Fuchsbandwurm

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
Jemynela

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Hallo liebes Forum,

es ist lange her, dass ich etwas geschrieben habe. Leider veranlasst mich ein trauriger Grund dazu, es zu tun, denn leider ist es wahr: Unser Charly hat Fuchsbandwürmer.

Und das erklärt wohl auch seine "Krankheit" vor zwei Jahren. Da hatte er im Hochsommer nämlich plötzlich Herzrythmusstörungen, die sich einfach nicht erklären ließen. Denn das Herz war scheinbar gesund, es lag keine Vergiftung vor etc. pp.

Nun ging es ihm die letzten zwei Jahre recht gut. Zwar nicht so wie vorher, er blieb merklich mehr daheim und wirkte gealtert, aber er machte einen recht agilen Eindruck. Ihm war wohl einfach die letzte Bauch-OP nicht bekommen, konnte sich davon scheinbar nie wirklich erholen. Charly war ja schon immer sehr anfällig und eher eine kränkliche Katze.

Nun fand meine Mutter vergangen morgens zum ersten Mal Blut in ihrem Bett (das ganze Bettlaken war voll!) war sich aber nicht sicher, ob der Hund sich einfach mal wieder das Ohr aufgekratzt hatte. Passiert nämlich hin und wieder und Charly (der einzige, der im Bett meiner Mutter schläft - außer der Hund shcleicht sich wieder einmal heimlich ins Bett - das ist auch schon öfter passiert) besaß auch keine äußerlichen Wunden. Etwa eine Woche später war wieder die Bettdecke voller Blut - dieses Mal war sich meine Mutter sicher, dass es von Charly stammen musste, sein After war ganz geschwollen. Also ab zum Tierarzt. Wir rechneten schon mit Darmkrebs etc. pp. Doch wirklich helfen konnte uns die TA nicht (es war nur eine Vertretung da). Lediglich ein paar Entzündungswerte wurden im Blut gefunden.
Zwei, drei Tage nach dem TA-Besuch fing es dann an: Charly ist ja schon immer sehr verfressen, aber nicht so! Vor Allem nach dem Hundefutter tickt er plötzlich ganz aus, als stünde er kurz vor dem Verhungern. Und obwohl er so viel fraß nahm er nicht zu.

Dieses Mal ging eine Kotprobe zum TA, zum Glück war unserer aus dem Urlaub zurück. Und dann erhielten wir die doch sehr ernüchternde Diagnose: Fuchsbandwurm. Heilung keine Chance.

Unser TA riet uns von weiterer Diagnostik ab, da Charly immer extrem gestresst ist, wenn wir ihn ins Auto packen, das geht bis zum Kollaps und zur Ohnmacht. Bei den letzten beiden Besuchen mussten wir sogar anhalten, weil Charly nicht mehr geatmet hat, ihn herausholen und schütteln ... Er vermutet, dass Charly im After einen Abszess hat, der in regelmäßigen Abständen aufplatzt und dann eben das Blut im Bett verursacht. Merkwürdigerweise nur nachts.

Das Alles erklärt scheinbar nun auch Charly Herzprobleme vor zwei Jahren. Mutmaßlich.

Jetzt bekommt Charly erst einmal nur Schmerzmedikamente und Antibiotikum, mehr könne man für ihn derzeit nicht mehr tun. Der Befall im Kot sei zu groß gewesen (so auch die Tierklinik, die wir um eine zweite Meinung gebeten haben.). Außer ihn eben zu erlösen, wenn es zu schlimm wird.

Jetzt wende ich mich an euch: Habt ihr vllt. Ideen oder Ansätze wie man Charly vllt. doch noch helfen könnte? Sollen wir ihn vllt. einfach das Hundefutter fressen lassen, wenn er so danach verlangt?

Hinzu kommt, dass ich hier ein Säugling habe, der nun anfängt zu krabbeln etc. pp. Wie kann ich da am Besten vorbeugen, dass der Kleine sich damit ansteckt? Charly lässt sich vom Kleinen nicht anfassen, toleriert ihn jedoch und legt sich mit Vorliebe auf die Krabbeldecke, auch wenn der Kleine drauf liegt. Wir schimpfen natürlich direkt, aber manchmal passiert es eben doch ... Und wie vermeiden wir, dass sich die anderen Katzen und der Hund anstecken? Charly unter Quarantäne zu stellen ist schlicht unmöglich - der wird aggressiv, wenn er auch nur einen Tag eingesperrt ist. Das wurde er sogar direkt nach der großen Bauch-OP.

Ich danke euch für eure Ratschläge ...

Trauige Grüße,
Jemynela
 
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Eifelkater

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Mafi

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BaWü
Puh. Das ist schrecklich. Und der TA hat Euch einfach so wieder gehen lassen, ohne aufzuklären, wie es für Euch weitergehen kann?
Definitiv könnt ihr Euch alle anstecken an der Katze. Die Eier können im Fell sein. Das Katzenklo ist hoch ansteckend. Ihr alle müsst dringend Euer Blut untersuchen lassen nach Antikörper. Der befallene Mensch muss unbedingt frühzeitig behandelt werden, leider hat die Leber keine Nerven, deshalb bekommt man erst Beschwerden, wenn es zu spät ist.

Leider habe ich bis jetzt noch nichts darüber gefunden, ob eine Wurmkur bei der Katze hilft.

Ich würde so vorgehen:
Schnell alle zum Haus und Kinderarzt, um das Blut untersuchen zu lassen, ob ihr schon infiziert seid.
In eine sehr gute Tierklinik fahren und Euch beraten lassen, wie und ob es bei der Katze heilbar ist. Sie sollen sich bitte umfassend informieren, lasst Euch nicht mit Halbwissen abspeisen.

Ist der Befall bei der Katze nicht heilbar, kann man das Ausscheiden der Eier nicht mit Wurmkuren in Griff bekommen, würde ich, im Hinblick auf die Gesundheit meines Kindes und meiner eigenen, die Katze einschläfern lassen.

Ließ Dich bitte ein bisschen ein:

http://www.internisten-im-netz.de/de_fuchsbandwurm-vorkommen-verbreitung_1425.html

Bitte umfassend beraten lassen. In dem Link sind auch einige Adressen, vielleicht bekommst Du da persönlichen oder Mailkontakt für die Beratung.
Nimm es nicht auf die leichte Schulter bitte.
Ich drücke die Daumen, dass ihr das alles gut übersteht und eine Möglichkeit findet. Bitte schreibe wie es weiter geht.
 
Uhrenteddy

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Am besten lässt du dich mal nicht durch die Panik wegen der Fuchsbandwürmer verrückt machen... die ist nämlich völlig überzogen und die Wahrscheinlichkeit, dass es wirklich Fuchsbandwürmer sind, eher gering. Wir haben regelmäßig Kontakt zu einem Menschen, der eine Fuchsauffangstation betreibt, er hat Angst vor allen anderen Würmern, aber nicht vorm Fuchsbandwurm und bekommt alle Bewohner durch normales Entwurmen sauber.

Wenn du Tipps zur Behandlung brauchst, würde ich mich nicht an einen normalen Kleintierarzt wenden, sondern gleich einen Wildtierarzt, die haben mit so etwas wesentlich mehr Erfahrung, unserer zum Beispiel hat uns gleich als wir mit unseren Waschbären bei ihm waren, über den Waschbärbandwurm (gibts ja gar nicht, aber man sagts halt so) aufgeklärt, der ist genauso gefährlich - zum Entwurmen nimmt er trotzdem ganz stinknormale Wurmkuren her, erst wenn so ein Wurm etwa hinter den Augen sitzt, bringt das nichts mehr.

Blutuntersuchungen bei irgendwem machen keinen Sinn, Würmer sind im Kot und da auch nachweisbar, einen Bandwurm siehst du aber auch sofort, wenn du aufs Klo gehts... wie man sowas bei deinem Kater übersehen konnte, kann ich allerdings echt nicht nachvollziehen, Bandwürmer sehen aus wie Bandnudeln und sind unübersehbar - deshalb habe ich ziemliche Zweifel, ob euer Kater wirklich schon länger Bandwürmer hat.
 
Mafi

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Selina90

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Blutuntersuchungen bei irgendwem machen keinen Sinn, Würmer sind im Kot und da auch nachweisbar, einen Bandwurm siehst du aber auch sofort, wenn du aufs Klo gehts... wie man sowas bei deinem Kater übersehen konnte, kann ich allerdings echt nicht nachvollziehen, Bandwürmer sehen aus wie Bandnudeln und sind unübersehbar - deshalb habe ich ziemliche Zweifel, ob euer Kater wirklich schon länger Bandwürmer hat.

Wie alle Arten der Gattung Echinococcus ist auch der Fuchsbandwurm ein sehr kleiner Vertreter der Bandwürmer, von denen einzelne Arten mehrere Meter lang werden können. Er erreicht eine Länge von nur rund 1,4 bis 3,4 Millimetern[1] (nach anderen Quellen 1,2 bis 4,5 Millimeter[2]) und ist damit etwas kürzer als der Dreigliedrige Hundebandwurm (E. granulosus), der eine Länge von 2,5 bis 6 Millimetern[1] (nach anderen Quellen 2,0 bis 11,0 Millimeter[2]) erreicht. Der Kopf (Scolex) besitzt vier Saugnäpfe[3] und wie bei vielen Bandwürmern Haken, um sich an der Darmwand des Wirtes festzusetzen. Diese sind in zwei den Scolex umlaufenden Ringen, dem Rostellum, zu je 13 bis 18 Häkchen von 20 bis 34 Mikrometern Länge angeordnet, wobei die äußeren Häkchen geringfügig länger als die inneren sind.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Fuchsbandwurm


Mit solchen Aussagen wäre ich vorsichtig.
 
Mafi

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mehr.

Blutuntersuchungen bei irgendwem machen keinen Sinn,

"Zur Identifizierung der Larven in Zwischenwirten wird die makroskopische oder mikroskopische Untersuchung oder eine DNA-Analyse herangezogen. Beim Menschen werden zur Diagnose verschiedene serologische Untersuchungen angewendet, die eine Infektion erkennen lassen bevor Symptome auftreten."
 
Plum

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Dieses Mal ging eine Kotprobe zum TA, zum Glück war unserer aus dem Urlaub zurück. Und dann erhielten wir die doch sehr ernüchternde Diagnose: Fuchsbandwurm.

Darf ich mal fragen, in welcher Gegend, Bundesland ihr lebt? Interessiert mich nur wegen der Fuchsbandwurmverteilung bundesweit.

Was heisst keine Heilung? Sind schon irgendwelche Finnen im Körper diagnostiziert worden?
 
Jemynela

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bei der Muckelmaus
Nein, wie gesagt, wegen des Allgemeinzustandes während der Fahrt wurde uns von einer weiteren Diagnostik abgeraten.

uhrenteddy, Charly geht seit Jahren nicht aufs Katzenklo, außer man sperrt ihn echt wochenlang ein. Für die Kotprobe mussten wir ihn hier über 10 Tage einsperren, weil er dann lieber einhält als das Katzenklozu nutzen. So viel zum "Übersehen"

Finnen: Keine Ahnung, es wurden wohl nur Eier im Kot gefunden.

Plum wir wohnen in Südhessen.
 
Mafi

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  • #10
Aus was ich im Moment nicht schlau werde. Bei Katzen wird geschrieben, es helfe eine Wurmkur. Bei Menschen ist das die Behandlung:

"Wird eine Fuchsbandwurm-Infektion rechtzeitig erkannt, kann der Chirurg das Finnengewebe an der Leber operativ entfernen. Dies ist aber nur bei etwa 20 bis 30% der Patienten möglich. Nach der Operation sollte der Patient 2 Jahre lang die Chemotherapeutika Albendazol oder Mebendazol einnehmen um zu verhindern dass eventuell verbliebene Reste des Finnengewebes weiterwachsen."

Wenn man bei einem Zwischenwirt, oder wie bei Menschen einem Blindwirt mit einer profanen Wurmkur heilen könnte, würde man die den Menschen statt eines operativen Eingriffs und einer anschließenden Wurmbekämpfung sicherlich auch eine Wurmkur verabreichen, oder nicht?
Oder liegt es daran, dass die Parasiten beim Menschen die Leber und nicht den Darm besiedeln?
 
doppelpack

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  • #11
Erstmal 3 mal ein- und wieder ausatmen.
Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung ist äußerst gering. Also erstmal würde ich an eurer Stelle zum Arzt und das untersuchen lassen.

Und dann würde ich mal in einer Tierklinik vorsprechen. Die werden sich da sicherlich besser auskennen, was nun gemacht werden muss.
Ich kenne jmd, da war das Tier auch infiziert, aber von Einschläferung war da nie die Rede. Kann dir leider aber auch nicht die genaue Behandlungsmethode sagen.
Also bevor hier jemand Einschläferung schreit, würde ich mich erstmal beim Fachpersonal beraten lassen.
 
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  • #12
uhrenteddy, Charly geht seit Jahren nicht aufs Katzenklo, außer man sperrt ihn echt wochenlang ein. Für die Kotprobe mussten wir ihn hier über 10 Tage einsperren, weil er dann lieber einhält als das Katzenklozu nutzen. So viel zum "Übersehen"

Und vor allem soviel zur Theorie, man käme ganz leicht an Freigängerkotproben :rolleyes:

Finnen: Keine Ahnung, es wurden wohl nur Eier im Kot gefunden.

Es gibt zwei Möglichkeiten, Finnen im Gehirn, was den Fuchsbandwurm so gefährlich macht und Finnen in der Leber. Gehirn würde ich mal ausschließen, dann wäre er schon längst tot und Leber ... naja, auch eher unwahrscheinlich. Wurde ein US der Leber gemacht?

Außerdem, zwei Jahre Fuchsbandwurmbefall, das ist eher unwahrscheinlich.
 
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  • #13
Oder liegt es daran, dass die Parasiten beim Menschen die Leber und nicht den Darm besiedeln?

Kann es nicht auch vielmehr daran liegen, dass es bei den meisten Menschen erst nach Jahzehnten ausbricht und erst erkannt wird, wenn schon deutliche Schäden entstanden sind?
Niemand geht ja zum Arzt und lässt sich jährlich auf Fuchsbandwürmer untersuchen.
 
Mafi

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  • #14
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  • #15
Ich würde bei einer der Nummern anrufen:

Fuchsbandwurm
Wichtige Adressen

Robert Koch-Institut
Nordufer 20
13353 Berlin
Tel.: 030 / 18754-0
Fax: 030 / 18754-2328
www.rki.de

AG Echinokokkose der Paul-Ehrlich-Gesellschaft
Prof. P. Kern
Sektion Infektiologie und Klinische Immunologie
Universitätsklinikum Ulm
Robert-Koch-Str. 8
89081 Ulm
Tel: 0731 / 500 - 45551
Fax: 0731 / 500 - 45555
www.uni-ulm.de/echinokokkose/

Europäisches Echinokokkose Register
Universität Ulm - Abteilung Biometrie und Medizinische Dokumentation
Schwabstr. 13
89075 Ulm
Tel.: 07 31 / 5 02 68 97
Fax: 07 31 / 5 02 69 02
E-Mail: echinoreg@medizin.uni-ulm.de
 
Rana

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  • #16
Hallo,

also erst mal eine Frage: hat der Tierarzt die Kotprobe direkt in der Praxis untersucht? Wenn ja, würde ich noch mals eine Kotprobe nehmen und diese an ein spezialisiertes Institut bzw. Labor weiter leiten. Dort kann dann die genaue Art bestimmt werden. Bevor ich die große Panik schiebe würde ich die Diagnose gesichert haben wollen.

Ansonsten würde ich mich an eine Klinik wenden und ihn dort behandeln lassen. Praziquantel ist dafür zugelassen wie oben schon geschrieben.

Die Katze ist ein Endwirt und der Mensch ein Fehlwirt. Die Folgen des Befalls sind daduch unterschiedlich. Die Inkubationszeit beim Menschen ist recht lang, weshalb die Echinococcose nicht sofort entdeckt wird.

Beim Endwirt lebt der Wurm im Darm und gibt von dort aus seine Eier ab. Bei Zwischenwirten (Nager) kommt es nach der Aufnahme der Eier zur Besiedlung von Organen, wo sich dann die sog. Finnen bilden. Werden diese vom Endwirt aufgenommen, so geht das ganze wieder von vorn los...
Der Mensch als Fehlwirt infiziert sich wie die Zwischenwirte über die Eier, die Infektion verläuft dann ähnlich wie bei diesen.(langsamer und weniger effektiv).
Vielleicht erklärt das auch die unterschiedliche Behandlung ;)

Trotzdem wäre bei einer Infektion mit Fuchsbandwürmern bei dem Kater dringender Handlungsbedarf gegeben, schon allein durch die Ansteckungsgefahr für den Menschen.
 
neko

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im Süden
  • #17
Moin,

ich denke auch, wenn noch nicht extakt verifiziert durch ein Labor, sollte man unbedingt Kot einschicken und dort untersuchen lassen welche Wurmeier das alles sind.

Noch folgende Anmerkung: Praziquantel ist in folgenden Tiermedizinischen Medikamenten (Wurmkuren) der Wirkstoff:

"Anipracit, Aniprazol KH, Band-ex, Bihelminth, Caniquantel, Cestocur, Docatel, Dolpac, Droncit, Drontal, Equest Pramox, Equimax, Eqvalan duo, Fenprasel, Fenquantel, Furexel Combi, Milbemax, Plerion, Prazifen-Kombi, Prazinex, Praziquasel, Profender, Professional Tremazol, Strantel, Tremazol, Vermis-Ex, VetBancid" Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Praziquantel

Da dein Kater Freigänger ist, hast du ihn bestimmt ab und zu entwurmt. Guck mal nach, oder versuch dich zu erinnern welches Mittel du da hergenommen hast.

Wie Rana schon schreibt, bei Katzen ist der Fuchsbandwurm in seinem Vermehrungszyklus nicht in einer Sackgasse gelandet, wie es bei uns Menschen wäre. Deswegen die unterschiedlichen Behandlungsmethoden.

Auch wenn es mühsam ist von eurem Kater nochmal irgendwie eine Kotprobe zu bekommen, bitte macht das und holt euch eine 2. Meinung ein. Nicht nur was den Wurmbefall, sondern allgemein die Gesundheit des Katers betrifft.

Grüsse
neko
 
Uhrenteddy

Uhrenteddy

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  • #18
Und ich sage immer noch: Frag einen Wildtierarzt, nicht irgendeine Tierklinik, die kennen sich mit Sachen, die normalerweise eher bei Wildtieren auftreten oft null aus, behandeln ja auch grundsätzlich keine Wildtiere. In Nürnberg gibt es zum Beispiel einen Wildtierarzt, den man einfach anruft und der einen auch am Telefon kostenlos berät, weil er sowas einfach spannend findet. Tierklinik ist für mich in dem Fall pure Geldverschwendung, ebenso würde ich alle Informationen und Empfehlungen von normalen Tierärzten völlig ignorieren, ich habe echt Zweifel, ob die sich damit auskennen.

Und das zweite: Fuchsbandwurm ist so ein typische Medien-Horror-Schlagwort, bei dem man wirklich mal ganz genau drüber nachdenken sollte, wie wahrscheinlich eine Infektion mit dem Zeugs ist... oder futtert ihr zu Hause den Kot von euren Katzen??? Oder meint irgendwer, dass der Fuchs senkrecht nach oben kackt und deshalb Kotreste an den Brombeeren hängen?
Wenn der Kater eh nur draußen aufs Klo geht, denke ich dass die Infektionsgefahr im Haus bei guter Hygiene eher gering ist... bzw. nicht größer, als wenn du einen Salat vom Feld isst, da kann der Fuchs ja auch draufgemacht haben...und außerdem: Wer Panik kriegt sollte sich auch Gedanken über den ebenso gefährlichen (wenn man ihn bekommt) Waschbärenbandwurm, Hanta-Virus bei Mäusen usw. Gedanken machen... am besten einfach nichts mehr essen...
 
Jemynela

Jemynela

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  • #19
Die Kotprobe ist bereits vom Labor bestätigt worden.

Charly wurde, wie alle anderen, in einem drei monatigem Abstand entwurmt. Welche genauen Wurmkuren das waren muss ich aber erst noch in Erfahrung bringen - sollte ein Leichtes sein, da der TA sich das ja alles genau notiert.

Ich danke euch erst einmal für eure Hilfe! Wir werden jetzt unsere TA erst einmal darum bitten, Kontakt mit einem Wildtierarzt aufzunehmen (ich denke, das ist sinniger, als wenn wir das täten) und auch sicher stellen, welche Wurmkuren er in der Vergangenheit bekommen hat.


Ich halte euch natürlich bestmöglichst auf dem Laufenden. Es tut auf jeden Fall gut, nicht nur untätig rumsitzen zu müssen und sich an ein bisschen Hoffnung klammern zu können.

LG
 
Barbarossa

Barbarossa

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  • #20
Dein TA scheint mir sehr lasch mit dem Thema umzugehen oder gar keine Ahnung zu haben. Und euren Hund hat er nicht untersucht?!

Wende dich doch zu eurer Sicherheit bitte an Prof. Brehm. Er ist einer der führenden Immunologen in Deutschland:

Prof. Dr. Klaus Brehm
Institut für Hygiene und Mikrobiologie
Universität Würzburg
Josef -Schneider - Strasse 2
97080 Würzburg

Tel.: 0931-201-46168
Fax: 0931-201-46445

E-Mail: kbrehm@hygiene.uni-wuerzburg.de
http://www.hygiene.uni-wuerzburg.de/forschung/ag_brehm/prof_dr_klaus_brehm/


Nachtrag:

Der "beste Freund des Menschen" wäre wohl eher Ansteckungsquelle Nummer eins, meint er. Hunde, die Mäuse fressen können und dann in Wohnungen kommen, seien "echte Fuchsbandwurm-Schleudern", so Brehm. Abgesehen davon wälzen sich einige treue Vierbeiner gerne in Fuchskot, und die Wurmeier haften nachgewiesenermaßen ausgezeichnet am Fell. In Katzen dagegen kann sich E. multilocularis anscheinend kaum fortpflanzen, wie eine Studie im Fachblatt "International Journal of Parasitology" (Bd. 36, S. 79) belegt.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/n...-a-628490.html
 
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