Katze sein anscheinend neu erlernt

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Silverbanshee

Gast
Hallo,
ich habe jetzt seit drei Wochen zwei Katzen. Meine Amy hatte ich schon vorher, die ist jetzt über drei Jahre bei mir. Ja, ihre Anschaffung war in erster Linie aus egoistischen Motiven - ich war Studentin und ganz allein und wollte schon seit Jahren immer mal wieder ne Katze haben. Also kam dann Amy. Zu der Zeit war ich noch überzeugt, dass Katzen ja eh Einzelgänger seien (so was Dumnmes), aber ich hätte auch keine zwei Katzen halten können, dazu bot meine Wohnung nicht genug Versteck- und Spielmöglichkeiten, mal abgesehen davon, dass die 14tägigen ´Fahrten nach Hause mit zwei Katzen kaum möglich gewesen wären. Naja, jedenfalls bin ich vor einigen Monaten mit meinem Freund zusammen gezogen, werde mein Studium bald abschließen und daher ab demnächst die meiste Zeit des Tages außer Haus sein, freilauf ist nicht möglich, also kam der Gedanke nach Gesellschaft für Amy. Ich wollte unbedingt einen Kater, weil sie ein klein wenig "stutenbissig" ist, wie man so schön sagt. Nach kurzer Suche im Tierheim kam denn auch Chester dazu, die beiden verstehen sich auch ganz gut und spielen bereits seit zwei Wochen bestens miteinander.
Und seitdem bemerke ich Veränderungen im Verhalten meiner Katze. Da Amy als Kätzchen zu mir kam und ab da kaum Kontakt zu anderen Katzen hatte, war sie total vermenschlicht. Das weicht jetzt auf, sie verhält sich wieder mehr wie eine Katze, sie redet auch nicht mehr so viel mit mir, ist wieder verspielter, aktiver und nimmt sich mehr Zeit für sich. Ich hab gar nicht gewusst, wie "abartig" sie war, obwohl ich wusste, dass sie schon ziemlich menschliche Züge hatte. Aber der Witz ist: Auch Chester scheint einiges an kätzischem Verhalten abgelegt zu haben. Oder gar nicht erst gelernt. Er kennt Köpfchen geben zur Begrüßung oder so nicht, das findet er sehr befremdlich und macht es auch nicht. Er stubst lediglich mal ganz leicht mit der Nase an die jeweils andere Nase. Er kannte auch kein Nassfutter, scheint mir, jedenfalls wusste er zuerst nicht, wie man das frisst. Ich dachte erst, er mag das nicht, habe aber dann rausgefunden, dass ers schon mag, er kannte es bloß nicht und ging auch erst dran, als ich es mit Trockenfutter gemischt hab. Ähnlich ist es mit Thunfisch oder Hähnchenknorpeln (nicht die Knochen, da achte ich drauf), Amy liebt das Zeug und frisst seine Portion immer mit, weil er nicht weiß, wie ers fressen soll. Langsam frag ich mich, was für ne reizarme Umgebung der Kleine hatte.:mad:
Auf jeden Fall finde ich es derzeit total faszinierend zu sehen, wie meine beiden verhaltensgestörten Katzen sich gegenseitig rehabilitieren. :D Gott sei Dank haben sie nicht dieselben Sachen verlernt. Gibts hier noch mehr Leute, die sowas beobachtet haben? Ich meine, eigentlich kann das ja keine Seltenheit sein, wenn Katzen allein gehalten weden über nen längeren Zeitraum.
 
M

mrs.filch

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Ich kann zwar inhaltlich nichts beitragen, aber ich finden deinen Bericht total spannend und sehr sehr rührend..... :) Danke.
 
K

Krissi

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ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht.

Meine Eltern hatten auch eine Einzelkatze, später kam natürlich noch eine dazu. Aber beide Katzen waren erst nur Wohnungshaltung gewöhnt, als wir dann später in ein Haus gezogen sind, hatten sie auch die Möglichkeit auf Freigang. Die erste Zeit beschränkten sie sich nur auf unseren Garten, dann wurde das Revier immer größer.

Was mich total erstaunt hat, dass unser Kater auf einmal mit Mäusen nach Hause kam und diese dann in Reih und Glied vor die Tür legte. Als wir ihn als Kitten vom Bauernhof geholt haben, war er eigentlich viel zu jung um solche Sachen von der Mutter gelernt zu haben.

Er hat die Mäuse sogar verspeist...
 
kleine66

kleine66

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Ich kann zwar inhaltlich nichts beitragen, aber ich finden deinen Bericht total spannend und sehr sehr rührend..... :) Danke.

dem schließ ich mich mal an.

selber erfahren hab ich sowas auch nie, da wir immer mehrere fellpopos hatten.
aber ich finde, deine erfahrung könnte für viele die immer noch meinen katzen wären einzeltiere, ein anreiz zum nachdenken sein.:)
 
S

Silverbanshee

Gast
Zumindest konnte ich schon beibachten, dass Amy trotz dreijähriger Einzelhaltung doch soziale Kompetenz hat. Chester hat neulich ganz furchtbar gehustet (da es nur das eine Mal war, nach einigen Minuten aufhörte und seitdem nicht mehr auftrat, vermute ich mal, dass er sich einfach verschluckt hatte), ich hab zuerst gedacht, er erstickt oder so. Jedenfalls wollte ich nach ihm sehen, aber da er sich gerade in solchen Situationen ja nicht gern anfassen lässt, hab ich mich erstmal nur daneben gesetzt und beruhigend mit ihm geredet. Amy wollte unbedingt zu ihm hin, aber weil sie in Lauerstellung ging, hab ich sie dann davon abgehalten und an meinen Freund weiter gereicht. Der konnte sie aber nicht lange halten, sie hat sich dnan befreit - und was dann? Sie ging ganz langsam zu Chester hin, stupste ihre Nase ganz leicht an seine und sonst nichts. Dafür schien er sich danach etwas schneller zu beruhigen. Ich war ganz baff. Amy zeigt nicht so sehr oft ihre einfühlsame Seite, obwohl ich wusste, dass sie sie hat. Aber Chester ist ja erst drei Wochen hier... Und bisher war ich mir nicht mal sicher, ob sie ihn leiden kann oder nur toleriert.
 

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