Kater scheint nicht mehr zu hören

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Flitzpiepe

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Mein Katerchen ist inzwischen 11 Jahre alt, und mir fällt seit einiger Zeit auf, dass er auf Geräusche kaum noch reagiert.

Wenn ich die Terassentür aufmache, stand er früher auf der Stelle parat um in den gesicherten Garten zu laufen...nix mehr.
Wenn ich ihn anspreche reagiert er nicht, und wenn ich ihn dann anticke, scheint er zu erschrecken.

Nun hab ich eben mal bei YouTube eines der Videos angemacht, wo Katzen knurren und fauchen - er hat nicht mal seine Ohren bewegt!

Mich macht das grade so traurig...dieses durchgeknallte Kerlchen wird nie wieder erwartungsvoll auf mich zulaufen wenn ich ihn rufe, er wird nie wieder zur Tür laufen wenn er mich heimkommen hört...
er hört die Vögel im Garten nie wieder, ach, ich möchte heulen!
 
merteuille

merteuille

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Für eine altersbedingte Schwerhörigkeit oder Taubheit ist dein Kater eigentlich viel zu jung.

Lass das beim TA abklären, bevor du dich jetzt in eine elegische Poesie hineinsteigerst!
 
Dixxl

Dixxl

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Hallo Flitzpiepe (was ein schöner Name ;-), 11 ist ja schon gutes Seniorenalter für eine Katze- auch wenn wir das heute (wo Katzen durch gutes Futter, unsere Aufmerksamkeit + den TA so viel länger leben als früher) nicht so gern so akzeptieren wollen...
Es ist sicher nicht verkehrt, deine Katze mal dem TA vorzustellen (mit 11 ist ein geriatrisches Profil pro Jahr sowieso nützlich)

Bei jeder Katze verläuft der Alterungsprozess unerschiedlich schnell: Mein (wieder) Einzelkater Dickie z.B. ist 22, war schon immer chronisch krank (und chronisch langsam ;-) - und trotzdem ist er extrem langsam gealtert.
Aber eigentlich will ich dich ein wenig trösten: Dickie "erlegt" sogar schwerhörig und mit beginnendem grauen Star manchmal noch Spatzen - fressen kann er sie leider nicht mehr, er hat zuwenig Zähne übrig. Aber ich habe eine andere uralte, völlig zahnlose Katze gekannt, die noch Mäuse fing und sie tatsächlich auf ihren gehärteten Zahnfleisch "auszulschte".

Aber ja, es ist nicht das gleiche Leben wie zuvor: Dickie streunert schon lange nicht mehr, geht nicht mehr auf die Straße, und ist generell sehr schreckhaft und ängstlich geworden - das heißt aber auch, dass er nun extrem vorsichtig ist, was lebenserhaltend für Freigänger ist.
Wäre er so sehr schwerhörig noch so abenteuerlustig wie früher, müsste ich ihn einsperren - so kann ich ihn guten Gewissens auch nachts draußen lassen (wo er am liebsten ist).

Nach meinen Erfahrungen ist einer schwerhörigen Katze schon manchmal langweilig: Spaziergänge gehen nicht mehr, und spielen ist auch schwierig.
Ich versuche, dem ein wenig entgegenzuwirken, indem ich ihn öfter anspreche (nah hingehe und tief brumme, die Schwingungen bekommt er mit - außerdem weiß er ja, was ich so mit ihm spreche :)). Das Fressen habe ich auch mehrer kleinere Mahlzeiten + Snacks verteilt, was ihm sehr entgegenkommt, diese Routine trägt ihn zuverlässig durch den Tag. Außerdem macht er teilweise abends noch ein Gängchen durch den ruhigen Nachbargarten - jedes Bisschen hilft.

Auch habe ich viele verschiedene Liegegelegenheiten im Garten (Kartons, Korbstuhl, im Winter Holzwolle, etc.), die ich immer mal wieder austausche, verstelle, ergänze, auch das nimmt er dankend an.
Wecken ohne erschrecken geht allerdings kaum: Schwerhörige Kater schlafen wohl auch tiefer, weil sie eben nichts mehr hören. Dickie hat sich daran gewöhnt, dass ich in die Hände klatsche, oder Klickgeräusche mache, das hört er gerade noch so - und er lässt sich nun viel lieber mal anfassen als früher.

Solange deine Katze noch ihr Fressen und alles andere, was sie sonst erfreut, weiterhin genießt, werdet ihr beide sicherlich auch mit der Schwerhörigkeit zurechtkommen!

Lieber Gruß und alles Gute,
Marion.
 
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Flitzpiepe

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Hallo Marion,

vielen Dank für Deine liebe Antwort!

Meine Miezen und ich teilen uns auch ein Menschen-Katzen-Gehege, also einen abgesicherten Garten, all zu langweilig sollte ihm also nicht werden.
Und er schmust ausgiebig und folgt einem auf Schritt und Tritt.

Manchmal habe ich auch das Gefühl, dass er bestimmte Töne oder Frequenzen doch noch wahrnimmt.

Sein Blut wird durch eine Schilddrüsenüberfunktion sowieso regelmäßig kontrolliert, gerade
heute war wieder ein Termin, und ich habe unseren Doc auf Itchys Ohren angesprochen.
Das TA meint, äußerlich wäre nichts zu sehen, eventuell hat die Taubheit im Nervensystem seinen Ursprung.
Da der kleine Kerl, zuhause ein Kampfschmuser, beim TA regelmäßig komplett durchdreht bekommt er zum Blutabnehmen leider regelmäßig eine Narkose.
Heute auch wieder, nach dem mein Freund, der TA sowie eine Helferin schon völlig zerkratzt waren.
Ich fürchte, er hat auf Dauer dadurch Schaden genommen!

Das mag sich nun sehr abgehoben anhören, aber ich habe nicht so viele Alternativen.
Entweder muss Itchy die regelmäßig anstehenden Kontrollen samt Narkose aushalten, oder ich erspare ihm das und die Medikation und lasse der Natur ihren Lauf.
Nachdem ich mir im net Bilder von Katzen mit SDÜ im Endstadium angesehen habe, war meine Entscheidung zur ersten Variante gefallen.
Und sollte er einst eine Narkose nicht mehr überstehen...dann war dieser Tod gnädig!
Was nicht heißt dass ich nicht trauern würde wie blöde!!

Lieben Gruß von Tina
 
tiha

tiha

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Hast du den Tierarzt denn um Gabapentin gebeten? Ich hatte dir das in einem deiner anderen Threads bereits empfohlen. Damit bräuchte er keine Narkose mehr!
 
Froschn

Froschn

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Ich hatte einen tauben Kater, der problemlos zurecht kam....
 
tiha

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... 11 ist ja schon gutes Seniorenalter für eine Katze- auch wenn wir das heute (wo Katzen durch gutes Futter, unsere Aufmerksamkeit + den TA so viel länger leben als früher) nicht so gern so akzeptieren wollen...
Nein, 11 Jahre ist noch kein Alter für eine Katze! Und das hat nichts mit nicht akzeptieren wollen zu tun, sondern damit, dass Katzen heutzutage einfach länger leben. Man orientiert sich an dem Maßstab/Durchschnitt der Zeit, in der etwas stattfindet, und nicht irgendwann früher einmal war. Früher waren auch Menschen mit 50 alt, aber heutzutage eben nicht mehr. Und auch das liegt nicht daran, dass man es nicht akzeptieren möchte, sondern dass Menschen generell älter werden.
 
Ayleen

Ayleen

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Hi
Du schreibst, dein TA habe äusserlich am Ohr nichts gesehen. Hat er denn auch ins Innere des Ohrs geschaut, mit einer Lampe z.B.???
Es könnte auch ein Schmalzpropf sein, der auf das Gehör einwirkt - und die "Schwerhörigkeit" könnte behoben werden.
 
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Flitzpiepe

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@tiha
Gabapentin hat ihn nicht genügend ruhiggestellt, leider.

@Ayleen
Ja, er hat die Ohren gesäubert, meinte aber gleich dass da nicht genügend „Schmutz“ drin war, um eine Schwerhörigkeit zu erklären, daher tippte er auf das ZNS.

@Froschn
Wir werden lernen damit umzugehen, danke fürs Mutmachen.
Blindheit stelle ich mir um Längen schwieriger vor.
 
merteuille

merteuille

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  • #11
Hallo Flitzpiepe (was ein schöner Name ;-), 11 ist ja schon gutes Seniorenalter für eine Katze- auch wenn wir das heute (wo Katzen durch gutes Futter, unsere Aufmerksamkeit + den TA so viel länger leben als früher) nicht so gern so akzeptieren wollen...
Es ist sicher nicht verkehrt, deine Katze mal dem TA vorzustellen (mit 11 ist ein geriatrisches Profil pro Jahr sowieso nützlich)
Ich bin auch der Meinung, dass 11 Jahre noch bei weitem kein echtes Senioren-Alter bei Katzen ist.
Katzen haben heute eine durchschnittliche Lebenserwartung von 16 Jahren.
Und 11 Jahre entspricht etwa einem Alter von 60 Jahren beim Menschen.

Bei einer 11-jährigen Katze würde ich deshalb ebenso wenig wie bei einem 60-jährigen Menschen davon ausgehen, dass eine (noch dazu recht plötzlich einsetzende) Taubheit eine normale Alterserscheinung ist.

Ich weiß jetzt nicht sicher, ob Katzen zB. einen Hörsturz haben können, halte es aber durchaus für möglich, da ein Hörsturz ja auch sehr unterschiedliche Ursachen haben kann.
Kurzum: Ich würde bei einer 11-jährigen Katze eine Taubheit nicht einfach auf sich beruhen lassen und mich gleich mal damit abfinden.
Da würde ich schon mal schauen, ob man eine Ursache finden und ev. behandeln kann.
 
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