Katerprügeleien

Tempezzt

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Hallo an alle,

ich habe eine Frage bezüglich Verhalten bei Prügeleien zwischen Katern.

Bisher hatte ich ja nur zwei Geschwister, Kater und Katze, die wenn sie sich gekabbelt haben, eher liebevoll miteinander gecatcht haben, mal der eine oben, dann wieder der andere und dann wieder fangen usw. Kratzbaum rauf, Kratzbaum runter - die ganz normalen "narrischen" 5 Minuten eben.

Seit dem ich den ehemaligen Straßenkater Nero bei uns aufgenommen habe, gehts natürlich anders rund.

Ich wusste ja, dass es unter Katern richtig zur Sache geht, aber gestern habe ich etwas beobachtet, was ich mir nicht erklären konnte und hoffe auf eure Deutungen.

Nero ist eindeutig stärker als Gastao, er ist auch der dominantere. Er beisst Gastao meistens in die Kehle und drückt ihn zu Boden. Er putzt Gastao auch so: Also festehalten und immer rein ins Öhrchen und wenn Gastao sich wehrt wird er niedergedrückt.

Gestern haben sie sich durch den Rascheltunnel gejagt und sind raufend wieder aufgetaucht und Gastao hat sich auf den Boden gelegt, ich weiß dass das nicht Unterwürfigkeit bedeutet, sondern: "Komm nur her, ich habe alle vier Waffen bereit, um mich zu verteidigen." :grummel:

Nero ist dabei langsam auf ihn zugegangen, Mäulchen offen, peitschender Schwanz, leichter Iro am Rücken und hat Gastao bedrängt und dabei geschrien, klang fast wie jaulen. Klang auf jedenfall für mich nicht gewohnt.

Ich habe das dann mit einem Bällchen unterbrochen, weil ich die Situation nicht so richtig einschätzen konnte.

Ist das normales Kater-Rauf-Gehabe oder kann das zum Thema werden? Kennt ihr sowas von euren Raufbolden auch?:wow:
 
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krissi007

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Hallo Tempezzt,

das klingt schon recht heftig, insb. das markierte (Rest kann schon bei Katern normal sein).

Gestern haben sie sich durch den Rascheltunnel gejagt und sind raufend wieder aufgetaucht und Gastao hat sich auf den Boden gelegt, ich weiß dass das nicht Unterwürfigkeit bedeutet, sondern: "Komm nur her, ich habe alle vier Waffen bereit, um mich zu verteidigen." :grummel:

Nero ist dabei langsam auf ihn zugegangen, Mäulchen offen, peitschender Schwanz, leichter Iro am Rücken und hat Gastao bedrängt und dabei geschrien, klang fast wie jaulen.

Interessant wäre, was dann später noch geschah.

Benahmen sie sich dann normal (friedlich)?
Sucht Gastao Kontakt zu Nero?
Oder meidet er ihn, versteckt sich gar?
Fängt Gastao auch mal selbst mit der Rauferei an?

Also, wenn deine Antworten ja-ja-nein-ja sind (hoffe sehr), dann ist alles ok, hast halt zwei ganz normal Bekloppte :p

Achso, und seit wann ist Nero schon bei euch?
 
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Tempezzt

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Interessant wäre, was dann später noch geschah.

Benahmen sie sich dann normal (friedlich)?
Sucht Gastao Kontakt zu Nero?
Oder meidet er ihn, versteckt sich gar?
Fängt Gastao auch mal selbst mit der Rauferei an??

Ja, danach war wieder Ruhe bzw. wurde wieder nebeneinander gefressen.

So richtig Kontakt sucht Gastao leider nicht, er ist neugierig, aber doch ziemlich eingeschüchtert von Nero. Verstecken tut er sich nicht wirklich, aber er springt eben auf höhrere Plätze z.B. Regal oder Kühlschrank, dort wo Nero (bisher) noch nicht raufgesprungen ist.


Achso, und seit wann ist Nero schon bei euch?

Noch nicht allzu lange. ca. 2,5 Monate. Den Thread zu seinem Einzug findest du hier http://http://www.katzen-forum.net/eine-katze-zieht-ein/183299-kater-nero-zieht-ein-aber-ist-das-eine-gute-idee.html
 
elvaza

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Als ehemaliger Strassenkater ist Nero sicherlich anderes gewohnt, als Gastao. Daher meine Fragen: Wie lange lebte Nero auf der Strasse? In welchem Alter wurde er kastriert?

Ich könnte mir vorstellen, dass er auf der Strasse hat lernen müssen sein Revier zu verteidigen und allenfalls auch gegen Rivalen hat antreten müssen, wenn es um eine Katze "in Hitze" ging.
Vielleicht legt sich daher bei ihm auch jetzt schneller ein Schalter um, wenn es zu einem wilden Spiel kommt.
Je länger er auf der Strasse gelebt hat (und je länger er unkastriert war), umso mehr hat sich das allenfalls gefestigt.

Das wäre nun einfach meine Interpretation. Ansonsten kann ich nichts zum Katergeraufe beitragen. Denke aber, dass alles im grünen Bereich ist, wenn man sich danach auch wieder verträgt.
 
krissi007

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Hab durchgelesen, jetzt weiß ich mehr.

Königskinder/Straßenkater.............kommt mir sehr bekannt vor :cool: :D

Du musst die Tendenz beobachten, wie sich die Beziehung der Katzen entwickelt.
Wenn ihre Beziehung immer entspannter, freier wird, dann lasse sie. Wenn aber Gastao immer mehr eingeschüchtert wirkt, dann musst du schon Nero doch etwas stoppen.
 
Tempezzt

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Als ehemaliger Strassenkater ist Nero sicherlich anderes gewohnt, als Gastao. Daher meine Fragen: Wie lange lebte Nero auf der Strasse? In welchem Alter wurde er kastriert?

Alles sehr gute Fragen, die mir aber leider niemand beantworten kann. Ich meine ja auch, dass er einiges mitgemacht haben muss.
Seine Frustrationsgrenze ist leider sehr niedrig.
Nero ist ein Stück weit egoistisch und setzt sich eben dauernd durch, wenn man das bei Katzen so sagen kann.

Ich versuche auch da ein wenig Gerechtigkeit rein zu bringen, aber tagsüber bin ich nicht zu Hause. Keine Ahnung was da abgeht.

Kastriert wurde er sicher später als meine beiden, ich finde das merkt man auch. Nero wirkt erwachsener, er ist schneller aggro, wenn was nicht so läuft wie er will, patscht er auf etwas oder jemand ein, was ihm gerade halt so unter kommt.

Nennen wir es "verhaltensoriginell" :grin:
 
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Kann man denn ungefähr sagen, wie alt er ist? Und kastriert wurde er erst bei Dir?
Ich denke schon, dass das vieles erklärt und höchstwahrscheinlich die Ursache ist.
 
Tempezzt

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Kann man denn ungefähr sagen, wie alt er ist? Und kastriert wurde er erst bei Dir?
Ich denke schon, dass das vieles erklärt und höchstwahrscheinlich die Ursache ist.

In seinem Impfpass steht 2013. Also alles zwischen 1 und 2 Jahre ist da leider alles möglich. :(

Kastriert war er da schon, als er kam. Allerdings war ich mir da erstmal gar nicht sicher, ob da wirklich kein Gehänge mehr war, ich hatte mir eingebildet, da Klöten zu spüren. Aber ein beherzter Griff meiner TÄ hatte diese Bedenken zerstreut. Sie meinte: "Nö, der ist eierlos.":D

Aber kann natürlich sein, dass die Hormone noch anschlagen bzw. er im allerbesten Rüpelalter ist. Meine anderen zwei sind ja schon drei Jahre alt und sind mit 5 bzw. 6 Monaten kastriert worden.

Und 2 Monate sind noch kein aussagefähiger Zeitpunkt, wie er sich entwickelt, sage ich mal. Wir sind im Grunde immer noch in der Zusammenführung.

Ich habe mit der Pflegestelle dann auch nochmal gesprochen und da haben sie so nebenbei erwähnt, dass er schon wo untergekommen war und von dort wieder zurückgebracht wurde, weil er zu aggresiv war.

So schnell mag ich da allerdings nicht aufgeben, der arme Wutz soll kein Wanderpokal werden.:(
 
elvaza

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Ich weiss ja nicht, wie lange er bei den vorherigen Besitzern war und wie lange er somit auf der Strasse gelebt hat. Aber so wie ich das alles verstehe, kann es durchaus sein, dass er sein erstes Lebensjahr draussen verbracht hat. Richtig?

Ich denke, dass er dort Verhaltensmuster gelernt hat, die sich gefestigt haben. Und es braucht jetzt Geduld und Spucke um ihm das Gefühl von Sicherheit zurückzugeben. Vielleicht wird er immer eine Spur wilder sein, als Dein anderer Kater. Aber wichtig ist ja in erster Linie, dass alle miteinander klar kommen.

Sein Verhalten ist jedenfalls aufgrund der zu vermutenden Vorgeschichte aus meiner Sicht verständlich. Das erklärt für mich die Tatsache, dass er egoistisch, manchmal aggressiv und durchsetzungsfähig ist. Alles Eigenschaften, die es zwingend braucht, wenn man in einer schwierigen Umgebung überleben will.

Ja und im Rüpelalter ist er zudem auch noch.

Kommt Zeit, kommt Rat. Das ist eigentlich alles, was ich als Rat (wenns denn einer ist) geben kann. Das Kerlchen muss erstmal Sicherheit gewinnen. Dadurch, dass er noch recht jung ist, stehen die Chancen aus meiner Sicht ganz gut, dass er sich mit der Zeit entspannen wird und nicht mehr gleich so reagieren wird. Aber das ist einfach nur eine Hoffnung meinerseits.

Man sagt hier ja immer so schön: solange kein Blut fliesst und keiner unter sich macht, sind alle Streitigkeiten unter Katzen noch im akzeptablen Rahmen.
 
nicker

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  • #10
Alles sehr gute Fragen, die mir aber leider niemand beantworten kann. Ich meine ja auch, dass er einiges mitgemacht haben muss.
Seine Frustrationsgrenze ist leider sehr niedrig.
Nero ist ein Stück weit egoistisch und setzt sich eben dauernd durch, wenn man das bei Katzen so sagen kann.

Ich versuche auch da ein wenig Gerechtigkeit rein zu bringen, aber tagsüber bin ich nicht zu Hause. Keine Ahnung was da abgeht.

Kastriert wurde er sicher später als meine beiden, ich finde das merkt man auch. Nero wirkt erwachsener, er ist schneller aggro, wenn was nicht so läuft wie er will, patscht er auf etwas oder jemand ein, was ihm gerade halt so unter kommt.

Nennen wir es "verhaltensoriginell" :grin:

Unser (sehr gut sozialisierter, früh kastrierter, insgesamt eher "mädchenhaft" spielender) Siamkater Moody ist in manchen Punkten ebenfalls leicht "verhaltensoriginell", ohne dass ich das mit einem negativen Touch versehen möchte.

Moody bekommt sehr schnell einen Iro (soweit das bei Kurzhaar und ohne Unterfell möglich ist) und eine Flaschenbürste (ebenfalls eher von der sparsamen Sorte, siehe Fell), wenn er einfach aufgeregt ist. Auch positiv aufgeregt! Z. B. wenn er mit Mercy (Mitkatze) durch die Wohnung jachtert und sich mit ihr gegenseitig jagt und auch mal rauft.

Moody tatzt auch nach den Mädels, er brät ihnen aus der Lamäng einfach eins über, wie es scheint. Er bekommt dann auch ggf. eine Retourkutsche, ohne dass das aber in Raufen ausartet. Und er wäscht seine Frauen auch mit einer gewissen Gewalttätigkeit, aber es ist trotzdem erkennbar, dass das kein Gewaltverhalten, sondern Sozialverhalten ist, auch wenn es die Mädels durchaus ankotzt, so in den Schwitzkasten genommen zu werden.

Das Prügeln mit Gesängen, das du beschreibst, ist insofern noch etwas anderes als das teilweise grobmotorige Sozialverhalten, wie es beispielsweise Moody, der Teilzeitautist ;), immer mal zeigt. Gesänge sind schon eine recht aggressive Äußerung, wobei das Singen aber nicht zwingend vom "überlegenen" Katz ausgehen muss, sondern auch ein Verteidigungsgesang der sich unterlegen fühlenden Katze sein kann. Und dass Katz auf dem Rücken liegt, alle Viere in die Luft, ist auch durchaus ein Angriffsverhalten, während der Buckel, mit Bürste und Iro, ein defensives Verhalten sein kann.

Es kommt insofern immer auch auf die konkrete Situation an! Ich habe inzwischen (in meinem mit Katzen geteilten Leben) immer mehr den Eindruck, dass sehr vieles Aggressionsverhalten der Katze durch Angst bestimmt ist (Angstaggression). Also Angst vor der anderen Katze, Angst vor dem Umfeld, Angst vor der Situation. Das macht es insofern nicht besser, weil die Aggression bleibt und ausgelebt wird, aber wenn man das eine (Angst als Motivator) vom anderen (anderes Motiv) unterscheiden kann, macht es letztlich die Sache leichter, auch bei der Behandlung (ich rede vom gesamten Behandlungsspektrum, also auch Psychopharmaka, nicht nur Bachblüten usw.).
Bei schweren Aggressionshandungen der Kater und insbesondere, wenn einer der Kontrahenten zeigt, dass er sich extrem unwohl fühlt (Stichwort Angstpinkeln oder -koten), ist aus meiner Sicht Zeit für einen speziell auf Verhaltenspsychologie spezialisierten TA.

Eine ruppige Verhaltensweise bei einer langjährigen Straßenkatze, die entsprechend konditioniert ist, kann ich mir schon vorstellen, auch dass die schon vorhandenen Katzen (die besser sozialisiert auf den Menschen sind und nur die unbegrenzten Ressourcen im Dosihaushalt kennen, gewissermaßen die "Weicheier" ^^) durch so ein Verhalten extrem irritiert werden. Aber da kann man evtl. auch mit den "normalen" Mitteln wie Feliway, Zylkene usw. arbeiten. Habt ihr das schon durch?

Ich wünsche euch alles Gute für den Katerkrieg (also natürlich, dass es ein gutes und erfolgreiches Ende mit sich freundschaftlich zugeneigten Katern findet) und drücke die Daumen, dass ihr schnell eine sinnvolle Lösung finden könnt!

LG
 
Tempezzt

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  • #11
Sorry, ich war am WE nicht online - danke für eure ausführlichen Antworten. :)

Ich weiss ja nicht, wie lange er bei den vorherigen Besitzern war und wie lange er somit auf der Strasse gelebt hat. Aber so wie ich das alles verstehe, kann es durchaus sein, dass er sein erstes Lebensjahr draussen verbracht hat. Richtig?

Korrekt. Angeblich war er schon zwei Monate bei jemand anderen und ca. 2 Monate auf Pflege dazwischen. Wenn ich davon ausgehe, dass er Mitte 2013 geboren ist, dann wäre das knapp ein Jahr draussen.


Ich denke, dass er dort Verhaltensmuster gelernt hat, die sich gefestigt haben. Und es braucht jetzt Geduld und Spucke um ihm das Gefühl von Sicherheit zurückzugeben. Vielleicht wird er immer eine Spur wilder sein, als Dein anderer Kater. Aber wichtig ist ja in erster Linie, dass alle miteinander klar kommen..

Ich vermute allerdings, dass er kein totaler Wildling von Anfang an war, da er doch sehr sozial auf meine beiden zuging. Und er ganz schlecht alleine sein kann. Er mag und braucht Katzengesellschaft - aber er mag halt auch Chef sein. Gastao hat er schon "unterworfen" sozusagen, bei Gracie ist er sehr viel zurückhaltender, da hat er viel Respekt, bekommt auch öfters eine auf die zwölf von ihr und wehrt sich nicht. Sie ist eine sehr resolute Katze, sie rauft auch gerne und viel. Und Leckerchen wegnehmen oder vom Futter wegdrängen, das lässt sie Nero gar nicht durchgehen.

Sein Verhalten ist jedenfalls aufgrund der zu vermutenden Vorgeschichte aus meiner Sicht verständlich. Das erklärt für mich die Tatsache, dass er egoistisch, manchmal aggressiv und durchsetzungsfähig ist. Alles Eigenschaften, die es zwingend braucht, wenn man in einer schwierigen Umgebung überleben will. .

Ja, das ist wohl so. Er begreift jetzt gerade mal, dass er keinen Hunger mehr leiden wird. Normalerweise futtert er immer alles weg. Gestern war das erste Mal in zwei Monaten, dass etwas stehen gelassen wurde.
Er hat auch schon ganz schön zugenommen, seit er hier ist. Fast ein Kilo.:wow:


Kommt Zeit, kommt Rat. Das ist eigentlich alles, was ich als Rat (wenns denn einer ist) geben kann. Das Kerlchen muss erstmal Sicherheit gewinnen. Dadurch, dass er noch recht jung ist, stehen die Chancen aus meiner Sicht ganz gut, dass er sich mit der Zeit entspannen wird und nicht mehr gleich so reagieren wird. Aber das ist einfach nur eine Hoffnung meinerseits.

Man sagt hier ja immer so schön: solange kein Blut fliesst und keiner unter sich macht, sind alle Streitigkeiten unter Katzen noch im akzeptablen Rahmen.

Sehe ich auch so.
Das einzige Problem dass ich auf mich zukommen sehe ist: Er wird den Freigang vermissen. Wir haben zwar ein Freigehe auf der Terasse, aber ich lebe mitten in der Stadt. An mehr Freigang als das ist leider nicht zu denken.

Nero hat sogar ein brachliegendes Blumenkistel als Außentoilette umfunktioniert, sein privates Dixie Klo quasi. Ich habe noch keine Ahnung wie das weitergeht, im Moment lasse ich ihm das und räume es aus, wenn notwendig, weil ich ja ohnehin nicht draussen bin.
Aber im Sommer wird das ein Problem werden. :(
 
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Margitsina

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  • #12
Warum hast du denn einen Freigänger in den Wohnungsknast gesperrt?
Sowas geht gar nicht! Wer hat dir denn zu so einem Unfug geraten? :mad:
Das ist nun wirklich ein no go. :(
 
Tempezzt

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  • #13
Unser (sehr gut sozialisierter, früh kastrierter, insgesamt eher "mädchenhaft" spielender) Siamkater Moody ist in manchen Punkten ebenfalls leicht "verhaltensoriginell", ohne dass ich das mit einem negativen Touch versehen möchte.

Das möchte ich auch nicht als negativ verstanden wissen. Ich liebe alle meine Tiere, jedoch will ich das nicht in jedem Satz extra betonen müssen.

Moody bekommt sehr schnell einen Iro (soweit das bei Kurzhaar und ohne Unterfell möglich ist) und eine Flaschenbürste (ebenfalls eher von der sparsamen Sorte, siehe Fell), wenn er einfach aufgeregt ist. Auch positiv aufgeregt! Z. B. wenn er mit Mercy (Mitkatze) durch die Wohnung jachtert und sich mit ihr gegenseitig jagt und auch mal rauft.

Meine beiden Geschwister sind ja auch Siams (Thai) und die Flaschenbürste und den Iro sehe ich seit sie Kitten waren immer wieder mal. Das macht mir keine besonderen Sorgen, ich muß meistens drüber schmunzeln. :)

Moody tatzt auch nach den Mädels, er brät ihnen aus der Lamäng einfach eins über, wie es scheint. Er bekommt dann auch ggf. eine Retourkutsche, ohne dass das aber in Raufen ausartet. Und er wäscht seine Frauen auch mit einer gewissen Gewalttätigkeit, aber es ist trotzdem erkennbar, dass das kein Gewaltverhalten, sondern Sozialverhalten ist, auch wenn es die Mädels durchaus ankotzt, so in den Schwitzkasten genommen zu werden.

Genau das beobachte ich eben jetzt bei Nero und Gastao. Gracie und ihr Bruder haben sich immer gegenseitig geputzt, die Verhältnisse waren ausgeglichen würde ich mal behaupten.
Nero putzt Gastao ziemlich oft und penetrant, immer mit festhalten am Hals und Schwitzkasten. Und die meiste Zeit geht es gut, nur wenn Schlafenszeit ist,dann mag er das überhaupt nicht und dann geht das catchen los. Was natürlich dazu führt, dass beide aus dem Bett fliegen.


Das Prügeln mit Gesängen, das du beschreibst, ist insofern noch etwas anderes als das teilweise grobmotorige Sozialverhalten, wie es beispielsweise Moody, der Teilzeitautist ;), immer mal zeigt. Gesänge sind schon eine recht aggressive Äußerung, wobei das Singen aber nicht zwingend vom "überlegenen" Katz ausgehen muss, sondern auch ein Verteidigungsgesang der sich unterlegen fühlenden Katze sein kann. Und dass Katz auf dem Rücken liegt, alle Viere in die Luft, ist auch durchaus ein Angriffsverhalten, während der Buckel, mit Bürste und Iro, ein defensives Verhalten sein kann.

Danke, das hilft mir schon mal weiter. Ich hatte auch das Gefühl, dass es nicht unbedingt normal war, sondern schon ein wenig ernster.

Auf der anderen Seite kenn ich halt nur das verspielte Catchen von den beiden Geschwistern und das Raufverhalten unter Katern ist mir nicht so geläufig. Deshalb auch dieser Thread.

Es kommt insofern immer auch auf die konkrete Situation an! Ich habe inzwischen (in meinem mit Katzen geteilten Leben) immer mehr den Eindruck, dass sehr vieles Aggressionsverhalten der Katze durch Angst bestimmt ist (Angstaggression). Also Angst vor der anderen Katze, Angst vor dem Umfeld, Angst vor der Situation. Das macht es insofern nicht besser, weil die Aggression bleibt und ausgelebt wird, aber wenn man das eine (Angst als Motivator) vom anderen (anderes Motiv) unterscheiden kann, macht es letztlich die Sache leichter, auch bei der Behandlung (ich rede vom gesamten Behandlungsspektrum, also auch Psychopharmaka, nicht nur Bachblüten usw.).
Bei schweren Aggressionshandungen der Kater und insbesondere, wenn einer der Kontrahenten zeigt, dass er sich extrem unwohl fühlt (Stichwort Angstpinkeln oder -koten), ist aus meiner Sicht Zeit für einen speziell auf Verhaltenspsychologie spezialisierten TA.

So weit sind wir zum Glück nicht. Kein Blut, kein pinkeln oder koten und vor allem: Sie gehen sich nicht aus dem Weg, sondern sind interessiert was der andere macht.

z.B.: Bei der Spielstunde lassen sie Nero immer den Vortritt, weil er eben so aktiv dem Spielzeug nachjagt. Die anderen zwei haben da kaum eine Chance und lassen ihn mal alleine machen. Da Nero aber selbst wenn er total fertig und müde ist, alles für sich beansprucht, sperre ich ihn kurz ins Nebenzimmer, damit die beiden auch mal dran kommen.
Damit ist Nero natürlich nicht so glücklich und miaut daher laut hinter der Türe. Und der eine, der gerade nicht spielt, sitzt vor der Türe und wartet auf ihn.

Geschlossene Türen sind so gar nicht deren Ding.



Eine ruppige Verhaltensweise bei einer langjährigen Straßenkatze, die entsprechend konditioniert ist, kann ich mir schon vorstellen, auch dass die schon vorhandenen Katzen (die besser sozialisiert auf den Menschen sind und nur die unbegrenzten Ressourcen im Dosihaushalt kennen, gewissermaßen die "Weicheier" ^^) durch so ein Verhalten extrem irritiert werden. Aber da kann man evtl. auch mit den "normalen" Mitteln wie Feliway, Zylkene usw. arbeiten. Habt ihr das schon durch?

Feliway ja, Zylkene noch nicht. Behalte ich mir aber im Hinterkopf, falls es kritisch werden sollte.

Ich wünsche euch alles Gute für den Katerkrieg (also natürlich, dass es ein gutes und erfolgreiches Ende mit sich freundschaftlich zugeneigten Katern findet) und drücke die Daumen, dass ihr schnell eine sinnvolle Lösung finden könnt!

LG

Danke. Aber Krieg gibt es ja zum Glück noch keinen hier. :)
 
Tempezzt

Tempezzt

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  • #14
Warum hast du denn einen Freigänger in den Wohnungsknast gesperrt?
Sowas geht gar nicht! Wer hat dir denn zu so einem Unfug geraten? :mad:
Das ist nun wirklich ein no go. :(

Die Pflegestelle meinte, er braucht keinen Freigang. Der mag so gar nicht raus und wäre gut in der Wohnung mit Terassenzugang zu halten.

Schätze mal, die waren froh ein Tier unter gebracht zu haben. Der Verein quillt aus allen Nähten. :(

Und nein, ich bringe ihn auf keinen Fall dorthin zurück. Wenn ich sehe, er ist total unglücklich, dann suche ich einen guten Platz mit Freigang für ihn.
 
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Tilawin

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  • #15
Schwer zu sagen, aber evtl. ist es wirklich nur Spielen? Ich habe hier 2 Kater gehabt und da ging es echt grob zur Sache zwischen den beiden. Watschen, Fauchen, Knurren, das volle Programm. Aber danach immer kuscheln, also wirklich nur Spiel.
Das Ganze ging auch oft von Mogli aus der in einer großen Gruppe mit unkastrierten Tieren gelebt hat bis er als Kitten zu mir kam.
Nachdem Mogli gestorben ist und Hobbit und Nico einzogen fiel mir gleich auf, dass sie wesentlich sanfter Raufen. Merlin brauchte einige Monate sich darauf einzustellen. Er wurde sanfter, die beiden anderen ruppiger und jetzt ist alles gut :)
Und trotzdem gibts hier Flaschenbüsten und auch mal jammern oder fauchen beim Spiel. Kater eben! Ich glaub so ein wenig gehört das auch dazu.

Was du unterbinden solltest ist aber wenn er ihm ständig nachstellt und nicht aufhört. Das ist das Mobbing und nicht so schön :(
 
K

Kanoute

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  • #16
Die Pflegestelle meinte, er braucht keinen Freigang. Der mag so gar nicht raus und wäre gut in der Wohnung mit Terassenzugang zu halten.

Schätze mal, die waren froh ein Tier unter gebracht zu haben. Der Verein quillt aus allen Nähten. :(

Und nein, ich bringe ihn auf keinen Fall dorthin zurück. Wenn ich sehe, er ist total unglücklich, dann suche ich einen guten Platz mit Freigang für ihn.

Hmmmm

Bin ja neu in diesem Forum, aber so von den Schilderungen und aus meiner Erfahrung hinaus würde ich sagen, das Katerchen braucht seinen Freigang. Es ist natürlich schade das die PS eine Fehleinschätzung begangenen hat. Aber schon das er gerne draußen auf Toilette geht ist für mich ein eindeutiges Zeichen.

schade das ich dir nix anderes sagen kann.
 
Tempezzt

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  • #17
Hmmmm

Bin ja neu in diesem Forum, aber so von den Schilderungen und aus meiner Erfahrung hinaus würde ich sagen, das Katerchen braucht seinen Freigang. Es ist natürlich schade das die PS eine Fehleinschätzung begangenen hat. Aber schon das er gerne draußen auf Toilette geht ist für mich ein eindeutiges Zeichen.

schade das ich dir nix anderes sagen kann.

Ja, ich fürchte das leider auch. :(

Im Moment ist es kalt und doof draussen, aber der Frühling wird wohl zeigen was Sache ist.

Und klar war das doof auf die PS zu hören, ich dachte, die wüssten wovon sie reden. Bin da leider auch ein Stück weit zu gutgläubig gewesen. Ich habe sie auch schon darauf hingewiesen und alles was sie mir angeboten haben, war dass ich ihn zurückbringen soll, wenn es nicht gehen sollte.
Ist eine saudumme Situation.
 
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  • #18
Ich habe hier allerdings auch schon mehrmals gelesen, dass gerade Strassenkatzen, die sich durchs Leben haben kämpfen müssen und draussen schlechte Erfahrungen gemacht haben, gar keinen (ungesicherten) Freigang wollen und fordern - sondern sich lieber im geschützten Bereich aufhalten.

Freunde von mir mussten ihrem Kater auch den uneingeschränkten Freigang nehmen und er hat jetzt einen gesicherten Garten zur Verfügung. Und er akzeptiert es.

Ja, das Frühjahr wird es zeigen.
 
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  • #19
Was du unterbinden solltest ist aber wenn er ihm ständig nachstellt und nicht aufhört. Das ist das Mobbing und nicht so schön :(

Nein, nach Mobbing sieht das nicht aus. Darauf achte ich schon, auch der Klogang darf nicht blockiert werden. Macht aber keiner, wenn ich zu Hause bin.

Was schon mal sein kann, ist das ein Platz beansprucht wird und einer dann gehen muss oder freiwillig Platz macht. Am Kratzbaum oder auf der Couch, aber das hält sich die Waage. Da versucht sich jeder mal zu behaupten und da unterbreche ich auch nichts.
 
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Kanoute

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  • #20
Ja, ich fürchte das leider auch. :(

Im Moment ist es kalt und doof draussen, aber der Frühling wird wohl zeigen was Sache ist.

Und klar war das doof auf die PS zu hören, ich dachte, die wüssten wovon sie reden. Bin da leider auch ein Stück weit zu gutgläubig gewesen. Ich habe sie auch schon darauf hingewiesen und alles was sie mir angeboten haben, war dass ich ihn zurückbringen soll, wenn es nicht gehen sollte.
Ist eine saudumme Situation.

Mei die Pflegestellen sind auch nur Menschen und vielleicht hat er am Anfang den Eindruck gemacht das er in Wohnungshaltung glücklich ist oder war. Jetzt ist er zuhause, Artgenossen sind da, ausreichend Futter. Die Grundbedürfnisse sind erfüllt und jetzt kommt der Wunsch nach mehr. Ein Revier, fremde Kater verkloppen...

Freigang ist bei euch nicht möglich oder? Sonst hättet ihr ihn schon angeboten?

Zurückgeben würde ich ihn auch nicht wollen. ..blöde Situation.
 
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