an. es wirkt somit wie alle beta-laktame NICHT UND NIE gegen mykoplasmen und chlamydien. und convenia ganz im speziellen wirkt NICHT gegen bordetellen.
sprich: dieses ab wirkte von vorne herein NICHT gegen drei von vier möglichen bakteriellen primärerregern.
es ist alles andere als 1. wahl bei erkrankungen aus dem katzenschnupfenkomplex - das müsste deine tierärztin wissen.

bei amoxicillin liegt es ähnlich - es ist ebenfalls ein beta-laktam, wirkt somit AUCH NICHT UND NIE gegen mykoplasmen und chlamydien, gegen pasteurellen gibt es oft resistenzen bzw. ist die resistenzlage schlecht und gegen bordetellen nützt es, wenn dann, nur in hoher dosierung - siehe hier.

klartext: total suboptimale beziehungsweise falsche antibioseauswahl. kein wunder, dass die krankheit ständig wieder aufkeimt.

Auf einen Abstrich hatte ich meine Tä schon einmal angesprochen, sie meinte, da wären Millionen von Keimen, ja keine Ahnung, ich werde am Freitag noch einmal nachhaken.

standardtierarztantwort. "das bringt doch nichts, zu viele keime, die sich da tummeln" - was für ein blödsinn, sorry. natürlich sind viele keime in der rachenflora vorhanden - aber man sollte als tierarzt eben auch wissen, welche keime bei welcher symptomatik krankheitsauslösend sein können bzw. welche keime behandelt werden müssen. das vorhandensein eines keims heißt nicht notwendigerweise, dass er pathogen sein MUSS - dazu muss man sich eben auskennen bzw. auch wissen, welche keime wo naturaliter vorhanden sein können oder welche an welcher stelle immer krankheitsauslösend sind usw. ...

sinnvoll wäre als allererstes mal ein geeignes ab gewesen - die obigen sind es definitiv NICHT. azithromycin muss täglich gegeben werden, hat aber eine sehr lange vorhaltezeit im organismus - ist vielleicht bei einem streuner dann besser. würdest du das hinbekommen, täglich?

lässt sich wilma ins mäulchen schauen? ist es dort rot, bläschenbildung oder ähnliches? frisst sie gut? tropft ihre nase? wenn ja, - wie (welche farbe)?
 
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nurgast

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Vielen Dank, FrauFreitag, für Deine Mühe.

Also Wilma sieht im Gegensatz zu ihren ehemaligen Katzenkumpels eigentlich noch sehr gut aus. Nun weiß ich nicht in wieweit der Floh-und Wurmbefall der anderen Katzen da eine Rolle spielt.
Ein Auge tränt, meistens ist das nur klarer Ausfluss, vor ein paar Tagen sah es allerdings etwas eitrig aus ( Nickhaut ist nicht vorgefallen) ebenso so der Nasenausfluss. Auch die Atemgeräusche sind ganz unterschiedlich, mal röchelt sie schon ziemlich stark, heute früh aber gar nicht.
Das Zahnfleisch war gerötet, im Moment isst sie so einigermaßen, kommt auch darauf an was es gibt.
Wilma ist ziemlich klein, wiegt aber 3,5 kg

Die Katzen mit denen sie früher zusammenlebte sind fast alle ziemlich dünn, bis auf den dicken Bauch. Die Augen sehen furchtbar aus, ganz rot und getrübt. Die Nickhaut verdeckt das halbe Auge.
Läuft man da über den Hof hört man es aus allen Ecken nur schnaufen :(
Wilma geht dort noch öfter vorbei.

Eine Tablettengabe am Tage wäre sehr gut, das schaffe ich auf alle Fälle.

Ich habe mir das alles für den morgigen Ta Besuch aufgeschrieben.
 
Taskali

Taskali

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Huhu - schön mal wieder von dir zu hören *wink
Nichtschön natürlich die Gründe... das hört sich ja übel an bei dir dort auf der Ecke... :( Wenn ich irgendwie helfen kann sag bescheid ;)

Wegen Wilma: ich hab da sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht mit dem Anstecken. Einerseits habe ich die Erfahrung gemacht, daß eine kranke Gruppe sich untereinander immer wieder "neu"ansteckt und so die Krankheit immer wieder hochgepusht wird und deshalb keine Ruhe reinkommt. Wenn man dann die Tiere "auseinanderzieht", also einzelne Tiere aus der Gruppe holt, dan werden diese viel schneller gesund. Die Chancen, daß Wilma durch das rausziehen aus ihrer kranken Gruppe dann jetzt schneller gesundet sind also gegeben.
Ob sich die anderen der neuen Gruppe dann anstecken hängt sehr vom Einzelfall ab. Ich separiere ja kranke Tiere immer erst, aber mit der Zeit kommt dann doch Stück für Stück ein Kontakt zu meinen zustande, der sich stetig erhöht. Und bisher haben durch diese langsame "Zusammenführung" der Viren und Bakteriencoctails dazu geführt, daß sich weder das kranke Tier bei meinen, noch meine bei den kranken Tieren angesteckt haben. Und ich habe in meiner Gruppe sehr unterschiedliche Varianten - unter anderem auch diverse ehemalige Schnupfenkätzchen (sowohl Herpes als auch Calici) und auch mehrere ältere Tiere (12 und 15).
Das heißt: meine Erfahrung ist, daß auch selbst nicht ganz gesunde Tiee mit dem hinzukommen neuer Viren und Bakterien gut klarkommen, so lang sie davon nicht überschwemmt werden, sondern sozusagen nur "tröpfchenweise" was abbekommen.
Allerdings hängt das eben doch auch sehr mit dem Immunsystem des einzelnen zusammen - obwohl in meiner Gruppe ja vom Grundsatz her viele Tiere mit bei sind, die eigentlich gesundheitlich "angeschlagen" sind durch ihre Herkunft, scheinen sie doch alle ein gutes Immunsystem zu haben.
Gemerkt hatte ich dies bei einem Schnupfenpflegi, der mir in der Gruppe ohne Probleme komplett mitlief, während im neuen zu Hause dann die Bestandtiere heftig mit dem was er mitgebracht hatte zu kämpfen hatten...

Wie also deine Mietzen darauf reagieren würden - ob sie sich anstecken oder nicht - kann also eigentlich niemand sagen - aber meine Erfahrung nach funktioniert ein stückweises näherbringen sehr gut. Was ich auch noch an Überlegung mit einwerfen wollte: du/ihr habt ja eh Kontakt zu Wilma und den anderen draußen und ob du dir nu die Hände wäscht danach oder nicht - an Schuhen, Kleidung usw. bringst du ja eh die Viren und Bakterien ein Stückweit mit rein jeden Tag - von daher kann ich mir durchaus vorstellen, daß deine Mietzen sich eh schon damit auseinandergesetzt haben oder es gerade tun...
 
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nurgast

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  • #10
Huhu Taskali, es ist auch schön von Dir zu hören.

Die Gegend hier ist ein Grauen für mich, viel, viel ländlicher als bei Dir da oben.
Hier in dem Dorf ist nichts.., angeblich gibt es hier 250 Einwohner.
Und hier haben die Menschen eben eine ganz andere Einstellung zu den Tieren.
Da werde ich mich nie dran gewöhnen. Mit der Tä hatte ich schon großes Glück, na gut, was die Auswahl der AB´s für Wilma betrifft, vielleicht nicht.
Sie kennt sich aber sehr gut mit Nierenerkrankungen usw. aus. Sie hatte der Schwarzen auch das Bein abgenommen.

Ich hatte mich ja mit Jens über Wilma unterhalten und auch meine Bedenken geäußert. Du hast natürlich Recht, die Keime schleppen wir natürlich ständig durch die Gegend aber ich habe eben auch Angst vor der Zusammenführung.
Nachdem Zausel (MC) vor drei Jahren bei uns einzog, ging es Puppi (die andere ältere Katze) richtig schlecht, ständig hatte sie eine Blasenentzündung. Die Beiden können sich immer noch nicht leiden.

Dann gibt es hier ja auch noch, eine immer noch nicht anfassbare Emma:pink-heart: und eine kesse Franzi, die beiden sind übrigens gesund.

Jedenfalls haben wir uns das jetzt so überlegt, dass Wilma in die Werkstatt ziehen soll. Die ist am Haus, wird beheizt und es besteht die Möglichkeit eine Katzenklappe einzubauen. Dann hat sie ihre Freiheit und trotzdem ein warmes Zuhause in dem sie keine Küchenabfälle zu essen bekommt.
Und die Flöhe, die sie aus irgendwelchen Scheunen anschleppt, verbreitet sie dann womöglich auch nicht so schnell. :D

Vielleicht kann ich es nicht so gut rüberbringen aber meinen beiden alten Katzen geht es wirklich nicht mehr so gut. Heute hat die Schwarze wieder einen sehr schlechten Tag, isst so gut wie nichts, hatte sich auch heute früh wieder übergeben. Puppi genauso, manche Tage sind besser, andere schlechter.
Beide bekommen auch Kortison, von daher denke ich, dass das Immunsystem schon geschwächt ist. Vor ein paar Monaten hatte die Schwarze eine Bronchitis mit Wasser in der Lunge. Ich bin hier wirklich jede Woche bei der Tä. Gehe ich mal nicht, schreibt sie mir eine Mail oder ruft mich an, ob alles in Ordnung ist.

So sieht das hier alles aus im Moment. Ich verfolge manchmal Deine Vermittlungsthreads, schön dass Du noch immer so engagiert bist.
Deinen Katzen geht es aber ansonsten gut ?

Viele Grüße

Emma
 
Zuletzt bearbeitet:
Taskali

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  • #11
Ja, meinen Katzen geht es soweit gut - meine Truppe ist jetzt auf 8 + 1 (Linciko als Hospizkandidat) angewachsen :D

Kriegt Emma eigentlich auch Freigang?

Ich denke die Idee mit der Werkstatt für Wilma ist eine gute Idee...

Wie gesagt: mein Pflegihilfe steht auch euren Dorfmietzen zur Verfügung wenn nötig - meld dich einfach falls was sein sollte, was ihr nicht allein hinkriegt und was Sinn macht :)
 
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