Kater Zusammenführung missglückt?

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moarah

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Hallo :)

Vorab: Ich bin ganz neu in diesem "Katzenmama-Dasein" und habe in meinem Umfeld leider keinen mit Erfahrungen, der mir ein bisschen zur Seite stehen kann.

Wir haben vor etwas mehr als einer Woche einen sehr jungen Kater aus schlechter Haltung bei uns aufgenommen. Die Besitzer meinten er wäre 10 Wochen alt, war also wohl noch jünger als die ihn von seiner Mama weggenommen haben. Wir haben hier bei uns zu Hause schnell gemerkt, dass der kleine Loki unglaublich aktiv ist. Auch kratzt und beißt er beim spielen ein bisschen (aber nicht absichtlich/böswillig).
Wir wollten dem Kleinen etwas Gutes tun, indem wir ihm einen kleinen Freund holen. Und so zog Taran bei uns ein. Am Anfang gab es nur gefauche und geknurre von Loki, damit hatten wir auch gerechnet. Taran ist ein sehr ruhiger und lieber BKH Kater, 5 Monate alt. Er ist ein bisschen ängstlich und sehr verschmust. Ich hab ihn noch nie fauchen oder knurren hören, nur wenn er Hunger hat oder Aufmerksamkeit will miaut er einen an.
Unser Loki hat sich 2 Tage lang nicht eingekriegt und war nur am fauchen, hat sich aber anfangs nicht getraut sich ihm zu nähern. Wir haben versucht die beiden zu trennen um eine "sanfte" Annäherung zu versuchen und genau hier liegt eventuell das Problem:
Wir haben eine 2 Zimmerwohnung ohne einen Flur. Von der Wohnküche geht direkt eine Tür ins Schlafzimmer ab. Zum ersten mussten wir es leider so machen, dass Taran im Schlafzimmer und Loki in der Wohnküche bleibt. Loki sprang uns nachts ständig direkt ins Gesicht, wollte unbedingt spielen und attackierte unsere Füße unter der Decke. Taran hingegen wollte einfach nur zwischen uns liegen und ein bisschen gekrault werden. Ich hab viel gelesen, dass man den ersten Kater bevorzugen soll, damit er nicht eifersüchtig wird. Ich fürchte damit ist das Kind ein bisschen in den Brunnen gefallen.
Zum anderen wollten beide unbedingt durch diese geschlossene Tür. Sie saßen oft von beiden Seiten davor und haben miaut. Sobald einer von uns durch die Tür ging versuchten sie beide mit hindurch zu kommen und irgendwann ließ sich das nicht mehr vermeiden.
Das Gefauche und Geknurre von Loki war dann irgendwann weg und stattdessen hat er Taran immer angesprungen und ihn in Nacken und Ohren oder Schwanz gebissen. Taran war da nicht so begeistert von und ist ständig abgehauen, er hat sich nicht einmal richtig gewehrt. Er hat sich ständig unter dem Sofa verkrochen und kam teilweise 6-7h nicht mehr daraus. Er ist ständig vor Loki weggelaufen. Mittlerweile hat sich die Situation um Taran ein bisschen entspannt, wir haben ihm Platz auf dem Bücherregal und auf der Fensterbank gemacht. Seit dem flitzt er nur noch unter die Couch wenn der Staubsauger angeht.
Durch Lokis und Tarans Verhalten hatte ich ein bisschen Sorgen, dass die ganze Zusammenführung absolut missglückt ist und die beide sich gar nicht verstehen. Kater sollen ja viel und gerne raufen, aber Taran kam mir immer vor als wollte er das gar nicht. Er ist da vom Charakter irgendwie doch mehr so Katze. Wir haben schon mit dem Gedanken gespielt für einen Kater ein neues zu Hause zu suchen, da wir Angst hatten, das Taran sich durch Lokis Art bedrängt und unwohl fühlt. Allerdings bricht es mir das Herz einen wieder hergeben zu müssen.
Jetzt sieht die Situation mittlerweile so aus, dass ein bisschen Ruhe eingekehrt ist. Taran wehrt sich jetzt öfter, springt Loki auch manchmal von sich aus an. Er läuft aber auch manchmal noch einfach weg, wenn Loki raufen will. Loki faucht und knurrt bei den Angriffen gar nicht, einmal hab ich ihn auch dabei gesehen, wie er Taran putzt. Nur Taran scheint an Loki eher weniger Interesse zu haben. So wirklich friedlich ist es hier nur wenn beide K.O. sind und schlafen. Sie lassen sich zwar gegenseitig fressen und aufs Klo, aber sonst ist da eher weniger ein "Zusammensein". Hier wird nur tagtäglich gerauft und sich ineinander verbissen und gejagt und das meistens morgens und abends. Schlafen tun sie auch meistens an unterschiedlich Orten. Nebeneinander rumdösen machen sie nur, wenn ich im Bett liege und sich beide zu mir gesellen, oder wenn mein Freund und ich am Schreibtisch sitzen, dann legen sie sich manchmal zusammen auf die Fensterbank.
Gestern ist mir dann aufgefallen, dass Lokis rechtes Auge ein bisschen tränt und gegen Abend sah es leicht geschwollen aus. Ich hab das Fell um sein Auge ein bisschen abgewischt und es dabei belassen, weil ich heute mit ihm eh zum Tierarzt wollte. Als die beiden sich Abends dann wieder in Haaren hatten ist mir aufgefallen, dass Taran öfter mit der Pfote direkt in Lokis Gesicht schlägt und das mit ausgefahrenen Krallen. Ich weiß immer nie wann und ob ich dazwischen gehen soll wenn die beiden kämpfen. Für mich ist das sehr neu und ich muss mich da auf die Einschätzungen des Internets verlassen.
Da es kein Gefauche und kein Geknurre mehr gibt, beide sich beim Fressen und auf dem Katzenklo in Ruhe lassen, denke ich, dass es eben die ganz normalen Kämpfe zwischen Katern sind. Bis Taran dann gestern beim ins Gesicht schlagen mit der Kralle in Lokis Augenlid hängen geblieben ist. Der Kleine ist jammernd unterm Sofa verschwunden und als ich ihn 2 Minuten später auf dem Arm hatte, hat er aus dem Auge geblutet. Wir haben sein Auge mit einem Wattestäbchen desinfiziert und ein bisschen Bepanthen drauf gemacht (Nur um das Auge und in den Augenwinkel). Einen Schnitt habe ich nicht mehr finden können und es war auch nur ein bisschen Blut, es hat nicht dauerhaft geblutet.
Jetzt schwanke ich ununterbrochen zwischen den Gedanken "Das war ein Unfall" und "Die beiden mögen sich nicht, die Zusammenführung ist misslungen".
Die Tür haben wir übrigens nicht mehr geschlossen. Beide dürfen durch die ganze Wohnung. Haben wir sie doch mal zu und die Katzen getrennt, wird miaut, bis die Tür wieder aufgeht. Allerdings habe ich beobachtet, dass immer nur die Katze miaut, die grade alleine in dem anderen Raum ist (also ohne uns Menschen). Nachts sind beide in dem Rest der Wohnung und wir mit geschlossener Tür im Schlafzimmer. Was für uns etwas traurig ist, da wir Taran gerne mit im Bett hatten, aber jetzt wo sich die Situation für unser Empfinden gebessert hatte, wollten wir keinen bevorzugen und hatten keine Angst mehr beide Nachts zusammen alleine zu lassen. Loki können wir leider Nachts echt nicht ins Schlafzimmer lassen, sonst kriegen wir einfach keinen Schlaf.

So und jetzt komme ich zu meinen Fragen:
- Ist das Verhalten der beiden normal? Das sie täglich so viel kämpfen? Es gibt wie gesagt kein harmonisches Zusammensein der beiden, höchstens ein aus dem Weg gehen und das auch meistens nur wenn Loki müde ist.
- Haben wir die Zusammenführung vergeigt? Da hab ich leider echt Befürchtungen und hab ständig ein schlechtes Gewissen.
- Ab wann müsste ich die beiden trennen? Es wird immer gesagt so lange kein Blut fließt ist alles Gut, doch jetzt ist ja Blut geflossen.
- Kann es sein, dass Taran sich unwohl und bedrängt fühlt?

Mehr Fragen fallen mir grade nicht ein, die ganze Situation verunsichert mich, da ich nicht weiß, was normal und was problematisch ist. Dementsprechend weiß ich nicht wann und wie ich handeln soll.

Nochmal zu den Katzen:
Loki ist ca. 11-12 Wochen alt, wahrscheinlich EKH, zu früh von seiner Mama weg, seine Vorbesitzer haben ihn zusammen mit einer Terrierzucht gehalten und die haben ihn wohl immer gejagt. Bei uns ist er in kürzester Zeit extrem aufgeblüht, tobt und rennt und klettert den ganzen Tag wenn er könnte. Wir haben auch ein bisschen die Angst, dass die Wohnung für ihn nicht genug Raum bietet.
Taran ist jetzt 5 Monate alt, BKH, direkt von einer sehr liebvollen Züchterin. Alle Katzen bei ihr waren unglaublich sanftmütig und gut erzogen. Er benutzt nie seine krallen oder beißt, wenn er mal auf den Küchentisch springt reicht ein bestimmtes "Runter!" und er springt direkt wieder runter. Er ist wirklich das liebste und ruhigste Tier, dass ich je getroffen habe.
Eventuell sind die Charaktere der beiden doch einfach viel zu Unterschiedlich.

Ich bin für jede Antwort und Einschätzung Dankbar. Auch Kritik ist gerne erwünscht. Ich würde gerne alles richtig machen, doch im Internet gibt es ja immer 100 verschiedene Meinungen.
 
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fairydust

fairydust

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So, hab mir das alles mal in Ruhe durchgelesen.
Meine Einschätzung:
In dem Alter sind 4 Monate Altersunterschied eine Menge. Der Kleine würde mehr von einem Kater profitieren, der maximal 4 Wochen älter ist. Da sind die Grössenverhältnisse passender und sie sind sich ebenbürtig beim raufen.
Im Moment hast Du einen halbwüchsigen und ein Kleinteil. Stell Dir vor Du steckst einen vierjährigen Jungen zusammen mit einem 12jährigen Jungen in nen Boxring. Klar wer gewinnt ;)
So. Katzen wachsen schnell, bedeutet, die Grössenverhältnisse werden sich in 2-3 Monaten angleichen. Es kann gut gehen bis dahin, oder es geht nach hinten los weil der Kleine ständig verliert und dem Grossen nichts entgegensetzen kann.
Kommen wir zum Charakter.
Wie es klingt hast Du zwei Kater die nicht unterschiedlicher sein könnten.
Da der Grosse so sanftmütig ist, kann es sein dass der Kleine im Moment deswegen gut mit ihm klar kommt. Wird er älter, wird er gelangweilt sein, weil ihm der passende Kater fehlt. Er könnte sich aber auch anpassen.
Alles kann, nichts muss. Kitten sind Wundertüten. Du weisst nie wie sie sich entwickeln.

Dass die zwei raufen und das auch mal Blut fliesst, ist normal. Das machen Kater so. Unschön dass es ins Auge ging im wahrsten Sinne des Wortes. Lass unbedingt einen TA draufgucken. Katzen schleppen viele Bakterien an den Füssen rum und es kann sich böse entzünden.
Du schreibst sie fressen ohne Probleme nebeneinander, es gibt kein Klo-Mobbing und es wird auch mal der andere Kater geputzt - also alles gut und so wie es sein sollte. Dass sie nicht zusammen schlafen hat nichts zu sagen.
Ich verbringe meine Nächte manchmal mit bis zu 5 Katzen im Bett und da berührt keine Katze die andere.

So, was bleibt.
Du hast 2 Optionen:
Lass alles wie es ist und warte ab, oder
Hol ein passendes Kleinteil für den Kleinen.

Kannst Du Dir vorstellen einen 3. Kater aufzunehmen? Wäre es möglich? Das wäre meiner Meinung nach die beste Option. Der Kleine wäre passend ausgelastet und der Grosse kann mitmachen oder halt lieber mit euch kuscheln.
Und zum Thema klettern - machen Kitten leidenschaftlich gerne ;) Baut eure Wohnung dreidimensional für die Katzen. Also Kratzbäume die bis zur Decke gehen, Bretter an die Wände usw. und dann lasst den Kleinen klettern soviel er will.
 
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moarah

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Erstmal danke für deine Antwort :)

Ich hab's mir schon fast gedacht, dass ich es da ein bisschen vergeigt hab. Ich hab da einfach aufs Internet gehört wo gesagt wird bis zu 1 Jahr Altersunterschied sei okay.
Eine dritte Katze würde ich sofort liebend gern dazu holen. Allerdings ist die Wohnung dann doch nicht groß genug (für weiter Katzenklos, Futterplätze, etc) und wir haben von der Vermietung auch nur die schriftliche Erlaubnis für exakt zwei Katzen.
Im Moment stehe ich allerdings in Kontakt mit einer lieben Frau aus meiner Gegend die auch seit kurzem ein 14 Wochen altes Energiebündel zu Hause sitzen hat und einen zweiten Kater sucht. Ich spiele hin und wieder mit dem Gedanken Loki an sie abzugeben, auch wenn ich darüber schon bitterliche Tränen vergossen habe. Aber das langfristige Glück meiner katze soll nicht durch meinen Egoismus verhindert werden. Und bei ihr habe ich das Gefühl, dass ihr Katzen genauso am Herzen liegen wie mir.
Für Taran müsste ich dann wohl nach einem geeigneten Partner suchen. Die Züchterin hätte noch einen Kater der wohl 2 Monate älter ist. Aber sie haben den gleichen Vater und sind gemeinsam groß geworden. Ich würde sie fragen wie das Verhältnis war. Wäre das eine Option?
 
fairydust

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Ich hab's mir schon fast gedacht, dass ich es da ein bisschen vergeigt hab. Ich hab da einfach aufs Internet gehört wo gesagt wird bis zu 1 Jahr Altersunterschied sei okay.
Eine dritte Katze würde ich sofort liebend gern dazu holen. Allerdings ist die Wohnung dann doch nicht groß genug (für weiter Katzenklos, Futterplätze, etc) und wir haben von der Vermietung auch nur die schriftliche Erlaubnis für exakt zwei Katzen.
Im Moment stehe ich allerdings in Kontakt mit einer lieben Frau aus meiner Gegend die auch seit kurzem ein 14 Wochen altes Energiebündel zu Hause sitzen hat und einen zweiten Kater sucht. Ich spiele hin und wieder mit dem Gedanken Loki an sie abzugeben, auch wenn ich darüber schon bitterliche Tränen vergossen habe. Aber das langfristige Glück meiner katze soll nicht durch meinen Egoismus verhindert werden. Und bei ihr habe ich das Gefühl, dass ihr Katzen genauso am Herzen liegen wie mir.
Für Taran müsste ich dann wohl nach einem geeigneten Partner suchen. Die Züchterin hätte noch einen Kater der wohl 2 Monate älter ist. Aber sie haben den gleichen Vater und sind gemeinsam groß geworden. Ich würde sie fragen wie das Verhältnis war. Wäre das eine Option?

Bei erwachsenen Katzen relativiert sich das mit dem Alter und ja, da kann man auch mal 1-5 Jahre dazwischen haben und die Katzen verstehen sich super.
Aber bei so Kleinteilen ist es halt leider ne andere Geschichte.
Das letzte Kitten was bei mir einzog, hatte 10 weitere Katzen im Haus und trotzdem war es einsam, da der Altersunterschied einfach zu gross war, obwohl die jüngsten hier im Haus gerade mal 1 Jahr alt waren. Da musste halt ein 2. Kitten her und die ganze Dynamik im Haus hat sich sofort spürbar verbessert.

Deine Option klingt nach der idealen Lösung, auch wenn es Dir das Herz brechen wird, den Kleinen abzugeben. Kontakt zu dem Kleinteil hättest Du ja dann weiterhin?
Frag bei der Züchterin nach, wie der Charakter von dem Kater ist, ob es passen könnte und dann mach es so.

Und ich ziehe meinen Hut vor Dir - gibt nicht viele Katzenbesitzer die das Wohl der Katze über ihr eigenes stellen. Du machst das prima. :pink-heart:
 
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