Kater war verschwunden, traut sich nach Rückkehr nicht mehr raus

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MauMauKater

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Erstmal Hallo allerseits!

Ich bin die Dosine eines ca. 2 Jahre alten verschmusten, kommunikativen, seit Mitte Juni kastrierten Katertiers. Um mein Problem zu erklären muss ich vorne anfangen (wird lang sorry)
Der Gute ist auf dem Nachbarbauernhof geboren. War allerdings schon als Kitten bei uns im Hof unterwegs und hat sich kraulen und füttern lassen (von Nachbarn). Vor einem Jahr saß er plötzlich bei uns (im 2.OG) vor der Haustür und begehrte lautstark Einlass. Seitdem hatten wir mehr oder weniger regelmässig Besuch von diesem verspielten und verschmusten Kater. Da die "Vorbesitzer" (falls man das so sagen kann, eigentlich sehen die ihre Katzen nur als Nutzvieh, das man behandeln kann wie einem gerade beliebt...) wenig begeistert sind, dass der Gute sich eigentlich nur noch bei uns aufhält haben wir ihn zwar zum TA geschleppt zwecks Komplettentseuchung (Flöhe, Zecken, usw.) und Impfung aber erst nachdem der Bauer endlich wieder mal Nachwuchs hatte kastrieren lassen. (ja, ich weiß verantwortungslos. Aber so Sätze wie "einem kastrierten Kater kann man ja gleich das Fell über die Ohren ziehen. Der fängt ja keine Mäuse mehr." tragen nicht unbedingt zur Beruhigung bei...)
Leider ist die Situation mit dem 2.OG in Mietshaus etwas doof für Freigänger. Aber er hat unsere Nachbarn und uns gut als Türöffner abgerichtet ;) Es kam immer mal vor das er tageweise einfach nicht da war. Das "Highlight" waren 9 Tage noch vor dem Kastrieren und eine Woche direkt nach der Kastration *grrr*. Ansonsten immer nur Tageweise aber damit kann man ja leben. Seit der Kastration war er sogar meist ganzen Tag über hier und wollte bloß nachts raus. Morgens war er dann wieder da oder auch erst einen Tag später... Und dann auf einmal nicht mehr (fünf Wochen nach Kastra)... Sechs Wochen lang :sad:

Durch großräumig verteilte Suchplakate haben wir den Hinweis bekommen, wo er untergekommen war. In einem Bauernhof ganz bei uns in der Nähe kam er schon längere Zeit vorher regelmäßig zum Fressen. Er hat da die letzten Wochen wohl im Getreidespeicher verbracht. Er hat sogar zugenommen, super Fell und nur ein paar Kratzer (wohl von der einen Katze dort mit der er sich nicht vertragen hat), Flöhe sind ja schon nichts Besonderes mehr... Beim Zurückholen saß er bei meinem Freund auf der Schulter und schnurrte. Beim Übertritt über die Grundstücksgrenze fing er an zu brummen/knurren und ließ sich nur noch im Arm tragen (allerdings ohne ihn arg festhalten zu müssen). (Der Weg führt am "Vorbesitzerhof" vorbei.) Hinter unserer Haustür war gut. Er schnurrte/gurrte/kluckste wieder.

So jetzt das Problem:
Das Ganze ist jetzt eine Woche her. Der Kater ist drinnen und langweilt sich zu Tode... Abundzu macht er mal Anstalten raus zu wollen. Dann öffne ich die Tür und solange und in Sichtweite bin geht er auch mit mir durchs Treppenhaus raus. Unten im Hof beschnuppert er alles interessiert. Nach ein paar Minuten hört er irgendein Geräusch (unterschiedlich) und rennt wieder ins Treppenhaus und maunzt nach mir. Dann geht er wieder mit mir hoch.
(Vor dem Verschwinden war das ein Tür auf Katze raus Katze läuft weg und kommt irgendwann Stunden oder Tage später wieder.)
Auch hier drinnen reagiert er panisch auf Geräusche wie z.B Besenkehren oder manche Menschenlaute wenn ein Unbekannter spricht oder so. D.h er verschwindet knurrend unterm Sofa/Bett (hat er früher nie gemacht...) . Außerdem hängt er schon fast wie eine Klette an mir. Das ist allerdings nach 2-3 Tagen schon besser geworden. Mittlerweile bleibt er (manchmal) liegen wenn ich den Raum verlasse...
Ich suche eine Lösung, wie ich dem Guten die Angst vor draußen und überhaupt den schrecklichen Geräuschen nehmen kann. Hier drinnen ist er nämlich trotz ausgedehnten Spielzeiten, Extremknuddeln, usw. total unausgelastet und motzt fast nur noch rum. Eine andere Lösung wäre auch wie er drinnen zufriedener wird. Er muss nicht unbedingt raus ich denke nur es würde ihm schon wieder gefallen.

Wir waren gerade mal wieder unten. Immer nur bei Fuß ein bißchen frische Luft schnuppern. Er war aber schnell wieder im Treppenhaus verschwunden. Komischerweise hat er weder vor uns noch unseren Nachbarn Angst. Er war eben kurz in die Nachbarwohnung geschlüpft beim Runtergehen und hat sich kraulen lassen.

Eine Randanmerkung: Wir haben Bauarbeiter im Haus (vorm Verschwinden noch nicht) Der Hof wurde gepflastert ist also sozusagen neu und leider muss da noch eine Menge Sand eingekehrt werden... Momentan ist einer direkt auf einem Gerüst vor dem Fenster im sonst so sicheren Wohnzimmer und streicht Fenster. Da wird auch geknurrt. Vor den Bauarbeitern hat er komischerweise Respekt, obwohl die ihm nichts getan haben. (War ja immer nur mit Aufsicht in deren Nähe.)

Noch eine Randanmerkung: Das Rausgehen geschieht nur, wenn er es einfordert. Ich trage ihn nicht runter. Ich nehme mir die Zeit (auch wenn's mal ne halbe Stunde dauert) bis er selbständig nach unten ist (oder auch wieder in die Wohnung) Ich bleibe unten, weil ich sehe wie mein Kater zittert. Den will ich nicht alleine draußen lassen.

Ich hoffe ihr könnt mir ein paar Tipps geben. Ich habe auf meiner Suche nach Lösungen leider keinen ähnlichen Fall finden können.
 
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Zugvogel

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Ich vermute, er hatte ein sehr tiefgehendes, erschreckendes Erlebnis, an dem er noch rumknabbert. Gib ihm Zeit, das ganz zu verarbeiten, mehr wird wohl nicht möglich sein.
Zu diesem kommt noch, daß 6 Wochen nach der Kastra die Katerhormone allmählich abgebaut und verstoffwechselt werden, Nachschub kommt keiner mehr - die Kastration ist allmählich ganz vollzogen. Vielleicht hat sich auch deswegen der unbedingte Drang nach draußen vermindert.

Zugvogel
 
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MauMauKater

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Das mit dem verminderten Drang nach draußen haben wir ja schon vor dem Verschwinden festgestellt. Ist ja auch okay er muss ja nicht. Bloß hier drinnen schimpfen, dass er raus will und dann nicht "ohne Mama" sozusagen draußen sein wollen ist halt echt komisch.
Wir vermuten auch ein erschreckendes Ereignis. Zeit bekommt er soviel er will und braucht. Ich würde ihm nur so gerne helfen können.
 
Irm

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ein zweites Tier als Gesellschaft ist nicht möglich ?
 
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MauMauKater

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Über ein zweites Tier haben wir auch schon nachgedacht. Wir waren eh schon kurz davor uns zwei kleine aus dem Tierheim zu holen, falls unser großer nicht mehr auftaucht. Drei sind aber dann doch zu viel.

Allerdings erscheint es uns noch keine gute Idee einen Zweiten dazuzusetzen. Auch die Leute vom Tierheim haben uns erstmal davon abgeraten. So von wegen bloß nicht noch mehr Streß. Der hat erstmal genug zu knabbern.Erstmal muss er irgendwie die Angst loswerden oder zumindest weniger ängstlich werden. Ich kann es einfach nicht nur auf die Hormonumstellung schieben, dass aus unserem Draufgängerkater so ein Angsthase geworden ist... Er hat ja auch noch (fast)Ganztagsbespaßung durch mich und hält mich vom Lernen ab :aetschbaetsch2: (Da liegt das andere Problem. Ich hab eigentlich momentan nicht die Zeit/Nerven, obwohl ich daheim bin, eine neue Katze dran zu gewöhnen, dass wir ihr nichts Böses wollen...) Vom Schlafen abhalten ist auch toll... Und meine Haare jagen während man versucht zu schlafen...
 
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MauMauKater

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Aktueller Stand:
Jetzt schon zwei alleinige Sonntagsspaziergänge :smile:
Vorletzten So den ganzen Nachmittag um dann pitschnass tröpfelnd (es schüttete draußen) um halb elf von Nachbarn hochgebracht zu werden. Danach dann zwei-drei Tage Erkältung...
Gestern zweimal eine halbe Stunde Spaziergang alleine.
Jedes Mal lief er dabei anderen Katzen über den Weg. Mit denen ist er dann auf und davon. Aber alleine neeeeee....
Ansonsten motzen, maulen, spielen, fressen, schlafen... Ein junger unausgelasteter Kater. So langsam wird's - oder wir haben uns dran gewöhnt :aetschbaetsch2:
Schaun mer mal wie sich das weiterentwickelt. Ich habe wieder Hoffnungen
 
Seidenweich

Seidenweich

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Ich drücke die Daumen, dass es sich weiter so zum Besseren entwickelt.
 
barnie88

barnie88

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Ich würde ihm Zeit geben und zwar gaaanz viel.

Unser Barnie war auch mal 10 Tage weg (beim erstan mal rausgehen) und seit dem habe ich auch oft das Gefühl, dass er sich drinnen langweilt.
Raus traut er sich ebenfalls nicht. Das finde ich allerdings auch gut.

Ich bin der Meinung, dass unser noch mindestens 4 Wochen (6 ist er schon wieder) drinnen bleiben wird bevor ich noch mal mit ihm gemeinsam rausgehe.

Barnie ist eh sehr schreckhaft und ängstlich und das soll sich erstmal ändern bevor er wieder in die große böse Welt zieht:smile:

Allerdings haben wir auch einen zweiten Kater, der allerdings rausgeht.

Das macht ihm das Leben im "Gefängnis" etwas schöner denke ich, da die beiden viel spielen.
 

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