Gingivitis, Stomatitis, Zahnsanierung... Hilfe gesucht!

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
Tintenfisch

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Guten Morgen,

nachdem ich eben nach 3% meines Arbeitsweges einen Nervenzusammenbruch bekommen habe (dachte, Spiegel wäre kaputt - ist er nicht) und schon seit Dienstagabend andauernd nur am heulen bin, habe ich beschlossen, mir Hilfe bei Katzenbesitzern zu suchen, die vielleicht schon mal in meiner Lage gesteckt haben.

Meine EKH Dame Ruby, die dieses Jahr 6 wird, hat sich seit Sonntag mehr zurückgezogen. Da das bei ihr keine Seltenheit ist (sie hat gern mal ihre Ruhe), habe ich erst nichts gemacht und bis Dienstag weiter beobachtet.
Dienstag Abend hat sie dann fast gar nichts gegessen, nur ein bisschen Soße vom Tütenfutter abgeschlabbert, mit Appetit, aber die richtige Futteraufnahme war nicht möglich. Sie hat auch am Nachmittag schon begonnen, sich öfter über das Mäulchen zu lecken und kam mir vom Allgemeinzustand her matschig vor.

Ich hab mir ihre Zähne angeschaut, die schöne rote ZFE gesehen (da wir ja unser neues Geschwisterpärchen noch nicht lange haben, habe ich ihr ca. anderthalb Wochen das Nachgucken erspart - Zähne geputzt haben wir, aber etwas seltener) und Dentisept Salbe raufgegeben.
Bis Abends um 10 ging es ihr dadurch auch ganz gut, und dann wurde es wieder schlechter.

Gestern Morgen hab ich dann gleich beim Tierarzt angerufen und einen Termin bekommen. Bei der Untersuchung sagte die TÄ dann, dass sie auf jeden Fall eine Zahnsanierung machen müsse, auch, dass eventuell ein paar Zähnchen draufgehen könnten (genaues kann sie erst sagen, wenn sie die Beißer ganz in Ruhe betrachten kann), und dass Rubys ZFE von Viren kommt und nie ganz weggehen würde.

Ich hatte mich den Abend vorher hier im Forum zu FORL ein bisschen eingelesen und war, gelinde gesagt, die ganze Nacht durch schlaflos vor Sorge. Ich habe es auch bei der TÄ angesprochen, aber sie meinte, FORL und Rubys ZFE seien zwei unterschiedliche Dinge (wobei man FORL doch nur durch ein Dentalröngtgenbild bestimmen kann, oder?), und dass die Sani nun unser jährlicher Begleiter wird. Ich habe mir also für nächste Woche Dienstag einen Termin geben lassen. Ein Zehn-Tages-AB hat sie gespritzt bekommen, und dann waren wir wieder daheim.
Gestern Abend hat sie noch recht gut gefressen, heute morgen war noch kein Hunger.

Nun aber zum eigentlichen Grund dieses Threads: Ich bin, ehrlich gesagt, nicht ganz einverstanden mit dieser Vorgehensweise. Ich möchte Ruby nicht jedes Jahr in Narkose legen. Sie hat irrsinnigen Stress beim Einpacken und Fahren, und zusammen mit einer Narkose macht sie das nicht jünger. In meiner Sorge und Aufgewühltheit habe ich auch ganz vergessen zu fragen, ob eine Spritze oder eine Inhalationsnarkose benutzt wird.

Ich habe mir einen Tierzahnarzt in relativer Nähe ausgesucht (viel Auswahl hatte ich nicht), kann aber erst heute Nachmittag dort anrufen, wenn es schlecht läuft.

Ich möchte die Belastung für Ruby so kurz wie möglich halten und überlege deshalb, ob nicht dieser Tierzahnarzt die Sani vornehmen und vorher gleich ein Dentalröntgenbild anfertigen kann, damit man sich sicher sein kann, dass da nicht doch was in den Wurzeln schlummert.

So gern ich möchte, dass nach der Sani und mit ein, zwei Zähnen weniger alles gut bei Ruby ist, ich traue dem Braten einfach nicht. Das klingt für mich einfach nach einem Aufschieben des Problems, und jedes Jahr Narkose, OP, Aufenthalt, da verdient es sich auch gut dran.

Kann mir vielleicht irgendjemand Tipps geben, wie ich mich entscheiden sollte, was ich noch beachten und erfragen sollte?
Es gibt in ganz Pi nur noch eine Praxis, wo ich mir eine zweite Meinung anhören würde, und da möchte ich auch noch anrufen und mal nachfragen.

Das Geld spielt natürlich auch noch eine kleine Rolle. Sani+evtl. Extraktion und dann am Ende doch nochmal zum Spezialisten? Das würde echt wehtun.

Ich bin grad einfach nur voller Sorge, dauernd am heulen und weiß nicht, was aus meiner Dicken werden soll. Ich hoffe so, dass mir der Tierzahnarzt weiterhelfen kann. Meinetwegen fahr ich da auch heut noch hin (ist leider fast ne halbe Stunde weg).

Ich möchte einfach nur sichergehen, dass ich alles getan habe und alle Möglichkeiten in Betracht bezogen habe, um meiner Maus den Schmerz zu nehmen.

Vielen Dank an jeden, der sich die Zeit genommen hat, dies zu lesen. Ich bin für jeden Rat und jede Kritik offen. Ich will einfach nur nix falsch machen bei meiner Süßen.
 
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Piepmatz

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Guten Morgen,

also erstmal tiiiief einatmen und ganz ruhig wieder ausatmen!

Hab hier seit ein paar Wochen selber für meinen 6 Jährigen Kater die Diagnose FORL bekommen.

Dachte auch immer er hat "nur" Zahnstein und bisserl ZFE...Er war dann vor ca 2 Jahren das erste mal unter Narkose zum Zahnsteinentfernen. Und heuer sollte es mal wieder soweit sein. Aber da mir das ganze seltsam vorkam hab ich auch röntgen lassen auf FORL.

Tja, und wie mein Glück es wollte war der Befund positiv. Aber ist ja auch bei angeblich jeder 2. Katze über 5 der Fall. Kann, muss aber nicht so sein.

Wir sind so vorgegangen: Unter Narkose röntgen (INHALATION!!) und alle kaputten Zähne raus (gsd nur 3 backenzähen) und den Rest von Zahnstein befreit usw...Dazu am besten noch ne Abstrick auf sämtliche Ableger des Katzenschnupfen bzw Herpes usw - geht wohl gerne miteinander her....

Und da ich mittlerweile einen gewaltigen Unterschied in der Lebensqualität sehen weiss ich wenn wieder was im argen ist und kann dann wieder entsprechend handeln.

Allerdings kann es im schlimmsten Fall passieren das irgendwann alle Zähne raus sollten/müssen wenn es FORL ist/sein sollte.

Hab anfangs auch schlucken müssen - aber so schlimm ist es eig gar nicht. Da tut die Behandlung am meisten weh.
Katzen kommen auch mit ohne Zähne klar. Da kann man immer noch Mäuse fangen und auch NaFu oder Trofu fressen, keine Sorge!

Aber jedes Jahr unter Narkose würde ich auch nicht machen! Ist ja auch eine Frage das Alters und der Verfassung jedesmal. Narkose geht schlimmsten fall auf die Nieren und mehr macht es nicht besser.

Schau aber bitte drauf das eine Inhalationsnarkose verwendet wird - das ist wesentlich schonender. ich würde mir auch für den tag und 2 oder 3 danach frei nehmen umden Patienten noch im Auge haben zu können.

Hier waren es ca 3 Tage. Fressen ging allerdings direkt nach der OP schon wieder :D

Und vorallem kann ich dir empfehlen es lieber gestern als heute machen zu lassen. Katzen neigen dazu keine Schmerzen zu zeigen. Und wenn doch, dann ist es meist schon zu spät!

Ansonsten werden sich sicher noch ein paar andere User mit Erfahrungen melden....

ps.: Stichwort Kosten: geh lieber gleich zum Fachmann - das erspart Stress und Kosten.
Wir haben mit allem zusammen nicht ganz 550 Euro gezahlt. Waren aber einige Laborsachen und Tests dabei, so wie Medis usw..Und es war in einer Klinik - die sind ja gerne mal teuerer...
 
Tintenfisch

Tintenfisch

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Vielen lieben Dank für deine Antwort!

Wir haben genau zwei Tierzahnärzte (TZA) in der Umgebung, die ich Ruby von der Fahrzeit zumuten möchte. Wir haben sogar mehr Kliniken, aber da bin ich noch dabei, mir die Seiten zu anzusehen - ist ja nicht gleich gut, nur weil es eine Klinik ist...

Leider ist einer von beiden aktiv mit Seminaren über sein Fachgebiet in der Welt unterwegs, und der andere hat Sprechzeiten von 9-11 und von 16-18 Uhr. Da ich selber heute zum Arzt musste (hatte heute morgen echt einen Meltdown), bleibt mir nur, um 16 Uhr da anzurufen und zu hoffen, dass wir am besten morgen noch vorbeikommen dürfen damit sich der gute Mann ein Bild machen kann (am Telefon ist halt ein bisschen blöd).
Aber erstmal abwarten.

Ich habe mich auch schon nach einer neuen Standartpraxis für Wehwehchen umgeschaut. Ich habe irgendwie das Vertrauen in meine Praxis verloren, vor allem, nachdem meine Biester angeblich massiven Flohbefall hatten.
Achso, wo ich grad den Terminzettel sehe: Oben rechts ist das RC-Firmenlogo. Na so viel zu meinen lobenden Worten, weil man im Eingangsbereich nicht von Probepackungen erschlagen wird!

Ich habe mir die Inhalationsnarkose auf einen Zettel mit Fragen geschrieben und werd ganz ganz dolle dran denken, danach heute zu Fragen. Ich bin mir zu 90% sicher, dass ich die Sani Dienstag absagen möchte, aber wenn nicht, werde ich da auch drauf bestehen, zu inhalieren.

Den Abstrich schreib ich gleich auf, meinst du, ich sollte auch auf Calici testen? Von denen hab ich auch gelesen.

Ich sehe auch so einen heftigen Unterschied: Ruby ist zwar gern mal allein, aber eigentlich sucht sie wenigstens einmal am Tag unsere Nähe. Auch zu den Zwergen ist sie sonst anders - zwar noch abweisend (Dank TH 6 Jahre Einzelkind), aber auch neugierig und total passiv. Und seit Montagabend ist ihr alles egal. Sicher ist sie von der AB-Spritze auch ziemlich groggy, aber von Lebensqualität lässt sich grad nicht viel Blicken.

Ganz ehrlich, ich habe lieber eine zahnlose Katze als eine leidende Katze. Auch das viele die Reißzähne stehen lassen, versteh ich manchmal nicht. Kannte selber eine Katzenomi, die zwar lieber Paté als Brocken fraß, aber super klar kam.
Von mir aus könnten sofort alle Zähne raus, wenn es machbar wäre (ist ja doch ein massiver Eingriff) und nützen würde. Ich liebe sie auch halbnackt mit zwei Beinen, blind und verfloht.

Ich finde nicht, dass jedes Jahr Zahnstein entfernen ein Zustand für eine Katze ist. Wie gesagt schiebt das für mich das Problem nur auf. Doof ist natürlich, dass Ruby sich die Zähne putzen lässt, mit Rohfleisch aber so gaaaar nichts anfangen kann. Da hätte ich wenigstens ein bisschen Zahnbürsten-Effekt.

Wenn ich mich heute mit dem TZA besprochen habe bzw was festes weiß, frag ich sofort nach Urlaub. Ich kann jetzt schon kaum aus dem Haus gehen vor Sorge, wenn die Süße dann auch noch Invalide ist, krieg ich gar nix mehr gebacken...

Ich habe mich schon ein kleines Stück durch den FORL-Thread gelesen und bin überzeugt, so schnell wie möglich zu handeln! Hätte der dusselige Arzt noch auf, würd ich sofort durchklingeln. Aber nun muss ich erstmal Tee trinken.
Wie gesagt, OB FORL, das wissen wir noch nicht, aber ich bin der festen Überzeugung, ein Dentalröntgenbild ist erstmal das Beste, bzw wenn der Verdacht des Arztes so wie meiner ist, Sani mit vorigem Röntgen und falls notwendig, gleich OP. Ich kann es nicht ertragen, meine Schätze leiden zu sehen, und wenn ich könnte, würde ich ihnen jeden Schmerz nur zu gern abnehmen :(

550 Euro klingt aber noch gut, wenn da sogar noch Laborsachen bei waren (die Abstriche?). Allerdings waren es bei dir "nur" 3 Backenzähne. Aber auch wenn ich einen Kredit aufnehmen muss, ich krieg das schon hin. Werde beim Gespräch, je nachdem was er sagt, einen Kostenvoranschlag und die Zahlungsmethoden erfragen. Vielleicht darf man ja, wenn es mein momentan verfügbares Geld übersteigt, Anzahlung und dann Ratenzahlung machen...

Ich hoffe nur, meine Kleinis bleiben davon verschont... ZFE haben sie ja schonmal.... aber bei Heckie geht sie gut weg.


Nochmal herzlichen Dank! Nun kann ich mich ein bisschen entspannen :oops:
 
MäuschenK.

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Ganz ehrlich, ich habe lieber eine zahnlose Katze als eine leidende Katze. Auch das viele die Reißzähne stehen lassen, versteh ich manchmal nicht. Kannte selber eine Katzenomi, die zwar lieber Paté als Brocken fraß, aber super klar kam.
Von mir aus könnten sofort alle Zähne raus, wenn es machbar wäre (ist ja doch ein massiver Eingriff) und nützen würde.

Endlich mal wieder jemand, der es verstanden hat :). Wenn es denn tatsächlich FORL sein sollte, würde ich raten, es auf zwei OPs aufzuteilen. Alle auf einmal zu ziehen, ist unter bestimmten Bedingungen auch möglich und wird auch nicht selten gemacht. Nur, das Risiko, dass es zu Komplikationen kommt, ist natürlich etwas größer.

Im Übrigen sind mittlerweile ca. 70% aller Katzen über 3 Jahre von FORL betroffen.
 
superruebe

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Tja...die lieben Zähne. Bei waren 6 von 10 Katzen letztes Jahr beim Zahnarzt.

Kann dir auch nur empfehlen es erst röntgen zu lassen und dann je nach Befund die Sani machen zu lassen. Digital oder Dental röntgen lassen.
Dental = max. 2 Zähne auf einem Bild
Digital = meist der komplette Kiefer, aber das Bild lässt sich vergrössern so das man genug erkennen kann

normales Röntgen = zu klein für ne vernünftige Aussage, dazu kommt noch das der Kopf super gelagert worden sein muss, damit die Überschattungen nicht zu gross sind.

Inhalationsnarkose wünschenswert, aber machen nicht alle, erst recht nicht wenn sie evtl. ziehen müssen.
Meine Klinik nimmt die Kurznarkosen mit entsprechendem Zusatz wegen der Schmerzen und ich lass die Herrschaften gleich wieder aufwecken. Zusätzlich bekommen sie eine Infusion um die Narkose schneller raus zu bekommen und den Flüssigkeitshaushalt wieder etwas in Schwung zu kriegen.

Bei einer bereits vorhandenen Zahnfleischentzündung sollte 2-4 Tage vorher mit einem Antibiotikum angefangen werden ( z.B. Suatanem oder Convenia ) damit die Bakterien vor dem Zähne ziehen schon mal platt gemacht wurden und nicht in den Organismus gelangen um dort für andere Probleme zu sorgen.
Auch nach dem Zähne ziehen sollte noch ein paar Tage mit einem AB abgedeckt werden.
Viele Tierärzte halten Schmerzmittel nach dem Ziehen für überflüssig.
Ich besteh drauf....decke 2-4 Tage mit Metacam ab.
Novalgin wird auch gern gegeben, jedoch hab ich damit ganz üble Erfahrungen gemacht, deshalb kommt mir das nicht in die Katz. Metacam wird in der Regel auch recht problemlos genommen.

Ein Rachen- bzw. Tonsillenabstrich um Calici oder Herpes zu bestimmen, kann super in Narkose gemacht werden, da der Tupfer tief in den Rachen muss und vorher nirgendwo dran kommen kann.

Ich nutze die Chance auch immer gleich für ein geriatrisches Blutbild. Wer schläft bekommt von der Blutabnahme ja nichts mit. ;-)

Lass dir vorher sagen in welcher Preisspanne sich das ganze abspielen könnte. Die Preise sind von Region zu Region unterschiedlich.
 
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tiha

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Endlich mal wieder jemand, der es verstanden hat :). Wenn es denn tatsächlich FORL sein sollte, würde ich raten, es auf zwei OPs aufzuteilen. Alle auf einmal zu ziehen, ist unter bestimmten Bedingungen auch möglich und wird auch nicht selten gemacht. Nur, das Risiko, dass es zu Komplikationen kommt, ist natürlich etwas größer.

Im Übrigen sind mittlerweile ca. 70% aller Katzen über 3 Jahre von FORL betroffen.

Ich denke, dass das Risiko unter'm Strich relativ gleich bleibt, weil sich einfach z.B. jede Wunde infizieren kann, egal ob nun 10 oder 30 gleichzeitig entfernt werden. Auch ist es so, dass noch nicht von Forl betroffene Zähne deutlich einfacher (und damit risikoärmer, da schneller und im Ganzen) extrahiert werden können. Dann gibt's natürlich auch noch die Umstände, d.h. bei älteren Katzen sind die Zähne manchmal lockerer als bei ganz jungen, es gibt Katzen, die relativ zierliche Zähne haben, da geht's auch einfacher, wenn man Herpes-Katzen hat kann man Glück haben und die Zähne sitzen locker(er). Und natürlich die Nieren ... je länger eine OP, umso anstrengender. Wobei ich mich als Laie da frage, ob für die Nieren eine kürzere OP-Zeit, aber dafür 2 x Vollnarkose, 2 x (mehrere Tage) NSAIDs und AB besser sind, als längere OP-Zeit, aber dafür nur 1 x AB + NSAIDs (für mehrere Tage). Vom ganzen Stress mal abgesehen.
 
superruebe

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Im Übrigen sind mittlerweile ca. 70% aller Katzen über 3 Jahre von FORL betroffen.

Ja leider.

Die LMU München hat dazu ne Studie gemacht mit über 4000 Katzen.

Das Ergebnis war das Calici eine Rolle dabei spielt und die Fütterung.
Das Thema in wie weit Impfungen ne Rolle spielen, da weiss ich leider nicht was daraus geworden ist.
Die LMU fand heraus, daß in industriell hergestellten Futtern das Ca/P Verhältnis nicht passt. Es ist viel zuviel Phosphor drin.
Dadurch kommt es zu einem Missverhältnis was der Körper dann ausgleichen will/muss.

Sehr erschreckend fand ich das die LMU die Ca/P Angaben der Hersteller überprüft hat und dabei feststellte das die Werte auf den Etiketten nicht mit dem Inhalt übereinstimmten.

Kann man nur empfehlen zu barfen, denn da weiss man wenigstens was drin ist.
 
MäuschenK.

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Ein Rachen- bzw. Tonsillenabstrich um Calici oder Herpes zu bestimmen, kann super in Narkose gemacht werden, da der Tupfer tief in den Rachen muss und vorher nirgendwo dran kommen kann.

In denke, bei einer ZFE ist ein Abstrich vom Zahnfleisch besser geeignet. Herpes ist i.d.R. eher untypisch für eine ZFE.


Vergessen: Nach der OP sollte ein Kontrollröntgen durchgeführt werden, damit sichergestellt wird, dass keine Wurzelreste übersehen wurden.
 
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  • #10
Ich kann dir auch nur raten direkt einen Spezialisten aufzusuchen und ein dentales Röntgenbild anfertigen zu lassen, um im Falle einer FORL Diagnose die betroffenen Zähne direkt in Narkose entfernen lassen zu können und Ruby unnötigen Stress und weitere Schmerzen zu ersparen.

Bei meiner Bonnie (2 Jahre), die immer wieder mit Zahnfleischentzündungen zu kämpfen hatte, wurde vor drei Wochen auch erst auf dem Röntgenbild festgestellt, dass der Großteil ihrer Zähne in einem absolut katastrophalen Zustand war (FORL und Parodontitis) und daher direkt in der Narkose entfernt werden musste.
Zahnstein war hingegen kaum sichtbar und äußerlich hätte man auch nie vermutet, wie schlecht es um die Zähne bestellt ist. Selbst die behandelnde Zahnspezialistin hatte es nicht so schlimm eingeschätzt in der Voruntersuchung.

Bezahlt habe ich in der Klinik rund 1050€ für Röntgenbilder (inklusive Kontrollröntgen nach der OP), Extraktion von 12 Zähnen, Inhalationsnarkose, Medikamente und Nachuntersuchung.

(Tut mir leid, dass ich mich so knapp fasse aber auf meinem MacBook sind etliche Tasten kaputt :oops:)
 
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  • #11
Bei einer bereits vorhandenen Zahnfleischentzündung sollte 2-4 Tage vorher mit einem Antibiotikum angefangen werden ( z.B. Suatanem oder Convenia ) damit die Bakterien vor dem Zähne ziehen schon mal platt gemacht wurden und nicht in den Organismus gelangen um dort für andere Probleme zu sorgen.
Auch nach dem Zähne ziehen sollte noch ein paar Tage mit einem AB abgedeckt werden.
Viele Tierärzte halten Schmerzmittel nach dem Ziehen für überflüssig.
Ich besteh drauf....decke 2-4 Tage mit Metacam ab.
Novalgin wird auch gern gegeben, jedoch hab ich damit ganz üble Erfahrungen gemacht, deshalb kommt mir das nicht in die Katz. Metacam wird in der Regel auch recht problemlos genommen.

@Superrübe: mich schüttelt's gerade bei deinen Empfehlungen.

Zum einen ist es überhaupt nicht nötig, 14 Tage mit einem Langzeit-AB wie Convenia eine Zahn-OP abzudecken. Zum anderen gibt's es bessere ABs der Wahl, die auch knochengängig sind und daher mehr Sinn machen.

Und Metacam ist ja nun wirklich alles nur nicht harmlos, auch da gibt es deutlich schonendere Varianten.

Ein Blutbild ist sinnvoll, ja, aber wenn möglich bereits bevor die Katze Medikamente intus hat, schon alleine deshalb, weil dann die wichtigsten Parameter (Nieren, Leber) sofort vor Ort analysiert und entsprechend bei der OP berücksichtigt werden können.

Ob eine Aufwachspritze gerade das Ideale ist, weiß ich zwar nicht, lese aber immer anderes als das.
 
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giovanna_sr

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  • #12
Im Prinzip wurde schon alles Wichtige gesagt (soo viel ist das ja eigentlich auch nicht ;) ).

Wenn die Eckzähne nicht von FORL befallen sind, sollten die auf jeden Fall drin bleiben, aber das machen Zahn-TÄ im Allgemeinen auch so.
Ob man bei FORL gleich sämtliche, auch die noch guten Zähne zieht, ist eine Glaubens- und Gewissensfrage, für die es noch keine abschließende Antwort gibt. Für beide Vorgehensweisen gibt es gute Argumente.

Die Preise können sehr unterschiedlich sein. Ich habe bei meiner Katze für eine 3-stündige OP inkl. Viral-Diagnostik, Röntgenbildern und Medis 555 € bezahlt. Es hängt immer davon ab, ob die Extraktion des jeweiligen Zahns als schwierig oder als leicht eingestuft wird, denn die TÄ rechnen das pro Zahn ab.
Bei ihr waren es aber 11 Zahnwurzelreste, die von der normalen TÄ beim Ziehen der Zähne übersehen worden waren - das ist der Grund, warum man sowas nur noch und ausschließlich bei einem Zahn-TA machen lassen sollte, der über ein Dentalröntgengerät verfügt! Übersehene Zahnwurzelreste verursachen übelste Entzündungen.

Leider waren bei meiner Katze auch Eckzähne von FORL befallen, diese Extraktion hat dann nochmal gut 300 € gekostet.
 
tiha

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  • #13
Leider waren bei meiner Katze auch Eckzähne von FORL befallen, diese Extraktion hat dann nochmal gut 300 € gekostet.

Genau deshalb sollten sie auch raus, wie alle anderen Zähne auch. Ehrlich gesagt verstehe ich den Hype um die Canini nicht, denn wenn Forl vorhanden ist, macht diese Krankheit auch vor den Canini nicht halt (leider).

Bei meinen 4 Forl-Katzen waren immer auch (wenn nicht gleich alle) Canini befallen.
 
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  • #14
Und Metacam ist ja nun wirklich alles nur nicht harmlos, auch da gibt es deutlich schonendere Varianten.
Meine TÄ ist da anderer Meinung. Vor allem bei Zahnextraktionen hat Metacam nämlich den großen Vorteil, dass es auch abschwellend wirkt.

Man muss natürlich den Einzelfall sehen, aber im allgemeinen wird Metacam gut vertragen.
 
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  • #15
Meine TÄ ist da anderer Meinung. Vor allem bei Zahnextraktionen hat Metacam nämlich den großen Vorteil, dass es auch abschwellend wirkt.

Man muss natürlich den Einzelfall sehen, aber im allgemeinen wird Metacam gut vertragen.

Machen die anderen NSAIDs auch. Nur dass z.B. bei Onsior der Cox1-Hemmer kaum vorhanden ist und damit um ein Vielfaches besser für die Nieren, Magen etc.
 
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  • #16
Mein Vorschlage sieht so aus;):

Geriatrisches BB und mal schauen wir grundsätzlich der Stand der Aktien ist.
Bei ZFE habe ich bislang mit Convenia gute Erfahrungen gamcht (und ich bin wirklich kein Fan von Convenia...aber bei allen Katzen ging die ZFE zurück nach der Conveniagabe).
14 Tage nach BB bzw. Wirkweise von Convenia dann die Zahn-OP - vorausgesetzt organisch ist alles paletti lt. BB.

Inhalationsnarkose, Infussion, Detalröntgen, Zahnsanierung bzw. raus was geht/muss, Rachenabstrich auf Herpes, Calici, Mycos (die üblichen Verdächttigen halt).

Wenn es keinen Probleme mit Magen/Darm/Niere/Leber gibt kann man Metacam geben.
Ich habe bei den ansonsten gesunden Katzen nach der Zahn-OP auch 1-2 Tage Metacam gegeben...nur bei meinem CNIchen eben nicht.
 
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  • #17
Endlich mal eine Dosi die sich ausführlich informiert...Klasse das du dich so um deine Plüschpopos sorgst - viele verdrängen FORL ja und wollen immer verschieben und warten usw..

Vielleicht habt ihr auch Glück und es ist kein FORL...

(wenn willst kannst du auch mal in den Thread der chronisch Kranken schauen, da ist auch einige FORL-Katzen-Besitzer drin...)


Machen die anderen NSAIDs auch. Nur dass z.B. bei Onsior der Cox1-Hemmer deutlich geringer ist und damit um ein Vielfaches besser für die Nieren, Magen etc.

Hier wurde Metacam immer besser vertragen. Schon alleine auch der Kampf mit der Tabletten bei Onsior hat hier für Stress gesorgt. Metacam hingegen wurde fast als Leckerlie angesehen - da haben sie sich drum geprügel - und mMn sollte man bei Medis auch den Stressfaktor miteinrechnen (aber nicht nur daran orientieren, das ist klar!)
 
MäuschenK.

MäuschenK.

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  • #18
Ich denke, dass das Risiko unter'm Strich relativ gleich bleibt, weil sich einfach z.B. jede Wunde infizieren kann, egal ob nun 10 oder 30 gleichzeitig entfernt werden.

Ich denke, umso mehr Wunden es gibt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit/Möglichkeit, dass es zu Infektionen kommt.

Auch ist es so, dass noch nicht von Forl betroffene Zähne deutlich einfacher (und damit risikoärmer, da schneller und im Ganzen) extrahiert werden können.

Ja, das stimmt.

Dann gibt's natürlich auch noch die Umstände, d.h. bei älteren Katzen sind die Zähne manchmal lockerer als bei ganz jungen, es gibt Katzen, die relativ zierliche Zähne haben,

Bei zierlichen Zähnen ist es aber wahrscheinlich mehr Frickelarbeit.

wenn man Herpes-Katzen hat kann man Glück haben und die Zähne sitzen locker(er).

Bei manchen Herpes-Katzen sitzen die Zähne lockerer? Das wusste ich nicht.

Und natürlich die Nieren ... je länger eine OP, umso anstrengender.

Einmal das und alle Zähne auf einmal zu ziehen ist für die Katzen i.d.R. generell belastender als zunächst nur die Hälfte.

Wobei ich mich als Laie da frage, ob für die Nieren eine kürzere OP-Zeit, aber dafür 2 x Vollnarkose, 2 x (mehrere Tage) NSAIDs und AB besser sind, als längere OP-Zeit, aber dafür nur 1 x AB + NSAIDs (für mehrere Tage).

Die Antwort auf diese Frage in diesem Zusammnenhang würde mich auch interessieren. Damit sollte man bei der nächtsten Gelegenheit an einen versierten TA herantreten.
 
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  • #19
Ich denke, umso mehr Wunden es gibt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit/Möglichkeit, dass es zu Infektionen kommt.
Ja klar. Aber wenn man - mal so theoretisch - 30 Zähne rausziehen muss, dann sind das 30 Wunden, da ist es doch egal, ob es 2 x 15 Wunden oder 1 x 30 sind, Wunde ist Wunde. Ist aber meine persönliche Theorie.


Bei zierlichen Zähnen ist es aber wahrscheinlich mehr Frickelarbeit.

Nein, die sind ja dann nicht winzig, sonder nur zierlicher :D und die Wunden auch entsprechend kleiner.


Einmal das und alle Zähne auf einmal zu ziehen ist für die Katzen i.d.R. generell belastender als zunächst nur die Hälfte.

Das würde ich so nicht sagen. Die Fahrerei zum TA (einer meiner Kater dreht da fast durch, und es dauert halt hier nunmal ne 3/4 Std. um da hin zu kommen), die Abheilung und ggf. Behandlung danach... da müssen sie dann 2 x durch, das bedeutet halt leider auch sehr viel Stress, da finde ich jetzt aus Katzensicht den Stress im Mäulchen leichter zu ertragen.


Die Antwort auf diese Frage in diesem Zusammnenhang würde mich auch interessieren. Damit sollte man bei der nächtsten Gelegenheit an einen versierten TA herantreten.

Jepp, wobei ich da sehr skeptisch bin, ob sie ihre persönliche Meinung mitteilen oder ob sie es wissen.
 
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  • #20
Ja klar. Aber wenn man - mal so theoretisch - 30 Zähne rausziehen muss, dann sind das 30 Wunden, da ist es doch egal, ob es 2 x 15 Wunden oder 1 x 30 sind, Wunde ist Wunde.
Umso mehr Wunden vorhanden sind, desto größer ist das Risiko, dass es zu einer Infektion kommt, weil letztendlich mehr Wunden der Möglichkeit ausgesetzt sind, sich zu infizieren.


Nein, die sind ja dann nicht winzig, sonder nur zierlicher :D und die Wunden auch entsprechend kleiner.
Die Wunden sind, wenn es gut klappt, kleiner, ja. Zierliche Zähne lassen sich aber nicht so gut ziehen, wie normal große Zähne. Letztere bieten mehr "Angriffsfläche".


Das würde ich so nicht sagen. Die Fahrerei zum TA (einer meiner Kater dreht da fast durch, und es dauert halt hier nunmal ne 3/4 Std. um da hin zu kommen), die Abheilung und ggf. Behandlung danach... da müssen sie dann 2 x durch, das bedeutet halt leider auch sehr viel Stress, da finde ich jetzt aus Katzensicht den Stress im Mäulchen leichter zu ertragen.
Gut, hier kommen wir wohl auf keinen gemeinsamen Nenner :D, was aber auch nicht weiter tragisch ist.


Dann gibt's natürlich auch noch die Umstände, d.h. bei älteren Katzen sind die Zähne manchmal lockerer als bei ganz jungen, es gibt Katzen, die relativ zierliche Zähne haben, da geht's auch einfacher, wenn man Herpes-Katzen hat kann man Glück haben und die Zähne sitzen locker(er).

Woran liegt es eigentlich, dass bei manchen Herpes-Katzen die Zähne locker(er) sind? Das ist neu für mich und interessiert mich.
 
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