Hilfe zum Thema Pankreatitis

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
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ChristianD

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Liebes Forum

ich habe einige der Artikel hier im Forum zum Thema Pankreatitis gelesen und würde gerne noch einige Meinungen einholen, da wir momentan sehr ratlos sind.

Unsere süße Momo (12 Jahre alt, Freigängerin) war immer schon eine sehr ruhige Katze, die viel geschlafen hat. Leider haben wir ihr Übergewicht, trotz Diätfutter nicht in den Griff bekommen. Seit etwa zwei Wochen wurde sie zunehmend ruhiger und noch weniger aktiv als sonst was wir zuerst auf das nasse kalte Wetter zurückgeführt haben. Seit ca. 1 Woche geht es ihr merklich schlechter und sie frisst auch deutlich weniger als sonst. Sie zeigt allerdings keine Symptome wie Durchfall oder Erbrechen, auch ihr Stuhl sieht normal aus. Sie ist nur sehr lethargisch und relativ appetitlos und hatte scheinbar Schmerzen am Unterbauch, da sie geknurrt hat, wenn man sie hochheben wollte. Abgenommen hat sie allerdings noch nicht.

Am Donnerstag war die Tierärztin bei uns und hat sie untersucht. Die Blutuntersuchung hat einen Wert von 9,2 µg/l im Ergänzungstest für Feline Spezifische Pankreaslipase ergeben. Abgesehen davon sind nur der Albumin-Globulin-Quotient mit 0,97 und der Muskel:CK Wert mit 1989 U/l erhöht. Die Leberwerte sind sonst im normalen Bereich. Die Diagnose lautete damit feline Pankreatitis.

Sie bekommt seit Montag (gestern) jeden Tag eine Infusion und alle 6 Stunden eine Schmerzspritze. Zusätzlich hat die TÄ ihr Antibiotika verabreicht, dass die Arme sehr schlecht vertragen hat. Sie musste einige Zeit später spucken und hat viel Speichelfluß gehabt. Eine merkliche Besserung ist auch noch nicht eingetreten, ihr Zustand ist unverändert trotz Schmerzmittel. Am Donnerstag kommt die TÄ wieder zur Untersuchung und für eine weitere Antibiotika Gabe.


Meine Fragen sind nun:

- Sollte die TÄ nicht eine Ultraschall Untersuchung machen um die Leber und Bauchspeicheldrüse anzusehen? Unsere größte Angst ist es, dass schon andere Organe angegriffen sind oder dass es ein Tumor ist
- Müsste durch das Schmerzmittel nicht eine leichte Besserung einsetzen, also dass Momo wieder etwas aktiver werden sollte wenn sie schmerzfrei ist?
- Wäre es vielleicht sinnvoll eine zweite Meinung einzuholen, da die Symptome doch sehr unspezifisch sind und der Wert von 9,2 µg/l nur darauf hinweist, dass eine Pankreatitis "wahrscheinlich" ist?
- Gibt es vielleicht alternative Behandlungsmethoden, die erfolgsversprechend sein können?

Ich mache mir große Sorgen um unsere kleine Maus. Sie ist wirklich die liebste Katze, die man sich vorstellen kann. Die Infusionen und Schmerzspritzen erträgt sie mit einer Engelsgeduld ohne sich zu wehren, und wenn es vorbei ist, rennt sie nicht weg und versteckt sich, sondern kommt und setzt sich zu uns auf den Schoß. Ich hoffe nur, dass sie wieder gesund wird.

Liebe Grüße
Christian
 
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Maiglöckchen

Maiglöckchen

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Hallo Christian,

ich hoffe, ich kann Dir ein wenig helfen:

Was für ein Schmerzmittel hat sie bekommen? Wenn es Metacam (Meloxixam) war, dann würde ich in Zukunft eher auf ein opiathaltiges Schmerzmittel gehen, da diese Schmerzmittel bei Pankreatitis eher indiziert sind als Metacam, das gerne mal für NW im Magen-Darm-Trakt sorgt.

Und dann die nächste Frage: Wieso bekommt sie AB? Antibiotika sind in aller Regel bei BSD-Erkrankungen nicht indiziert, es sei denn, es gibt klare Anzeichen für eine bakterielle Ursache. Und offenbar sind ja bei Euch die Entzündungswerte im BB nicht erhöht. Hier mal ein link dazu:

http://www.idexx.de/pdf/de_de/smallanimal/education/client-education/du_pancreatitis_cat_de.pdf

Infusionen sind schon mal sinnvoll, aber da der fPli bei Euch nicht so dramatisch erhöht ist, würde ich auf jeden Fall eine zweite Meinung einholen und einen Ultraschall machen lassen, auch um zu schauen, wie der Darm aussieht.

Das ist zwar jetzt nur eine Theorie, aber mittlerweile glaube ich, dass der Darm oft ursächlich für eine Pankreatitis ist (Stichwort IBD).

Was für Diätfutter habt Ihr denn gefüttert? Und was füttert Ihr jetzt? Bei manchen Katzen hilft fettarme Ernährung, aber verallgemeinern kann man das nicht.

Mag Momo gekochtes Huhn? Dann könntet Ihr das mal für ein paar Tage als leichtverdauliche Schonkost füttern und schauen, wie sie das verträgt.
 
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ChristianD

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Hallo Maiglöcken

Vielen Dank für deine Antwort!

Das Schmerzmittel, dass die TÄ verschrieben hat, ist Metapyrin (Metamizol), also kein Opiat. Auch am dritten Tag konnten wir keine Verbesserung durch die Schmerzmittelgabe feststellen. Da die Spritzen doch immer mit einem gewissen Stress für unsere Momo verbunden sind, möchte ich ihr das natürlich keinesfalls weiter antun, wenn es nicht wirklich hilft. Wir werden die Ärztin morgen darauf ansprechen.

Das Antiobitikum hat die Tierärztin scheinbar deswegen verschrieben, weil es auch entzündungshemmende Wirkung haben soll. Da aber das BB keine erhöhten Entzündungswerte aufzeigt, bin ich mir bei dieser Behandlung auch nicht 100% sicher.

Das Diätfutter, das sie bekommen hat wegen ihrem Übergewicht war u.a. Animonda Vom Feinsten Diätfutter, Grau Schlemmertöpfchen (ca. 150g pro Tag) und als Trockenfutter Perfect Fit In-Form (ca. 25-30g pro Tag).

Seit sie so krank ist, bekommt sie stattdessen jetzt frisch gekochtes. Gestern gabs es gekochten Hühnerschenkel (Brust isst sie nicht) und heute etwas leicht angebratenen Fisch. Beides hat sie durchaus mit Appetit gefressen, wenn auch keine großen Mengen.

Zum Glück scheint jetzt wieder mehr Sonne und wir haben ihr einen schönen Schlafplatz an einem Sonnenfleck eingerichtet, wo sie täglich liegt. Ausserdem sitzt sie auch gerne mehrere Stunden am Tag bei jemandem auf dem Schoß. Und nachts darf sie natürlich bei Frauchen unter die Decke, wo sies auch kuschelig warm hat. Mir kommt sie auch heute nicht mehr so kalt vor, nachdem sie den ganzen Tag soviel Wärme bekommt. Es ist fast den ganzen Tag jemand bei ihr und wir lassen sie nur 1-2 Stunden allein, wofür sie augenscheinlich sehr dankbar ist, da sie immer sehr viel Wert auf menschliche Nähe legt.

Liebe Grüße

Christian
 
Maiglöckchen

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AB hemmen aber nur Entzündungen, die durch Bakterien verursacht werden. Und das ist bei Euch ja offensichtlich nicht der Fall.

Wenn schon, dann ist bei Pankreatitis oft Cortison sinnvoller.

Lass Dir bitte nicht von der TÄ einreden, sie dürfte Dir keine opiathaltigen Schmerzmittel mit nach Hause geben. Sie darf das laut Betäubungsmittelgesetz durchaus. Wenn es sich um das Schmerzmittel der Wahl handelt und das ist bei Pankreatitis absolut der Fall (siehe Idexx-Empfehlung, siehe Empfehlung der Uni Gießen), dann dürfen Tierärzte das Medikament jeweils für drei Tage mit nach Hause geben.

Selbst gekochtes Futter ist sehr gut. Pute und Kaninchen eignen sich als leichtverdauliches Fleisch auch noch. Wenn Ihr das länger durchzieht, würde ich gemörserte Eierschale hinzu geben. Man rechnet eine Schale auf ein Kilo Fleisch.
 
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ChristianD

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Nochmals vielen Dank.

Der Hinweis, dass AB nur bei bakteriell verursachten Entzündungen indiziert ist, ist sehr gut. Das werden wir morgen ansprechen. Ebenso die Tatsache, dass die Entzündungswerte nicht erhöht sind. Vor allem wollen wir fragen, ob nicht noch zusätzliche Untersuchungen gemacht werden sollten, da der einzige Hinweis bisher ein leicht erhöhter Wert beim Pankreatitis Test ist.

Die Behandlung Schmerzmittel/Infusionen/AB kommt mir ohnehin sehr unspezfisch vor. Damit kann man vermutlich ziemlich vieles behandeln. Aber die Diagnose ist mir noch zu ungenau.

Werde morgen berichten, wass die TÄ gesagt hat.
 
Maiglöckchen

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Da Pankreatitis und Darmentzündungen oft Hand in Hand gehen, wäre es auch sinnvoll, den Darm zu schallen und ggf. auch eine Kotuntersuchung zu machen, zum Beispiel auf Nahrungsverwertung, auf Fettsäuren und auch darauf, wie es mit dem bakteriellen Gleichgewicht im Darm aussieht. Wenn da was aus den Fugen ist, kann man u.U. über Ernährung und auch über Darmsanierung einiges machen.

Pankreatitis ist leider eine sehr unspezifische Erkrankung mit ganz vielen Gesichtern. Meine Patientin hier hatte z.B. einen doppelt so hohen fPli, zeigt aber außer Breikot keinerlei Symptome und hat auch keine Schmerzen.
 
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ChristianD

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Heute hat sich zum ersten Mal eine Besserung gezeigt. Momo ist immer noch sehr ruhig, aber doch wieder etwas aktiver als die letzten Tage. Essen tut sie ein bisschen, nicht viel aber doch mit Appetit. Haben gerade einen schönen Abendspaziergang gemacht und sie macht wieder einen viel lebensfroheren Eindruck.

Die Tierärztin meinte auch, dass es unserer kleinen Patientin besser geht und dass wir ab jetzt das Schmerzmittel absetzen können. Morgen kriegt sie noch eine Infusion und danach im Abstand von 3 Tagen noch einmal zwei Gaben Antibiotika. Zusätzlich bekommt sie ein Mittel gegen Übelkeit und damit hat sie heute auch keine Nebenwirkungen auf das AB gezeigt. Nur die Verabreichung der Tablette hat sie uns mehr übel genommen als die Spritzen.

Die TÄ meinte, dass wir sie natürlich weiter beobachten sollen, aber von ihrer Seite aus, gibt es keinen weiteren Untersuchungsbedarf, sofern sie sich jetzt langsam wieder erholt. Eine Darmuntersuchung wäre ihrer Meinung nach auch nicht notwendig.

Meine Vermutung ist jetzt, dass sie kalt geworden ist, da sie einige Abende vorher viele Stunden im Garten gesessen und ihr Revier vor einer neuen Nachbarskatze verteidigen wollte, sich dabei aber kaum bewegt hat und sich dadurch verkühlt hat. Ich hoffe wirklich sehr, dass es ab jetzt bergauf geht und sich unser Mäuschen wieder völlig erholt :)
 
Maiglöckchen

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Das ist schön, dass es Momo besser geht.

Verkühlen ist es aber normalerweise keine Ursache für Pankreatitis.

Ich würde aber, auch wenn sich ihr Befinden deutlich bessert, den fPli in einiger Zeit nochmal nachtesten lassen, nicht dass sich eine chronische Geschichte daraus entwickelt.

Mich würde aber trotzdem noch interessieren, wie die Ärztin das AB begründet hat.
 
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Auf Nachfrage hat die Ärztin noch einmal wiederholt, dass es ihr um die entzündungshemmende Wirkung des AB geht. Auch nach dem Hinweis auf die Blutwerte und dass vermutlich keine bakterielle Entzündung vorliegt. Da sie in diesem Fall die Expertin ist, haben wir das nun so akzeptiert.

Einen Nachtest möchten wir auf jeden Fall machen, denn eine chronische Pankreatitis möchten wir unserer Süßen unbedingt ersparen! Im Moment bin ich aber wirklich sehr erleichtert, dass es wieder aufwärts geht. Es wird sicher noch etwas dauern, aber wenigstens braucht sie jetzt keine Spritzen mehr.

Zum Glück hat uns Momo den ganzen Stress mit Tierarzt, Spritzen und Infusionen nicht übel genommen. Ich konnte die Tage viel daheim sein und sie ist viele Stunden bei mir auf dem Schoß gesessen. Die Wärme am Bäuchlein hat ihr bestimmt auch sehr gut getan.
 
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  • #10
Weißt Du zufällig, ob es sich bei dem AB um Metro gehandelt hat?

Ich drücke jedenfalls die Daumen, dass es mit Momo weiter steil bergauf geht.
 
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  • #11
Das Antibiotikum war anscheinend Marbocyl wenn ich das richtig aus der Rechnung herausgelesen habe.

Heute hat unsere tapfere Maus ihre letzte Infusion bekommen und diese wie immer mit einer Engelsgeduld über sich ergehen lassen. Heute war sie schon wieder fast die Alte. Vielleicht noch etwas ruhebedürftiger, aber im Gegensatz zu vor einigen Tagen, würde ich sagen es geht ihr wieder richtig gut. Wie beobachten sie natürlich weiter und achten noch mehr als vorher darauf nur fettarmes und hochwertigstes Futter zu kaufen, um einen neuen Schub verhindern zu können. In einigen Wochen beraten wir uns nochmal mit der Tierärztin wegen einer weiteren Blutuntersuchung.

Vielen Dank für deine Hilfe und deinen Beistand, Maiglöckhen :)
 
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  • #12
Dann hoffe ich ganz fest, dass Ihr die Krise überstanden habt:)
 
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ChristianD

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  • #13
Es geht Momo mittlerweile wirklich wieder sehr gut. Ich würde sagen, sie ist wieder ganz die Alte :)
 

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