Fragen zu den Katzenkrankheiten

Warnhinweis bei medizinischen Ratschlägen

Achtung: Bei medizinischen Problemen sollte stets die Meinung eines niedergelassenen Tierarztes oder einer Tierklinik eingeholt werden.
J

Julie000

Benutzer
Mitglied seit
7 Juni 2020
Beiträge
35
Hallo, könntet ihr mir einige Fragen zu den Katzenkrankheiten beantworten?



1.

Wie lange sind folgende Viren außerhalb des Wirts ansteckend:

-feline Coronaviren bzw. FIP-Virus

-Katzenleukose-Virus

-FIV-Virus

Weiß es vielleicht jemand konkret, also in Stunden, Tagen oder Wochen?



2.

Wie gefährlich sind folgende Situationen…



Ich gehe mit meinen auf all diese Krankheiten negativ getesteten Wohnungskatzen

-an der Leine auf eine wilde Wiese bzw. einen Feldweg, wo vorher Freigänger und auch wilde Streuner gewesen sein können

-zum Tierarzt, wo ich nicht weiß, was die anderen Katzen im Wartezimmer haben und wer vorher auf dem Behandlungstisch war (ich glaube nicht, dass der nach jedem Patienten desinfiziert wird)



Hypothetische Situation nach einem Umzug:

-im selben Haus wie wir wohnt eine infizierte oder kranke Freigängerkatze, läuft täglich mehrmals an unserer Wohnungstür vorbei

-diese Freigängerkatze schnüffelt öfters von außen an unserer Tür und zeitgleich schnüffeln meine Katzen von drinnen nach der anderen Katze

-im selben Haus wie wir wohnt eine infizierte oder kranke Wohnungskatze und ihre Besitzer haben Keime an Schuhen und Kleidung



Soll ich meine Katzen vor einem Umzug gegen Leukose impfen lassen, für den Fall dass es im neuen Haus Katzen gibt, falls ich es vorher nicht in Erfahrung bringen kann?

Soll ich meine Katzen gegen Leukose impfen lassen, wenn ich mit ihnen ab und an an der Leine auf eine wilde Wiese oder einen Feldweg gehen möchte? (In besagter Stadt hat eine Tierklinik ca. alle 3 Monate einen FIP- oder Leukosefall auf dem Tisch).



Wie groß ist das Sarkomrisiko bei einer Leukoseimpfung mit dem adjuvansfreien Impfstoff Purevax?
 
Zuletzt bearbeitet:
Werbung:
Kayalina

Kayalina

Forenprofi
Mitglied seit
4 Juni 2020
Beiträge
1.238
Ort
am Bodensee
Wie lange sind folgende Viren außerhalb des Wirts ansteckend:

-feline Coronaviren bzw. FIP-Virus

-Katzenleukose-Virus

-FIV-Virus

Weiß es vielleicht jemand konkret, also in Stunden, Tagen oder Wochen?
Das FIP-Virus an sich ist nicht ansteckend und entsteht aus einer Mutation des Corona-Virus (FCoV). Mit dem Corona-Virus hatten fast alle Katzen bereits Kontakt, in Deutschland haben laut Angaben aus 2010 ca. 50% aller Katzen entsprechende Antikörper. Die Viren werden überwiegend mit dem Kot ausgeschieden und sind nicht besonders lange infektiös (und nicht hitzestabil), in Einzelfällen können sie jedoch nach Antrocknen auf Oberflächen bei Raumtemperatur bis zu sieben Wochen infektiös sein.

FeLV ist nicht sehr umweltstabil und ist in der Umwelt nur Minuten überlebensfähig. Die Übertragung erfolgt normalerweise von Katze zu Katze (Speichel), bzw. durch gemeinsame und direkte Nutzung von Katzenklos, Futternäpfen, etc.

FIV ist nur Sekunden in der Außenwelt infektiös und überträgt sich nicht so leicht. Auch die gemeinsame Nutzung von Futternäpfen, etc. ist unkritisch. Nur der direkte Biss, der Deckakt und die Ansteckung als Kitten bei der Mutter sind hier Infektionsquellen. Daher ist auch die Haltung von FIV positiven und FIV negativen Katzen möglich, ohne dass es zu einer Übertragung kommt.


Wie gefährlich sind folgende Situationen…



Ich gehe mit meinen auf all diese Krankheiten negativ getesteten Wohnungskatzen

-an der Leine auf eine wilde Wiese bzw. einen Feldweg, wo vorher Freigänger und auch wilde Streuner gewesen sein können

-zum Tierarzt, wo ich nicht weiß, was die anderen Katzen im Wartezimmer haben und wer vorher auf dem Behandlungstisch war (ich glaube nicht, dass der nach jedem Patienten desinfiziert wird)
Siehe oben, da Corona weit verbreitet ist und FIV und FeLV auf diese Weise nicht ansteckend sind, ungefähr gar nicht. Jede Katze geht zum Tierarzt und die Verbreitung wäre insgesamt weitaus höher, wenn die Viren auf diese Art und Weise übertragbar wären.

Hypothetische Situation nach einem Umzug:

-im selben Haus wie wir wohnt eine Freigängerkatze, läuft täglich mehrmals an unserer Wohnungstür vorbei

-diese Freigängerkatze schnüffelt öfters von außen an unserer Tür und zeitgleich schnüffeln meine Katzen von drinnen nach der anderen Katze

-im selben Haus wie wir wohnt eine infizierte Wohnungskatze und ihre Besitzer haben Keime an Schuhen und Kleidung



Soll ich meine Katzen vor einem Umzug gegen Leukose impfen lassen, für den Fall dass es im neuen Haus Katzen gibt, falls ich es vorher nicht in Erfahrung bringen kann?

Soll ich meine Katzen gegen Leukose impfen lassen, wenn ich mit ihnen ab und an an der Leine auf eine wilde Wiese oder einen Feldweg gehen möchte? (In besagter Stadt hat eine Tierklinik ca. alle 3 Monate einen FIP- oder Leukosefall auf dem Tisch).
Auch nicht gefährlich. FIV wird sich so nicht übertragen, Corona ist kein Problem und FeLV nicht lange stabil. Dazu braucht es ja immer auch eine gewisse Menge an Viren, um eine Infektion hervorzurufen. Ich sehe daher in dieser Situation keinen Sinn in der Impfung. Sie wird auch nur empfohlen, wenn direkter Kontakt mit ungetesteten Tieren besteht (Freilauf).

Wie groß ist das Sarkomrisiko bei einer Leukoseimpfung mit dem adjuvansfreien Impfstoff Purevax?
Dazu gibt es meines Wissens keine Studien. Die Adjuvanzien sind nach neuen Erkenntnissen nicht der alleinige Auslöser von Fibrosarkomen. Deshalb sagt man auch nicht mehr "impfassoziiert", sondern "injektionsassoziiert". Jede durch eine Injektion ausgelöste Entzündung des Gewebes kann im blödesten Fall später zu einem Fibrosarkom werden.
 
J

Julie000

Benutzer
Mitglied seit
7 Juni 2020
Beiträge
35
Vielen Dank für deine ausführliche Antwort!
Ich mache mir aber ehrlich gesagt trotzdem Gedanken wegen den Corona-Viren. Meine Katzen wurden gerade erst getestet und haben, so wie ich das verstanden habe, keine Corona-Antikörper, d.h. sie hatten bisher keinen Kontakt zu Coronaviren. (Der FIP-PCR-Test ist negativ, und das ist ja, so wie ich das, was ich gelesen habe, verstanden habe, ein Test auf Corona-Antikörper).
Jetzt habe ich in einem älteren Thread hier im Forum gelesen, dass wohl gerade eine Erstinfektion mit Corona-Viren besonders häufig zur FIP-Mutation führt. Weiß nicht, ob das stimmt, hat da jemand geschrieben.
In meiner Wohnung können die Katzen nicht mit Coronaviren in Kontakt kommen, da ich auch sehr vorsichtig bin, z.B. die Schuhe nicht mit reinnehme, meine Kleidung wechsle und mir die Hände wasche.
Das macht mir Angst mit den 7 Wochen.
Ich würde nämlich gern mit meinen Katzen manchmal an der Leine in die Natur gehen können. Auch habe ich beim Tierarzt immer so eine Angst, vor allem wenn ich sehe wie lax die manchmal die Hygiene nehmen.

Zum Katzenleukose-Virus hat mir mal jemand gesagt, es hielte sich 2 Stunden außerhalb des Wirts. Kann das sein?
 
Zuletzt bearbeitet:
Kayalina

Kayalina

Forenprofi
Mitglied seit
4 Juni 2020
Beiträge
1.238
Ort
am Bodensee
Mit welchem Material wurde denn der PCR gemacht? Kot? Oder Blut?
Eigentlich macht man einen Antikörper-Test vom Blut um herauszufinden, ob die Katze die Infektion einmal durchgemacht hat.
Der PCR testet für gewöhnlich doch auf Virusmaterial und nicht auf Antikörper. Daher müsste ich das nochmal genau nachschauen, wie aussagekräftigt der ist.

Wenn die Viren so schnell mutieren würden, hätte fast jede Katze FIP.
Auch hier kommt ja noch dazu, dass ja nicht bei jedem Kontakt die Katze sofort krank wird, erstmal muss sie die Viren in ausreichender Anzahl aufnehmen. Die sieben Wochen sind auch Extremfälle, nicht die Regel.
Davon ab ist FIP inzwischen ja auch heilbar.

FeLV ist nur Minuten in der Umwelt haltbar, das hatte ich oben glaube vergessen.
 
J

Julie000

Benutzer
Mitglied seit
7 Juni 2020
Beiträge
35
Mit welchem Material wurde denn der PCR gemacht? Kot? Oder Blut?
Eigentlich macht man einen Antikörper-Test vom Blut um herauszufinden, ob die Katze die Infektion einmal durchgemacht hat.
Der PCR testet für gewöhnlich doch auf Virusmaterial und nicht auf Antikörper. Daher müsste ich das nochmal genau nachschauen, wie aussagekräftigt der ist.
Entschuldige bitte, der Test wurde gerade erst gemacht, ich habe erst jetzt die Papierversion vorliegen.
Der Test wurde mit Blut im Labor gemacht.
Bei Katze Nr. 1 steht dort:
Coronavirus-Antikörper (FCoV) - FCoV (EIA): 7,15
Dabei steht, Werte unter 9 entsprechen negativen IFAT-Titern
Bei Katze Nr. 2 ist der Wert 5,52
Unten steht: Zur weiteren Abklärung einer FIP sind unter anderem folgende Untersuchungen angeraten: FCoV-PCR Es war also wohl kein PCR-Test, sondern der Test, den du meinst.

Was bedeuten denn jetzt diese Werte, dass meine Katzen doch schon viel Kontakt mit Coronaviren hatten und resistent sind?
 
Zuletzt bearbeitet:
Werbung:

Ähnliche Themen

Antworten
13
Aufrufe
7K
tiedsche
Antworten
1
Aufrufe
1K
2
Antworten
32
Aufrufe
3K
Laraya
Antworten
2
Aufrufe
872
Nicht registriert
N
Werbung:
Lucky Kitty Pets Nature

Über uns

Seit 2006 stehen dir in unserem großen Katzenforum erfahrene Katzenhalter bei Notfällen, Fragen oder Problemen mit deinem Tier zur Verfügung und unterstützen dich mit ihrem umfangreichen Wissen und wertvollen Ratschlägen.
Oben