Kater gehts schlecht und der TA kann nichts finden

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
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Zugvogel

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  • #21
Wenn man es lange genug gibt, züchtet man keine Resistenzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein AB nicht anschlägt, ist noch dazu ziemlich gering.
Es gibt leider genug Fälle, die man hier im Forum lesen kann, wo ein AB überhaupt nicht hilft, also leider falsch gewählt wurde. Sollte man das auch die vorgeschriebene Zeit geben? :eek:

Meine Meinung dazu ist 'nein'. Ein AB, das nicht wirkt, trifft in diesem Fall wohl nur Erreger, die bereits resistent sind, und deswegen eine ganze Weile was geben, das widrigenfalls nur sehr unerwünschte Nebenwirkungen hat, ist wohl nicht sinnvoll?

Es gibt Fälle, da wurden nacheinander bis zu 4 Sorten Breitband-AB gegeben, ohne das eines davon die gewünschte Wirkung hatte. Auf die Frage, warum nicht ein Abstrich gemacht würde, gabs die Antwort 'ist jetzt nicht möglich wegen der AB'.
Wäre da KEIN AB nicht sinnvoller gewesen, zumindest keines ohne das Ergebnis des Abstriches?

Die Nebenwirkungen dieser massiven Behandlung sind noch nach einem Jahr nicht weg.


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  • #22
Da hast du mein Zitat aus dem Zusammenhang gerissen. AB muss eine bestimmte Zeit gegeben werden, damit keine Resistenzen auftreten. Wenn das AB nicht wirkt, kann man aber natürlich auf ein anderes AB wechseln. Wichtig ist, dass die vorhandenen Bakterien vollständig abgetötet werden.

Ein Tierarzt, der vier verschiedene Breitband-ABs nacheinander verschreibt von denen keins wirkt und sich trotzdem weigert, einen Abstrich zu machen, ist schlicht inkompetent.

Daraus aber zu folgern, dass kein AB besser wäre als das falsche ist auch nicht richtig. Das Risiko, das falsche zu erwischen, ist nicht hoch. Wenn man aber kein AB gibt und auf einen Abstrich wartet, kann es bei einem Notfall schon zu spät sein.
 
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  • #23
Da hast du mein Zitat aus dem Zusammenhang gerissen. AB muss eine bestimmte Zeit gegeben werden, damit keine Resistenzen auftreten. Wenn das AB nicht wirkt, kann man aber natürlich auf ein anderes AB wechseln. Wichtig ist, dass die vorhandenen Bakterien vollständig abgetötet werden.
Wenn ein AB nicht wirkt, wie kann man dann ohne Erregernachweis wissen, welches nun das richtige ist? :confused:

Wie wird nachgewiesen, daß die vorhandenen Bakterien völlig eliminiert sind?



Ein Tierarzt, der vier verschiedene Breitband-ABs nacheinander verschreibt von denen keins wirkt und sich trotzdem weigert, einen Abstrich zu machen, ist schlicht inkompetent.
Das war ein TA, bei dessen Behandlung das erste AB nicht gewirkt hat, er hat das zweite gegeben usw....



Daraus aber zu folgern, dass kein AB besser wäre als das falsche ist auch nicht richtig. Das Risiko, das falsche zu erwischen, ist nicht hoch. Wenn man aber kein AB gibt und auf einen Abstrich wartet, kann es bei einem Notfall schon zu spät sein.
Haben nicht alle AB unerwünschte Nebenwirkungen? Wenn also ein AB nicht wirkt, sind dann auch keine solchen Nebenwirkungen zu erwarten? :confused:

Was mich sozusagen 'angespitzt' hat, kein AB ohne Erregernachweis zu verabreichen, war der Hinweis auf dem Beipackzettel dieser Mittel, daß es erst nach 'diagnostischer Indikation' (sinngemäß) verabreicht werden sollte. In diesem Sinn ist auch ein Hinweis im Pschyrembel.

Das Risiko, das falsche AB zu erwischen, ist wohl ziemlich hoch, und das immer mehr, weil es immer mehr Resistenzen gibt, aber so gut wie keine neuen Mittel. :confused:
Wieviele Notfälle gibt es durchschnittlich, wo das Risiko eines falschen AB geringer ist als das 'zu spät'?

Bitte nicht falsch verstehen - ich bin nicht grundsätzlich gegen AB, nur wird oft bemängelt, daß AB zu unbedacht gegeben werden und das hat mir zu denken gegeben.


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  • #24
Wenn ein AB nicht wirkt, wie kann man dann ohne Erregernachweis wissen, welches nun das richtige ist? :confused:
Es gibt bestimmte Wahrscheinlichkeiten für bestimmte Erreger. Ich würde, wenn ein AB sichtlich nicht wirkt, aber auch vor einem Wechsel einen Abstrich machen lassen.
Wie wird nachgewiesen, daß die vorhandenen Bakterien völlig eliminiert sind?
Symptomfreiheit und eine ausreichend lange AB-Gabe reichen da aus.
Das war ein TA, bei dessen Behandlung das erste AB nicht gewirkt hat, er hat das zweite gegeben usw....
Naja, ich sage ja, inkompetent. Spätestens als das zweite AB auch nicht gewirkt hat, hätte ein Abstrich gemacht werden müssen.
Haben nicht alle AB unerwünschte Nebenwirkungen? Wenn also ein AB nicht wirkt, sind dann auch keine solchen Nebenwirkungen zu erwarten? :confused:
Von welchen Nebenwirkungen redest du? Natürlich gibt es Sachen wie Durchfall usw. auch, wenn es nicht das richtige AB ist. Aber, auch auf die Gefahr, mich noch tausendmal zu wiederholen: Das Risiko, das falsche zu erwischen ist vernachlässigbar und rechtfertigt es bei einem Notfall nicht, tagelang auf ein Abstrichergebnis zu warten.
Was mich sozusagen 'angespitzt' hat, kein AB ohne Erregernachweis zu verabreichen, war der Hinweis auf dem Beipackzettel dieser Mittel, daß es erst nach 'diagnostischer Indikation' (sinngemäß) verabreicht werden sollte. In diesem Sinn ist auch ein Hinweis im Pschyrembel.
Eine diagnostische Indikation hat man bei einer Katze bei jedem Infekt, egal ob bakteriell oder viral.
Das Risiko, das falsche AB zu erwischen, ist wohl ziemlich hoch, und das immer mehr, weil es immer mehr Resistenzen gibt, aber so gut wie keine neuen Mittel. :confused:
Ein Breitband-AB wirkt mit fast hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit. Ich hatte noch nie einen Fall, bei dem nicht gleich das erste AB gewirkt hat, und ich halte nicht erst seit gestern Katzen. Übrigens habe ich auch noch nie Nebenwirkungen feststellen können
Wieviele Notfälle gibt es durchschnittlich, wo das Risiko eines falschen AB geringer ist als das 'zu spät'?
Das ist bei absolut jedem Notfall, bei dem ein Verdacht auf eine Infektion vorliegt, so.
Mir ist keine Katze bekannt, die an den Nebenwirkungen eines Antibiotikums verstorben wäre, aber so einige Katzen, die an unbehandelten Infekten verstorben sind.

Bei Menschen ist das noch mal was anderes. Ich warte auch erst einmal ab und behandele mit Hausmitteln, bevor ich mir AB verabreichen lasse. Aber ich kann sagen, wo, wann und wie sehr es mir weh tut und ob es schlimmer wird oder besser. Katzen können das nicht. Und bevor die Katze draufgeht, weil man zu lange wartet, gebe ich lieber schnellstmöglich Antibiotika.

Es gibt freilich Fälle, in denen Antibiotika völlig blödsinnigerweise gegeben werden. Im genannten Fall war das aber definitiv nicht so.
 

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