Gedanken sortieren: Zähne ziehen, Zähne erhalten?

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Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
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cilu

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Lupo hat Parodontitis.
Er wurde Mitte letzten Jahres schon mal operiert, paar Zähnchen raus, FORL ausgeschlossen, Gebiss saniert.

Jetzt ist die Entzündung wieder akut(er). Es ist nicht dramatisch - kein meterweiter Mundgeruch, kein wucherndes Zahnfleisch, aber eben ein leicht welliger Zahnfleischsaum an einigen Stellen und lokale Entzündungen an einigen Backenzähnen.
Besser wird das von alleine nicht mehr und besser früh handeln und die Nieren schonen, als lange warten. Oder?

Jetzt habe ich folgende Meinungen:
Zahntierarzt 1 sprach im letzten Jahr: Die Zähne hätten eine Erhaltungsdauer von noch max. 2 Jahren, mit Glück mehr.
Der Zahntierarzt 2, bei dem ich wegen den Entzündungen zur Kontrolle war, meinte, die seien normal und ich müsste mir keine Sorgen machen. Zweifelte den Befund von Zahntierarzt 1 an, die Zähne sähen gut aus.
Normale Tierärztin 3 meinte, ein Zahn müsste wohl raus, beim Rest Zahnstein entfernen. Lupo müsste wohl jährlich operiert werden, aber man könnte die Zähne erhalten und die Narkosen seien für die Nieren nicht problematisch.
Der Zahntierarzt 4, bei dem ich nun war, tippte direkt die Zähne ab, die seiner Meinung nach rausmüssen (1-2-3-4 - und ich weiß von einem fünften).

Zahntierarzt 1 plädiert eher für den Zahnerhalt und macht standardmäßig Röntgenaufnahmen (dental) vom ganzen Gebiss.
Zahntierarzt 4 zieht nach eigener Aussage eher mehr und macht dentale Röntgenbilder nur bei Zähnen, wo nicht sowieso schon sicher ist, dass sie rausmüssen.

"Sympathischer" ist mir die Variante des Tierarztes 1. Lupo ist noch keine 3 Jahre alt! :sad:
Vernünftiger ist wahrscheinlich die Variante des Tierarztes 4 - oder? Er sagt, mehr ziehen, weniger oft Narkosen. Er hat sogar die Möglichkeit einer Komplett-OP in den Raum gestellt, obwohl ich nicht sicher bin, ob er mir dabei nicht nur allgemein erzählt hat, was alles machbar ist, also ohne direkten Bezug auf Lupo.
So rein gefühlsmäßig bei mir: Lupo abgeben und ich kriege ihn zahnlos wieder...? :massaker:

Keiner hat jemals Alternativen zum Ziehen erwähnt. Hier im Forum lese ich von Hormonen? Taugt das?
Oder ist das ein "Kampf gegen Windmühlen"?

Ich will für Lupo das Beste, was ich ihm medizinisch bieten kann.
Es ist reichlich unbefriedigend, dass "das Beste" wahrscheinlich nur ist, ihm die Zähne rauszuhauen.
Ich habe Sorge, dass die Tierärzte die Kosten zu sehr im Blick haben, obwohl ich sage, es spielt keine Rolle. Viele sind ja drauf geeicht, bloß nicht zu teuer zu sein... Ich will aber nicht die billigste Variante, ich will die beste!

Gibt es noch Alternativen zum Ziehen lassen? Kennt ihr welche?
Ich meine, wenn sie erst raus sind, sind sie raus. Wenn noch was machen, dann jetzt.
 
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cilu

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Hat jemand Ideen hierzu?
Wie macht ihr das mit euren Katzen?

Was denkt ihr dazu, dass Zahntierarzt 4 kaum dental röntgen will, weil er meint, er stellt in den meisten Fällen schon klinisch fest, ob der Zahn raus muss?
 
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catwell

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Warum hast du denn 4 Tierärzte aufgesucht, um eine Behandlungstherapie zu erfahren?

Da scheint da doch mehr im Busch zu sein, als Paradontitis.

Forl ist nicht die einzige Krankheit, aus welchen Gründen man die Zähne ziehen muss oder sollte.

Aber das was du schreibst, hat für mich gerade keinen roten Faden. Daher kann ich dir leider auch zu nichts raten.

VG Simone
 
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cilu

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Warum hast du denn 4 Tierärzte aufgesucht, um eine Behandlungstherapie zu erfahren?

Zahntierarzt 1 hat im letzten Jahr das Gebiss saniert.
Bei Zahntierarzt 2 war ich Ende letzten Jahres, weil wieder Entzündungen da waren, zur Kontrolle.
Bei normalem Tierarzt 3 war ich wegen was anderem und habe nebenbei Rat zu den Zähnen eingeholt.
Bei Zahntierarzt 4 war ich jetzt wieder wegen Besprechung und OP-Planung.

Für 1 Jahr finde ich das nicht so viele Tierärzte. Ich weiß ja, dass die Zähne kritisch sind und lasse alle Vierteljahr draufgucken.
Ich wohne in einer Großstadt. Ich gehe viel zu Fachärzten und die arbeiten meistens in Kliniken. Da behandeln dann auch nicht immer die gleichen Ärzte meine Tiere, es sei denn ich "wünsche" mir einen bestimmten. :)
Und manchmal fühle ich mich bzw. meine Katzen auch nicht so gut aufgehoben und wechsele dann.


Es liegt NUR Parodontose vor. Die ist möglicherweise durch Calici ausgelöst, möglicherweise liegt aber "nur" eine schlechte Genetik vor (oder beides). Letztlich spielt es für die Behandlung keine Rolle - oder doch?


Ich will wissen:

* Ist es nicht gut oder ist es akzeptabel, wenn ein Zahntierarzt sagt, dentales Röntgen wäre überbewertet und er würde es nur im Zweifelsfall machen? Mich beunruhigt die Vorstellung, Zähne "blind" zu ziehen. Aber vielleicht kann man das von außen eben doch so gut erkennen?
* Gibt es Erhaltungsmöglichkeiten für Zähne, wenn Parodontose vorliegt oder ist es sinnvoller, kurzen Prozess zu machen und sie zu ziehen?
* Wenn sich hier jemand für die Zahnerhaltung (bzw. die Zahnzieh-Verzögerungstaktik) bei seiner Katze entschieden hat, wie wird behandelt?

Ist es jetzt klarer? :)

Danke!
 
Bea

Bea

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29.469
Er wurde Mitte letzten Jahres schon mal operiert, paar Zähnchen raus, FORL ausgeschlossen, Gebiss saniert.

FORL ausgeschlossen wodurch? Wurden die Zähne geröngt?
Warum wurden "paar" Zähnchen entfernt? Die sind doch sicher nicht entfernt worden, wenn sie in Ordnung waren?:confused:

Mundgeruch, kein wucherndes Zahnfleisch, aber eben ein leicht welliger Zahnfleischsaum an einigen Stellen und lokale Entzündungen an einigen Backenzähnen.

Lokale Entzündungen partiell an bestimmten Zähnen lässt mich allerdings schon an Forl denken.:oops:



Jetzt habe ich folgende Meinungen:
Zahntierarzt 1 sprach im letzten Jahr: Die Zähne hätten eine Erhaltungsdauer von noch max. 2 Jahren, mit Glück mehr.

Hier würde mich die genaue Begründung für diese Annahme der Erhaltungsdauer interessieren.


Der Zahntierarzt 2, bei dem ich wegen den Entzündungen zur Kontrolle war, meinte, die seien normal und ich müsste mir keine Sorgen machen. Zweifelte den Befund von Zahntierarzt 1 an, die Zähne sähen gut aus.

Nur angeschaut? Nicht geröngt?

Nur von anschauen erkennt man kein Forl. Zahntierarzt 2 = 6... setzen.


Normale Tierärztin 3 meinte, ein Zahn müsste wohl raus, beim Rest Zahnstein entfernen. Lupo müsste wohl jährlich operiert werden, aber man könnte die Zähne erhalten und die Narkosen seien für die Nieren nicht problematisch.

Warum muss ein Zahn raus? Welche Begründung hat sie?

Also ist auch Zahnstein vorhanden? Und mit vorhandenem Zahnstein meinte dann TA 2 alles normal?


Zahntierarzt 1 plädiert eher für den Zahnerhalt und macht standardmäßig Röntgenaufnahmen (dental) vom ganzen Gebiss.


"Sympathischer" ist mir die Variante des Tierarztes 1. Lupo ist noch keine 3 Jahre alt! :sad:

Damit erledigt sich meine erste Frage teilweise.
Somit hat TA 1 geröngt; Zähne die geschädigt waren wurden entfernt.
Also Forl.

Vernünftiger ist wahrscheinlich die Variante des Tierarztes 4 - oder? Er sagt, mehr ziehen, weniger oft Narkosen. Er hat sogar die Möglichkeit einer Komplett-OP in den Raum gestellt, obwohl ich nicht sicher bin, ob er mir dabei nicht nur allgemein erzählt hat, was alles machbar ist, also ohne direkten Bezug auf Lupo.
So rein gefühlsmäßig bei mir: Lupo abgeben und ich kriege ihn zahnlos wieder...? :massaker:

Vernünftiger als TA 1.

Kannst du mal die Röntgenaufnahmen von TA 1 besorgen, einscannen und hier reinstellen?


Keiner hat jemals Alternativen zum Ziehen erwähnt. Hier im Forum lese ich von Hormonen? Taugt das?
Oder ist das ein "Kampf gegen Windmühlen"?

Bei Forl, und hier klingt das mehr als verdächtig nach Forl, gibt es keine Alternative.
Da Forl fortschreitend ist werden früher oder später mindestens alle Backenzähne entfernt werden müssen.



Zahntierarzt 1 hat im letzten Jahr das Gebiss saniert.
Bei Zahntierarzt 2 war ich Ende letzten Jahres, weil wieder Entzündungen da waren, zur Kontrolle.
Bei normalem Tierarzt 3 war ich wegen was anderem und habe nebenbei Rat zu den Zähnen eingeholt.
Bei Zahntierarzt 4 war ich jetzt wieder wegen Besprechung und OP-Planung.



* Ist es nicht gut oder ist es akzeptabel, wenn ein Zahntierarzt sagt, dentales Röntgen wäre überbewertet und er würde es nur im Zweifelsfall machen? Mich beunruhigt die Vorstellung, Zähne "blind" zu ziehen. Aber vielleicht kann man das von außen eben doch so gut erkennen?
Bei einem Zahntierarzt m.E. nicht akzeptabel.Es gibt verschiedene Formen von Forl und eine davon ist NUR mit Dentalröntgen bzw. zumindest Röntgen der Zähne erkennbar.


* Gibt es Erhaltungsmöglichkeiten für Zähne, wenn Parodontose vorliegt oder ist es sinnvoller, kurzen Prozess zu machen und sie zu ziehen?

Ich würde mittlerweile eher zu kurzem Prozess tendieren.

Sollte wirklich definitiv kein Forl vorhanden sein, wäre ggf. noch Abstrich auf Calici und Herpes möglich.
Dazu muss man aber wissen, das Calici auch gerne mal falsch negativ ist.
Trotzdem würde ich es versuchen. Kommt ein positiver Befund raus weiß man wenigstens woran es liegt. Bei Herpes könnte man mit L-Lysin eine Besserung versuchen.
 
C

cilu

Erfahrener Benutzer
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Sollte wirklich definitiv kein Forl vorhanden sein, wäre ggf. noch Abstrich auf Calici und Herpes möglich.
Dazu muss man aber wissen, das Calici auch gerne mal falsch negativ ist.
Trotzdem würde ich es versuchen. Kommt ein positiver Befund raus weiß man wenigstens woran es liegt. Bei Herpes könnte man mit L-Lysin eine Besserung versuchen.

Es ist wirklich definitiv kein FORL, sondern eine Zahnfleischentzündung, wahrscheinlich eben viral bedingt. Fortgeschrittene Parodontose kann man aber trotzdem nur durch Ziehen "behandeln". Bei Lupo ist sie mittelgradig fortgeschritten, also muss Ziehen noch nicht sein, aber man müsste sie eben im Fortschritt stoppen können. Bei Parodontose bilden sich "Taschen" am Zahnfleisch, in denen sich Bakterien festsetzen. Daher entsteht schnell neuer Zahnstein und es sind potentielle Entzündungsherde.

Danke Dir!
Ich bespreche das noch mal mit dem Tierarzt, ob ein Abstrich Sinn macht, weil man darauf vielleicht eine Behandlung aufbauen könnte. Lupo ist Calici-positiv, das weiß ich sowieso schon...
 
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