Kater (2) nicht sozialisiert - was tun?

Paul&Pepe

Paul&Pepe

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Wir haben einen großen Kater mit einem großen Problem, deswegen hole ich mal groß aus... Sorry wird was länger, aber ich versuche so viele Infos wie möglich anzugeben, damit mir möglichst geholfen werden kann:


wir haben das Problem, dass wir einen nichtsozialisierten 2 jährigen Kater "Paul" haben. Ein paar Infos zur Vorgeschichte:
Paul kam mit ca. 4 Monaten zu uns, vor fast genau 2 Jahren. Die vollkommen überforderten Vorbesitzer (so ein kleiner Kater hat nun einmal Temperament, damit kamen die wohl nicht klar und wollten das Tier halt wieder loswerden), erzählten uns bei Abgabe, dass sie das gute Tier noch mit der Flasche groß ziehen mussten, da er noch sehr klein und jung war als sie ihn beim "Züchter" - und das sage ich jetzt mit einer ganz bewusst vorwurfsvollen Bissigkeit - von seiner Mutter und seinen Geschwistern brutal losgerissen haben.
Wir wissen ja alle wie wichtig die ersten Lebenswochen zur Sozialisierung einer Katze bzw. eines Tieres sind. Nun gut, diese wichtigen Wochen war Paul "auf sich allein gestellt" und hatte keinen Kontakt zu Artgenossen (wie halt Mutter und/oder Geschwister), die ihm die wichtigen Sozialregeln beibringen. (Mein Unverständnis, wie man ein Tier was man selbst mit der Flasche großgezogen hat so einfach wieder abgeben kann, lasse ich mal weitgehend unkommentiert, denn immerhin ist er ja in gute Hände gekommen:)

Am deutlichsten merkte man sein unsoziales Verhalten direkt zu Beginn wenn es um seine "Frustrationsbewältigung" ging. Wollte er was (z.B. bei strömenden Regen auf den Balkon oder einfach nur spielen, man sieht ja nicht immer was so eine Katze gerade will) und wurde nicht gelassen wurde er mordsmäßig aggressiv und sprang mich oder meinen Freund unerwartet an und biss sich meist in unsere Arme fest. Also Teilweise sind wir - schätze mal das war ein Fehler - auf diese Ringkämpfe sogar eingegangen (wer schonmal gesehen hat, wie Hunde abgerichtet werden hat eine ungefähre Vorstellung), damit er seinen Dampf ablassen konnte. Das wir dadurch an den Armen aussahen, als hätten wir eine Borderline-Störung war noch nicht einmal das schlimmste.

Also diese unprovozierte Aggressivität (von der wir nur vermuten können, dass es seine Art der Frustrationsbewältigung ist) ist eigentlich wirklich das auffälligste, ansonsten ist er für uns die liebste und beste Katze der Welt. Und mittlerweile ist er ja auch deutlich ruhiger geworden.

Nach der Vorgeschichte noch ein paar Randinfos: Mein Freund und ich gehen ganztags arbeiten. Da wir in einer Mietwohnung im OG ohne Garten wohnen, können wir keinen - aber möchten auch in Anbetracht der vielen Autos und Katzenhasser "da draußen" nicht so gerne - Freigang bieten. Ich hatte fast 20 Jahre einen Freigänger und die vielen Nächte, die ich schlaflos am Fenster saß und gewartet habe... nein das muss ich nicht haben, auch wenn mir bewusst ist, dass man der Katze damit verwehrt ihre angeborene Wildheit auszuleben.

So den ganzen Tag allein und keinen Freigang = Langeweile, Frustration, Aggression. Außerdem brach mir jeden morgen das Herz, wenn ich ihn allein in der Wohnung zurück ließ.
Also haben wir Mitte des Jahres überlegt, Paul braucht einen Spielkumpel zur Seite zu stellen, damit er wenigstens etwas ausgelastet ist, ausserdem haben wir uns erhofft, dass es vielleicht noch nicht zu spät ist, Paul zu sozialisieren.
Seit Juli haben wir Pepe (in einem anderen Thread berichtete ich bereits von dessen Leidensgeschichte - Giardien, E.Coli, Darmsarnierung bis heute) aus dem Tierheim. Er ist 1 Jahr jünger als Paul und wir haben darauf geachtet, dass es ein robuster Raufbold ist, der sich von unserem manisch-aggressiven Paul nicht unterkriegen lässt.
Unsere Hoffnung mit der Sozialisierung habe ich nach gut 4 Monaten aufgegeben. Der einzige "Erfolg" besteht in dem Sinne, als dass diese unprovozierte Aggression sich gegen den kleinen Pepe und nicht mehr gegen uns richtet. Ich glaube nicht, dass es daran liegt, dass die beiden so gar nicht zusammen passen - sondern hoffe, dass sich die Aggression wirklich nur verlagert hat und es eben nicht speziell an Pepe liegt.
Zu Beginn (nach den ersten paar Tagen anfauchen) lagen sie sogar sehr bald zusammen und haben sich mitunter gegenseitig geputzt. Es ist auch nicht so, dass sie aufeinander losgehen, sobald sich ihre Wege kreuzen. Es läuft also relativ harmonisch - bis Paul wieder seine 5 Minuten hat, er geht dann urplötzlich auf Pepe los und will ihn mit den Zähnen im Nacken packen. Meist schreit Pepe dann, es wir gerannt und gefaucht, Fell fliegt bei beiden Katzen und nach einiger Zeit ist der Spuk wieder vorbei. Leider führten diese Wutausbrüche dazu, dass Pepe sich nun nicht mehr zu Paul legt um sich dort ein paar Putzeinheiten abzuholen. Die beiden gehen sich mittlerweile aus dem Weg und liegen gar nicht mehr zusammen.
Manchmal reißen wir die beiden auch auseinander und dann beisst sich Paul, so wie früher im Arm bei uns fest. Wir spielen dann um ihn etwas abzulenken, was mal mehr mal weniger funktioniert.

Wir haben schon versucht mit diesen Pheromon Steckern (Catitude) etwas mehr Gelassenheit bei Paul zu erzielen, aber ich glaube mittlerweile das bringt nichts und kostet nur ein Heidengeld.

Mir fiel auf, dass diese Kämpfe vor allem unter der Woche vorkommen (teilweise morgens vor dem Aufstehen, teilweise abends, wenn wir wieder da sind, dazwischen ???). An den Wochenenden, wenn wir meist zuhause sind, wird nicht soviel gekämpft.

Hat jemand einen Ratschlag, was man hier tun kann? Ich habe mich auch mal in das Thema Bachblüten eingelesen, aber wir sind keine Experten und können nur vermuten, dass hinter diesem aggressiven Verhalten Frustration steckt, was wären also die richtigen Bachblüten?
Wir möchten keine der Katzen abgeben und wollen wirklich, dass das zwischen den beiden so gut funktioniert, wie es mal gestartet ist, wir heulen den putzigen Videoaufnahmen noch heute hinterher.
 
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wir haben das Problem, dass wir einen nichtsozialisierten 2 jährigen Kater "Paul" haben. Ein paar Infos zur Vorgeschichte:
Paul kam mit ca. 4 Monaten zu uns, vor fast genau 2 Jahren. Die vollkommen überforderten Vorbesitzer (so ein kleiner Kater hat nun einmal Temperament, damit kamen die wohl nicht klar und wollten das Tier halt wieder loswerden), erzählten uns bei Abgabe, dass sie das gute Tier noch mit der Flasche groß ziehen mussten, da er noch sehr klein und jung war als sie ihn beim "Züchter" - und das sage ich jetzt mit einer ganz bewusst vorwurfsvollen Bissigkeit - von seiner Mutter und seinen Geschwistern brutal losgerissen haben.
Wir wissen ja alle wie wichtig die ersten Lebenswochen zur Sozialisierung einer Katze bzw. eines Tieres sind. Nun gut, diese wichtigen Wochen war Paul "auf sich allein gestellt" und hatte keinen Kontakt zu Artgenossen (wie halt Mutter und/oder Geschwister), die ihm die wichtigen Sozialregeln beibringen. (Mein Unverständnis, wie man ein Tier was man selbst mit der Flasche großgezogen hat so einfach wieder abgeben kann, lasse ich mal weitgehend unkommentiert, denn immerhin ist er ja in gute Hände gekommen:)

Am deutlichsten merkte man sein unsoziales Verhalten direkt zu Beginn wenn es um seine "Frustrationsbewältigung" ging. Wollte er was (z.B. bei strömenden Regen auf den Balkon oder einfach nur spielen, man sieht ja nicht immer was so eine Katze gerade will) und wurde nicht gelassen wurde er mordsmäßig aggressiv und sprang mich oder meinen Freund unerwartet an und biss sich meist in unsere Arme fest. Also Teilweise sind wir - schätze mal das war ein Fehler - auf diese Ringkämpfe sogar eingegangen (wer schonmal gesehen hat, wie Hunde abgerichtet werden hat eine ungefähre Vorstellung), damit er seinen Dampf ablassen konnte. Das wir dadurch an den Armen aussahen, als hätten wir eine Borderline-Störung war noch nicht einmal das schlimmste.

Also diese unprovozierte Aggressivität (von der wir nur vermuten können, dass es seine Art der Frustrationsbewältigung ist) ist eigentlich wirklich das auffälligste, ansonsten ist er für uns die liebste und beste Katze der Welt. Und mittlerweile ist er ja auch deutlich ruhiger geworden.

Nach der Vorgeschichte noch ein paar Randinfos: Mein Freund und ich gehen ganztags arbeiten. Da wir in einer Mietwohnung im OG ohne Garten wohnen, können wir keinen - aber möchten auch in Anbetracht der vielen Autos und Katzenhasser "da draußen" nicht so gerne - Freigang bieten. Ich hatte fast 20 Jahre einen Freigänger und die vielen Nächte, die ich schlaflos am Fenster saß und gewartet habe... nein das muss ich nicht haben, auch wenn mir bewusst ist, dass man der Katze damit verwehrt ihre angeborene Wildheit auszuleben.

So den ganzen Tag allein und keinen Freigang = Langeweile, Frustration, Aggression. Außerdem brach mir jeden morgen das Herz, wenn ich ihn allein in der Wohnung zurück ließ.
Also haben wir Mitte des Jahres überlegt, Paul braucht einen Spielkumpel zur Seite zu stellen, damit er wenigstens etwas ausgelastet ist, ausserdem haben wir uns erhofft, dass es vielleicht noch nicht zu spät ist, Paul zu sozialisieren.
Seit Juli haben wir Pepe (in einem anderen Thread berichtete ich bereits von dessen Leidensgeschichte - Giardien, E.Coli, Darmsarnierung bis heute) aus dem Tierheim. Er ist 1 Jahr jünger als Paul und wir haben darauf geachtet, dass es ein robuster Raufbold ist, der sich von unserem manisch-aggressiven Paul nicht unterkriegen lässt.
Unsere Hoffnung mit der Sozialisierung habe ich nach gut 4 Monaten aufgegeben. Der einzige "Erfolg" besteht in dem Sinne, als dass diese unprovozierte Aggression sich gegen den kleinen Pepe und nicht mehr gegen uns richtet. Ich glaube nicht, dass es daran liegt, dass die beiden so gar nicht zusammen passen - sondern hoffe, dass sich die Aggression wirklich nur verlagert hat und es eben nicht speziell an Pepe liegt.
Zu Beginn (nach den ersten paar Tagen anfauchen) lagen sie sogar sehr bald zusammen und haben sich mitunter gegenseitig geputzt. Es ist auch nicht so, dass sie aufeinander losgehen, sobald sich ihre Wege kreuzen. Es läuft also relativ harmonisch - bis Paul wieder seine 5 Minuten hat, er geht dann urplötzlich auf Pepe los und will ihn mit den Zähnen im Nacken packen. Meist schreit Pepe dann, es wir gerannt und gefaucht, Fell fliegt bei beiden Katzen und nach einiger Zeit ist der Spuk wieder vorbei. Leider führten diese Wutausbrüche dazu, dass Pepe sich nun nicht mehr zu Paul legt um sich dort ein paar Putzeinheiten abzuholen. Die beiden gehen sich mittlerweile aus dem Weg und liegen gar nicht mehr zusammen.
Manchmal reißen wir die beiden auch auseinander und dann beisst sich Paul, so wie früher im Arm bei uns fest. Wir spielen dann um ihn etwas abzulenken, was mal mehr mal weniger funktioniert.

Wir haben schon versucht mit diesen Pheromon Steckern (Catitude) etwas mehr Gelassenheit bei Paul zu erzielen, aber ich glaube mittlerweile das bringt nichts und kostet nur ein Heidengeld.

Mir fiel auf, dass diese Kämpfe vor allem unter der Woche vorkommen (teilweise morgens vor dem Aufstehen, teilweise abends, wenn wir wieder da sind, dazwischen ???). An den Wochenenden, wenn wir meist zuhause sind, wird nicht soviel gekämpft.

Hat jemand einen Ratschlag, was man hier tun kann? Ich habe mich auch mal in das Thema Bachblüten eingelesen, aber wir sind keine Experten und können nur vermuten, dass hinter diesem aggressiven Verhalten Frustration steckt, was wären also die richtigen Bachblüten?
Wir möchten keine der Katzen abgeben und wollen wirklich, dass das zwischen den beiden so gut funktioniert, wie es mal gestartet ist, wir heulen den putzigen Videoaufnahmen noch heute hinterher.
Wurde ein Tier vom anderen schon ernsthaft verletzt? Floss Blut?
 
Paul&Pepe

Paul&Pepe

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Paul beißt meist, aber hat bisher bei Pepe keine blutigen Wunden verursacht.

Pepe wehrt sich mit den Krallen und hat bei Paul daher schon einige Macken am Kopf und Ohren hinterlassen.

Bei Ihnen gibt es außerhalb dieser außergewöhnlichen Agressionen auch andere mehr verspielte Kämpfe - man merkt irgendwie dass es ernst wird, wenn Pepe schreit und jault und Fell fliegt.
 
Frau Sue

Frau Sue

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Ich lass hier lieber anderen den Vortritt, mit sowas hab ich keine Erfahrungen.
Aber wo ich das mit den Bachblüten lese: Habt ihr es mal mit Zylkene versucht? Ich les hier immer öfter davon, dass das viele Kratzbürsten ein wenig ruhiger, respektive ausgeglichener, macht.
 
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Ina1964

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Hallo Paul,

Du hast ja keine schöne Erfahrung in Deinen ersten Lebenswochen gemacht - bist auch viel zu früh von Deiner Mama und Deinen Geschwistern getrennt worden.

Normalerweise hätte Dir Deine Familie viel beigebracht, z.B. auch, wie man Beute auflauert, wie man sie jagt, erlegt und dann auch mal verspeist. Das alles hast Du wohl verpasst ... aber Dein Instinkt ist ja da, Du bist sicher ein großer starker Kater! Und nun hast Du das Problem, dass da einerseits der Beuteansprung- und auch Jagdtriebe ist, Du andererseits aber keine echten Schlüsselreize für eine echte sog. Beuteaggression bekommst. Also muss alles herhalten, was sich anstatt bietet. Das Dumme dabei ist nur, dass Du Deinen Katzeneltern und auch Deinem Kumpel ziemlich weh tust! Wahrscheinlich springst Du umso eher, je schneller sich etwas von Dir weg- oder an Dir vorbeibewegt.

In einem Punkt kann ich Dich beruhigen: Deine Verhaltensweise hat nichts mit echter sozialer Aggressivität zu tun - Deine Katzeneltern haben hier ja auch geschrieben, dass Du mit Pepe durchaus auch mal kuschelst ;). Bestimmt haben Deine Eltern auch bemerkt, dass die typischen Anzeichen für aggressives Verhalten (angelegte Ohren, entsprechende Mimik) gar nicht oder nur sehr gering vorhanden sind. Hier findet eine Art Leerlaufhandlung statt - Du willst unbedingt was jagen und fangen und erlegen und da ist nichts, was sich dazu eignet. Okay, sind wir ehrlich: weder Dein Kumpel noch Deine Eltern sind da wirklich geeignet.

Ich gebe Dir hier mal einen Link, den Du mit wenigen Pfotentapsen öffnen kannst: http://www.katzenfummelbrett.ch/ . Hier kann man prima Spielzeug basteln! Außerdem könnten Deine Eltern gaaaaanz viel mit Dir spielen - sag ihnen aber, dass sich das Spielzeug prima bewegen muss. So eine Federangel ist z.B. prima - nur kein Laserpointer. Vielleicht kennst Du den schon - da jagt man einem roten Punkt hinterher und wenn man den in den Pfoten hat ...pfffft, ist da gar nichts. Echt blöd, diese Erfindung. Prima ist auch ein Karton mit zerknülltem Zeitungspapier, da kannst Du versteckte Leckerlies suchen.

Bachblüten ... ob die helfen, wage ich im Moment zu bezweifeln. Denn Dein Problem scheint ja weniger seelischer Natur. Ich schlage Dir also vor, dass Du zusammen mit Deinen Katzeneltern mal überlegst, welche Spiele Dir gut gefallen würden. Glaub mir, mal so richtig müde getobt ist ein prima Gefühl! Und dann schreibst Du mir einfach mal, wie es Dir so geht.
 
Paul&Pepe

Paul&Pepe

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Hallo Ina,
was ein lieber Brief an Paul.:verschmitzt:
Hierzu fällt mir noch folgendes ein:

1. Du hast recht: es ist keine aggressive Körperhaltung/Mimik bei Paul zu erkennen (keine angelegten Ohren, kein Fauchen/Knurren oder aufgestelltes Fell), bevor er zum Angriff ansetzt. Das macht ihn für Pepe auch sehr unberechenbar und so hat er das Vertrauen zu Pepe auch sehr zerrüttet. Deswegen glaube ich auch nicht, dass er per se was gegen Pepe hat.

2. Sein Lieblingsspiel ist von Beginn an Fangen. Als er noch alleine war, liebend gerne mit uns. Also wirklich ein ewiges hin und her, nach dem Motto "Du bist" rennt er erst weg und wartet, dass wir hinterherrennen und wenn wir ihn angestupst haben und wegrennen dann läuft er uns hinterher. Das geht - sehr zum leidwesen unserer unter uns lebender Nachbarn, sind wir doch nicht so leichtfüssig, wenn wir vor Paul panisch wegrennen - so lange bis einer erschöpft am Boden liegt. So "Angelspielzeug" findet er nach kurzer Zeit langweilig.
Pepe versteht dieses Fangen-Spielen nicht. Manchmal rennt Paul animierend weg und jankt kurz als würde er rufen und Pepe guckt ihm nur fragend hinterher. Dann helfen wir halt aus, aber um vier oder fünf Uhr morgens, wenn die beiden sich balgen wäre mir das echt zu früh durch die Wohnung zu rennen.:aetschbaetsch1:

3. Paul und Pepe haben ein eigenes Spielzimmer (eigentlich arbeits/Gästezimmer). Zwischenzeitlich hatten wir eine wahre Kartonlandschaft zum krallen wetzen, rumspringen und verstecken, die wir aber irgendwann dann doch abbauen mussten. Jetzt hat Paul noch seinen Lieblingskarton (100x50x50com), an dem er sich ausgiebig wetzt und sein Spielzeug rein und raus trägt.

Aber ich denke es ist wirklich nicht "genug" hier das Toys 'R Us für Katzen bereit zu stellen, wenn er eigentlich nur uns hier haben möchte. Pepe scheint ihm nicht der geeignete Spielkamerad. Wie geschrieben, am Wochenende scheint er mir sehr viel entspannter, als Montags oder Dienstags, wenn der alltag wieder losgegangen ist und wir 10 Stunden weg sind. Wenn jemand trotzdem noch Tipps hat...?!
 
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Ina1964

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Neinnein, nur Angelhinhalten reicht natürlich nicht ;). Da muss Action rein - z.B. unter einem billigen Ikea-Webteppich durchgezogen - immer mit Bewegung. Der Schlüsselreiz zum Beutefangen muss deutlich da sein, damit er abreagiert werden kann.

Wie schaut es denn mit "Erlebnisgastronomie" aus? Hühnerherzen durch den Flur geworfen werden hier mit Freude erlegt - und ich könnte mir gut vorstellen, dass das auch was für Paul wäre.

Hast Du den Eindruck, dass Paul unter innerem Druck steht, wenn Ihr nicht da seid oder "klammert"?
 
Paul&Pepe

Paul&Pepe

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Paul ist ein sehr träger und wählerischer Fresser, der sich sein Essen immer gemütlich häppchenweise einteilt, statt es gierig runterzuschlingen (Mitunter haben wir morgens bevor wir das Haus verlassen Probleme ihn noch zum Fressen zu motivieren, damit er nicht später hungert wenn wir weg sind)

Daher bezweifel ich, dass er sich durch dieses Lekerli-Fangen zum Spielen animieren lässt, aber probieren geht über studieren:smile:

Also wir haben eine billige IKEA Spielmaus (aus der Zeit, als Ikea Katzenspielzeug im Sortiment hatte). Der haben wir eine lange Schnur umgebunden und wenn wir die hoch schmeissen oder an der Schnur "pendeln" springt er gerne hinterher. Aber das geht immer so ca. 5 Meterhohe Sprünge und dann wendet er sich ab. Oder wir erwischen nicht immer den Zeitpunkt wo er so richtig "heiß aufs Zocken ist"?!

Wir haben auch Spielzeug mit Fernbedienung, das ist auch nur ein kurzweiliges Vergnügen.

Mit einer Baldrianmaus ist er etwas länger zugange, wenn man ihm die immer wieder hochschmeißt (was natürlich diesen penetranten Geruch nach alten Sportsocken noch viel besser in der Wohnung verteilt).

Was habe ich unter "innerem Druck" zu verstehen?
 
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Ina1964

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Ich frage, weil Du schreibst, dass Paul ausgeglichener ist, wenn Ihr da seid, also am Wochenende. Meine Frage ging dahin, ob Paul sich in Deinen Augen unwohl fühlt, vielleicht auch eine Spur nervös ist, wenn das Wochenden vorbei ist und er merkt, dass er nun wieder 10 Stunden ohne Euch ist. Ist es so, dass er häufig den Kontakt zu Euch sucht, viel bei Euch liegt? Wenn dem so ist, hätte ich doch eine Idee zu Bachblüten.
 
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  • #10
Er liegt immer bei uns. Abends auf der Couch und nachts liegt er bei uns im Bett und klaut einem von uns die Decke, das seit der 1. Nacht, seit wir ihn bei uns haben :verschmitzt:
Er ist unter der Woche schon "angespannter" also morgens z.B. zieht er sich manchmal zurück und beobachtet wie wir uns für die Arbeit fertig machen. Ist etwas schwierig zu beschreiben..., aber teilweise geht er in dieser Frühmorgens-Phase dann auch wieder auf Pepe los. Ich schrieb ja bereits, dass ihn schonmal "wegpflücke" weil Pepe halt so grauselig schreit und Paul dann tröstend im arm wiege - manchmal aber auch vowurfsvoll mecker, was nun schon wieder sei. Ich müsste jetzt aber auch wieder grübeln, wie er sich verhaltenhat, als er noch wirklich allein gelassen wurde und nur uns hatte.

Wichtig wäre für mich auch zu wissen, ob Bachblüten auch Nebenwirkungen hervorrufen können. Außerdem möchten wir ja auch einen langfristigen Erfolg und nicht nur über die Zeit einer Therapie eine ausgeglichene Katze.
 
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Ina1964

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  • #11
Bachblüten haben keine Nebenwirkungen, das Prinzip ist ein ganz anderes als bei der Homöopathie, wo es zu Erstverschlimmerungen kommen kann. Man gleicht im Grunde genommen Seelenzustände aus und bringt sie wieder ins Gleichgewicht, wenn durch Erlebnisse etwas durcheinander geraten ist. Also ist das schon etwas auf Dauer. BB sind halt kein Medikament mit einer Dosis und solange ich die gebe, wirkt da auch was. Je nachdem, was da seit wann im Verborgenen schlummert, kann die Wirkung etwas dauern, oft stellt man aber auch schon nach wenigen Tagen eine Wirkung fest. Und gerade Katzen als sensible Tiere reagieren recht gut auf BB.

Übrigens bestärkst Du Paul in seinem Verhalten Pepe gegenüber, wenn Du ihn wie beschrieben tröstend auf den Arm nimmst. Für ihn geht da irgendwann die Gleichung auf: Pepe verkloppen = Kuscheleinheiten von Mama! Besser wäre ein konsequentes Verhalten ihm gegenüber, das ihm zeigt, so geht es nicht. Daran könnte er sich auch orientieren, was die gesamt Situation leichter machte. Aber das nur am Rande ...

Für Paul habe ich die folgende Mischung herausgesucht:
6, Cherry Plum
14, Heather
15, Holly
28, Scleranthus
31, Vervain

In der Apotheke lässt Du Dir ein 30ml-Pipettenfläschen fertigmachen,
aber bitte nur Wasser + Blüten, KEIN zusätzlicher Alkohol, sonst
bekommst Du es nicht in die Katz'. Der Alkohol soll die Tropfen haltbar
machen, aber in der Urtinktur ist bereits Alkohol drin, das reicht.
Das Fläschchen ist relativ schnell aufgebraucht, bewahre es aber bitte im Kühlschrank auf. Über den Tag verteilt, bzw. zu jeder Mahlzeit gibst Du so etwa 5 Tropfen über das Futter; hier ist weniger die Dosis entscheidend (weil es kein Medikament ist), sondern die Regelmäßigkeit.
Bitte nicht mit Metall in Berührung bringen, evtl. statt Futternapf eine Untertasse nehmen. Ist die Gabe über das Futter nicht möglich, können die Tropfen auch über die Haut aufgenommen werden. Dazu entweder auf die Pfote geben (im besten Fall werden sie dann abgeschleckt) oder auf die Ohren; alternativ mit den Händen über das Fell verstreichen, die Katzen nehmen sie BB dann über das Putzen auf.
 
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  • #12
Vielleicht werde ich das tatsächlich mal mit Bachblüten ausprobieren, wenn das "Probierrisiko" sich in Grenzen hält.
Ich sehe auch ein, dass es sicherlich helfen würde sich noch mehr mit ihm zu beschäftigen, aber wenn man nach so einem Arbeitstag abends nach hause kommt und man erst noch für den anderen Kater jeden Tag Diätfutter kochen muss (das mache ich sogar bevor ich mir selber was zu essen mach), KaKlo reinigen, ab und zu Kotze wegwischen etc. dann ist es schonmal echt "Tagesschau-Zeit" wenn man dieses Pflichtprogramm erledigt hat und es fällt einem schwer sich aufzurappeln noch mehr mit und für die Katze zu tun....
Also nicht falsch verstehen, ich liebe meine tiere sehr und bin sehr gewillt alles zu tun damit es ihnen gut geht...:pink-heart:
 
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Ina1964

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  • #13
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  • #14
Gestern abend habe ich mich wirklich wie vorgenommen sehr intensiv mit Paul beschäftigt und mit ihm ausgiebig gespielt. Ob es was gebracht hat, läßt sich nach einem Tag natürlich schwer sagen. Aber zumindest konnte ich folgendes beobachten:

Also ich rannte mit einer Spielzeugmaus im Schlepptau durch die Wohnung um Paul zum rennen, fangen und spielen zu animieren. Er hat auch ganz gut mitgemacht, aber natürlich blieb Pepe von dem Spiel nicht unbeeindruckt, und rannte ebenfalls der Maus hinterher.
Ich konnte richtig sehen, wie plötzlich Pauls Blick von der Spielzeugmaus zu der sehr viel größeren "Beute" (namens Pepe) wanderte und er wieder ansetzte um Pepe anzugehen. Dies dann aber schon wieder nicht spielerisch, sondern so, dass Pepe wieder die Flucht ergriff.:oha:
Der Grad zwischen Spiel und ernst ist bei Paul sehr schmal. Und unglücklicherweise haben die beiden Raufbolde so total unterschiedliche Vorstellungen vom Spielen. Sonst könnten sie so gut miteinander spielen...:sad:
 
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  • #15
Wir haben zwei Katzen, Mädchen und Junge, beide 8 Jahre alt. Hier kommt es auch immer wieder zu Klopperei, weil Lucca einfach nicht begreift, dass Sammy eben nicht am Kopf abgeschlabbert werden will. Sie putzt ihn in guter Absicht, merkt, er wird angespannt, wird selbst dadurch immer hektischer und dann geht die Keilerei los. In gewisser Hinsicht ähnlich wie bei Euch, nur weniger dramatisch.

Zwischen den Paul und Pete hat sich wie Du schon sagtest schlicht und einfach ein Missverständnis aufgebaut - was mit Sicherheit auch an der schon angesprochenen fehlenden Mimik und Gestik liegt. Paul hat seh wahrscheinlich nicht gelernt, deutliche Signale zu senden, egal ob nun bezogen auf Zoff oder auch nur vermittelnde Gesten wie Augenzwinkern oder Gähnen bzw. kann diese Signale nicht interpretieren, wenn sie von einem anderen Tier kommen. Dazu kommt dann das gesteigerte Jagdverhalten.

Diese Lücken werden wir auch nicht mehr schließen können, Du kannst nur versuchen, Paul langsam und liebevoll, aber auch deutlich Dinge klarzumachen. Dazu schlage ich Dir - neben den Bachblüten - vor, dass Du immer dann, wenn Paul von seinem Spielzeug auf Pepe umschwenkt, laut und deutlich NEIN! sagst. Gleichzeitig immer loben, wenn Paul ein erwünschtes Verhalten zeigt. Konkret sieht das so aus: Ihr spielt (übrigens ein sehr guter Ansatz, was Du schreibst!), Paul reagiert -> LOBEN, am besten immer mit dem gleichen Wort, z.B. "fein", er soll dieses Signalwort einwandfrei zuordnen können, durchaus auch in anderes Situationen im Laufe des Tages. Sobald Pauls Aufmerksamkeit sich in Richtung Pepe wendet, NEIN sagen und versuchen, abzulenken mit weiterem Spiel. Das Lob wird verstärkt durch ein Leckerchen und da Paul ja auch ein mäkeliger Fresser ist, immer rein damit.

Normalerweise ist Spielen eine aggressionsfreie Situation, genau wie Fressen. Leider kommen wir hier mit den normalen Therapiemethoden aber nicht weiter in diesem besonderen Fall. Ich schlage Dir daher vor, die Bachblüten zu geben, meine Empfehlungen umzusetzen und dann bleiben wir in Kontakt, wie es sich entwickelt. Ich werde aber auch noch mal tiefer in die Materie zu diesem Thema einsteigen!

Alles Gute und viel Erfolg!
 
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