Ich könnte nie im Tierschutz arbeiten...

Paucelnik

Paucelnik

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... nicht weil es mich nicht interessiert armen Tieren zu helfen.:(

Einfach deswegen, weil ich es wohl nicht verkraften würde, all das Leid zu sehen. Sowas nimmt mich einfach zu sehr mit.

Ich schaue mir hier viele Links nicht an, vor allem dich nicht, die noch mit "Vorsicht" gekennzeichnet sind. Ich würde nur noch am Heulen sein und das Leid würde mich verfolgen.

Ich schaue nicht weg, wenn Tiere misshandelt werden, aber ich helfe lieber im Stillen - mit Spenden, Unterschriften, oder so - aber ich könnte zB niemals bei Peta aktiv tätig sein.

Ist das verwerflich? Ist das sowas wie Doppelmoral?

Ich weiß es nicht, irgendwie denke ich mir dann wieder: Ich muss das ganze Leid nicht in Farbe sehen, damit ich es verurteile.

Wie geht ihr damit um? Mich interessieren beide Seiten, die der aktiven Tierschützer und die der passiven Tierschützer!
 
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fischi11

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Huhu,

also ich finde es in keinster Art verwerflich!

Nicht jeder kann mit all dem Leid umgehen und Tierschutz ist meines erachtens nach eine Gradwanderung und es ist ganz, ganz schwierig auf diesem Grad zu bleiben und nicht abzutriften so das es dann "militant" wird bzw. auch in eine falsche Richtung geht.


Ich persönlich finde, jeder soll das was er kann, beitragen in Sachen TS. Es ist niemandem geholfen, wenn jemand PS macht und danach nervlich total am Ende ist. Viele Kleinigkeiten helfen weiter z. B. Vorkontrollen machen oder mal Tiere vom Flughafen abholen oder so wie bei dir, Geld spenden! Und man sollte sich selbst gut genug kennen damit man weiß, wo eine Grenze ist in Sachen TS. Ich für mich weiß das ich viele Dinge bereit bin zu tun, aber alles hat seine Grenzen und ich muss noch ruhig schlafen können nachts....

Jeder soll das dazu beitragen, was er bereit ist zu geben.

lg
 
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NellasMiriel

NellasMiriel

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Hallo Paulcelnik -
ich seh das wie die Anja -
Jeder so wie er oder sie kann und was physisch und psychisch möglich ist......
Tierschutz egal wie und wo ist ja keine Pflicht......
Ich bemühe mich das zu tun was sich mir als Aufgabe stellt und was mir möglich ist.
Insofern - Tierschutz fängt für mich da an wo Jemand eintritt für die Würde von Tieren und dem Rest der Schöpfung, Tiere anständig und artgerecht behandelt,
und da gibt es ja eine große Bandbreite der Möglichkeiten....

lg Heidi
 
L

lulu39

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Tierschutz ist immer ein Gradwanderung - um es relativ aktiv und vernünftig zu machen, muß man auch Entscheidungen treffen und ausführen, die andere kaum nachvollziehen können.

Ich denke immer an die Worte eines bekannten Tierschützers:

Wenn 1 Hund sterben muß, damit 200 überleben - dann ist das unser Preis!

Sicher nicht für jeden nachvollziehbar, aber leider wahr..:cool:

Wir müssen Prioritäten setzen, die den Tieren - die wir wirklich retten können - ein Leben garantieren und damit klar kommen, das wir nicht alle retten können.

Falsch geleiteter Tierschutz - wie Animal Hording, Ausleben von Profineurosen Einzelner - führt zu längeren Qualen für die Tiere, sind unsinnig und schlimm.

Und genau deswegen hat jeder die Wahl - aktiv etwas richtig zu machen oder ein "Helferlein" im Hintergrund zu sein.
 
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K

KittyNelli

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Ich kann es auch nicht, wenigstens nicht aktiv vor Ort.

Ich würde zum absoluten Menschenhasser werden!:mad:

Meine Bewunderung und Hochachtung all denen, die diese schwere, wichtige Aufgabe auf sich nehmen, ihre ganze Freizeit, Kraft und so oft ihr letztes Geld dafür opfern!
 
Alannah

Alannah

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Nicht jeder kann im Tierschutz arbeiten, aber das macht auch nichts. Fast noch wichtiger ist die passive Arbeit wie Spenden, denn ohne Geld geht gar nichts!
 
Shamilla

Shamilla

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Huhu,

also ich finde es in keinster Art verwerflich!

Nicht jeder kann mit all dem Leid umgehen und Tierschutz ist meines erachtens nach eine Gradwanderung und es ist ganz, ganz schwierig auf diesem Grad zu bleiben und nicht abzutriften so das es dann "militant" wird bzw. auch in eine falsche Richtung geht.


Ich persönlich finde, jeder soll das was er kann, beitragen in Sachen TS. Es ist niemandem geholfen, wenn jemand PS macht und danach nervlich total am Ende ist. Viele Kleinigkeiten helfen weiter z. B. Vorkontrollen machen oder mal Tiere vom Flughafen abholen oder so wie bei dir, Geld spenden! Und man sollte sich selbst gut genug kennen damit man weiß, wo eine Grenze ist in Sachen TS. Ich für mich weiß das ich viele Dinge bereit bin zu tun, aber alles hat seine Grenzen und ich muss noch ruhig schlafen können nachts....

Jeder soll das dazu beitragen, was er bereit ist zu geben.

lg

Das unterschreib ich voll und ganz!

Es ist sehr schwer manchmal. Aber, es spornt auch an nochmehr zu kämpfen, dass es den armen Tieren besser geht. Als wir das erste mal in einer Tötungsstation waren, haben wir nur geheult. Aber wir dürfen den Kopf nicht sinken lassen, wir müssen nach vorne schauen, um weiter helfen zu können.

Ich finde das vollkommen okay, wenn jemand sich diese Bilder nicht anschauen kann. Verständlich. Aber wie bereits geschrieben wurde, mit Vor- und Nachkontrollen, Flugpatenschaften, Flughafenfahrten, Patenschaften und Spenden ist genauso viel geholfen und verdammt wichtig.
 
P

Pino

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Ich kann Katrin nur zustimmen, Tierschutzarbeit ist wirklich eine Gradwanderung, es ist eine Arbeit, die sehr viele Glücksmomente, aber auch sehr viel Leid bereithält:( Man stößt oftmals an seine Grenzen, z.B. wenn man bei einem Bauern neutral bleiben muß, der einem gerade erzählt, daß er Babies in die Jauchegrube geworfen hat, neutral bleiben deshalb, um sich die Möglichkeit nicht zu verderben, auf diesem Hof Kastrationsaktionen durchführen zu dürfen:( Für mich persönlich wichtig ist die Unterstützung seitens meines Mannes, der mich immer auffängt nach solchen Erlebnissen und mir die Kraft gibt, weiterzumachen..... Und nein, verwerflich ist es keineswegs, wenn man sich dieses "direkte Leid" nicht antun kann, es gibt so viele Möglichkeiten auch anders zu helfen!
 
traeumelein

traeumelein

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Ich glaube , dass sich jeder einzelne Mensch individuell diese Frage beantworten muß.
Jeder Mensch hat ein anderes Innenleben und auch andere Talente.
Nicht jeder kann im Krankenhaus arbeiten, nicht jeder hat Nerven genug Polizist oder Feuerwehrmann zu werden, nicht jeder kann ein Bild malen oder Klavier spielen...
Ich persönlich würde wohl auf Dauer auch nicht mit dem vielen Elend zurecht kommen, wobei ich das ja auch mit wiederholten Tierheimbesuchen austesten könnte. (also das was ihr aus dem Ausland berichtet würde ich definitiv nicht wegstecken auf die Dauer)
Mein klitzekleiner Tierschutz (der sicherlich noch arg ausbaufähig ist) bezieht sich dann darauf, ein Tier aus dem Tierheim aufzunehmen und ab und zu im Supermarkt eine Dose Futter in die Spendenbox zu werfen. Das ist sehr wenig, wenn es jedoch jeder täte , wäre es viel...
Drum beschäftige ich mich ja auch neuerdings mit dem Thema Tierschutz, da ich eines Tages auch vielleicht mehr tun möchte, auf welche Art auch immer.
Auch der NABU würde mich da interessieren.
Aber alles langsam und nicht Hals über Kopf und schon gar nicht ohne ein Basiswissen...
 
Paucelnik

Paucelnik

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  • #10
Ja, ich bewundere auch alle, die sich aktiv einsetzen und so noch mehr Leid verhindern.

Seit ich den Fundkater Joey aufgenommen habe (naja, meiner Freundin aufs Auge gedrückt habe. :rolleyes:), bin ich in Kontakt mit einer Kärntner Katzenschutzorganisation (sehr gefährlich für mich). Ich werde in Zukunft Katzen mit nach Wien nehmen, wenn ich dorthin fahren (bwz. meine Freundin mit mir fährt :rolleyes:), denn sie brauchen immer wieder "Taxis".

Das ist das Mindeste was ich tun kann!

Als Pflegestelle würde ich mich auch nicht eignen, ich könnte mich nur sehr schwer von den Tieren trennen, die ich betreut habe.

Paulchen wollte ich ja auch nicht behalten, aber nach 2 Wochen hätte ich ihn niemals wieder gehen lassen. :D
 
fischi11

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  • #11
Na siehste, damit tust du doch schon ganz viel in Sachen TS :D.

Find ich toll!!!
 
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gazze

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  • #12
Auch ich kann nicht wirklich aktiv helfen, ok mal für Futter sammeln oder auch mal ein Tier aufnehmen (gel Regina!) Aber da hat ja schon die Erfahrung gezeigt, dass das Tier geblieben ist (Herr Stoiber!).
Aber wenn Not am Mann wäre, würden wir das sicher wieder machen.
Ich könnte mir auch nicht vorstellen, immer Fellis aufzunehmen ,wenns gar nicht anders geht ja, aber nicht so wie es eben Regina macht ich hätte massivste Probleme die Tiere wieder herzugeben. Selbst mit der Flasche aufgezogen und dann soll ich so ein Tier abgeben. neee könnt ich nicht.

Ich find so wie Fischi11 geschrieben hat, hat sie den Nagel auf den Kopf getroffen.

LG
Karin
 
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shyva

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  • #13
Also ich arbeite seit kurzem wieder (und vorher auch schon mal) sehr aktiv im Tierheim mit.
Gleich morgen wieder gehts los: Katzen versorgen (das ist meine Aufgabe dort).

Es ist wirklich nicht einfach, all' die kranken Katzen zu sehen. Vor allem die ganz alten (wenn ich da an die alte Berta denke - meine liebste Maus dort - 18 J. :( ) und die viel zu kleinen Baby mit ihrem Schnupfen und Seuche und was weiß ich nicht alles.

Min. 1x pro Woche wenn nicht öfter holt man aus den Gehegen ein totes Babykätzchen raus (gerade zur Kittenschwemme).

Obwohl das alles so schlimm ist, stecke ich es erstaunlich gut weg. Vielleicht auch, weil man bei über 100 Katzen nicht sooo schnell eine Beziehung aufbaut. Bei manchen Katzen jedoch würde mir sicher auch eine Träne runterlaufen.

Bei uns im TH haben es die Tiere mehr als gut. Ich habe selten ein so schönes TH gesehen und wenn die Miezen dort sterben, hatten sie wenigstens ein verhältnismäßig gutes Leben dort gehabt.
Das ist es, was mich stärkt und wieso ich dort gerne arbeite: ich bereite den Tieren mit ein schönes Leben, solange sie dort sind (auch den Hundis und den Nagern).

Ich brauche diese Arbeit - es ist mein Ausgleich zum Studium.
 
Plum

Plum

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  • #14
... nicht weil es mich nicht interessiert armen Tieren zu helfen.:(

Einfach deswegen, weil ich es wohl nicht verkraften würde, all das Leid zu sehen. Sowas nimmt mich einfach zu sehr mit.

Mir geht es genauso, mich würde das tagelang verfolgen. Daher schaue ich ganz bewusst nicht in Rubriken wie Notfellchen und ich habe einen Mordsrespekt vor denjenigen, die sich im Tierschutz engagieren!!
 
Fellpopo

Fellpopo

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  • #15
Dazu muss ich auch mal was schreiben:D

Jeder Art von Hilfe ist Tierschutz.
Ob Spenden, Hilfe bei Vermittlung oder direkt in die Tötungsstation zu gehen, oder weiterleitung von Maisl..etc.
Alles ist ein Glied, das nur aneinandergereiht eine Kette gibt!

Ich war auch in Tötungsstationen und bin aktiv in Tuensien, Spanien, Ungarn und natürlich auch hier.

Und ich kann für meinen Teil sagen, ich kann es auch nicht!
Aber tue es, weil ich mir sage, wenn ich es nicht tu, wer rückt nach?
Was ich tue, ist getan und rettete so vielen Tieren schon das Leben.

Wenn es uns nichts ausmachen würde, würden wir das nicht tun. Denn dann wären wir emotionslos-sprich, es würde uns kalt lassen.

Ich war in Spanien in der Perrera und habe danach 14 Tage nicht mehr schlafen können, habe nur noch geweint, habe abgenommen, habe nur noch die Bilder vor Augen gehabt. Und genau DAS war es was mich weitermachen ließ. Ich musste was tun, denn ich wußte, so wie ich gelitten habe leiden die Tiere und noch mehr.
Ich für meinen Teil kann sagen, man quält sich selbst. Es tut nicht nur weh, es verändert vieles. Und eins was ich sagen kann, ich habe mich 1 Jahr aus de m aktiven Tierschutz zwischendrin mal rausgezogen weil ich es seelisch nicht mehr ausgehalten habe.
Und ich kenne viele aktive Tierschützer, die das auch tun. Um wieder Kraft zu tanken und erlebtes zu verarbeiten.

Das wollte ich mal sagen, das die die es tun es auch nicht automatisch können.
es geht uns genauso, es tut furchtbar weh, es verfolgt einen in den Träumen, am Tag, immer. Es zerrt an den Nerven und man geht über seine Grenzen, körperlich sowie mental....

Aber, deshalb tu ich es, weil es so weh tut. Weil es einen immer wieder hintreibt....
 
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