Hoffnung für Allergiker?

Mäusemädchen

Mäusemädchen

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  • #21
Ich finde den Ansatz des Katzenimpfstoffs eigentlich sehr interessant, ich denke aber das dieser Impfstoff nur für einen ganz kleinen Anteil der Katzenbesitzer wirklich relevant ist. Erstmal produzieren Katzen ja nicht nur ein allergen, sondern mindestens noch ein zweites und ungefähr 50% der Allergiker haben auch Antikörper gegen Fel d4 (also das andere Allergen). Bei denen würde die Impfung so wie sie ist ja nur bedingt wirken.
Und zweitens wird die Impfung schlicht und einfach zu teuer sein. Die Autoren der Studie beziffern die Kosten für vergleichbare Impfungen auf 200 bis 1000 $ pro Jahr. Ich denke nicht das jemand einen solchen finanziellen Aufwand betreibt nur um sich als Allergiker doch Katzen halten zu können. Diese Personen würden dann sicherlich eher eine Rassekatze, die angeblich Allergiker freundlich ist, anschaffen.
Daher denke ich das dieser Impfstoff tatsächlich eher für so Konstellationen wie in Gnocchillis Fall interessant ist. Also Allergikern die einem schon vorhandenen geliebten Tier dann entweder mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen können oder sich im extremsten Fall dann nicht von der Katze trennen müssen. Und das ist meiner Meinung nach wirklich zu begrüßen.
 
Gnocchilli

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  • #22
Gnocchilli, du benennst m.e. eben eher die außergewöhnlichen Fälle, die prozentual kaum eine Rolle spielen werden.

Da gebe ich dir absolut recht. Der Großteil wird es so machen. Aber ich betrachte in dem Fall jedes einzelne Schicksal. Und wenn es nur ein paar ältere Katzen sind, die dadurch vermittelt werden, ist das auch schon toll :pink-heart: Und selbst wenn mehr Kitten aufgenommen werden, wirkt sich das doch auch positiv auf die TH aus.

Ich betrachte es eben eher von dem Standpunkt aus, dass die Impfung als harmlos einzustufen ist. Andernfalls bin ich komplett deiner Meinung.

Ansonsten weiß ich nicht, was dagegen sprechen könnte, dass dann auch Allergiker Katzen aufnehmen können. Daran können die Katzen doch nur gewinnen? Wenn man jetzt mal außen vor lässt, das sie extra geimpft werden müssten.

Und nicht zuletzt könnte man bei Abgaben das Gefühl bekommen, 90% der Menschheit leidet an einer Katzenallergie - vielleicht ist diese Bezeichnung auch nichtmal so falsch, sobald man die Verantwortung bemerkt, wird man allergisch. ;) Tatsächlich ist der Grund in vielen Fällen nur vorgeschoben (nichts gegen ECHTE Allergiker), sodass auch so eine Impfung viele 1000 Katzen nicht vor dem Verlust des Zuhause bewahren wird.
Aber die könnte man dann identifizieren. Sehe ich auch so. Anstatt einfach zuzugeben, dass man überfordert ist oder dass die Katze iwelche Macken hat. Keine Ahnung, wozu die alle diese Ausreden brauchen..
 
biveli john

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  • #23
Ich hätte auch Angst vor Nebenwirkungen, die sich erst womöglich in Langzeiterfahrungen zeigen. Der Ansatz wäre sicher gut, aber diese Katzen wären Versuchskaninchen, obwohl das in den Laboren schon bereits geschehen ist. Natürlich alte Katzen ausgenommen die vielleicht noch ein paar schöne Jahre haben. Da wächst in mir der Zwiespalt, ich kann nicht anders.:confused:
 
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  • #24
... ungefähr 50% der Allergiker haben auch Antikörper gegen Fel d4 (also das andere Allergen). Bei denen würde die Impfung so wie sie ist ja nur bedingt wirken.
Evtl stellt sich ja auch noch heraus, dass es eine Kreuzreaktion gibt und Fel d4 auch abgemindert ausgestoßen wird :confused: Das, und noch viel mehr, muss sich noch beweisen.

Ich gehe auch davon aus, dass diese Impfung nicht erschwinglich ist und deswegen ein Missbrauch für "billige" Katzen eingeschränkt wird. Wenn man seine Katze allerdings liebt, tut man doch alles Mögliche, damit es dieser gut geht (gut geht hier, dass die Katze nicht ihr Territorium und ihre Menschen verliert).

Ich hätte auch Angst vor Nebenwirkungen, die sich erst womöglich in Langzeiterfahrungen zeigen. Der Ansatz wäre sicher gut, aber diese Katzen wären Versuchskaninchen, obwohl das in den Laboren schon bereits geschehen ist. Natürlich alte Katzen ausgenommen die vielleicht noch ein paar schöne Jahre haben. Da wächst in mir der Zwiespalt, ich kann nicht anders.:confused:
Dafür aber extra Versuchstiere über einen langen Zeitraum zu halten, wäre aber auch der in meinen Augen falsche Weg. Bei jedem Medi, egal ob Mensch, Hund, Kaninchen... sind die Nebenwirkungen über einen langen Zeitraum nur wenig bekannt.

Ich nehme mal die FIP-Impfung hervor: Die soll zum teil sogar zu FIP führen, was in Studien aufgetaucht ist :dead:

Keine Impfung ist sicher und man sollte sich bei jeder die Kosten/Nutzen-Frage stellen. In der Hinsicht ist auch Aufklärung ein gutes und wichtiges Thema. Wie viele TA's hatte ich schon, die mir Nebenwirkungen nicht genannt haben, und ich zu Hause in Panik verfiel.

Es gibt da wirklich viele Punkte, die berücksichtigt werden müssen. Grundsätzlich ist es aber, wie gesagt, wirklich eine OPTION für bestimmte Fälle. Und wer weiß, vllt stellt der Hersteller dafür auch Auflagen, dass der TA nicht grundlos jedes Tier impfen DARF?!?!
 
Lehmann

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  • #25
Die Kosten von neuen Präparaten sind immer astronomisch hoch, da die Firmen in der Regel 10 Jahre ein Patent auf ihre Neuentwicklung haben, aber danach gibt es meistens reichlich Generika, wenn der Wirk / Impfstoff freigegben ist, kommt es nur auf die Absatzmengen an, die den Preis bestimmt.
Und wie lange die Impfung hält, ist ja auch noch nicht klar. Vielleicht länger als vermutet, wie bei den anderen Impfstoffen auch, die "Wirkungsdauer" ist ja auch nur deshalb so kurz, weil der Gesetzgeber keine längeren Testzeiten fordert und die Firmen nicht freiwillig Katzen noch jahrelang weiter durchfüttern, nur um weniger zu verdienen, weil es ja tatsächlich sein könnte, dass so ein Impfstoff nicht nur ein, sondern meinethalben vier oder fünf Jahre hält. Wir Menschen werden ja auch nicht permanent nachgeimpft, von einigen Ausnahmen mal abgesehen.
 
biveli john

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  • #26
Gnocchilli ich teile genau diese Meinung, ich sehe auch alles differenziert und möchte alles hinterfragen dürfen. Viele verstehen auch das Fachchinesisch nicht, sind beim Tierarzt aus Sorge um die <Katze nervös und dann froh wenn sie draußen sind und genieren sich dann vielleicht etwas nicht so richtig verstanden zu haben. Oder überlassen alles dem Tierarzt, der wird's schon richten. Wenige machen sich da wirklich schlau, glaube ich zumindest. Auch Tierärzte machen Fehler oder sind nicht update. Bei uns hier am Land sind die meisten bei den Bauern unterwegs, die ihnen ein sicheres Einkommen bescheren und haben in der Kleintiermedizin nicht soviel Erfahrung.
 
Gnocchilli

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  • #27
... Vielleicht länger als vermutet, wie bei den anderen Impfstoffen auch, die "Wirkungsdauer" ist ja auch nur deshalb so kurz, weil der Gesetzgeber keine längeren Testzeiten fordert und die Firmen nicht freiwillig Katzen noch jahrelang weiter durchfüttern, nur um weniger zu verdienen, weil es ja tatsächlich sein könnte, dass so ein Impfstoff nicht nur ein, sondern meinethalben vier oder fünf Jahre hält. Wir Menschen werden ja auch nicht permanent nachgeimpft, von einigen Ausnahmen mal abgesehen.
Naja, das hängt nicht damit zusammen, dass die die nicht durchfüttern möchten. Aber ab dem beantragen der Tierversuche ist der Tierschutz präsent und die wollen natürlich jegliche Versuche zumindest minimal halten. Fordern ist also der falsche Begriff. Sie erlauben es auch nicht länger. Aber im LAbor kann die Haltbarkeit nachgewiesen werden (zB Zellkultur). Da die Versuchstiere zudem meist auch noch "steril" gehalten werden müssen, kostet das eben auch Geld, weil kein Platz für die neuen Versuchstiere da ist etc. Und man kann ja vieles schon im Labor untersuchen, dahin geht es ja jetzt schon mit sehr vielen Tierversuchen, um diese gering zu halten und den Tieren zumindest etwas "Leid" zu ersparen (Trifft jetzt bei diesem Präparat nicht unbedingt alles zu, aber generell). Zudem glaube ich, dass dieser Impfstoff nicht unbedingt von sterilen Haltungsbedingungen abhängig ist und sie somit auch von "echten Probanden" Daten erheben. Wird in der vet-Pharm generell so gemacht. Da gibt es ein Wort: Pharmakovigilanz -->https://de.wikipedia.org/wiki/Pharmakovigilanz
 
biveli john

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  • #28
Ich glaube das Durchfüttern ist das geringere Problem, ich bin im Verein der Tierversuchsgegner und angeblich haben statistisch die Versuche zugenommen.
Da ist aber alles erfasst nicht nur die Versuche in der Veterinärmedizin, die Haltebedingungen und die Schmerzbekämpfung ist zwar besser geworden, aber nicht in den Ländern wo diese Standards nicht zählen. Es werden diese Versuche von unseren Firmen gerne in anderen Ländern ausgelagert, da das billiger für den Auftraggeber ist. Leider.
 
Gnocchilli

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  • #29
Ich glaube das Durchfüttern ist das geringere Problem, ich bin im Verein der Tierversuchsgegner und angeblich haben statistisch die Versuche zugenommen.
Da ist aber alles erfasst nicht nur die Versuche in der Veterinärmedizin, die Haltebedingungen und die Schmerzbekämpfung ist zwar besser geworden, aber nicht in den Ländern wo diese Standards nicht zählen. Es werden diese Versuche von unseren Firmen gerne in anderen Ländern ausgelagert, da das billiger für den Auftraggeber ist. Leider.
Da ich in dieser Branche arbeite muss ich sagen: jein. Natürlich sind Versuche nicht toll. Andererseits sind sie aber notwendig, um Tieren zu helfen. Ohne die Versuche gehen sie Arzneimittel nicht als sicher durch, was sie aber sein müssen. Und ohne Medizin ist ja auch keinem im Fall der Fälle geholfen. Es ist ein schmaler Grad, mal wieder. Aber man muss immer zwisch kosten nutzen abwägen. Ich selber stelle mir oft die Frage, ob das, was ich auf arbeit mache, wirklich mit meinem Gewissen vereinbart werden kann. Und dann denke ich an die kleinen armen Tiere, die ohne unsere Impfstoffe jämmerlich zugrunde gehen würden....
 
Polayuki

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  • #30
Da ich in dieser Branche arbeite muss ich sagen: jein. Natürlich sind Versuche nicht toll. Andererseits sind sie aber notwendig, um Tieren zu helfen. Ohne die Versuche gehen sie Arzneimittel nicht als sicher durch, was sie aber sein müssen. Und ohne Medizin ist ja auch keinem im Fall der Fälle geholfen. Es ist ein schmaler Grad, mal wieder. Aber man muss immer zwisch kosten nutzen abwägen. Ich selber stelle mir oft die Frage, ob das, was ich auf arbeit mache, wirklich mit meinem Gewissen vereinbart werden kann. Und dann denke ich an die kleinen armen Tiere, die ohne unsere Impfstoffe jämmerlich zugrunde gehen würden....
tierversuche um den Tieren zu helfen ist aber auch etwas anderes als Tierversuche um den Menschen zu helfen.
 
Gnocchilli

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  • #31
tierversuche um den Tieren zu helfen ist aber auch etwas anderes als Tierversuche um den Menschen zu helfen.
Leider zielen die meisten Tierversuche schon darauf ab, dem Menschen in Form von mehr Profit durch weniger tote Tiere zu helfen. Aber das heißt noch lange nicht, dass die Tiere deswegen qualvoll sterben sollten, auch wenn sie kein tolles Leben erwartet und sie letzten Endes auf unserem Teller landen. Da gibt es einfach insgesamt kein richtig oder falsch. Ich würde ja lieber an Fleisch aus der Petrischale forschen. Ich hoffe, dass das unsere Zukunft wird! Ist jetzt an der Stelle aber auch OT.
 
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